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Die Entwicklung des Freundschaftskonzeptes

Title: Die Entwicklung des Freundschaftskonzeptes

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 39 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Diplom-Soziologin Susann Hinz (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Bereits in der alten griechischen und römischen Philosophie galten Freunde als bedeutende Quelle für Liebe, Freude, Verständnis und Unterstützung. Heute fin-det dies über alle Kulturen hinweg Anerkennung. Wissenschaftler sind schon sehr lange darum bemüht Freundschaft zu definieren und ihre Funktion für das individuel-le Leben, wie für die Gesellschaft als Ganzes ausfindig zu machen. Doch trotz der vielen verfügbaren Kommentare von Freundschaft in philosophischen und histori-schen Schriften, wurde diesem Thema zunächst – im Vergleich zu romantischen, familiären oder Nachbarschaftsbeziehungen – wenig Aufmerksamkeit geschenkt. In den 40er, 50er und 60er Jahren wurden vorzugsweise Untersuchungen bezüglich von Eltern-Kind-Beziehungen betrieben, da bei Kindern in der Zeit des Kalten Krieges mehr Betonung auf kognitive Prozesse der Leistungsorientierung gelegt wurde, als auf soziale Interaktionen (Rubin & Ross, 1982).
Im Rückblick auf die letzten Jahrzehnte, lässt sich in der Forschung jedoch ein steigendes Interesse an Freundschaftsbeziehungen feststellen. Im Gegensatz zu den Untersuchungen im Kindes- und Jugendalter, begann das systematische Studie-ren von Freundschaften bei Erwachsenen erst vor ca. 40 Jahren. Eine mögliche Er-klärung hierfür ist die Erkenntnis, dass Freundschaften im Kindes- und Jugendalter hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Individuums eine größere Bedeutung be-sitzen (Tokuno, 1986). Da sich die Erforschung von Freundschaft und deren Konzep-te hauptsächlich mit dem Kindes- und Jugendalter beschäftigte, gestalte ich dazu den größten Teil meiner Arbeit. Im zweiten Teil werden einige Befunde zu Konzepten über das Erwachsenenalter hinweg bis zum Alter referiert. Nach der ausführlichen Auseinandersetzung mit Freundschaftskonzepten versuche ich auf folgende Fragen eine Antwort zu finden: Entwickeln oder verändern sich Freundschaftskonzepte über das Alter hinweg? Wenn ja, wie lässt sich diese Entwicklung oder Veränderung cha-rakterisieren und von welchen Bedingungen ist sie abhängig?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

3. Konzepte im Kindes- und Jugendalter

3.1. Das Stufenmodell von Bigelow und La Gaipa

3.1.1. Parallelen des Modells zur Forschung im Bereich der kognitiven und moralischen Entwicklung

3.2. Die Untersuchung von Youniss

3.3. Das Entwicklungsmodell der Freundschaftskonzepte von Selman und Selman

3.4. Hindys Ansatz

3.5. Die Entwicklung des Konzepts „Freundschaft“: Synopse verschiedener Stufeneinteilungen

3.6. Kritik an den bisherigen Studien

3.7. Weiterführende Untersuchungen

4. Freundschaft und Freundschaftskonzepte im Erwachsenenalter

4.1. Junge Erwachsene

4.2. Mittleres Erwachsenenalter

4.3. Alter

4.4. Entwicklung der Freundschaftskonzepte über das Erwachsenenalter

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Veränderung von Freundschaftskonzepten über die gesamte Lebensspanne hinweg, beginnend im Kindesalter bis ins hohe Alter, und analysiert dabei die kognitiven und sozialen Determinanten dieser Konzepte.

  • Stufenmodelle der Freundschaftsentwicklung im Kindes- und Jugendalter
  • Kritische Analyse methodischer Ansätze in der Freundschaftsforschung
  • Einfluss kognitiver und moralischer Entwicklung auf soziale Beziehungen
  • Veränderung von Freundschaftserwartungen im Erwachsenenalter
  • Bedeutung von Freundschaften für das Wohlbefinden älterer Menschen

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Stufenmodell von Bigelow und La Gaipa

Die beiden Wissenschaftler Bigelow und La Gaipa führten bereits sehr früh umfangreiche Arbeiten in diesem Themenbereich durch. Bei ihren ersten Untersuchungen 1975 ließen sie 480 kanadische Schüler der 1. bis 8. Klasse einen Aufsatz zum Thema, was sie von ihrem besten Freund erwarten, schreiben. Diese Erwartungen wurden in 21 Gruppen aufgeteilt, wovon 16 signifikante Veränderungen im Zusammenhang mit dem Alter zeigten (siehe Tabelle 1 auf Seite 4).

Mit dem Ziel einer kulturübergreifenden Validierung der bisherigen Ergebnisse und der Erstellung eines Stufenmodells zur Freundschaftskonzeptentwicklung führte Bigelow 1977 eine weitere Testreihe ähnlichen Designs durch. In seine Untersuchungen bezog er hierbei zwei Stichproben von je 480 über dieselben acht Klassenstufen verteilten Probanden ein. Die Stichproben führte er zum einen in Kanada und zum anderen in Schottland durch. Diesmal wiesen, wie in Tabelle 1 farblich hervorgehoben, lediglich elf der insgesamt 21 Freundschaftserwartungskategorien einen signifikanten Altersanstieg auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet das historische Desinteresse der Psychologie an Freundschaften im Vergleich zu anderen sozialen Beziehungen und leitet die Forschungsfrage nach der Entwicklung und Veränderung von Freundschaftskonzepten über die Lebensspanne ab.

2. Definitionen: In diesem Kapitel wird der Begriff Freundschaft als freiwillige, informelle und kontinuierliche soziale Beziehung definiert und in den Kontext der sozialen Kognitionsforschung eingeordnet.

3. Konzepte im Kindes- und Jugendalter: Dieses Kapitel stellt verschiedene Entwicklungsmodelle, insbesondere von Bigelow und La Gaipa, Youniss sowie Selman und Selman vor, um die altersabhängige Veränderung von Freundschaftserwartungen zu erklären.

4. Freundschaft und Freundschaftskonzepte im Erwachsenenalter: Das Kapitel untersucht, wie sich Erwartungen und die Bedeutung von Freundschaften vom frühen Erwachsenenalter über das mittlere Alter bis ins hohe Alter wandeln und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.

5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass sich Freundschaftskonzepte über das Leben hinweg verändern, wobei das Lebensalter selbst vor allem als Indikator für unterschiedliche gesellschaftliche Anforderungen und Entwicklungsstadien dient.

Schlüsselwörter

Freundschaftskonzept, Entwicklungspsychologie, Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter, soziales Verhalten, Freundschaftserwartungen, Stufenmodell, soziale Kognition, Peer-Beziehungen, moralische Entwicklung, Intimität, Gegenseitigkeit, Altersforschung, Bindung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Erforschung von Freundschaftskonzepten und deren Entwicklung von der Kindheit bis ins hohe Alter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte und Erwartungen an Freunde in verschiedenen Lebensphasen sowie deren Abhängigkeit von kognitiven und sozialen Entwicklungsprozessen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob und wie sich Freundschaftskonzepte über das Alter hinweg verändern, wie diese Veränderungen charakterisiert werden können und von welchen Bedingungen sie abhängen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturübersicht bestehender Studien, vergleicht verschiedene theoretische Stufenmodelle (z.B. von Bigelow & La Gaipa sowie Selman) und reflektiert deren methodische Ansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Stufenmodellen im Kindes- und Jugendalter sowie eine Betrachtung der Freundschaftsdynamik im Erwachsenenalter und Alter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Freundschaftskonzept, Entwicklungspsychologie, Stufenmodell, soziale Kognition, Gegenseitigkeit und lebenslange Entwicklung.

Warum wird das Modell von Selman in der Arbeit so ausführlich dargestellt?

Das Modell von Selman und Selman bietet eine sehr differenzierte, fünfstufige Einteilung, die den Zusammenhang zwischen sozialer Perspektivenübernahme und dem Verständnis von Freundschaft besonders gut erklärt.

Welchen Stellenwert haben soziale Kontexte wie Familie oder Arbeit bei der Freundschaft im Erwachsenenalter?

Die Arbeit legt dar, dass Freundschaften im mittleren Erwachsenenalter häufig zugunsten von Familienbeziehungen an Bedeutung verlieren und eher durch instrumentelle Erwartungen oder berufliche Nachbarschaft geprägt sind.

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Details

Title
Die Entwicklung des Freundschaftskonzeptes
College
Martin Luther University  (Psychologie)
Course
Soziale Entwicklungen - Entwicklungspsychologie
Grade
1,5
Author
Diplom-Soziologin Susann Hinz (Author)
Publication Year
2002
Pages
39
Catalog Number
V152981
ISBN (eBook)
9783640650286
ISBN (Book)
9783640650453
Language
German
Tags
Freundschaft Kindesalter Konzepte Bigelow La Gaipa kognitive und moralische Entwicklung Youniss Selman Entwicklung des Freundschaftkonzepts Hindy mittleres Erwachsenenalter Jugend Alter Definition Freundschaft soziale Kognition Stufenmodell Kohlberg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Soziologin Susann Hinz (Author), 2002, Die Entwicklung des Freundschaftskonzeptes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152981
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