3 Ziel- und Aufgabenstellung
Ziel- und Aufgabenstellung dieser Hausarbeit ist es, verschiedene As-pekte der bilingualen Erziehung näher zu beleuchten. Eltern, die ihre Kinder zweisprachig erziehen, sind oftmals vielen Vorurteilen ausgesetzt. Ihnen wird u.a. vorgeworfen, ihr Kind zu überfordern oder seiner Entwicklung durch die zweisprachige Erziehung entgegenzuwirken. Doch was stimmt denn eigentlich nun? Ist die zweisprachige Erziehung eine einmalige Chance, eine zweite Sprache auf muttersprachlichem Niveau zu erlernen oder ist es eine unzumutbare Überforderung, so dass das Kind am Ende keine der beiden Sprachen richtig spricht?
Daher liegt ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeit auf den sprachlichen Problemen der zweisprachigen Erziehung. Welche Probleme haben bilinguale Kinder in ihren Sprachen? Sprechen sie beide Sprachen auf muttersprachlichem Niveau oder sprechen sie eine Mischsprache? Weiterhin sollen mögliche Ursachen für Probleme in den Sprachen näher erläutert und ggf. Vorschläge gemacht werden, wie man als Eltern mit diesen sprachlichen Problemen umgehen kann.
Natürlich spielen in bilingualen Familien auch die kulturellen Aspekte eine große Rolle. Um den Rahmen der vorliegenden Arbeit aber nicht zu sprengen, soll sich lediglich auf die sprachlichen Aspekte der bilingualen Erziehung beschränkt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ziel- und Aufgabenstellung
3 Methodologisches Vorgehen
4 Theoretische Ausgangsposition
4.1 Vorurteile
4.2 Probleme in den Sprachen
4.2.1 Sprachmischung
4.2.2 Interferenz
4.2.3 Semilingualismus
4.2.4 Sprachverweigerung
4.2.5 Stottern
4.3 Die sechs Typen des Zweitspracherwerbs
4.4 Sprachförderung durch die Eltern
5 Befragung bilingualer Personen oder deren Eltetern
5.1 Ergebnisse der Befragung
6 Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die bilinguale Erziehung im Hinblick auf die Fragestellung, ob es sich dabei um eine bereichernde Chance oder eine Überforderung für das Kind handelt. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse potenzieller sprachlicher Probleme und deren Ursachen in der Praxis.
- Theoretische Grundlagen zur bilingualen Erziehung
- Analyse sprachlicher Phänomene (Sprachmischung, Interferenz, Semilingualismus)
- Untersuchung von Erziehungsstrategien
- Empirische Untersuchung mittels Befragung bilingualer Personen und Eltern
Auszug aus dem Buch
Sprachmischung
Ein häufig auftretendes Phänomen bei Kindern mit bilingualer Erziehung ist die Sprachmischung. Die Kinder nehmen Sätze, Satzteile oder auch nur Wörter einer Sprache und setzen diese wie Puzzleteile in die andere Sprache ein. Eine Sprache bleibt dabei die Grundsprache, die mit Teilen der anderen Sprache „angereichert“ wird. (vgl. Kielhöfer; Jonekeit 1995, S. 76)
Erwachsene benutzen Sprachmischungen häufig aus stilistischen Gründen. Kinder hingegen wollen durch das Mischen keine bestimmte „Botschaft“ übermitteln. (vgl. Kielhöfer; Jonekeit 1995, S.76)
Die Frequenz und die Art der Sprachmischung sind von Kind zu Kind unterschiedlich. Es lässt sich aber generell sagen, dass Kinder zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr am Häufigsten ihre Sprachen mischen. Gründe hierfür sind z.B. Sprachnot oder auch Bequemlichkeit. Kinder benutzen lieber das Wort, das sie schon länger kennen und setzen dies dann auch in der anderen Sprache ein. Auch wenn sie in einer Sprache ein Wort noch gar nicht kennen, greifen sie auf die andere Sprache zurück. (vgl. Kielhöfer; Jonekeit 1995, S.76)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die zunehmende Globalisierung und binationale Lebenskonstellationen machen die Frage nach der mehrsprachigen Erziehung von Kindern zu einem relevanten gesellschaftlichen Thema.
2 Ziel- und Aufgabenstellung: Die Hausarbeit beleuchtet Vorurteile und sprachliche Probleme bei der bilingualen Erziehung und untersucht deren tatsächliche Auswirkungen auf das Kind.
3 Methodologisches Vorgehen: Die Arbeit kombiniert einen theoretischen Literaturteil mit einer praktischen Befragung von zehn bilingualen Personen oder deren Eltern.
4 Theoretische Ausgangsposition: Dieses Kapitel definiert und analysiert zentrale Konzepte wie Vorurteile, Sprachmischung, Interferenz, Semilingualismus, Sprachverweigerung und Stottern sowie gängige Inputstrategien.
5 Befragung bilingualer Personen oder deren Eltetern: Der praktische Teil wertet zehn Fragebögen aus, um die Übereinstimmung der Theorie mit den Erfahrungen in der Lebensrealität betroffener Familien zu prüfen.
6 Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Ergebnisse bestätigen, dass bilinguale Erziehung keine Überforderung darstellt, sondern eine bereichernde Chance, wobei viele vermeintliche Probleme nur in der Kindheit auftreten.
Schlüsselwörter
Bilinguale Erziehung, Zweisprachigkeit, Spracherwerb, Sprachmischung, Interferenz, Semilingualismus, Sprachverweigerung, Inputstrategien, One Person One Language, Erziehungsberatung, Mehrsprachigkeit, Sprachentwicklung, Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Bilingualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die zweisprachige Erziehung von Kindern eine einmalige Chance zur Kompetenzentwicklung darstellt oder eine unzumutbare Überforderung, die zu Sprachproblemen führen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die wissenschaftliche Theorie zur Bilingualität, gängige Vorurteile sowie konkrete sprachliche Phänomene wie Sprachmischung und Interferenz im Kindesalter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage nach der Chance oder Überforderung durch die Gegenüberstellung von theoretischer Fachliteratur und praktischen Erfahrungen Betroffener.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zur Erstellung einer theoretischen Basis, ergänzt durch eine qualitative Befragung von zehn bilingualen Personen oder Elternteilen mittels Fragebogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Sprachproblemen und Strategien sowie die anschließende Auswertung der Befragungsdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind bilinguale Erziehung, Sprachmischung, Interferenz, Sprachverweigerung und die „One Person – One Language“-Strategie.
Wie gehen Eltern am besten mit der Sprachverweigerung um?
Die Autorin stellt verschiedene Methoden von Elke Montanari vor, wie etwa die Strategien „Wie bitte?“, „Ich versteh nicht“, die freundliche Bitte oder das Übersetzen, um das Kind zur Nutzung der schwächeren Sprache zu motivieren.
Was ergab die Befragung zum Thema "Überforderung"?
Keiner der zehn Befragten fühlte sich durch seine Zweisprachigkeit überfordert; vielmehr betrachten alle Befragten ihre Bilingualität heute als bereichernde Chance für ihr Leben und ihre berufliche Zukunft.
- Quote paper
- Sabine Veenker (Author), 2010, Zweisprachige Erziehung – einmalige Chance oder unzumutbare Überforderung für das Kind?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153008