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Typen und Funktion des Gracioso im Theater von Tirso de Molina

Titre: Typen und Funktion des Gracioso im Theater von Tirso de Molina

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 26 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Sarah Pabst (Auteur)

Romanistique - Philologie espagnole
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Der spanische Mönch Gabriel Téllez, war unter seinem Pseudonym Tirso de Molina Dramaturg, Dichter und Schriftsteller im Siglo de Oro.
Neben seiner literarischen Aktivität machte er sich vor allem als Dramaturg einen Namen, wobei sein Werk weit gefächtert ist, von dem philosophisch-theologischen Drama wie El condenado por desconfiado bis zur comedia de enredo, wie Don Gil de las calzas verdes. In der Literaturkritik gilt Tirso de Molina neben Lope de Vega und Calderón de la Barca, als der dritte große Vertreter des spanischen Barocktheaters. Stilistisch liegt er näher an seinem Vorbild Lope de Vega, Calerdón gehört schon zu der Generation neuer Dramatiker, deren Werke eher an ein höfisches, als an ein volkstümliches Publikum gerichtet sind.
Tirsos wohl bekanntestes Werk El burlador de Sevilla o convidado de piedra ist zugleich dramatische Ur-Form des Don Juan Mythos, der später Modell war für Dom Juan von Moliére und die Oper Don Giovanni von Mozart.
Die vorliegende Arbeit richtet aber ihr Augenmerk nicht auf die Hauptfiguren wie Don Juan oder Don Gil, sondern auf die Nebenfigur des Gracioso. Dieser ist „el que dize gracias“, oder auch „el que en las Comedias y Autos tiene papel festivo y chistoso, con que divierte y entretiene“, und ist je nach Werk criado, lacayo, Bauer oder Hirte. Anstatt auf die Hauptfiguren richte ich mein besonderes Augenmerk auf die Nebenperson des gracioso, und zwar auf Petisco aus El condenado por desconfiado, Caramanchel aus Don Gil de las calzas verdes, Tarso aus El vergonzoso en palacio und Catalinón aus El burlador de Sevilla. Anhand ausgewählter Textpassagen aus den vier Dramen möchte ich das Typische dieser Nebenfigur und ihre Funktion im Drama erläutern und dadurch herausfinden, wie notwendig sie in den Werken des Tirso de Molina ist.
Anzumerken ist, dass in einigen Werken über den Gracioso im spanischen Barocktheater Catalinón auf Grund der Autorenfrage nicht aufgezählt ist, ich habe mich auf die Literatur beschränkt, die El burlador de Sevilla auch wirklich Tirso de Molina zuschreiben.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Person Tirso de Molinas und seiner Werke

3. Die Figur des Gracioso im Theater des Mittelalters bis Lope de Vega

4. Der Gracioso bei Tirso de Molina

4.1. Gracioso als Element des Komischen

4.1.1. Wortwitz

4.1.2. Fäkalienkomik

4.1.3. Der Gracioso und Religion

4.1.4. Antifeminismus und Sexualität

4.2. Der Gracioso als Handlungsträger

4.2.1. Der Gracioso als aktives Element in der Comedia

4.3. Das Herr-Diener Verhältnis

5. Die Sozialsatire im Theater von Tirso de Molina

6. Schlussfolgerung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Funktion der Nebenfigur des Gracioso im Theater von Tirso de Molina, indem sie analysiert, wie diese Figur als Instrument für Komik, Sozialkritik und als moralisches Gewissen innerhalb der Dramenhandlung fungiert.

  • Charakterisierung des Gracioso in der Tradition des spanischen Barocktheaters
  • Sprachliche und komische Mittel des Gracioso (Wortwitz, Fäkalienkomik)
  • Die Funktion des Gracioso als kritischer Spiegel gesellschaftlicher und religiöser Verhältnisse
  • Das ambivalente Verhältnis zwischen Herr und Diener als Mittel der Sozialkritik

Auszug aus dem Buch

4.1.2. Fäkalienkomik

Laut María Santomauro gibt es zwei verschiedene Arten von vulgären Situationen, welche auch unter die excentridad Strotzeskis fallen: In der ersten wird das Vulgär-Groteske wie z.B. Urin, Exkremente, Rotz und Körpergase explizit ausgesprochen, in der zweiten wird es nur angedeutet oder darauf angespielt.

Die Situationen, in denen das Vulgäre ausgesprochen wird, haben verschiedene Auslöser. Zum Teil wird die miseria fisológica aufgrund von Angstumständen ausgelöst, mal verspürt der Gracioso das unabdingbare Bedürfnis seinen Darm zu entleeren oder er wird mit Exkrementen beworfen.

Der Hirte Tarso zum Beispiel, beschmutzt die höfischen Hosen, die er zum ersten Mal trägt. Dies kann als Metapher gedeutet werden, angewandt, um die höfische Gesellschaft in den Schmutz zu ziehen und sie auf komische Weise zu entlarven. Damit macht er sich über die Herrschenden lustig, denn wie die Präsidenten hat auch er gütige Gaben verschickt, allerdings in Form von Exkrementen:

Darte quiero el parabién;

y pues son los amos francos,

si algún favor me has de hacer

y mi descanso permites,

lo primero es que me quites

estas calzas, que sin ser

presidente, en apretones,

después que las he calzado,

en ellas he despachado

mil húmedas provisiones.

El vergonzoso en palacio (V.1450-1459)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Nebenfigur des Gracioso in vier ausgewählten Dramen von Tirso de Molina.

2. Zur Person Tirso de Molinas und seiner Werke: Biografischer Überblick und Einordnung Tirsos in die Epoche des spanischen Siglo de Oro.

3. Die Figur des Gracioso im Theater des Mittelalters bis Lope de Vega: Historische Herleitung und Definition der Charakteristika der Gracioso-Figur.

4. Der Gracioso bei Tirso de Molina: Detaillierte Analyse der Funktionen des Gracioso als komisches Element, Handlungsträger und moralisches Gewissen.

5. Die Sozialsatire im Theater von Tirso de Molina: Untersuchung der kritischen Darstellung verschiedener Berufsstände durch den Gracioso.

6. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Gracioso als meisterhaftes Instrument der Sozialkritik.

Schlüsselwörter

Tirso de Molina, Gracioso, Siglo de Oro, spanisches Theater, Comedia, Sozialkritik, Komik, Fäkalienkomik, Herr-Diener-Verhältnis, Literaturwissenschaft, Barock, Satire, Catalinón, Caramanchel, Dramatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Nebenfigur des Gracioso in den Theaterstücken von Tirso de Molina.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Funktion des Gracioso als komisches Element, als Handlungsträger sowie als Sprachrohr für Sozial- und Kirchenkritik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erläutern, wie notwendig der Gracioso für die Dramen von Tirso de Molina ist und wie er als Instrument für versteckte Kritik dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Textpassagen aus vier Dramen sowie auf den Vergleich mit existierender Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die spezifischen Charakteristika des Gracioso, seine Rolle in vulgären Situationen, sein religiöses Verständnis sowie sein Einfluss auf die Handlung und das Verhältnis zum Herrn detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gracioso, Sozialkritik, Comedia, Siglo de Oro und Tirsos Dramaturgie charakterisiert.

Warum spielt die Fäkalienkomik eine so große Rolle für den Gracioso?

Sie dient als Mittel der "excentridad", um höfische Gesellschaftsnormen ins Lächerliche zu ziehen, zu parodieren und das Hohe mit dem Niedrigen zu verbinden.

Welche Sonderstellung nimmt das Werk "El burlador de Sevilla" ein?

In diesem Werk ist die Figur des Gracioso besonders komplex ausgearbeitet, da Catalinón hier als Narr, Vox Populi und Gewissen des Protagonisten Don Juan fungiert.

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Résumé des informations

Titre
Typen und Funktion des Gracioso im Theater von Tirso de Molina
Université
University of Cologne  (Romanisches Seminar)
Cours
Tirso de Molina
Note
1,7
Auteur
Sarah Pabst (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
26
N° de catalogue
V152764
ISBN (ebook)
9783640646838
ISBN (Livre)
9783640647125
Langue
allemand
mots-clé
Romanistik Literaturwissenschaft Siglo de Oro Spanisches Theater Spanien Barock
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sarah Pabst (Auteur), 2008, Typen und Funktion des Gracioso im Theater von Tirso de Molina, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152764
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Extrait de  26  pages
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