Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich ausschließlich und tiefgehend mit dem Thema „Mobbing“, welches für die arbeitende Person im Betrieb eine sehr große Belastung darstellt und somit als ein „extremer sozialer Stressor am Arbeitsplatz“ gesehen werden kann. Zunächst werde ich der Frage nachgehen „Was ist Mobbing?“, um eine Begriffabgrenzung zu alltäglichen Konflikten vorzunehmen und eine eindeutige Definition von Mobbing zu erhalten. Weiterhin werde ich die typischen Handlungs- und Erscheinungsformen hervorheben. Diese Liste der „45 Handlungen – was die Mobber tun“, die auf Heinz Leymann, den Begründer der modernen Mobbingforschung, zurückgeht, kann auch als Test dienen, um zu prüfen, ob Mobbing vorliegt. Anschließend werde ich einen typischen Mobbingablauf beschreiben, da in vielfältigen Untersuchen festgestellt wurde, dass dieser in überwiegenden Fällen immer sehr ähnlich verläuft. Um die Ursachen zu beschreiben, ist es zunächst wichtig, die unterschiedlichen Konstellationen von Mobbin-gopfer und –täter zu erläutern, da somit auch die Ziele der Handlungen deutlich werden. Für den Betroffenen ergeben sich aus den täglichen, systematischen Konflikten am Arbeitsplatz vielfältige gesundheitliche und individuelle Folgen. Es entstehen jedoch auch betriebs- und volkswirtschaftliche Kosten. In diesem Zusammenhang werde ich ebenfalls auf die rechtlichen Folgen eingehen. In einem letzten Schritt werde ich Gegenmaßnahmen aufzeigen, die das Mobbingopfer treffen kann, um sich zu schützen sowie Hilfe in An-spruch zu nehmen und ebenso werde ich Präventionsmaßnahmen beschreiben, die seitens der Unternehmen eingeleitet werden können, um Mobbing gar nicht erst entstehen zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Mobbing?
3. Handlungstypen/Erscheinungsformen
4. Typischer Mobbingablauf
5. Ursachen
6. Folgen
6.1. Individuelle und gesundheitliche Folgen
6.2. Betriebs- und volkswirtschaftliche Folgen
6.3. Rechtliche Folgen
7. Gegenmaßnahmen
7.1. Präventionsmaßnahmen durch den Betrieb
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Mobbing am Arbeitsplatz als schwerwiegenden sozialen Stressor zu definieren und dessen vielschichtige Dimensionen von der Entstehung über die psychischen sowie betriebswirtschaftlichen Folgen bis hin zu konkreten Schutz- und Präventionsstrategien zu beleuchten.
- Definition und wissenschaftliche Abgrenzung von Mobbing
- Analyse typischer Handlungs- und Erscheinungsformen
- Betrachtung des Phasenmodells im Mobbingverlauf
- Untersuchung gesundheitlicher, wirtschaftlicher und rechtlicher Konsequenzen
- Entwicklung von Interventions- und Präventionsmöglichkeiten für Betriebe
Auszug aus dem Buch
2. Was ist Mobbing?
Der Begriff Mobbing lässt sich auf das englische Wort „to mob“ zurückführen, was soviel heißt wie anpöbeln, attackieren, angreifen oder bedrängen. Der Ursprung des Wortes liegt in der lateinischen Bezeichnung „mobile vulgus“, was die Bedeutung „aufgewiegelte Volksmenge, Pöbel“ hat. Der Begriff Mobbing ist im deutschen Sprachgebrauch fest integriert und wird umgangssprachlich bereits zur Bezeichnung kleiner Streitereien oder Beleidigungen verwendet, wodurch das Problem jedoch herabgesetzt wird. Denn es handelt sich bei Mobbing nicht um einen normalen Streit oder eine einfache Diskussion zwischen Arbeitskollegen oder eine Auseinandersetzung mit dem Vorgesetzten.
Unter Mobbing ist vielmehr zu verstehen, dass eine Person an der Arbeit ständig und über einen längeren Zeitraum systematisch schikaniert, drangsaliert, ausgegrenzt und bewusst benachteiligt wird. Mobbing geschieht am Arbeitsplatz, der einen festen sozialen Rahmen darstellt. Allerdings handelt es sich bei der Arbeitsgruppe um eine Zwangsgemeinschaft, denn seine Kollegen kann man sich nicht aussuchen. In freiwilligen Zusammenschlüssen dagegen, wie z. B. Vereinen und Freundeskreisen tritt Mobbing nur selten auf. Das Arbeitsleben stellt somit die Rahmenbedingungen für Mobbing dar, da die Zusammenarbeit nicht wie im privaten Bereich ohne weit reichende Konsequenzen, z. B. Arbeitslosigkeit, beendet werden kann.
Bei Mobbing handelt es sich um eine kommunikative Situation, die für den Betroffenen „gravierende psychische (und somit auch körperliche) Folgen mit sich zu bringen droht.“ Denn Mobbing ist ein „zermürbender Handlungsablauf“, der sich ständig wiederholt und gezielt zur Schädigung des Opfers eingesetzt wird. Zu den Handlungen der Mobbingtäter zählen z. B. Einschüchtern, Diskriminieren, Schikanieren, Ignorieren, bewusstes Ausgrenzen, unberechtigte Kritik, Beleidigen, Lächerlichmachen, Spinnen von Intrigen, Übergabe von niedrigen Arbeiten (Dienstbotengänge) oder auch sexuelle Belästigung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Mobbing als sozialen Stressor ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die methodische Vorgehensweise.
2. Was ist Mobbing?: Dieses Kapitel definiert Mobbing, grenzt es von alltäglichen Konflikten ab und beleuchtet die kommunikativen Bedingungen am Arbeitsplatz.
3. Handlungstypen/Erscheinungsformen: Hier werden die fünf Kategorien von Mobbinghandlungen nach Leymann detailliert aufgelistet, die die verschiedenen Angriffsflächen auf das Opfer beschreiben.
4. Typischer Mobbingablauf: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Eskalationsstufen, vom alltäglichen Konflikt bis hin zum finalen Ausschluss des Opfers aus dem Berufsleben.
5. Ursachen: Die Ursachen werden anhand der Akteurskonstellationen (Täter-Opfer-Beziehungen) und der betrieblichen Rahmenbedingungen untersucht.
6. Folgen: Dieser Abschnitt analysiert die individuellen, gesundheitlichen sowie die betriebs- und volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Mobbing.
6.1. Individuelle und gesundheitliche Folgen: Hier werden die psychosomatischen Beschwerden und psychischen Langzeitfolgen von Mobbing beschrieben.
6.2. Betriebs- und volkswirtschaftliche Folgen: In diesem Kapitel werden die ökonomischen Konsequenzen wie Produktivitätsverlust und Fluktuationskosten thematisiert.
6.3. Rechtliche Folgen: Diese Sektion behandelt die arbeits-, zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen für Mobber und Arbeitgeber.
7. Gegenmaßnahmen: Hier werden Strategien zur Konfliktbewältigung für Betroffene vorgestellt, um aus dem Mobbingprozess auszusteigen.
7.1. Präventionsmaßnahmen durch den Betrieb: Dieses Unterkapitel beschreibt organisatorische Maßnahmen für Unternehmen, um Mobbing aktiv vorzubeugen.
Schlüsselwörter
Mobbing, Psychoterror, Arbeitsplatz, Stressor, Konfliktmanagement, Personalführung, Gesundheitsschutz, Betriebsklima, Mobbingablauf, Prävention, Arbeitsrecht, psychosomatische Folgen, Leistungsfähigkeit, soziale Ausgrenzung, Mobbingopfer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz, untersucht dessen Ursachen und zeigt die vielfältigen negativen Folgen für die Betroffenen sowie Unternehmen auf.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Definition von Mobbing, die Handlungsformen, der Eskalationsverlauf, gesundheitliche Auswirkungen, rechtliche Aspekte und Möglichkeiten der Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein tiefgreifendes Verständnis des Mobbingprozesses, um Handlungsspielräume für Betroffene aufzuzeigen und präventive organisatorische Maßnahmen für Unternehmen zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse fachwissenschaftlicher Literatur, insbesondere der Mobbingforschung nach Heinz Leymann.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition, die Darstellung des typischen Verlaufs, die Untersuchung von Ursachen und die systematische Erfassung der verschiedenen Mobbingfolgen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Mobbing, Psychoterror, Betriebsklima, Eskalationsverlauf, Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und Präventionsmaßnahmen.
Warum wird Mobbing als Managementproblem bezeichnet?
Aufgrund der hohen Quote an Mobbing durch Vorgesetzte und der Bedeutung des Betriebsklimas wird deutlich, dass eine kompetente Führung zur Konfliktlösung und Prävention unverzichtbar ist.
Welche Rolle spielen die im Anhang aufgeführten Fallbeispiele?
Sie dienen der Veranschaulichung theoretischer Mobbingprozesse in der Praxis, um die Mechanismen hinter "Ausrastern" oder subtilerer Ausgrenzung begreifbar zu machen.
Welche rechtlichen Konsequenzen können sich bei Mobbing ergeben?
Neben arbeitsrechtlichen Maßnahmen wie Kündigungen können auch zivilrechtliche Schadensersatzforderungen oder strafrechtliche Anzeigen wegen Körperverletzung und Psychoterror folgen.
- Citation du texte
- Kirsten Manegold (Auteur), 2008, Mobbing am Arbeitsplatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153598