Elite - Wir alle haben diesen Begriff sicherlich schon oft in unserem Leben gehört und haben uns sicher genau so oft gefragt, was dieser Ausdruck nun wirklich zu bedeuten hat.
Was bedeutet der Begriff „Elite“ heutzutage?
Wie kommt es eigentlich, dass ein Großteil der führenden Personen in diesem Land aus nur wenigen Familien kommt?
Gibt es bestimmte Kommunikations- oder Verhaltensformen, die jemand erlernen muss um elitär zu werden? Was zeichnet diese Kommunikationsformen aus?
Zuerst ist nach dem Ursprung der Elite und des Elitenbegriffs zu fragen. Danach widme ich mich der Sicht der Soziologen und deren Ansichten zur Definitionsfrage nach Eliten. In den Blickpunkt dieser Arbeit rückt die Fragestellung, ob und wie Elite durch Kommunikation gebildet wird, beziehungsweise sich etabliert.
Für die Bearbeitung dieser Frage nach der Praxis von Elitenkommunikation bieten sich verschiedene theoretische Ausgangspunkte an, die im Folgenden zunächst betrachtet werden sollten um dem ambivalenten Eliten-Begriff eine Gestalt geben zu können.
Inhaltsverzeichnis
Elite - Erste Gedanken
Der Ursprung der Elite
Wie werden Eliten geschaffen? Ein Klärungsversuch.
Anforderungen an eine neue Führungsgesellschaft
Leistungs- oder Führungselite? Eine Problematik und ein Lösungsvorschlag
Schlussworte
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die soziologische Dynamik der Elitenbildung, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle von Kommunikation und dem Habitus nach Pierre Bourdieu. Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob und wie Eliten durch spezifische soziale Praktiken und Bildungswege reproduziert werden und welche Anforderungen dies an eine moderne Führungsgesellschaft stellt.
- Historische Entwicklung des Elitenbegriffs.
- Die Bedeutung von kulturellem und ökonomischem Kapital für den sozialen Aufstieg.
- Einfluss von Bildungsinstitutionen auf die Herausbildung elitärer Kommunikationsformen.
- Kritische Analyse der Reproduktionsmechanismen von Führungsschichten.
- Potenziale und Herausforderungen einer leistungsorientierten Elitenförderung.
Auszug aus dem Buch
Wie werden Eliten geschaffen? Ein Klärungsversuch.
Eine von mir aufgebrachte These ist es, dass durch den Besuch von höheren (elitären) Bildungsinstitutionen eine Art von Kommunikation oder auch „soft skills“ erlernt wird, die weiterhin dabei behilflich ist, den Weg Richtung Elite einzuschlagen. Doch könnte man die Beherrschung dieser „soft skills“ nicht auch eine Art von Kapital ansehen, dessen Besitzer große Vorteile hat sich gegen andere abzugrenzen und somit elitär zu werden? Man könnte dies als eine Art kulturelles Kapital betrachten, mit dem der Besitzer sich durch Kommunikation in einer globalen Gesellschaft etablieren kann.
Der Begriff des kulturellen Kapitals wurde maßgeblich von dem französischem Soziologen Pierre Bourdieu geprägt. Er beschäftigte sich vor allem mit den Reproduktionsmechanismen der „herrschenden Klasse“. Eine Prämisse ist es, dass die Bildungskarrieren (später auch die Berufskarrieren) junger Leute maßgeblich von deren sozialer Herkunft abhängen.
Soweit ist dies keine sehr gewagte These. Doch differenziert Bourdieu die Herkunft der Schüler dadurch, dass ihre Elternhäuser mit einer unterschiedlich großen Menge an ökonomischem und vor allem kulturellem Kapital ausgestattet sind. Diese Form von geistigem Kapital wird schon von klein auf beigebracht. Kulturelles Kapital kann, in Verbindung mit Vorhandensein von ökonomischem Kapital, besser vermittelt werden. Bestätigt werden kann diese These etwa durch die zahlreichen Coaching Agenturen, die zum Beispiel private Nachhilfestunden für Schüler anbieten und hierfür relativ hohe Summen fordern.
Zusammenfassung der Kapitel
Elite - Erste Gedanken: Einleitung in die Thematik der Elitenforschung unter Berücksichtigung soziologischer Fragestellungen und der Ambivalenz des Elitenbegriffs.
Der Ursprung der Elite: Historische Herleitung des Begriffs vom Frankreich des 17. Jahrhunderts bis zur soziologischen Debatte um Funktionseliten und vertikale Schichtung.
Wie werden Eliten geschaffen? Ein Klärungsversuch.: Analyse der Rolle von Habitus und kulturellem Kapital als entscheidende Faktoren bei der Herausbildung von Führungspersönlichkeiten.
Anforderungen an eine neue Führungsgesellschaft: Untersuchung der Reproduktion von Machtstrukturen und der Bedeutung informeller Netzwerke im Zeitalter der Globalisierung.
Leistungs- oder Führungselite? Eine Problematik und ein Lösungsvorschlag: Kritische Reflexion der Vereinbarkeit von meritokratischen Idealen mit der realen Elitenrekrutierung.
Schlussworte: Fazit der Untersuchung mit der Forderung nach breiteren Bildungsförderungsansätzen zur Durchbrechung geschlossener Elitenkreise.
Schlüsselwörter
Elite, Elitenforschung, Habitus, Pierre Bourdieu, kulturelles Kapital, soziale Reproduktion, Führungselite, Leistungselite, Kommunikation, soziale Herkunft, Machtpositionen, Bildungswege, Netzwerke, Vetternwirtschaft, Führungsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Eliten entstehen, kommunizieren und sich innerhalb der Gesellschaft reproduzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte des sozialen Habitus, die Rolle von Bildungseinrichtungen und der Einfluss von ökonomischem sowie kulturellem Kapital auf den Aufstieg in Führungspositionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu hinterfragen, ob Elitenbildung primär auf Leistung basiert oder ob soziale Abstammung und die Beherrschung elitärer Umgangsformen eine geschlossene Reproduktion fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse soziologischer Konzepte, insbesondere der Macht- und Elitentheorie von Pierre Bourdieu.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Analyse von Kommunikationsmustern, der Bedeutung informeller Netzwerke wie "Vitamin B" und der Rolle privater Elite-Bildungseinrichtungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Elite, Habitus, kulturelles Kapital, soziale Reproduktion und Führungselite.
Wie unterscheidet sich die "strategische Elite" von anderen Eliten?
Strategische Eliten besetzen laut Suzanne Keller Spitzenpositionen in zentralen Sektoren wie Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die für das Fortkommen der gesamten Gesellschaft bedeutsam sind.
Warum ist das Konzept des "Habitus" für die Elitenbildung so wichtig?
Der Habitus prägt das Auftreten, die Sprache und das Verhalten einer Person; er fungiert als unsichtbare Barriere oder Eintrittskarte in exklusive soziale Netzwerke.
Welchen Lösungsvorschlag unterbreitet der Autor?
Zur Durchbrechung der Elitenreproduktion wird eine stärkere finanzielle Förderung durch Stipendien und Studienkredite vorgeschlagen, um den Zugang zu Bildungseinrichtungen für sozial Benachteiligte zu erleichtern.
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- Thilo Trost (Autor), 2010, Die Reproduktionselite, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154493