In dieser Arbeit wird das „LeParcours-Konzept“ in seiner Durchführung erläutert und hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die Steigerung der Bewegungserfahrungen im Kindes- und Jugendalter, sowie in bezug auf die Steigerung des Selbstwertgefühls und das damit verbundene Selbstvertrauen untersucht. Ebenfalls wird es gerechtfertigt und in erforderlicher Kürze mit dem Lehrplan in Einklang gebracht. Durch das Konzept werden noch viele weitere Nebeneffekte erzielt, auf die aber hier nicht ausführlicher eingegangen werden kann.
Vorerst werden die Grundgedanken und die Intention der Durchführung mit einigen Definitionen von Begriffen, welche für das Verständnis von Bedeutung sind, dargestellt. Es folgt die Definition der für die breite Öffentlichkeit unbekannten Sportart „Le parcours“, bevor der eigentliche Hauptteil der Arbeit mit der Erläuterung zur Durchführung des Konzeptes folgt. Anschließend wird auf die Lehrerrolle und ihre Lehrerfunktionen eingegangen. Zuletzt erfolgt eine abschließende Wertung als Fazit und es werden zudem Hinweise zur Evaluation des Konzeptes aufgeführt werden.
Weil die Sportart „Le parcours“ gewissermaßen noch sehr jung ist, gibt es zu diesem Thema wenig, ja beinahe gar keine Fachliteratur. Auch unter verwandten Begriffen wie „Freerunning“ ist nichts Handfestes zu finden, weshalb diese Arbeit auf Internetquellen, Fernsehreportagen, Zeitungsartikel und eigene Erfahrungsberichte gestützt ist, was diese aber nicht in ihrer Wissenschaftlichkeit einschränken soll. Nichtsdestoweniger oder vielmehr gerade wegen ihrer Neuheit und Modernität, verbunden mit einer stetig steigenden Beliebtheit insbesondere bei jungen Menschen, bietet sich eine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema „Le parcours“ an.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDGEDANKE DES KONZEPTES
2.1 DEFINITION PSYCHISCHER EINFLUSSFAKTOREN
2.1.1 Selbstkonzept und Selbstwertgefühl
2.1.2 Selbstwahrnehmung und Selbstkonzept
2.1.3 Körperbildstörung
2.2 LEHRPLANBEZUG DES KONZEPTES
2.3 AUSGANGSSITUATION, VORAUSSETZUNGEN UND BEDINGUNGEN
3 DEFINITION DER SPORTART „LE PARCOURS“
3.1 GRUNDBEWEGUNGEN VON ‚LE PARCOURS‘
4 DURCHFÜHRUNG DES KONZEPTES
4.1 EINFÜHRUNGSPHASE DES KONZEPTES
4.1.1 Die Sensibilisierung und Visualisierung
4.1.2 Die Erwärmung
4.1.3 Das richtige Fallen
4.1.3.1 Übungstipps zum Fallen vorwärts
4.1.3.2 Übungstipps zum Fallen rückwärts
4.1.3.3 Übungstipps zum Fallen seitwärts
4.2 DER BEGINN DER HAUPTPHASE
4.2.1 Beginn mit Einzelelementen
4.2.2 Zwischenreflexionen und ihre Bedeutung
4.2.3 Differenzierung
4.2.3.1 Einführung von Stationen
4.2.3.2 Wir entwickeln Stationen selbst
4.2.3.3 Verbinden von Stationen
4.2.3.4 Eine runde Sache – Parcours ohne Ende
4.2.4 Exkursionen: Was bietet uns das Umfeld / die Umwelt
4.3 DIE GESAMTREFLEXION DURCH DIE SUS INNERHALB DES KONZEPTES
5 LEHRERFUNKTIONEN
6 REFLEXION DES GESAMTKONZEPTES UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Konzeption und Durchführung einer „Le Parcours“-AG an einer Hauptschule, um bei Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klassen die Bewegungserfahrung zu steigern, das Selbstwertgefühl zu fördern und die Bewegungsarmut im Jugendalter aktiv zu bekämpfen.
- Vermittlung der Sportart „Le Parcours“ als kreative und eigenständige Bewegungsform.
- Methodische Einführung von Sicherheitsaspekten und Falltechniken (Ukemi).
- Stärkung des Selbstbewusstseins durch individuelle Erfolgserlebnisse und Grenzerfahrungen.
- Förderung sozialer Kompetenzen und Teamarbeit durch gemeinsames Planen und Aufbauen von Stationen.
- Integration sportartübergreifender Lehrplaninhalte und Förderung eines aktiven Lebensstils.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Die Sensibilisierung und Visualisierung
Um einen Einblick in die Sportart zu geben, bietet es sich an vorerst Kurzfilme zu zeigen und im Internet recherchieren zu lassen, was es denn mit „Le parcours“ auf sich hat. „Bei der Auswahl der Videos sollte darauf verzichtet werden, ausschließlich spektakuläre und waghalsige Bewegungen zu präsentieren. In der gewählten Sequenz sollten möglichst verschiedene Bewegungen gezeigt werden und auch scheinbar einfache Techniken wie Präzisionssprünge auf Bodenniveau oder das einfache Überwinden von Hindernissen.“ Hierzu findet man im Internet neben den mit Musik unterlegten Videos auch sogenannte „Tutorial Videos“, welche für Anfänger ausgelegt sind und einzelne einfache Sprünge zeigen. Die SuS sollen selbst erkennen, welche Grundsätze bei der Sportart „Le Parcours“ zugrunde liegen.
Das folgende Zitat bringt die wesentlichen Gesichtspunkte zum Vorschein: „Parkour verlangt ein hohes Maß an Körperbeherrschung, Selbsteinschätzung und Disziplin sowie Konzentration und geistige Stärke. Es geht darum seinen Körper zu trainieren, zu fordern aber nicht zu überfordern. Wenn ein Traceur (Läufer) sich nicht sicher ist ob er etwas schafft, dann wird er es nicht tun oder sich langsam herantasten. Das ist ein wichtiger Punkt. Es werden keine waghalsigen Aktionen unternommen. Alles was passiert, passiert unter völliger Kontrolle der Situation und Herantasten der eigenen Grenzen. Dabei ist es sehr wichtig seinen eigenen Körper zu kennen.“ Den SuS muss auch nach der Sensibilisierung für diese Sportart klar sein, dass es wichtig ist, „seine eigenen Fähigkeiten zu kennen und selbst zu beurteilen, wie diese einzusetzen sind, um potenzielle Gefahren zu vermeiden.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Arbeit erläutert das LeParcours-Konzept zur Steigerung von Bewegungserfahrungen und Selbstbewusstsein und begründet dessen wissenschaftliche Untersuchung sowie den Lehrplanbezug.
2 GRUNDGEDANKE DES KONZEPTES: Dieses Kapitel definiert psychologische Einflussfaktoren wie Selbstkonzept und Körperbild und begründet die Notwendigkeit des Konzepts als Antwort auf Bewegungsarmut und soziale Diskriminierung bei Jugendlichen.
3 DEFINITION DER SPORTART „LE PARCOURS“: Hier wird der Ursprung der Sportart erklärt, wobei der Fokus auf Kreativität, effizienter Fortbewegung und dem Überwinden von Hindernissen liegt.
4 DURCHFÜHRUNG DES KONZEPTES: Dieser Hauptteil beschreibt den praktischen Aufbau vom Kennenlernen über das richtige Fallen und die Erwärmung bis hin zur eigenständigen Entwicklung von Parcours-Stationen durch die Schülerinnen und Schüler.
5 LEHRERFUNKTIONEN: Der Autor erläutert die verschiedenen Rollen der Lehrkraft, insbesondere in den Bereichen Unterrichten, Erziehen und Evaluieren, und verknüpft diese mit dem LeParcours-Projekt.
6 REFLEXION DES GESAMTKONZEPTES UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die lehrreichen Erfahrungen des Projekts zusammen und zeigt auf, wie das Konzept in Zukunft an der Schule weitergeführt und ausgebaut werden soll.
Schlüsselwörter
Le Parcours, Parkour, Sportpädagogik, Selbstkonzept, Selbstwertgefühl, Bewegungserfahrung, Bewegungsarmut, Schulsport, Körperbild, Traceur, Falltechniken, Ukemi, Stationslernen, Motivationsförderung, Gesundheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Konzeption und praktische Erprobung einer Le Parcours-Arbeitsgemeinschaft an einer Hauptschule, um Schülerinnen und Schüler zu mehr Bewegung zu motivieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Förderung des Selbstbewusstseins, die Verbesserung motorischer Bewegungserfahrungen und der pädagogische Umgang mit dem Trendsport Parkour im Schulsport.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, durch die Sportart Le Parcours ein Umfeld zu schaffen, das eigenständiges Sporttreiben fördert und den Jugendlichen hilft, ihr Selbstwertgefühl und ihre psychische Balance zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird im Konzept angewendet?
Das Konzept nutzt einen pädagogischen Ansatz, der vom Leichten zum Schweren (Elementenhaft-Synthetisch zu Ganzheitlich-Analytisch) vorgeht und durch regelmäßige Reflexionsphasen und Schülerfeedback evaluiert wird.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Sensibilisierungsphase, die Vermittlung korrekter Falltechniken nach dem Ukemi-Prinzip, den Aufbau von Lernstationen und die schülerzentrierte Entwicklung eigener Parcours-Elemente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Parkour, Selbstwertgefühl, Bewegungsarmut, Schulsport, Körperbild, Eigenständigkeit und Motivation.
Warum ist das Erlernen des Fallens für die Parcours-AG so wichtig?
Das Fallen-Können dient als essenzielle Sicherheitsgrundlage, um Verletzungen vorzubeugen und den Schülerinnen und Schülern die Angst vor Stürzen bei neuen Bewegungsherausforderungen zu nehmen.
Welche Rolle spielt die Differenzierung bei den Lernstationen?
Da die körperlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedlich sind, ermöglicht die Differenzierung an den Stationen individuelle Erfolgserlebnisse für jedes Leistungsniveau.
Wie werden die neuen Medien in das Konzept integriert?
Die Schülerinnen und Schüler erstellen am Ende des Halbjahres einen zusammengeschnittenen Film ihrer Übungen, was sowohl als Beweis ihrer Leistungen dient als auch die Motivation und Identifikation mit der AG stärkt.
- Citar trabajo
- Benjamin Schröter (Autor), 2008, „Drunter und drüber“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152446