Berichtet wird über die Erstellung eines studentischen Kernkompetenzmodells für
den Studiengang BWL-Banken an der FHTW Berlin. Vorrangiges Ziel der durchgeführten
Untersuchung war es, die erfolgsrelevanten Kernkompetenzen, über die der
Studierende verfügen muss, um das Studium mit Erfolg zu absolvieren, zu ermitteln
und mit Hilfe eines Modells abzubilden.
Als Erhebungsmethode wurde ein offenes Interview gewählt und ein entsprechender
Interviewleitfaden entwickelt. Dieser wurde so konzipiert, dass potentiell alle erforderlichen
Kompetenzen in das zu erstellende Kernkompetenzmodell einfließen und
zudem die aufgestellten Hypothesen überprüft werden konnten. Es wird davon ausgegangen,
dass die Studierenden des betrachteten Studienganges, der Methodenkompetenz,
der Fachkompetenz, der Sozialen Kompetenz und der Selbstkompetenz
unterschiedliche Bedeutung beimessen, wobei auch Zusammenhänge mit dem Alter
bzw. dem Geschlecht angenommen werden.
Der Kreis der befragten Studenten war mit neun Personen nicht repräsentativ. Aus
diesem Grund ist auch das Resultat der Studie kritisch zu betrachten. Die Ergebnisse
der Auswertungen zeigen jedoch, dass sich die aufgestellten Hypothesen zum
großen Teil bestätigen. Ergebnis der Studie ist, dass innerhalb des in vier Kompetenzblöcke
gegliederten Kernkompetenzmodells, der Methodenkompetenz eine besondere
Stellung zukommt, wobei die Organisationsfähigkeit und die Fähigkeit zu
analytischem und strukturiertem Denken von besonderer Bedeutung sind.
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG
1. UNTERSUCHUNGSKONZEPTION
2. HYPOTHESEN
3. METHODEN
3.1. KATEGORISIERUNG ALS TOP-PERFORMER
3.2. OFFENES INTERVIEW
3.3. KONZEPTION DES INTERVIEWS
3.4. PRE-TEST
3.5. KRITERIENKATALOG
3.6. STATISTISCHE GRUNDLAGEN
4. DURCHFÜHRUNG
5. ERGEBNISSE
5.1. DAS KERNKOMPETENZMODELL
5.1.1. Methodenkompetenz
5.1.2. Fachkompetenz
5.1.3. Soziale Kompetenz
5.1.4. Selbstkompetenz
5.2. ERGEBNISSE ZU DEN HYPOTHESEN
5.2.1. Ergebnisse zu den Hypothesen 1, 2 und 4
5.2.2. Ergebnisse zur Hypothese 3
5.2.3. Ergebnisse zur Hypothese 5
5.2.4. Ergebnisse zur Hypothese 6
5.2.5. Ergebnisse zur Hypothese 7
6. KRITISCHE WÜRDIGUNG
6.1. ANMERKUNGEN ZUM UNTERSUCHUNGSERGEBNIS
6.2. ANMERKUNGEN ZUR UNTERSUCHUNGSKONZEPTION
7. EMPFEHLUNGEN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ein studentisches Kernkompetenzmodell für den Studiengang BWL-Banken an der FHTW Berlin zu entwickeln, um erfolgsrelevante Kompetenzen für den erfolgreichen Studienabschluss zu identifizieren und abzubilden.
- Erstellung eines Kernkompetenzmodells auf Basis qualitativer Interviews
- Differenzierung in Methoden-, Fach-, soziale Kompetenz und Selbstkompetenz
- Überprüfung von Hypothesen zu Kompetenzbedeutung und soziodemografischen Zusammenhängen
- Kritische Analyse der Untersuchungsmethodik und statistische Auswertung mittels SPSS
- Ableitung von Empfehlungen für die Studiengangsgestaltung
Auszug aus dem Buch
3.1. Kategorisierung als Top-Performer
Sarges beschreibt ein Verfahren zur Erstellung von Kernkompetenzmodellen nach McClelland, wonach die Interviewten einer durchgeführten Befragung in zwei Gruppen eingeteilt werden – die Top-Performer und die Medium-Performer. Es wird angenommen, dass die Top-Performer über bestimmte Kompetenzen verfügen, die für ihre Tätigkeit von hoher Bedeutung sind und sie somit zu Höchstleistungen befähigen. Den Medium-Performern hingegen fehlen diese Kompetenzen bzw. sie sind zu schwach ausgeprägt. Somit sind die Kompetenzen, über die die Top-Performer verfügen, die Medium-Performer aber nicht, die entscheidenden Kompetenzen für das zu erstellende Kernkompetenzmodell. Obgleich dieses Verfahren logisch und vielversprechend ist, konnte es in dieser Untersuchung nicht verwendet werden. Dieser Entscheidung liegen die folgenden Überlegungen zugrunde. Zum einen war der realisierbare Stichprobenumfang zu gering, um signifikante Unterschiede in der Beantwortung von Fragen zwischen zwei Gruppen zu ermitteln. Zum anderen fehlt es bei den Studenten des Studienganges BWL-Banken an geeigneten Identifikationsmerkmalen für eine leistungsbezogene Gruppenzuordnung, da das Leistungsniveau der Studenten sehr hoch und die Spannweite eines allgemeinen Leistungskriteriums äußerst gering ist. Demzufolge waren alle Studenten als Top-Performer einzustufen.
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG: Darstellung der Notwendigkeit von Kompetenzen in einer globalisierten Wirtschaft und Zielsetzung der Entwicklung eines studentischen Kernkompetenzmodells.
1. UNTERSUCHUNGSKONZEPTION: Definition der verwendeten Kompetenzbegriffe sowie Erläuterung der theoretischen Rahmenbedingungen für die empirische Studie.
2. HYPOTHESEN: Formulierung von Annahmen bezüglich der Gewichtung verschiedener Kompetenzarten und deren Zusammenhang mit soziodemografischen Faktoren.
3. METHODEN: Beschreibung der Interviewführung, der Konstruktion des Leitfadens, des Pre-Tests, der Kriterienkatalog-Entwicklung und der statistischen Vorgehensweise.
4. DURCHFÜHRUNG: Dokumentation des konkreten Ablaufs der Befragung mit neun Studierenden und der Codierung der Interviewergebnisse.
5. ERGEBNISSE: Detaillierte Darstellung des entwickelten Kernkompetenzmodells sowie die statistische Prüfung und Interpretation der aufgestellten Hypothesen.
6. KRITISCHE WÜRDIGUNG: Reflexion der Untersuchungsergebnisse und der gewählten Konzeption hinsichtlich Repräsentativität und methodischer Einschränkungen.
7. EMPFEHLUNGEN: Vorschläge für die Integration der Ergebnisse in die Studiengangsbeschreibung und Anregungen für zukünftige Studien.
Schlüsselwörter
Kernkompetenzmodell, BWL-Banken, studentische Kompetenzen, Methodenkompetenz, Fachkompetenz, Soziale Kompetenz, Selbstkompetenz, offenes Interview, Kriterienkatalog, empirische Studie, Studienabschluss, Leistungsbereitschaft, Organisationsfähigkeit, Zeitmanagement, statistische Auswertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erstellung eines Kernkompetenzmodells für Studierende des Studiengangs BWL-Banken an der FHTW Berlin.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen Methodenkompetenz, Fachkompetenz, soziale Kompetenz und Selbstkompetenz, die auf ihre Relevanz für den Studienerfolg geprüft werden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, die für ein erfolgreiches Studium notwendigen Kernkompetenzen zu ermitteln und diese in einem strukturierten Modell abzubilden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine empirische Untersuchung mittels teilstrukturierter, offener Interviews durchgeführt, deren Ergebnisse anhand eines Kriterienkatalogs codiert und statistisch analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Konzeption der Untersuchung, die Durchführung, die Präsentation des Kernkompetenzmodells und die statistische Überprüfung von sieben aufgestellten Hypothesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Kernkompetenzmodell, Studiengang BWL-Banken, Kompetenzarten, Interviewmethode und statistische Analyse.
Warum konnte das Top-Performer-Verfahren nach McClelland nicht angewendet werden?
Der Stichprobenumfang war zu klein und es mangelte an geeigneten Merkmalen, um Studierende in Leistungsstufen zu trennen, da das Niveau insgesamt als sehr hoch eingeschätzt wurde.
Wie wurde die Reliabilität der Auswertung sichergestellt?
Die Auswertung der Interviewprotokolle erfolgte durch jeweils zwei Analysten; im Anschluss wurde die Interrater-Reliabilität gemessen, welche einen Wert von 0,88 ergab.
Was ist ein wesentliches Ergebnis bezüglich der Methodenkompetenz?
Die Untersuchung ergab, dass der Methodenkompetenz eine besondere Bedeutung zukommt, wobei insbesondere Organisationsfähigkeit und analytisch-strukturiertes Denken als zentral hervorgehoben wurden.
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- Anne-Kathrin Hauck (Autor), 2003, Erstellung eines Kernkompetenzmodells, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15260