Manipulierfähigkeit der Bilder


Hausarbeit, 1996

20 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

INHALT

Vorwort

1. Teil: Die „Wichtigkeit“ der visuellen Informationsaufnahme
1. 1 Funktion und Bedeutung des Auges als Sinnesorgan
1. 2 Die Bedeutung des Sehens für Persönlichkeit und Meinungsbildung und die Rolle der Bildmedien

2. Teil: Die Manipulation von und durch Bilder
2. 1 Die „herkömmlichen“ Schnitt - und Montagetechniken
2. 2 Die neuen Techniken digitaler Bildbearbeitung
2. 3 Die Werbung
2. 4 Nachrichten, Reportagen, Kriegsberichterstattung

3. Teil: Gesellschaftliche und politische Folgen
3. 1 Von der „Informations-“ zur „Desinformationsgesellschaft“
3. 2 „Internet“ als Hoffnungsschimmer oder aber Mitbestimmung nur noch in „Kleinsträumen“?

Quellenhinweise

Vorwort

Zugegeben, auch ich war zunächst fasziniert von dem, was uns die schöne neue multimediale Computer-Welt alles zu bieten hat. Die Entstehung des Cyberspace und die Erschaffung virtueller Welten eröffneten plötzlich Möglichkeiten, die in der Lage waren, mich in haltloses Staunen zu versetzen; - bis mir am 28. Februar dieses Jahres schlagartig bewußt wurde, wie die Kehrseite der Medaille aussieht:

Am Abend dieses 28. Februar ließ ich mich in meinen Sessel fallen und schaltete entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten den Fernseher ein, ohne zu wissen, was eigentlich gesendet wurde. Es war dies eine Reportage mit dem harmlosen Titel „Hat Kohl Madonna geküßt?“. Im Verlauf dieser Sendung wurde mir allmählich bewußt, welch weitreichende Folgen die Entwicklung digitaler Bildbearbeitung auf unser gesamtes Gesellschaftssystem haben kann. Diese Erkenntnis hat mich dazu angeregt, mich in Form einer Hausarbeit etwas näher mit diesem Thema zu befassen. Drei Fragen wollte ich mir mit dieser Arbeit beantworten:

1. Wie wichtig sind unsere Augen für unsere Entwicklung und welche Rolle spielen dabei Abbildungen und deren Vermittler, die Medien?
2. Wie wurde bisher manipuliert und wie wird das in Zukunft gemacht werden?
3. Welche gesellschaftlichen Folgen können diese neuen Techniken haben und wie kann man die schlimmsten dieser Folgen vermeiden?

In der Hoffnung, daß mir die Beantwortung dieser drei Fragestellungen zumindest ansatzweise gelungen ist, möchte ich noch kurz einige Anmerkungen zu meiner Arbeitsweise beim Verfassen dieser Arbeit machen. Nicht zuletzt, weil bisher noch recht wenig Literatur zu diesem Thema zu haben ist, habe ich mich entschlossen, möglichst weitgehend darauf zu verzichten und mich auf meinen eigenen mehr oder weniger gesunden Menschenverstand zu verlassen. Bisher neigte ich bei der Erstellung ähnlicher Texte immer dazu, mich zunächst durch Bücherberge durchzuwälzen, um mich auch dann, wenn ich eigene Vorstellungen von einem Thema hatte, immer wieder in der Literatur rückzuversichern oder sogar, das dort gelesene in großen Teilen zu übernehmen oder zu zitieren.

Insofern empfinde ich nun, da die Arbeit vorliegt, einen gewissen Stolz darüber, daß ich erstmals im Rahmen einer Hausarbeit gewagt habe, größtenteils meine eigenen Gedanken zu verwerten. Ich hoffe, das Ergebnis hat nicht allzusehr darunter gelitten...

Peter Engert, im Juli 1996

1. Teil:
Die „Wichtigkeit“ der visuellen Informationsaufnahme

1. 1 Funktion und Bedeutung des Auges als Sinnesorgan

Die Kontaktstellen des Menschen mit seiner Außenwelt sind die Sinnesorgane. Alle Fähigkeiten, jegliches Wissen, seine Sozialkompetenz und seinen Intellekt, sein Gespür für Kunst, seine Begeisterung für Musik, alle Erfahrung und Bildung und somit seine Lebensfähigkeit verdankt der Mensch einzig und allein dem Umstand, daß er Sinnesorgane besitzt. Allesamt dienen die Sinnesorgane der Reizaufnahme. Infolgedessen sind sie mit Nervenzellen und Hilfsorganen versorgt und so mit den Wahrnehmungszentren im Gehirn verbunden. Dort erst spielt sich die bewußte Wahrnehmung und Speicherung der empfangenen Sinneseindrücke ab.

Während man Geruch, Geschmack und den Tastsinn als Nahsinne bezeichnet, werden das Gehör und das Sehen zu den Fernsinnen gezählt. Der Versuch, die einzelnen Sinne nach ihrer Wichtigkeit für das Überleben in eine Rangliste zu bringen, gestaltet sich schwierig, da ihre Bedeutung von verschiedensten Faktoren abhängig ist.

So spielt das Zeitalter, in welchem der betreffende Mensch lebte eine große Rolle. Für einen prähistorischen Menschen war seine Nase von äußerst großer Bedeutung, weil er damit in der Lage war, bei günstigen Windverhältnissen andere Lebewesen über grössere Distanzen zu „wittern“ und somit früher auf der Hut zu sein, als dies mit Hilfe seiner Augen oder Ohren gelungen wäre. Für einen Menschen, der in der heißen Steppe Zentralafrikas wohnt, kann der Geschmackssinn von lebenswichtiger Bedeutung sein, wenn er damit entscheiden kann, ob ein Lebensmittel schon verdorben oder ob es noch für den menschlichen Verzehr geeignet ist.

Für unseren mit unzählbaren optischen Signalen vollgestopften Kulturkreis und für unsere Zeit voller bunter Abbildungen der Welt läßt sich jedoch klar und eindeutig feststellen, daß das Sehen eine immense Bedeutung für unser Zurechtfinden und unser Überleben in der heutigen Welt hat.

Unser Auge funktioniert im Prinzip wie ein ganz einfacher Fotoapparat: Zunächst treffen Lichtstrahlen auf jenen gallertartigen Klumpen, den man das Auge nennt. Von der Iris wird mit Hilfe der Pupille die Menge des einfallenden Lichtes geregelt, um Über- oder Unterbelichtungen, ähnlich wie mit der Blende einer Kamera, zu vermeiden oder zumindest in Grenzen zu halten (während eine Katze jedoch beispielsweise mit Hilfe einer Art „Restlichtverstärker“ auch zwischen Dämmerung und Nacht noch ein scharfes Bild erhält, müssen wir Menschen uns mit einem eher kümmerlichen Lichtbereich begnügen). Danach trifft der Lichtstrahl auf ein Linsensystem, welches sich ähnlich einem Objektiv je nach Entfernung zum gesehenen Objekt scharfstellt. Da unser Linsensystem nicht mit einer „Makroeinstellung“ ausgestattet ist, müssen wir bei Entfernungen unter ca. 12 Zentimetern schon mit drastischen Schärfeverlusten rechnen. Vom Linsensystem wird das Bild auf eine 0,2 bis 0,5 Millimeter starke Retina wie auf einen Film projeziert. Dort steht es allerdings auf dem Kopf und bedingt durch die 50 Zitterbewegungen, die das menschliche Auge pro Sekunde zum Schutz der Netzhaut ausführt, ist es auch noch reichlich „verwackelt“. Dennoch gelingt es diesem System eine unglaubliche Bilderflut innerhalb kürzester Zeit aufzunehmen. Soviel zum Aufbau des menschlichen Auges, denn die Be- und Verarbeitung der Bilder im Gehirn macht den Löwenanteil des Vorgangs aus, den wir so lapidar mit „sehen“ bezeichnen.

Nachdem nämlich das Bild auf der Netzhaut angekommen ist, wird es von 6 Millionen Zapfen und 120 Millionen Stäbchen gefiltert, in elektrische Impulse umgewandelt und über den Sehnerv ins Gehirn übermittelt. Dort sind mehr als ein Drittel der Gehirnkapazität(!) auf die Verarbeitung der optischen Reize spezialisiert. Interessanterweise werden mit dem Bild, sozusagen daran „gekoppelt“, auch die dabei zeitgleich empfundenen Emotionen abgespeichert. Dies ist der Grund, weshalb wir alle eine unterschiedliche Wahrnehmung der Dinge haben und Objektivität bei der Beschreibung einer Situation oder eines Bildes reine Utopie ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Manipulierfähigkeit der Bilder
Hochschule
Hochschule Mannheim  (Hochschule für Sozialwesen)
Veranstaltung
Medienpädagogik
Note
1,5
Autor
Jahr
1996
Seiten
20
Katalognummer
V15301
ISBN (eBook)
9783638204521
ISBN (Buch)
9783656561804
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Manipulierfähigkeit, Bilder, Medienpädagogik
Arbeit zitieren
Peter Engert (Autor), 1996, Manipulierfähigkeit der Bilder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15301

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