Entgegen den prophetischen Weissagungen eines kommenden Friedefürsten deutet Jesus seinen Auftrag im vorliegenden Ausschnitt aus dem EvLuk als einen nahezu kriegerischen. Welche Verbindungslinien in atl. Traditionen lassen sich finden und mit welchen Motiven arbeitet der Autor dieses Abschnittes?
Seine bevorstehende Taufe empfindet Jesus nach dem Zeugnis des Lukas als Last; ihm sei bange lesen wir. Ein sich fürchtender Jesus - kann dieser Text vielleicht Anlass bieten, unser Jesus-Bild zu korrigieren, bzw. zu schärfen?
Die metaphorische Vorwegnahme der Passion deutet die Reichweite des Passionsgeschehens nicht nur im Nachhinein der Kreuzigung, sondern schon im Vorhinein an und ist auch Anlass für die Frage, wie der historische Jesus seinen Tod selbst sah.
Die Exegese wirft Schlaglichter auf den möglichen historischen Hintergrund des Textes, erörtert einzelne Verse und Metaphern und schließt mit einem homiletischen Impuls.
Struktur der Arbeit
1. Vorbesinnung
2. Sprachliche Analyse des Textes
2.1 Jesu Selbst in Abgrenzung zum ,,Ihr”
2.2 Bildreden
2.3 Zeitebenen
3. Übersetzungsvergleich
3.1 Gewählte Übersetzungen
3.2 Parallelität von V 49 und V 50
3.3 Übereinstimmungen
3.4 Differenzen bei einzelnen Begriffen
4. Abgrenzung des Textes und Kontext
5. Gliederung des Textes
5.1 Jesu Rede über sich selbst
5.1.1 Feuer
5.1.2 Taufe
5.2 Jesu Rede zu den Zuhörern
5.2.1 Rhetorische Frage nach der Meinung der Zuhörer
5.2.2 Jesu Antwort zu den Folgen seines Kommens/ Auftrages
5.3 Beschreibung der gegenwärtigen/ zukünftigen Zwietracht
5.3.1 Erläuertung des Beispiels der Entzweiungen
6. Literarkritik und synoptischer Vergleich
7. Formkritik
8. Mündliche Überlieferungsgeschichte
9. Redaktionsgeschichte
10. Traditionsgeschichte
11. Religionsgeschichtlicher Vergleich
12. Einzelexegese
13. Skopus
14. Verkündigungsansatz für heute
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit widmet sich einer historisch-kritischen Exegese des Bibeltextes Lukas 12, 49 – 53, um das dort überlieferte Jesuswort theologisch einzuordnen und seine Bedeutung im lukanischen Kontext sowie für die heutige Zeit zu ergründen.
- Analyse der sprachlichen Gestaltung und Bildsprache des Textabschnittes.
- Vergleichende Untersuchung verschiedener Bibelübersetzungen.
- Einordnung des Textes in den lukanischen Reisebericht und die eschatologische Thematik.
- Literarkritische und traditionsgeschichtliche Untersuchung zur Herkunft der Jesusworte.
- Entwicklung eines praktischen Verkündigungsansatzes für die heutige Zeit.
Auszug aus dem Buch
2. Sprachliche Analyse des Textes
Die sehr scharf wirkende Jesusrede beginnt mit Jesu Schilderung seines Auftrages und dessen Konsequenzen, weshalb dieser erste Teil davon gekennzeichnet ist, dass Jesus in der Ich-Form spricht2. Inhaltlich deutet zunächst nichts auf einen Dialog hin bis in V 513 direkt und in fast polemischer Weise die Zuhörer (und Leser) angesprochen werden und die mögliche vorherige Selbstreflexion Jesu in eine Art Predigt mündet. Zum Ende hin scheint sich – da die Formulierungen allgemein gehalten sind – der Adressatenkreisnoch weiter geöffnet zu haben. Man kann also anhand der Pronomina ,,ich” und ,,ihr” eine Steigerung ausmachen, die sich möglicherweise sogar über diesen Rahmen hinaus fortsetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbesinnung: Die Autorin legt dar, warum sie sich für diesen Text entschieden hat und welche erste Verwunderung über die "kriegerische" Art der Rede Jesu bei ihr hervorgerufen wurde.
2. Sprachliche Analyse des Textes: Untersuchung der Ich-Rede Jesu, der verwendeten Bildsprache (Feuer, Taufe) und des Umgangs des Autors mit verschiedenen Zeitformen.
3. Übersetzungsvergleich: Gegenüberstellung verschiedener Bibelübersetzungen (Luther, Schlachter, Interlinearübersetzung), um formale und inhaltliche Differenzen zu erarbeiten.
4. Abgrenzung des Textes und Kontext: Verortung des Abschnitts im lukanischen Reisebericht und Darstellung des Zusammenhangs zu vorangegangenen und nachfolgenden Lehrsprüchen.
5. Gliederung des Textes: Detaillierte strukturierte Gliederung der Verse 49-53 unter Berücksichtigung der inhaltlichen Schwerpunkte.
6. Literarkritik und synoptischer Vergleich: Analyse der Quellen und Parallelen zum Matthäusevangelium sowie zur Tradition.
7. Formkritik: Einordnung in die Gattung der griechischen Chrie und Analyse der rhetorischen Gestaltung.
8. Mündliche Überlieferungsgeschichte: Vermutungen zur mündlichen Tradition der Jesusworte und deren Radikalität.
9. Redaktionsgeschichte: Untersuchung des lukanischen Anliegens und der pädagogischen Absicht hinter der Bearbeitung.
10. Traditionsgeschichte: Herleitung der Motive (Feuer, Taufe, Friede) aus atl. Überlieferungen.
11. Religionsgeschichtlicher Vergleich: Betrachtung hellenistisch-heidnischer Anknüpfungspunkte wie der Taufe oder des Feuers (Prometheus-Vergleich).
12. Einzelexegese: Detaillierte Interpretation der einzelnen Verse unter Berücksichtigung der eschatologischen Perspektive.
13. Skopus: Zusammenfassung der Zielsetzung der ursprünglichen Passage hinsichtlich der Aufforderung zur Entscheidung für oder gegen Jesus.
14. Verkündigungsansatz für heute: Übertragung der exegetischen Erkenntnisse auf ein konkretes Szenario in der modernen Jugendarbeit.
Schlüsselwörter
Lukas 12, Exegese, Jesusworte, Feuer, Taufe, Zwietracht, Hausgemeinschaft, Parusie, Eschatologie, Nachfolge, Entzweiung, Verkündigung, Heilsgeschichte, Kreuzesgeschehen, Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt eine exegetische Untersuchung der Jesusworte in Lukas 12, 49 – 53, in denen Jesus seinen Auftrag als Feuerbringer und Ursache für familiäre Zwietracht beschreibt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung der Bildsprache, die eschatologische Einordnung, die literarkritische Herkunft der Worte sowie deren lebensweltliche Bedeutung für die frühe Gemeinde.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den harten und provokanten Textabschnitt vor seinem historischen und theologischen Hintergrund zu verstehen und aufzuzeigen, wie er als Aufforderung zur bewussten Nachfolge Christi verstanden werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit bedient sich der historisch-kritischen Exegese, einschließlich einer sprachlichen Analyse, eines Übersetzungsvergleichs, der Literarkritik sowie einer traditions- und redaktionsgeschichtlichen Betrachtung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine eingehende Analyse der Wortwahl, die Kontextualisierung innerhalb des Lukasevangeliums sowie eine systematische Exegese der Verse 49 bis 53.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Feuer, Taufe, Eschatologie, Zwietracht, Nachfolge und Heilsgeschichte charakterisiert.
Wie interpretiert die Verfasserin das Bild des Feuers in Lukas 12, 49?
Das Bild wird differenziert betrachtet: Es könnte einerseits das Feuer des Heiligen Geistes, andererseits ein Gerichtssfeuer oder ein Symbol für den Kampf bei der Nachfolge Christi darstellen.
Warum wird im Text die Taufe als "bange" bezeichnet?
Die Autorin deutet das "Bangen" als Hinweis auf den bevorstehenden Kreuzestod Jesu, den er als notwendigen, aber schmerzvollen Schritt seines Auftrages sieht.
Welche Rolle spielt die Hausgemeinschaft in der Exegese?
Die Hausgemeinschaft dient als anschauliches Beispiel für die radikale Wirkung von Jesu Wirken, welches sogar engste menschliche Bindungen auf die Probe stellt.
Welchen Bezug zur heutigen Zeit sieht die Autorin?
In einem Verkündigungsansatz für Jugendliche wird aufgezeigt, dass der Text trotz der "dunklen" Thematik dazu dient, Mut für ein geistgeleitetes Christsein zu fassen, das auch Anfeindungen nicht ausschließt.
- Citar trabajo
- Janka Vogel (Autor), 2010, Feuer auf Erden - Eine historisch-kritische Exegese zu Lukas 12, 49 - 53, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153562