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Besiedlung und Bekehrung

Die Rolle von Religion bei der Kolonisierung des amerikanischen Nordostens

Titre: Besiedlung und Bekehrung

Essai Scientifique , 2010 , 26 Pages

Autor:in: Dr. Stephan Maninger (Auteur)

Histoire - Amérique
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Résumé Extrait Résumé des informations

In der Gründungs- und Entdeckungsphase des 16. und 17. Jahrhunderts wurden fast alle Kolonisierungsunternehmen in der „neuen Welt“ von Vertretern des christlichen Glaubens begleitet und in entscheidenden Fragen beeinflusst. Das frühe Kolonialzeitalter erlebte ein expansives Christentum, das sich mit dem gegenwärtigen humanistisch/pazifistisch geprägten Christentum nur bedingt vergleichen lässt. Als ergiebigste Quelle von Werten bot Religion ohnehin viel Konfliktpotenzial.

Was heute als religiöse Intoleranz betrachtet würde, wurde jedoch zur Zeit der europäischen Besiedlung allgemein als moralisch legitim akzeptiert. Religion war zu diesem Zeitpunkt für die Europäer der wichtigste Identifikationsschwerpunkt, die Identifikation mit der eigenen Nation oder Klassenzugehörigkeit weit weniger ausschlaggebend. Anfangs bestand auch keine klare Trennung zwischen Religion und Regierung – erst nach Abschluss des westfälischen Friedens 1648 begann sich diese im europäischen Wertesystem langsam zu etablieren. Insofern kann man zumindest die europäischen Kolonien, vor allem die puritanischen Kolonien Neuenglands, bis zum Ende des 17. Jahrhunderts teilweise als theokratisch „abstempeln“. Trotzdem war die Trennung zwischen dem Weltlichen und dem Spirituellen unter den Zuwanderern immer noch wesentlich deutlicher als unter den Einheimischen. Dies zeigte sich insbesondere in den jeweils gegensätzlichen Ansichten zur Natur und deren Funktion. Die Ureinwohner des Kontinents praktizierten Naturreligionen, denen zufolge jedes Lebewesen und jedes Objekt über eine Seele verfügte, die es auch zu gegebenen Anlass zu besänftigen galt. Diese wurden seitens der Neuankömmlinge bzw. Eroberer als inakzeptabler Aberglaube betrachtet, den es zu bekämpfen galt. Folgender Beitrag schildert den Verlauf dieses Konflikts.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zusammenprall der Glaubensvorstellungen

3. Der Verlauf der Glaubensfragen

3.1 Bekehrungsversuche

3.1.1 Die Katholiken

3.1.2 Die Protestanten

3.2 Religion im Konflikttransfer

4. Fazit

5. Endnoten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Religion als zentralen Faktor in der Kolonisierung des amerikanischen Nordostens im 17. Jahrhundert. Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, wie religiöse Überzeugungen sowohl als Konfliktbeschleuniger zwischen europäischen Siedlern und Ureinwohnern wirkten als auch als moralisches Instrument zur Rechtfertigung oder Begrenzung von Gewalt dienten.

  • Die Wechselwirkung zwischen christlichen Missionierungszielen und einheimischen Glaubenssystemen
  • Die Bedeutung von Epidemien und demographischem Wandel für die Bekehrungsbereitschaft
  • Die unterschiedlichen Ansätze von Katholiken (Jesuiten) und Protestanten in der Missionierung
  • Religion als identitätsstiftendes Merkmal und Instrument der sozialen Integration oder Segregation
  • Die moralische Debatte über den sogenannten „gerechten Krieg“ im kolonialen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.1 Bekehrungsversuche

Die Tatsache, dass sich die Europäer, wenn auch zu unterschiedlichen Graden der Intensität, vorgenommen hatten, die einheimischen Kulturen im Sinne eines allgemeingültigen und einheitlichen christlichen Menschenbildes zu bekehren, erhöhte das Konfliktpotenzial enorm. Viele Indianer waren sich keiner Notwendigkeit bewusst, ihre Glaubenssysteme aufzugeben und ihre Seelen daraufhin als „gerettet“ anzusehen. Zudem ähnelte der Vorgang der Bekehrung auch dem der Adoption, wie es unter den Stämmen üblich war, da oftmals besiegte Stämme geschlossen durch stärkere Stämme adoptiert wurden, um die eigene Verluste zu ersetzen oder die verfügbare Anzahl der Krieger und somit die eigene Macht auszubauen. Ellis und Morris vertreten die Ansicht, dass die Bekehrungsversuche der Europäer den Eindruck erweckten, die Ureinwohner wären besiegt worden, obwohl diese sich keineswegs als Besiegte betrachteten. Dies scheint eine plausible Erklärung zu sein, weshalb die Bereitschaft zur Bekehrung in Neuengland erst zunahm, nachdem Kriege und Epidemien dazu führten, dass Stammesreste fast geschlossen zum christlichen Glauben wechselten, während die noch starken Stämme sich der religiösen Penetration vehement verweigerten. Selbst der Mohegan Sachem Uncas, der sich in fast allen Angelegenheiten als anglophil erwies, lehnte die Anwesenheit von Missionaren in seinem Dorf strikt ab.

Insgesamt zeigt sich daher durchgehend, dass eine wesentliche Ursache für den Wandel vom traditionellen hin zum christlichen Glauben die Epidemiewellen waren. Krankheit und Tod erhöhte die Bereitschaft zur Konvertierung mehr als die Anwesenheit von Missionaren. Viele Ureinwohner fühlten sich, angesichts der hohen Sterblichkeit und den daraus resultierenden demographischen Lücken, von ihrer Glaubenswelt verlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Kontext des 16. und 17. Jahrhunderts ein und beschreibt Religion als prägenden, oft konfliktträchtigen Faktor der Kolonisierung und als wichtigstes Identitätsmerkmal der Europäer.

2. Zusammenprall der Glaubensvorstellungen: Es wird analysiert, wie trotz intrareligiöser Konflikte unter den Europäern das christliche, universale Menschenbild als Basis für Missionierung und Assimilation gegenüber den Ureinwohnern fungierte.

3. Der Verlauf der Glaubensfragen: Dieses Kapitel untersucht die praktischen Ausprägungen der Missionierung und den Transfer europäischer Konflikte in die neue Welt.

3.1 Bekehrungsversuche: Es wird dargelegt, dass demographischer Druck durch Epidemien die Konvertierung stärker vorantrieb als bloße Missionierungsbemühungen.

3.1.1 Die Katholiken: Dieses Unterkapitel beleuchtet den starken Einfluss der Jesuiten, insbesondere im französischen Einflussgebiet, und deren Versuch der kulturellen Assimilation.

3.1.2 Die Protestanten: Hier werden die heterogenen Ansätze der holländischen und englischen Protestanten sowie deren enge Verbindung zwischen Glaube und „gerechtem Krieg“ thematisiert.

3.2 Religion im Konflikttransfer: Dieser Abschnitt beschreibt, wie religiöse Differenzen und Identitäten die Gewalt in interkulturellen Kriegen verschärften und wie sich konvertierte Indianer in diesem komplexen Spannungsfeld bewegten.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Religion sowohl als Beschleuniger für Konflikte diente, den Konvertierten jedoch auch einen gewissen Schutz und neue soziale Identitäten bieten konnte.

5. Endnoten: Enthält die wissenschaftlichen Belege und Quellenverweise zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Kolonisierung, Nordamerika, Religion, Missionierung, Jesuiten, Puritaner, Ureinwohner, Bekehrung, kulturelle Assimilation, Epidemien, interkulturelle Konflikte, Identitätsbildung, gerechter Krieg, Neuengland, Neufrankreich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Religion als zentralem Element der kolonialen Geschichte Nordamerikas im 17. Jahrhundert und deren Einfluss auf das Verhältnis zwischen europäischen Siedlern und Ureinwohnern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Missionierung durch verschiedene christliche Konfessionen, der Rolle von Epidemien bei der Konvertierung, religiös begründeter Gewalt und dem Einfluss von Weltanschauungen auf den interkulturellen Austausch.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie religiöse Überzeugungen einerseits Konflikte zwischen Europäern und Ureinwohnern befeuerten, andererseits aber auch als moralisches Korrektiv oder Schutzmechanismus für die indigene Bevölkerung dienten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse unter Auswertung zeitgenössischer Quellen und aktueller wissenschaftlicher Sekundärliteratur, um die Dynamiken des 17. Jahrhunderts nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Zusammenprall der Glaubensvorstellungen, die spezifischen Missionierungsmethoden der Jesuiten und Protestanten sowie die Auswirkungen von Religionskonflikten auf die interkulturelle Eskalation detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Kolonisierung, Missionierung, interkulturelle Konflikte, Jesuiten, Puritaner und der Wandel der indigenen Identität durch den Einfluss des Christentums stehen im Zentrum der Arbeit.

Wie wirkten sich die Pockenepidemien auf die Bekehrungsversuche aus?

Die Epidemien führten zu einer massiven demographischen Krise und zum Verlust des Vertrauens in die traditionellen spirituellen Führer der Ureinwohner, was die Bereitschaft zur Konvertierung zum Christentum als „neuer Weisheit“ signifikant erhöhte.

Warum leisteten einige Stämme so starken Widerstand gegen die Missionierung?

Widerstand resultierte oft aus der Verteidigung der eigenen kulturellen Identität, der Ablehnung der durch Missionare geforderten Sesshaftigkeit sowie aus der Erkenntnis, dass die neue Religion den Schutz vor Krankheit oder militärischer Niederlage nicht garantieren konnte.

Was verstand man im kolonialen Kontext unter einem „gerechten Krieg“?

Basierend auf den Vorstellungen von Hugo Grotius umfasste der „gerechte Krieg“ vor allem Kriege der Selbstverteidigung, Rachekriege sowie Kriege zur Rückgewinnung von geraubtem Eigentum, was oft zur moralischen Rechtfertigung exzessiver Gewalt gegen Ureinwohner genutzt wurde.

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Résumé des informations

Titre
Besiedlung und Bekehrung
Sous-titre
Die Rolle von Religion bei der Kolonisierung des amerikanischen Nordostens
Université
http://www.uni-jena.de/  (Historisches institut)
Auteur
Dr. Stephan Maninger (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
26
N° de catalogue
V152228
ISBN (ebook)
9783640642625
ISBN (Livre)
9783640645497
Langue
allemand
mots-clé
Nordamerika Kolonisierung Indianer Indianerkriege Konfliktforschung Geschichte Kultur Religion Konflikte Neuengland Neufrankreich Neuholland Virginia Jesuiten Protestanten Katholiken
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. Stephan Maninger (Auteur), 2010, Besiedlung und Bekehrung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152228
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Extrait de  26  pages
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