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Auswirkungen fallpauschalierter Entgeltsysteme auf die Qualität von Krankenhausleistungen

Title: Auswirkungen fallpauschalierter Entgeltsysteme auf die Qualität von Krankenhausleistungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Susanne Rohland (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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Unaufhaltsam steigende Kosten im Gesundheitswesen veranlassten die Bundesregierung
im Jahre 2000 zur Verabschiedung einer weiteren Gesundheitsreform.
Nachdem die Umstellung der Krankenhausvergütung von der Selbstkostendeckung
hin zu einem Mischsystem aus Fallpauschalen, Sonderentgelten, Basis- und Abteilungspflegesätzen
aus dem Jahre 1996 nicht zur gewünschten Kostendämpfung
führte, soll nun ein Entgeltsystem, das nur auf Fallpauschalen beruht, seit dem 01.
Januar diesen Jahres vorerst freiwillig und ab dem 01. Januar nächsten Jahres obligatorisch
deutschlandweit in allen Krankenhäusern eingeführt werden und endlich
zum ersehnten Erfolg verhelfen.
In zahlreichen Ländern, darunter Australien, das mit seinen AR-DRG die Grundlage
für das deutsche G-DRG-System bildet, des weiteren die USA, Frankreich, Italien,
Österreich und die Schweiz, wird ein solches System bereits angewendet. Dort werden
schätzungsweise rund 60 % der Krankenhausleistungen über Fallpauschalen
abgerechnet.1 Das deutsche Fallpauschalensystem soll nun aber flächendeckend für
alle Krankenhausleistungen mit Ausnahme der Psychiatrie eingeführt werden – ein
Experiment, dessen Folgen zum heutigen Tage nicht vollständig absehbar sind.
Dass derartige Vergütungssysteme in anderen Ländern nicht zu Kosteneinsparungen,
sondern – im Gegenteil – zu einem weiteren Kostenanstieg führte, sei hier nur
am Rande bemerkt. Thema dieser Arbeit sei die Frage, inwieweit fallpauschalierte
Entgeltsysteme tatsächlich die Qualität von Krankenhausleistungen beeinflussen.
Dazu folgt in Kapitel 2 zunächst eine Betrachtung des Begriffs Qualität mit seinen Dimensionen
im medizinischen Kontext. Danach werden in Kapitel 3 die für Deutschland
erhofften bzw. befürchteten Auswirkungen des neuen Entgeltsystems auf die
Qualität der im stationären Sektor erbrachten Leistungen zusammengefasst.
Am Beispiel der USA, Italiens und der Schweiz erfolgt in Kapitel 4 eine Darstellung
der internationalen Erfahrungen mit fallpauschalierter Krankenhausfinanzierung.
Im Kapitel 5 letztendlich werden die Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel zusammen
geführt und bewertet.

1 Vgl. Baum, Tuschen, 2000, S. 450

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Qualitätsbegriff im Krankenhausbereich

2.1 Strukturqualität

2.2 Prozessqualität

2.3 Ergebnisqualität

3 DRG und Qualität – Diskussion in Deutschland

3.1 Anreize zur Qualitätsverbesserung

3.2 Anreize zur Qualitätsminderung

4 Internationale Erfahrungen

4.1 HFCA-DRGs in den USA

4.2 Diagnoseorientierte Fallgruppen in Italien

4.3 LORAS – Das Spitalreformprojekt des Kantons Zürich

5 Diskussion

6 Literaturangaben

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Einführung von fallpauschalierten Entgeltsystemen (DRG) auf die Qualität von Krankenhausleistungen in Deutschland. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit ökonomischer Druck die medizinische Behandlungsqualität beeinflusst und welche Risiken für die Patientenversorgung bestehen.

  • Grundlagen des Qualitätsbegriffs im Krankenhaus (Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität).
  • Diskussion über potenzielle Anreize zur Qualitätsverbesserung versus Qualitätsminderung durch DRGs.
  • Analyse internationaler Erfahrungen mit prospektiven Finanzierungssystemen (USA, Italien, Schweiz).
  • Bewertung der Übertragbarkeit internationaler Erkenntnisse auf das deutsche Gesundheitssystem.

Auszug aus dem Buch

Qualität als Wettbewerbsfaktor

Angesichts der Tatsache, dass in allgemeinen Krankenhäusern gegenwärtig eine sehr hohe, häufig hundertprozentige Leistungstiefe anzutreffen ist, scheint eine „Outsourcing-Welle“ wie sie in anderen Dienstleistungsbereichen und in der Industrie schon längst stattgefunden hat, auch für den stationären Sektor angebracht.

Eigenes Labor, eigene Apotheke, eigene Radiologie, eigene Reinigung – die Nutzung dieser Ressourcen lässt sich wirtschaftlich nur durch Mehrfachnutzung rechtfertigen – mit dem Ergebnis von bis zu „200%igen Dienstleistungspaketen“ pro Patient.

In besagten anderen Dienstleistungsbereichen und der Industrie dagegen ist die Produktions- bzw. Dienstleistungstiefe auf ca. 30% zurückgefahren worden. Die restlichen 70 % der Leistung werden durch wirtschaftlich selbständige Zulieferunternehmen erbracht, die im Wettbewerb mit anderen Zulieferern stehen. Eben dieser Wettbewerb führt naturgemäß dazu, dass genau diejenigen Unternehmen überleben, die Ihre Leistung kostengünstig und gleichzeitig qualitativ hochwertig erbringen. Qualität wird damit auch im stationären Sektor zum Wettbewerbsfaktor, was durch die mit Einführung der DRGs zunehmende Transparenz und damit auch Vergleichbarkeit von Krankenhausleistungen noch verstärkt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen der DRG-Einführung in Deutschland ein und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Qualitätsauswirkungen.

2 Der Qualitätsbegriff im Krankenhausbereich: Es erfolgt eine theoretische Einordnung von Qualität anhand der drei Dimensionen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität nach Donabedian.

3 DRG und Qualität – Diskussion in Deutschland: Das Kapitel beleuchtet kontrovers die ökonomischen Anreize, die sowohl zur Qualitätssteigerung durch Spezialisierung als auch zur Qualitätsgefährdung durch Leistungsreduktion führen können.

4 Internationale Erfahrungen: Auf Basis von Beispielen aus den USA, Italien und der Schweiz werden empirische Beobachtungen zur Umsetzung prospektiver Finanzierungssysteme analysiert.

5 Diskussion: Die Ergebnisse aus den vorangegangenen Kapiteln werden zusammengeführt, um die Auswirkungen auf die unterschiedlichen Qualitätsdimensionen kritisch zu bewerten.

6 Literaturangaben: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen, die dieser Arbeit zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Fallpauschalen, DRG, Krankenhausleistungen, Qualitätssicherung, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Krankenhausfinanzierung, Gesundheitsreform, Leistungsoptimierung, Patientenselektion, ökonomische Anreize, Wettbewerbsfaktor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von fallpauschalierten Entgeltsystemen (DRG) auf die Qualität medizinischer Leistungen in Krankenhäusern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt die Definition von Qualitätsdimensionen, die Auswirkungen ökonomischer Anreize auf das Krankenhausmanagement sowie internationale Vergleichsbeispiele ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Prüfung der Hypothese, ob DRG-Systeme tatsächlich zu Qualitätsverbesserungen führen oder ob sie negative Anreize für die Patientenversorgung setzen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich mit internationalen Erfahrungen aus Ländern, die bereits prospektive Finanzierungssysteme nutzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Krankenhausqualität, eine Analyse der spezifischen deutschen Situation und die Untersuchung internationaler Fallbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen DRG, Qualitätssicherung, Krankenhausfinanzierung, Prozessoptimierung und Patientenselektion.

Welche Gefahren werden im Zusammenhang mit der Verweildauerverkürzung genannt?

Die Autorin weist auf das Risiko sogenannter „blutiger Entlassungen“ hin, bei denen Patienten in einem medizinisch noch instabilen Zustand entlassen werden, um Kosten zu sparen.

Warum ist eine direkte Übertragung internationaler Erfahrungen auf Deutschland schwierig?

Die Autorin argumentiert, dass Deutschland das einzige Land ist, das eine Krankenhausfinanzierung fast ausschließlich auf dem Fallpauschalensystem aufbaut, was den ökonomischen Druck verschärft.

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Details

Title
Auswirkungen fallpauschalierter Entgeltsysteme auf die Qualität von Krankenhausleistungen
College
Dresden Technical University  (Gesundheitsökonomisches Zentrum)
Grade
1,3
Author
Susanne Rohland (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V15343
ISBN (eBook)
9783638204798
Language
German
Tags
Auswirkungen Entgeltsysteme Qualität Krankenhausleistungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Rohland (Author), 2003, Auswirkungen fallpauschalierter Entgeltsysteme auf die Qualität von Krankenhausleistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15343
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