Heideggers Philosophie bereitet den meisten, die sich damit beschäftigen, Kopfzerbrechen und es scheint als würden die meisten der meisten sich enttäuscht von Heidegger zurückziehen, nicht ohne ihn vorher mit einer gewissen Herablassung einer philosophiegeschichtlich überholten Kategorie zuzuordnen. Wissenschaft und Philosophie sind in Heideggers Verständnis qualitativ verschiedene Angelegenheiten, die naturalisierte, verwissenschaftliche Philosophie, die um Gesetzmäßigkeit und Ordnung ringt, ist ein Missverständnis, denn diese Unterordnung unter wissenschaftliche Kriterien verhindert, was Aufgabe der Philosophie eigentlich ist, nämlich das „Sinnverstehen“.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Sinnverstehen
Tradition I
Entwurf
Bleibende Begriffe
2. Sinn und Verstehen
Hermeneutik
Hermeneuein
Theoria
Die Kehre
3. Ek-Sistenz
Wesen
Leitfrage
Religiosität
Grundfrage, Tradition II
Zen-Buddhistisch
4. Literatur
Primär
Sekundär
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Begriff des "Sinnverstehens" in der Philosophie Martin Heideggers, mit dem Ziel, seine methodische Herangehensweise und die damit verbundene Transformation seines Denkens von der frühen Fundamentalontologie hin zur späteren Seinsfrage kritisch zu durchleuchten.
- Die systematische Analyse von Heideggers Neulektüre der antiken Tradition.
- Die Untersuchung der Rolle von „Sinn“, „Verstehen“ und „Dasein“ in Heideggers Denken.
- Die Erarbeitung der Bedeutung der „Kehre“ für das Verständnis des Seins.
- Die kritische Auseinandersetzung mit ontologischen und metaphysischen Fragestellungen.
Auszug aus dem Buch
Bleibende Begriffe
Im folgenden Zitat Heideggers wird deutlich, wie Heidegger methodisch vorgeht. Gleichzeitig werden darin Begriffe untersucht, deren tieferes Verständnis die Philosophie Heideggers nachhaltig verändert:
„In der Blütezeit der antiken Kultur stellt die theoretische Haltung das höchste Lebensideal dar, das sich dann auf das Werden der ganzen abendländischen Wissenschaft auswirkte; daher ist, solange diese existiert, dieser bios ,lebendig’. [nun folgt eine Polemik gegen das in die Breite statt in die Tiefe strebende Denken der modernen Wissenschaft] [...]
Der Bios theoretikos als Problem erfordert mehrere Fragen: 1.Wie entstand diese Daseinsgrundhaltung? 2. Wie vollzog sich die Selbstauslegung dieses bios? 3. Welche Auffassung von Leben, Dasein, Existenz liegt der Entstehung und Auslegung zugrunde? 4. Wie wird dieser bios gegen andere abgegrenzt, und welche Rangstellung hat er unter den übrigen? 5. Welches sind die besonderen metaphysischen Voraussetzungen für die Auffassung dieses bios als des höchsten?
[nun folgen Worterklärungen, zunächst bios] [...] Konstitutiv für diesen bios ist die proairesis, Anticipation, die freie Vorwegnahme einer bestimmten Möglichkeit des Daseins. Zum Dasein gehören mehrere bioi und die Möglichkeit der Wahl zwischen verschiedenen Grundrichtungen.
[nun folgt die Worterklärung für theoretikos und daraus abgeleitete Begriffe (Theorie)] [...] Zunächst meint theoros den Zuschauer bei etwas, was einen Anblick bietet [...]
Bios theoretikos ist also eine neue Grundhaltung des menschlichen Daseins als verweilendes Betrachten des Ganzen der Welt. Aristoteles gibt theoria den Sinn des ,theoretischen’ (im griechischen Sinne) Verhaltens. Das Wort theoretikos ist seine Prägung. Er sieht in der theoria die eigentliche Lebensbewegung, den reinsten Sinn der Energeia, d.h. die ,erste’ Bewegung als solche, to theion. [...]“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sinnverstehen: Dieses Kapitel führt in Heideggers Auffassung von Tradition und Entwurf ein und erläutert, wie er Begriffe methodisch neu erschließt.
2. Sinn und Verstehen: Hier wird die hermeneutische Methode Heideggers analysiert, insbesondere im Hinblick auf den Übergang von der Fundamentalontologie zur „Kehre“.
3. Ek-Sistenz: Dieses Kapitel thematisiert das Wesen des Daseins und die Auseinandersetzung mit der Grundfrage nach dem Sein sowie die philosophischen Verbindungen zum Zen-Buddhismus.
4. Literatur: Dieser Abschnitt listet die für die Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf.
Schlüsselwörter
Heidegger, Sinnverstehen, Dasein, Ontologie, Hermeneutik, Kehre, Ek-Sistenz, Tradition, Metaphysik, theoria, bios, Sein, Denken, Wahrheit, Phänomenologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem philosophischen Projekt Martin Heideggers und seinem spezifischen Ansatz des „Sinnverstehens“ als notwendigem Mittel, um das Sein jenseits verkrusteter Traditionen zu erfassen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Destruktion metaphysischer Traditionen, der Rolle der Sprache, der Analyse von Grundbegriffen wie „bios“ und „theoria“ sowie der Entwicklung von Heideggers Denken von „Sein und Zeit“ bis hin zur „Kehre“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die intensive Auseinandersetzung mit Heideggers Schriften die methodische Herangehensweise des Autors zu klären und aufzuzeigen, wie er traditionelle philosophische Begriffe neu interpretiert.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine hermeneutisch-analytische Methode, die Heideggers eigenes Vorgehen widerspiegelt: die kritische Destruktion und Rückführung von Begriffen auf ihre Ursprünge, um den verstellten Zugang zum Sein wieder freizulegen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Begriffe „Sinnverstehen“, „Sinn und Verstehen“ sowie „Ek-Sistenz“, wobei Heideggers Auseinandersetzung mit antiken und christlichen Traditionen sowie die Transformation seines Denkens detailliert beleuchtet werden.
Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Heidegger, Sinnverstehen, Dasein, Ontologie, Hermeneutik, Kehre, Ek-Sistenz und die methodische Unterscheidung von Tradition und Erbe geprägt.
Warum spielt der Begriff „bios theoretikos“ eine so wichtige Rolle für das Verständnis von Heidegger?
Der „bios theoretikos“ wird als eine grundlegende Lebenshaltung eingeführt, die für Heidegger den Ausgangspunkt darstellt, um die Verkürzung des antiken Denkens durch die moderne Wissenschaft zu kritisieren und den ursprünglicheren Sinn des Seins freizulegen.
Welche Funktion hat die „Kehre“ in Heideggers Denken laut der Arbeit?
Die „Kehre“ markiert den Übergang von einer methodisch-ontologischen Untersuchung des „Daseins“ hin zur unmittelbaren Offenheit des Seins („Lichtung“), wodurch die rein betrachtende Theorie („theoria“) zugunsten eines schöpferischen Erlebens des Seins zurücktritt.
Wie verhält sich Heideggers Denken zum Zen-Buddhismus?
Die Arbeit zeigt auf, dass Heideggers spätere Philosophie, insbesondere sein Streben nach einer „Frömmigkeit des Denkens“ und der Abkehr von methodisch-wissenschaftlicher Fixierung, Parallelen zu zen-buddhistischen Denkweisen aufweist, die das Sein jenseits sprachlicher und begrifflicher Trennungen suchen.
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- Patrick Siegfried (Autor), 2006, Heidegger: Sinnverstehen!, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153018