Überblick über die bilingualen Unterrichtsmodelle in Deutschland


Hausarbeit, 2003

19 Seiten, Note: 2,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Definition und Zielsetzung der bilingualen Bildungsgange in 3 Deutschland

3. Faktoren fur die Entwicklung bilingualen Sachfachunterrichts

4. Motive fur die Einrichtung bilingualen Sachfachunterrichts

5. Modellversuch Wege zur Mehrsprachigkeit
5.1 Verteilung auf Bundeslander
5.2. Verteilung auf Schulformen
5.3 Einsatzpunkt des bilingualen Sachfachunterrichts
5.4 Anzahl der Sachfacher, die bilingual unterrichtet werden
5.5 Organisation des bilingualen Sachfachunterrichts
5.5.1 Additiver versus integrativer Typ
5.5.2 Zeitliche Organisation
5.5.3 Didaktisch-methodische Konzeption

6. Curriculare Grundlagen fur den bilingualen 15 Sachfachunterricht

7. Einbettung in das padagogische Profil der Schulen

8. Ausbildung fur den bilingualen Unterricht
8.1 Probleme und Perspektiven der Ausbildung fur den 18 bilingualen Unterricht

9. Resumee

1. Einleitung

Im Zuge der Globalisierung werden Sprachen immer wichtiger. Je fruher Kinder mit einer Sprache konfrontiert werden desto besser. Da nicht alle Kinder das Gluck haben in bilingualen Familien aufzuwachsen, hat man andere Wege finden um Kinder moglichst gut und kompetent in einer Fremdsprache auszubilden. Eine Moglichkeit ist das Angebot bilingualen Sachfachunterrichts an deutschen Schulen. Im Folgenden mochte ich einen Uberblick uber bilinguale Schulmodelle in der Bundesrepublik geben. Dabei mochte ich genauer auf die Modelle selber, die Faktoren und Motive fur die Entwicklung des bilingualen Unterrichts und die Ausbildung der Lehrer und Lehrerinnen eingehen.

2. Definition und Zielsetzung der bilingualen Bildungsgange in Deutschland

Schulen mit bilingualen Zugen sind keine binationalen Schulen, die partiell einer auslandischen Schulaufsicht unterliegen. Es sind auch keine Schulen, an denen die Sprache der Mehrheit oder Minderheit gelehrt wird und die der Integration von Minderheiten dienen. Die Bilingualitat bezieht sich nicht auf die Ausbildungssituation der Schuler, die aus einem Zweisprachigen Elternhaus kommen; vielmehr richten sich die bilingualen Zuge schwerpunktmaßig an deutsche Kinder. Die Schuler lernen ab Jahrgangsstufe 5 mit erhohter Stundenzahl eine Fremdsprache, welche dann als Vehikularsprache in weiteren Fachern verwendet wird. Das Ziel der bilingualen Bildungsgange ist, dass die Schuler am Ende der Jahrgangsstufe 13 tendenziell zweisprachig sein sollen. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass die fremdsprachliche Kompetenz der Schuler so weit ausgebildet sein soll wie die ihrer Muttersprache. Dennoch soll die fremdsprachliche Kompetenz dieser Schuler der Kompetenz, die im normalen Fremdsprachenunterricht erworben wird, durch die Anwendungsmoglichkeit der Fremdsprache weit uberlegen sein. Die Schuler sollen am Ende ihrer Schullaufbahn in der Lage sein, in ihrer Muttersprache sowie in der Fremdsprache uber zentrale Aspekte von Gesellschaft, Staat, Wirtschaft und Kultur mundlich wie auch schriftlich zu kommunizieren und dabei eigene Positionen angemessen zu vertreten.[1]

3. Faktoren fur die Entwicklung bilingualen Unterrichts

Heute gibt es geschatzte 600 Schulen in Deutschland, die einen bilingualen Bildungsgang anbieten[2]. Faktoren die zu diesem vermehrten Einsatz von bilingualem Unterricht in Deutschland gefuhrt haben waren vor allem der Vertrag zwischen der franzosischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland tiber die deutsch-franzosische Zusammenarbeit, der am 22.01.1963 geschlossen wurde und in dessen Folge eine großere Anzahl von Schulen deutsch-franzosische bilingualen Klassen eingerichtet haben. Ein weiterer Faktor war der Vertrag von Maastricht, geschlossen am 07.07.1992, der unter anderem beinhaltet Englisch als Arbeitssprache einen hoheren Stellenwert zu verleihen.[3]

4. Motive fur die Einrichtung bilingualen Unterrichts

Anhand der Kurzportraits der Schulen, die im Rahmen der Arbeitsgruppe fur Forderung des bilingualen Unterrichts an deutschen Schulen abgegeben wurden, kann man die Intentionen und Erwartungen der Schulen an den bilingualen Unterricht erkennen.

Folgende Tabelle versucht diese darzustellen, wobei hier nur Schulen mit mehreren Jahren Erfahrung und nur deutsch-franzosischem bzw. deutsch-englischem bilingualem Angebot berucksichtigt wurden.

Tabelle 3: Motive fur die Einrichtung bilingualer Angebote

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie man an Hand der Tabelle entnehmen kann, ist den Schulen die spezifische Wirkung der Verwendung der Fremdsprache als Arbeitssprache in den Sachfachern nicht so wichtig. Sie legen eher Wert auf pauschale Argumente wie die Einstellung auf Internationalisierung der Lebenswelten oder die Forderung beruflicher Chancen. Auch kann man Unterschiede zwischen dem didaktischen Selbstverstandnis der Fremdsprachen Franzosisch und Englisch erkennen. Wahrend sich Englisch als lingua franca eher an der globalen Kommunikation und interkulturellen Kompetenzen orientiert, hat Franzosisch eher ein Verstandnis der Verpflichtung gegenuber dem Frankreich Partnerland und Partnerkultur. Anders als das Englische, das sich an Internationalitat und interkulturellem Lernen orientiert, zielt das Franzosische eher eine annahernde Zweisprachigkeit.[4]

5. Modelversuch Wege zur Mehrsprachigkeit

Der Schullausschluss der standigen Konferenz der Kultusminister der Bundeslander in Deutschland hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit der Forderung des bilingualen Unterrichts an deutschen Schulen befasst. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden deshalb Anfang Oktober 1996 die Lander mit der Bitte angeschrieben, zu folgenden Punkten Angaben zu machen:

- Anschrift der Schule
- Sprache des bilingualen Bildungsgangs
- Sachfacher, die in der Fremdsprache unterrichtet werden und die Jahrgangsstufen, in denen der bilinguale Unterricht stattfindet
- Kurzvorstellung des bilingualen Bildungsangebotes als Element des Gesamtprogramms der Schule

Im Rahmen eines Modellversuchs namens Wege zur Mehrsprachigkeit hat das Landesinstitut fur Schule und Weiterbildung in Soest von den Landerministern bzw. Schulen zuruckgemeldeten Daten ausgewertet, so dass dadurch hier die Ergebnisse und Entwicklungstrends vorgestellt werden konnen.

5.1 Verteilung auf die Bundeslander

Wie das Angebot bilingualen Unterrichts auf die einzelnen Bundeslander verteilt ist kann man an folgender Tabelle ablesen:

Tabelle 1: Gesamtzahl der Schulen mit bilingualem Angebot nach Bundeslandern und Sprachen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Hans-Ludwig Krechel, Situation des mehrsprachigen Unterrichts und der Lehrerbildung in Deutschland (Tubingen 2005), 9

[2] Eike Thurmann, Zwischenbilanz zur Entwicklung der bilingualen Bildungsnagebote in Deutschland, (Tubingen 2000), 479f

[3] Eike Thürmann, Zwischenbilanz zur Entwicklung der bilingualen Bildungsnagebote in Deutschland, (Tübingen 2000), 476f

[4] Eike Thürmann, Zwischenbilanz zur Entwicklung der bilingualen Bildungsnagebote in Deutschland, (Tübingen 2000), 479f

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Überblick über die bilingualen Unterrichtsmodelle in Deutschland
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Note
2,2
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V154448
ISBN (eBook)
9783640670789
ISBN (Buch)
9783640670567
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bilingualialität, Mehrsprachigkeit, Unterricht
Arbeit zitieren
Brigitte Rimus (Autor:in), 2003, Überblick über die bilingualen Unterrichtsmodelle in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154448

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