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Der Sinn und Nutzen der Wissenschaften in der Lebenswelt

Title: Der Sinn und Nutzen der Wissenschaften in der Lebenswelt

Seminar Paper , 2010 , 19 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Jana Richter (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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„Habe nun, ach! Philosophie/ Juristerei und Medizin,/ und leider auch Theologie/ Durchaus studiert, mit heißen Bemühn./ Da steh ich nun, ich armer Tor,/ Und bin so klug als wie zuvor!“
Viele Wissenschaft studiert zu haben und sich trotzdem unwissend zu fühlen - das ist der Lebensschmerz mit dem Johann Wolfgang Goethes Faust in dem gleichnamigen Theaterstück zu kämpfen hat. „Was die Welt im Innersten zusammenhält“ – das zu erkennen, ist, was Faust will und dieser Wissensdurst ist es dann auch, der ihn dazu verleitet, einen fatalen Pakt mit dem Teufel Mephistopheles einzugehen.
Auch der Astronom und Naturwissenschaftler Isaac Newton mit seinen bahnbrechenden Entdeckungen wie das Gravitationsgesetz und die Bewegungen der Planeten fühlte sich Zeit seines wissenschaftlichen Lebens „wie ein Kind […], das am Strand spielen und sich an den dort gefundenen Muscheln erfreuen konnte, während der riesige Ozean noch unerforscht vor ihm lag.“
In dem Paradox, dass „mit zunehmendem Wissen der anvisierte Horizont des Nichtwissens nicht näher kommt, sondern weiter wegrückt“, steckt jedoch auch das Versprechen der Wissenschaft als ein endloses Abenteuer der Menschheit.
Max Planck spricht in seinem Vortrag Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaften von 1941 von der Fähigkeit zu wundern, die beim Kind am ausgeprägtesten ist und dem Forscher gut erhalten bleibt: „Für den wissenschaftlichen Forscher ist es immer ein beglückendes Ereignis und ein frischer Antrieb zur Arbeit, wenn er auf ein neues Wunder stößt, ganz nach der Art des Kindes, und er bemüht sich um dessen Aufklärung durch vielfache Wiederholung der nämlichen Experimente mittels seiner feinen Messungsinstrumente nicht anders als das Kind mit seiner primitiven Klapperbüchse.“ Auch Marc Alexa sieht zuvorderst den Wissensdurst und den Erkenntnisdrang als Voraussetzungen für ein ungebremstes und unvoreingenommenes Forschen, das nicht eher aufhört, bis es eine Lösung gefunden hat.
Ob der Wissenschaftler bei all der Forschungslust nicht die Lebenswirklichkeit aus den Augen verliert, ist u.a. Gegenstand der Schrift Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie des Philosophen Edmund Husserl aus dem Jahr 1936.
Nach Husserl sind die Wissenschaften in eine Krise geraten durch eine Umkehr ihrer Bedeutung an der Jahrhundertwende.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Problemstellung und Zielsetzung

2. Die Spannung zwischen Lebenswelt und Wissenschaft

3. Vom Nutzen der Naturwissenschaften

4. Vom Nutzen der Geistes- und Sozialwissenschaften

5. Führen die Wissenschaften zu einer besseren Gesellschaft?

6. Zusammenfassung

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und der alltäglichen Lebenswelt, um kritisch zu hinterfragen, welchen praktischen Nutzen die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen für die Menschheit tatsächlich bieten und ob ihr Wirken zwangsläufig zu einer besseren Gesellschaft führt.

  • Differenzierung zwischen lebensweltlichem Alltagswissen und theoretisch-wissenschaftlicher Erkenntnis.
  • Analyse des Nutzens von Naturwissenschaften im Kontext von Technik und Verantwortung.
  • Bewertung der Rolle von Geistes- und Sozialwissenschaften bei der Sinnstiftung und Bewältigung gesellschaftlicher Krisen.
  • Reflexion über die Instrumentalisierung von Wissen durch Politik und Wirtschaft.
  • Diskussion der Ambivalenz technologischen Fortschritts hinsichtlich humanitärer Ziele.

Auszug aus dem Buch

3. Vom Nutzen der Naturwissenschaften

Der Untersuchungsgegenstand der Naturwissenschaften ist die physische Welt, genauer gesagt jene Bereiche, die der direkten Wahrnehmung oder unmittelbarer Einsicht durch Sinne und Verstand verschlossen sind. Sie erforscht das unsichtbar Kleine, das unsichtbar Ferne, das, wofür wir gar keine Sinne haben, aber auch jenen Teil des sinnlich Wahrnehmbaren, für den uns das Zeitempfinden fehlt (zu langsame und zu rasche Änderungen), oder Dinge, die so komplex sind, dass wir sie nicht ‚durchblicken’. Ihr Symbol in der Öffentlichkeit sind Instrumente und Computer. Diese stehen zwischen der Realität und der Wahrnehmung, sie schaffen Distanz.

Aus diesen Gründen haftet den Naturwissenschaften häufig das Image des Unverständlichen an.

Als Beispiele wären Einsteins Relativitätstheorie, Gödelsche Unvollständigkeitssatz oder auch die Quantenphysik zu nennen. Bisweilen mangelt es den komplexen Theorein auch an experimenteller Überprüfbarkeit, zum Beispiel im Falle der „supermodernen supersymmetrischen Theorien“ aus dem Bereich der so genannten Planck-Energie, die sich nur „in Maschinen testen [lassen], die größer als unser Sonnensystem sind, und das ist auf Erden auch mit allem Geld der Welt nicht zu machen.“

Auch die Spaltung der Naturwissenschaften in viele Unterdisziplinen – beispielsweise der Genetik in Genomik, Proteomik, Metabolomik etc. – tragen zur Erhöhung der Komplexität bei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Problemstellung und Zielsetzung: Einführung in das Spannungsverhältnis zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisdrang und der menschlichen Lebenswelt anhand philosophischer und literarischer Perspektiven.

2. Die Spannung zwischen Lebenswelt und Wissenschaft: Erläuterung der Unterschiede zwischen dem praktischen Alltagswissen und der methodisch abgesicherten, aber oft abstrakt wirkenden wissenschaftlichen Erkenntnis.

3. Vom Nutzen der Naturwissenschaften: Untersuchung der Reichweite und der Grenzen naturwissenschaftlicher Forschung sowie der damit einhergehenden ethischen und technischen Herausforderungen.

4. Vom Nutzen der Geistes- und Sozialwissenschaften: Analyse der Rolle dieser Disziplinen bei der Interpretation menschlichen Verhaltens und ihrer Bedeutung für die gesellschaftliche Sinnstiftung.

5. Führen die Wissenschaften zu einer besseren Gesellschaft?: Kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob wissenschaftlicher Fortschritt automatisch menschlichen Fortschritt und eine friedlichere Welt bedeutet.

6. Zusammenfassung: Fazit über die Notwendigkeit eines verantwortungsbewussten Umgangs mit wissenschaftlichem Wissen im Sinne des menschlichen Wohls.

7. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur wissenschaftstheoretischen Diskussion.

Schlüsselwörter

Lebenswelt, Wissenschaft, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Technik, Fortschritt, Ethik, Verantwortung, Erkenntnis, Sinnstiftung, Gesellschaft, Humanität, Rationalität, Instrumentalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das kritische Verhältnis zwischen wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion und der alltäglichen Lebenswirklichkeit der Menschen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Abgrenzung von Alltagswissen zu Wissenschaft, den Nutzen von Natur- und Geisteswissenschaften sowie die ethische Verantwortung der Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erörtern, ob die Wissenschaft den Erwartungen an einen Nutzen für die Menschheit gerecht wird und ob sie zur Lösung existenzieller Lebensfragen beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine philosophische Seminararbeit, die auf einer Literaturanalyse und der Diskussion wissenschaftstheoretischer Positionen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse naturwissenschaftlicher Zweckmäßigkeit, den Beitrag der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie eine ethische Reflexion über Fortschritt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Lebenswelt, Wissenschaftsethik, Verantwortung des Forschers, technischer Fortschritt und gesellschaftliche Sinnstiftung.

Wie bewertet die Autorin das Verhältnis von Wissenschaft und Politik?

Das Verhältnis wird als ambivalent beschrieben, da wissenschaftliche Erkenntnisse einerseits beratend genutzt werden, andererseits aber oft instrumentalisiert werden, um politische Entscheidungen zu legitimieren.

Warum wird Medizin in der Arbeit gesondert betrachtet?

Die Medizin nimmt eine Sonderstellung ein, da sie einen unmittelbar spürbaren Nutzen für das Individuum liefert, gleichzeitig aber durch ethische Fragen zum Lebensende und zur genetischen Optimierung wachsende Ambivalenzen erzeugt.

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Details

Title
Der Sinn und Nutzen der Wissenschaften in der Lebenswelt
College
Dresden Technical University  (Institut für Praktische Philosophie)
Course
Der Begriff der Lebenswelt
Grade
2,7
Author
Jana Richter (Author)
Publication Year
2010
Pages
19
Catalog Number
V153055
ISBN (eBook)
9783640649396
ISBN (Book)
9783640649457
Language
German
Tags
Sinn Nutzen Wissenschaften Lebenswelt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Richter (Author), 2010, Der Sinn und Nutzen der Wissenschaften in der Lebenswelt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153055
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