Die vorliegende Studienarbeit setzt sich mit der Ermittlung eines Kennzahlensystems auseinander. Es werden Bauwerkskosten beurteilt, zu denen nach der DIN 276-1:2008-12, Kosten im Bauwesen - Teil 1: Hochbau, die Kostengruppe 300: Bauwerk - Baukonstruktionen und die Kostengruppe 400: Bauwerk - Technische Anlagen gehören. Es wird versucht, verschiedene Kennwerte zu einem neuartigen System zusammenzusetzen, um Objekte und Projekte des Neubaus und deren Bauwerkskosten zu kategorisieren und bewerten zu können.
Zu Beginn setzt sich die Arbeit mit der Systematik des Objektes auseinander. Es wird beschrieben, was unter einem Objekt zu verstehen ist und wie mit Hilfe von der DIN 277:2005-02, Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau, der Wohnflächenverordnung (WoFlV:2004-01) und der Richtlinie zur Berechnung der Mietfläche für Gewerblichen Raum (MF-G:2004-11) sich Flächen ermitteln lassen. Zudem werden Standortfaktoren benannt und erläutert, die bei der Beurteilung der Bauwerkskosten der Objekte und Projekte eine Rolle spielen.
Im nächsten Kapitel wird die auf die Thematik der Projekte näher eingegangen. Es werden Definitionen und Begriffe des Projektmanagement genannt und erklärt, um ein einheitliches Begriffsverständnis zu schaffen. Auf dieser Grundlage werden der Kostenbegriff und deren -ermittlungen, -kontrolle und -steuerung herausgegriffen und anhand der DIN 276-1:2008-12 erläutert. Es wird ebenso das Projektcontrolling beleuchtet, sowie das Risikomanagement von Projekten, um die Notwendigkeit eines Kennzahlensystems zu verstehen.
Mit dieser Grundlage der vorherigen Kapitel lassen sich im darauf folgenden Kapitel Kennzahlen ermitteln. Es werden bisherige Kennzahlen genannt und erläutert, die um weitere Kenngrößen erweitert werden, damit ein neuartiges Kennzahlensystem zur Bewertung der Bauwerkskosten geschaffen wird.
Im abschließenden Kapitel werden die Grundlagen und Erkenntnisse der Kapitel ‚Objekte‘, ‚Projekte‘, und ‚Kenzahlensysteme‘ zusammengefasst, um einen Ausblick in die Zukunft geben zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Objekte
2.1 Definitionen
2.2 Lebenszyklus-Modell
2.3 Flächenermittlung
2.4 Standortfaktoren
3. Projekte
3.1 Definitionen
3.2 Kosten
3.2.1 Kostenplanung
3.2.2 Kostenermittlungen
3.2.3 Kosteneinflüsse
3.2.4 Kostenkontrolle und -steuerung
3.3 Projektcontrolling
3.4 Risikomanagement
4. Kennzahlensysteme
4.1 Definitionen
4.2 Ziele und Anforderungen an Kennzahlen
4.3 Kennzahlenbildung
4.3.1 Kennzahlen des BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern
4.3.2 Entwicklung eines Kennzahlensystems
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Studienarbeit ist die Ermittlung und Entwicklung eines neuartigen Kennzahlensystems, das eine objektive Bewertung und Kategorisierung von Bauwerkskosten bei Neubauprojekten ermöglicht. Die Arbeit untersucht die systematischen Grundlagen von Objekten und Projekten, um auf dieser Basis eine präzise Steuerung und Kontrolle der Baukosten unter Einhaltung des Kostenziels zu erreichen.
- Systematik von Immobilien und Objekten
- Projektmanagement und Kostensteuerung nach DIN 276
- Methodik der Kennzahlenbildung für Bauwerke
- Analyse von Standortfaktoren und Kosteneinflüssen
- Entwicklung eines Kennzahlensystems zur Kostenbewertung
Auszug aus dem Buch
2.1 Definitionen
Eine Immobilie wird im Allgemeinen als „grundstücksgleiche Rechte“, „Gebäude“, „Grund und Boden“ (…) oder „Grundvermögen“ (Schulte, 1998, S. 15) angesehen. Unter ‚Grundstück‘ meint man im gesetzlichen Sinn einen „räumlich abgegrenzte Teil der Erdoberfläche bzw. den Grund und Boden, welcher eine wirtschaftliche Einheit bildet“ (Schulte, 1998, S. 15). Dazu gehören die „mit dem Grund und Boden fest verbundenen Sachen“ (Schulte, 1998, S. 15), womit Gebäude und Gebäudeteile gemeint sind.
Der Neandertaler würde den Begriff der Immobilie sicherlich pragmatischer beschreiben und ihn als „dreidimensionales Gebilde aus Wänden, Decken und Böden“ (Schulte, 1998, S. 16) auffassen, durch den „ein Segment der Erdoberfläche und des dazugehörigen Luftraums künstlich abgegrenzt wird“ (Schulte, 1998, S. 16).
Ebenfalls in die Definition der Immobilie ist die wirtschaftliche Sicht einzubeziehen. Für den Ökonomen stellt die Immobilie eine Kapitalanlage beziehungsweise ein Sachvermögen dar (Schulte, 1998, S. 16). Durch den geschaffenen Raum wird eine Nutzung möglich, die zeitlich begrenzt als Vermietung genutzt werden kann. Damit wird aus der Immobilie ein Vermögensgegenstand, mit dem der Vermieter Geld verdienen kann und damit einen Güterstrom produziert (Schulte, 1998, S. 17). Kalusche (2005) beschreibt die Immobilie als „Gegenstand der Projektentwicklung“ und meint damit Objekte, die „in den Bestand genommen und selbst genutzt oder vermietet werden (und) sobald wie möglich an Erwerber veräußert werden sollen“ (Kalusche, 2005, S. 215). Durch den wirtschaftlichen Charakter ist die Immobilie nicht nur die äußere Hülle, sondern ein „nutzenstiftendes Wirtschaftsgut“ (Schulte, 1998, S. 18).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Gebäuden als Kompromiss aus Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Funktionalität dar und führt in die Relevanz von Bauwerkskosten für Neubauten ein.
2. Objekte: In diesem Kapitel werden die systematischen Grundlagen von Objekten, deren Lebenszyklus-Modell sowie die für die Flächenermittlung entscheidenden Normen und Standortfaktoren analysiert.
3. Projekte: Dieses Kapitel erläutert die Definition und das Management von Bauprojekten, insbesondere den Fokus auf das magische Dreieck und die DIN 276-1 zur Kostensteuerung.
4. Kennzahlensysteme: Hier erfolgt die theoretische Herleitung von Kennzahlen sowie die Entwicklung eines eigenen Systems zur Bewertung von Bauwerkskosten unter Einbeziehung des BKI-Datenbestandes.
5. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der vorangegangenen Abschnitte zusammen und zieht ein Fazit zur Notwendigkeit präziser Kennwerte für die Wirtschaftlichkeit im Bauwesen.
Schlüsselwörter
Bauwerkskosten, Neubau, DIN 276, Kennzahlensystem, Projektmanagement, Projektcontrolling, Kostenplanung, Flächenermittlung, Lebenszyklus, Kosteneinflüsse, Baukosteninformationszentrum (BKI), Wirtschaftlichkeit, Investitionskosten, Kostensteuerung, Kostenrisiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Kennzahlensystems zur Beurteilung von Bauwerkskosten speziell im Bereich von Neubauprojekten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Systematik von Objekten, Projektmanagement-Methoden, Kostenermittlungsverfahren gemäß DIN 276 sowie die Anwendung statistischer Kostenkennwerte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, Bauwerkskosten für Neubauten durch ein systematisches Kennzahlensystem vergleichbar, transparent und steuerbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine Literaturanalyse zu immobilienökonomischen Grundlagen sowie eine methodische Auswertung von Kostendaten nach DIN 276 und DIN 277 unter Einbeziehung des BKI-Standards genutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt detailliert die Definitionen von Immobilien, die Phasen des Lebenszyklus, die Kostenplanung und -kontrolle sowie die methodische Herleitung relativer Kennzahlen für die Kostengruppen 300 und 400.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Bauwerkskosten, Projektcontrolling, DIN 276, Kennzahlensystem und Kostensicherheit geprägt.
Warum ist die DIN 276 so wichtig für das Kennzahlensystem?
Die DIN 276 dient als einheitliche Grundlage für die Kostengliederung, ohne die eine konsistente Vergleichbarkeit von Bauwerkskosten über verschiedene Projekte hinweg nicht möglich wäre.
Wie werden Standortfaktoren in die Kostenbeurteilung einbezogen?
Die Arbeit nutzt Ansätze der Normierung auf Bundesniveau, ähnlich der BKI-Methodik, um den Einfluss regionaler Preisniveaus rechnerisch zu glätten und die Vergleichbarkeit sicherzustellen.
Welche Bedeutung haben Frühindikatoren im Projektcontrolling?
Frühindikatoren erlauben es dem Projektmanagement, bei Abweichungen im Kostenplan frühzeitig einzugreifen, bevor Kostenüberschreitungen unumkehrbar werden.
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- Juliane Steuer (Autor), 2010, Kennzahlen für Objekte und Projekte im Hochbau - eine Beurteilung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153916