Im Rahmen der Arbeit möchte ich mich mit den „Museumspädagogischen Ansätzen im Gellert-Museum Hainichen“ auseinandersetzen. Sowohl die Ausstellung als auch die gesondert angebotenen Programme wurden im Gellert-Museum nach verschiedenen museumspädagogischen Grundsätzen konzipiert, welche ich im Folgenden näher untersuchen möchte. Außerdem möchte ich mich insofern kritisch mit dem Gellert-Museum auseinandersetzen, dass ich das Museum mit den theoretischen Ausführungen zur Museumspädagogik und meinem persönlichen Eindruck vergleichen werde, um ein Fazit zu ziehen, welche als gelungene und weniger gelungene museumspädagogische Ansätze in diesem Museum angesehen werden können. Dabei müssen jedoch auch mögliche Ursachen, warum bestimmte Ansätze nicht oder nur schwer umgesetzt werden können, mit in die Betrachtung einbezogen werden. [...]
Was die Quellen- und Literaturlage anbetrifft, ist hervorzuheben, dass es zu dieser Thematik ausreichend Literatur gibt, da Museumspädagogik ein viel diskutiertes Thema sowohl seitens der Museologie als auch der Pädagogik ist. Aufgrund dessen lassen sich auch zwei zentrale Stränge aufmachen, zum einen handelt es sich dabei um Literatur, die sich mit dem Museum als Lernort und den damit verbundenen Lernzielen sowie den Möglichkeiten und Grenzen der Museumspädagogik auseinandersetzt, und zum anderen um Literatur, die Auseinandersetzungen darüber, ob Museen überhaupt einen Bildungsauftrag haben, wie dieser konkret auszusehen hat und inwiefern dies eine sogenannte „Verschulung“ zur Folgen haben kann, zum Thema hat. Während ich mich vorrangig auf die erst genannte Literatur stütze und sich meine Hausarbeit auch aufgrund meines Studiums der Pädagogik eher in diese Richtung orientiert, komme ich jedoch nicht umhin, auch letztere Literatur für meine Betrachtung heranzuziehen.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
1.1) Vorbemerkungen zum Thema „Museumspädagogische Ansätze im Gellert-Museum Hainichen“
1.2) Ein Überblick zur Museumspädagogik
2.) Hauptteil - Das Gellert-Museum Hainichen -
2.1) Die Ausstellung aus museumspädagogischer Sicht
2.2) Museumspädagogische Programme
3.) Schlussteil
3.1) Zusammenfassung und Beurteilung der Museumspädagogik im Gellert-Museum
4.) Quellen- und Literaturverzeichnis
4.1) Quellen
4.2) Forschungsliteratur
4.3) Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die museumspädagogischen Ansätze im Gellert-Museum Hainichen. Dabei wird analysiert, inwieweit die konzipierten Ausstellungen und Programme den theoretischen Anforderungen einer modernen Museumspädagogik entsprechen und wie diese als außerschulische Lernorte für unterschiedliche Zielgruppen fungieren können.
- Analyse museumspädagogischer Konzepte in der Dauerausstellung
- Evaluation von Vermittlungsprogrammen für Schulklassen
- Vergleich zwischen theoretischen Standards und praktischer Umsetzung im Gellert-Museum
- Herausforderungen für kleine Museen bei der Zielgruppenansprache
Auszug aus dem Buch
Die Ausstellung aus museumspädagogischer Sicht
Lernen erfolgt über ein sogenanntes interaktives Dreieck aus Lehrer, Lerner und Lerngegenstand, das im Museum hingegen aus dem musealen Objekt, den Elementen der Vermittlung als eine Art Lehrer und dem Besucher als Lerner besteht. Elemente der Vermittlung sind beispielsweise die Präsentationsweise oder Führung. Die Kernpunkte der Kommunikation im Museum bilden die Präsentation und Rezeption. Aus museumspädagogischer Sicht meint die Präsentation dabei die „wissenschaftlich didaktisch-methodische und ästhetisch-attraktive Gestaltung der Ausstellung“ und die Rezeption umfasst die „pädagogisch effektive Vermittlung und Aneignung der Ausstellungsaussagen“ für die unterschiedlichen Altersgruppen, Bildungsvoraussetzungen und Interessen. Hier wird deutlich, dass sowohl die Auswahl der Exponate als auch deren Anordnung und die Führung museumspädagogisch konzipiert werden können. Da es bei der Konzeption einer Ausstellung neben fachlicher Kompetenz ebenso eine ästhetische und eine Vermittlungskompetenz braucht, ist hier die Zusammenarbeit von Fachwissenschaftlern und Pädagogen besonders wichtig, geradezu notwendig.
Denn einerseits warf man Museen oft eine rein passive Rezeption vor, die über das bloße Lesen von Beschriftungstafeln selten hinausging, und anderseits ist problematisch, dass Bildung eng mit Lernen verbunden ist, was wiederum „sehr stark mit Vorurteilen und häufig mit emotionsgeladenen Bewertungen besetzt“ ist. Deshalb muss im Museum auf phantasievolle und kreative Art gelernt werden, was im Gellert-Museum meines Erachtens nur in den pädagogischen Programmen nicht mit der Ausstellung selbst, die sehr kühl wirkt, verwirklicht wird. Vor allem Texte und technische Medien, die auf bloße Rezeption ohne direkte Auseinandersetzung mit dem Dargebotenen ausgelegt sind, können den Besucher in die Konsumentenrolle drängen, was einem Konzept von besucherorientierten Vermittlungsformen, wie es angestrebt werden sollte, entgegen steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung „Museumspädagogische Ansätze im Gellert-Museum Hainichen“ ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Forschungsgrundlagen.
1.1) Vorbemerkungen zum Thema „Museumspädagogische Ansätze im Gellert-Museum Hainichen“: Hier werden das Ziel der Arbeit, die kritische Auseinandersetzung mit dem Museum und die angestrebte Struktur der Hausarbeit dargelegt.
1.2) Ein Überblick zur Museumspädagogik: Dieser Abschnitt bietet eine historische Herleitung der Museumspädagogik und diskutiert deren Entwicklung, Aufgaben sowie den Status als außerschulischer Lernort.
2.) Hauptteil - Das Gellert-Museum Hainichen -: Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifische Untersuchung der Ausstellungskonzeption und der pädagogischen Angebote des Gellert-Museums.
2.1) Die Ausstellung aus museumspädagogischer Sicht: In diesem Kapitel wird die Ausstellungsgestaltung kritisch auf ihre Interaktivität und ihre Wirksamkeit als Vermittlungsmedium geprüft.
2.2) Museumspädagogische Programme: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Bildungsangebote für Schulklassen und diskutiert deren Chancen und Grenzen in der praktischen Anwendung.
3.) Schlussteil: Der Schlussteil reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Hinblick auf die Stärken und Schwächen der museumspädagogischen Arbeit vor Ort.
3.1) Zusammenfassung und Beurteilung der Museumspädagogik im Gellert-Museum: Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse synthesiert und eine abschließende Bewertung des Gellert-Museums als Bildungsort vorgenommen.
Schlüsselwörter
Museumspädagogik, Gellert-Museum Hainichen, außerschulischer Lernort, Ausstellungsdidaktik, Vermittlungskompetenz, Museumsdidaktik, interaktives Lernen, Schulklassen, Bildungsauftrag, Literaturmuseum, Pädagogik, Wissensvermittlung, Rezeption, Kulturgeschichte, Lebenslanges Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität und Effektivität der museumspädagogischen Konzepte im Gellert-Museum Hainichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Museum als außerschulischer Lernort, die didaktische Gestaltung von Ausstellungen und die Entwicklung pädagogischer Programme für Schüler und Erwachsene.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Status quo der Museumspädagogik im Gellert-Museum anhand theoretischer Standards kritisch zu bewerten und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu museumspädagogischen Theorien, kombiniert mit einer empirischen Betrachtung der Ausstellung und der pädagogischen Angebote im Gellert-Museum vor Ort.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ausstellung aus pädagogischer Sicht und die Analyse der spezifischen museumspädagogischen Programme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Museumspädagogik, Gellert-Museum, außerschulischer Lernort, Ausstellungsdidaktik und Bildungsauftrag sind die prägenden Begriffe.
Wie bewertet der Autor die Ausstellung im Gellert-Museum?
Die Ausstellung wird als inhaltlich wertvoll, aber gestalterisch eher "kühl" beschrieben, wodurch sie eher für den Einzelbesucher als für ein junges, interaktionsbedürftiges Publikum geeignet erscheint.
Welche Rolle spielen Programme für Erwachsene in diesem Museum?
Obwohl das Museum diverse Angebote hat, kritisiert der Autor, dass diese oft stark kognitiv ausgerichtet sind und das Ziel des spielerischen Lernens bei Erwachsenen nur unzureichend erreichen.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2009, Museumspädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153579