Führungspersonen sind allgegenwärtig in unserem täglichen Umfeld. Seien es Vater und Mutter als Familienoberhaupt und Respektspersonen, die Regeln und Verhaltensnormen innerhalb der Familie festlegen und Ungehörigkeit bestrafen, der Vorstand eines Unternehmens, der versucht seine Mitarbeiter im Sinne des Unternehmens zu führen, oder die Dozenten, deren Absicht darin liegt, Studenten auf den richtigen Lernpfad zu leiten. Auch in Teams gibt es einen Teamleiter, dessen Aufgabe es ist, zu führen. Laut Haug (2003) wird ein Team bezeichnet als, „eine Gruppe von Mitarbeitern, die für einen ganzen, geschlossenen Arbeitsgang verantwortlich ist und die das Ergebnis ihrer Arbeit als Produkt oder Dienstleistung an einen internen oder externen Empfänger liefert.“ Die Führungsrollen können nicht als statisch angesehen werden, sondern sollen sich über die Phasen des „Teamlifecycles“ ändern, damit Innovation, Weiterentwicklung und Erfolg des Teams nicht behindert werden. Da je nach Phase unterschiedliche Verhaltensmuster auftreten, bedarf es einer flexiblen Führung. Auch anhand des Beispiels eines Vaters oder einer Mutter lässt sich die Notwendigkeit einer dynamischen Führung erklären. Kinder haben je nach Alter und Reife unterschiedliche Verhaltensmuster und benötigen dementsprechend auch einen anderen Führungsstil. Beispielsweise im Alter von 10 Jahren bedarf es einer strikteren Führung mit klaren Regeln, um den Kindern Grenzen aufzuzeigen und ihnen Benehmen beizubringen, hingegen mit Erreichung der Volljährigkeit zeigen Regeln kein Wirkung, man muss ihnen mehr Freiraum geben. Eine Führung in dem Sinn wird nicht benötigt, Mutter und Vater treten hier eher als „Coach“ auf und bieten Unterstützung bei Problemen. Da sich auch Teams über die Jahre der Zusammenarbeit verändern und weiterentwickeln, ist es ebenfalls wichtig für die Führung von Teams je nach Phase in der es sich befindet, einen passenden Führungsstil zu wählen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Veränderung der Führungsrolle über die Phasen des Teamlifecycles
2.1. Die Formingphase
2.2. Die Stormingphase
2.3. Die Normingphase
2.4. Die Performingphase
3. Decision Making Process in Teams
4. Eigene Erfahrungen
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Dynamik von Teams über verschiedene Entwicklungsphasen hinweg und analysiert, wie sich das Führungsverhalten anpassen muss, um den jeweiligen Reifegrad und Erfolg des Teams zu fördern.
- Phasenmodell des Teamlifecycles (Forming, Storming, Norming, Performing)
- Notwendigkeit einer adaptiven Führungsrolle
- Grundregeln für den Entscheidungsprozess in Teams
- Praktische Anwendung und Reflexion der Teamentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Stormingphase
In der Stormingphase haben sich die Teammitglieder bereits ein Bild über die anderen gemacht und beginnen als Team zu arbeiten. Es werden hier erste Rivalitäten sichtbar und Konflikte zwischen den Personen ausgetragen. Grund für solche Auseinandersetzungen können falsche Vorstellungen und Einstellungen bezüglich der Zusammenarbeit, aber auch gegenüber Teammitgliedern sein. Auch Enttäuschungen wegen schlechter Arbeitsergebnisse kann Auslöser für einen Konflikt sein. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Konflikte durchaus zu einer besseren Lösungsfindung beitragen können, dadurch dass viele unterschiedliche Meinungen eingebracht werden.
Die Stormingphase zeichnet sich vor allem durch polarisierte Meinungen, Rollenverschiebungen und Machtkämpfe um die interne Führung im Team aus. Der formell festgelegte Leiter wird angezweifelt, auch Aufgaben und Zielvorstellungen werden in Frage gestellt. Es baut sich ein zunehmend aggressives Potential auf, was zu einer win-lose-Situation führt, bei der jeweils nur einer als Sieger davonkommen kann. In dieser Phase kann es zu Streiten um Status, Prestige und Rollen kommen, besonders wenn sich Teammitglieder in ihrer Position unzufrieden fühlen und versuchen sich in einer anderen Rolle zu behaupten.
Als Teamleiter hat man die Verantwortung dafür zu sorgen, dass das Team über diese Konfliktphase hinauswächst und nicht an dieser Stelle zerbricht. Er fungiert großteils als Moderator, der versucht Meta-Kommunikation zu ermöglichen, die Diskussion auf sachlicher Ebene zu halten, alle mit einzubinden und zur Offenheit anregt. Es soll somit versucht werden den Konflikt offen und direkt auszutragen, anstatt ihn „unter den Teppich zu kehren“, was dann als Konfliktpotential in weitere Phasen mitgezogen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Führung in verschiedenen Lebensbereichen und Teams, mit dem Fokus auf die Notwendigkeit flexibler Führungsstile über das Teamlifecycle hinweg.
2. Die Veränderung der Führungsrolle über die Phasen des Teamlifecycles: Detaillierte Betrachtung der vier Phasen Forming, Storming, Norming und Performing und der jeweils erforderlichen Führungsansätze.
3. Decision Making Process in Teams: Erläuterung von Grundregeln für einen einvernehmlichen Entscheidungsprozess, die besonders in der Anfangsphase durch den Teamleiter gesteuert werden sollten.
4. Eigene Erfahrungen: Veranschaulichung der theoretischen Phasenmodelle anhand einer praxisnahen Übung ("Verrücken") zur Teamdynamik.
5. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung, die bekräftigt, dass die Kenntnis der Phasenmerkmale eine zentrale Hilfestellung für eine effektive, dynamische Führung darstellt.
Schlüsselwörter
Teamlifecycle, Führungsverhalten, Forming, Storming, Norming, Performing, Teamentwicklung, Konfliktmanagement, Empowerment, Selbstorganisation, Gruppenprozesse, Teamleiter, Entscheidungsfindung, Führungskompetenz, Wir-Gefühl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, warum Führungsrollen in Teams nicht statisch sein sollten, sondern sich an den spezifischen Entwicklungsphasen eines Teams orientieren müssen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind das Phasenmodell der Teamentwicklung, Konfliktlösung in Gruppen, Methoden der Führung und die Entwicklung von Teams zur Selbstorganisation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie ein Teamleiter durch situationsangepasstes Verhalten den Übergang zwischen verschiedenen Teamphasen erfolgreich begleiten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretischer Rahmen zur Teamentwicklung (Teamlifecycle) genutzt, der durch eine praktische Reflexion anhand eines Fallbeispiels ("Verrücken") validiert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Phasen Forming, Storming, Norming und Performing sowie Regeln für den Entscheidungsprozess in Teams.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Teamlifecycle, Teamentwicklung, dynamische Führung, Empowerment und Gruppenphasen stehen im Mittelpunkt.
Warum ist die Stormingphase für den Erfolg eines Teams so kritisch?
Sie stellt einen Wendepunkt dar, an dem über die weitere Entwicklung des Teams entschieden wird; der Teamleiter muss hier als Moderator fungieren, um das Team vor dem Zerfall zu bewahren.
Wie verändert sich die Rolle des Teamleiters in der Performingphase?
Der Teamleiter kann sich hier zurückziehen und wird zum "Superleader", da das Team durch "self-leadership" weitgehend selbstorganisiert und effizient arbeitet.
- Quote paper
- Jennifer Wohlgenannt (Author), 2008, Wie muss sich das Führungsverhalten über die Phasen des Team-Life-Cycles ändern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153406