In der vorliegenden Arbeit wird der Einfluss makroökonomischer Faktoren auf den privaten Konsum der Gebrauchsgüter untersucht. Dabei wird die These untersucht, ob sich neben einem Einfluss Unterschiede zwischen den drei großen europäischen Volkswirtschaften feststellen lässt. Im Zentrum der Analyse stehen die Märkte für Sanitärkeramik und Heizkörper, für welche detaillierte Daten im Zeitraum von 1983 – 2003 vorliegen. Ausgangspunkt der Analyse sind die allgemeinen Konsumtheorien von Keynes, Friedman et al. in denen die zentrale Rolle des Einkommens thematisiert wird. Aufbauend auf diesen Prinzipien wird gezeigt, dass sich die Gebrauchsgüter in ihrer Charakteristik und der Wahrnehmung durch den Konsumenten deutlich von den Verbrauchsgütern unterscheiden. Dies führt zu der Annahme, dass neben dem verfügbaren Einkommen noch weitere Einflussfaktoren eine Rolle spielen müssen. Es wird gezeigt, dass diese Funktion unter anderem von der Arbeitslosigkeit, dem Preisindex und den Zinssätzen übernommen werden kann. Für die Analyse werden hauptsächlich zwei Methoden herangezogen, zu einen die Überkreuzkorrelationen und zum anderen ein nicht-lineares Regressionsmodell. Die Überkreuzkorrelationen zeigen den Zusammenhang der Einflussfaktoren mit den Produktvolumina und berücksichtigen dabei zeitliche Verzögerungen. Das Regressionsmodell bedient sich der Zeitreihenanalyse um zu einem Komponentenmodell zu kommen, in welchem sowohl Trends als auch ein wechselnder Einfluss der Faktoren berücksichtigt werden können. Die Ergebnisse der Analysen zeigen, dass der Konsum verschiedenen Einflüssen unterliegt. Neben den vermuteten makro-ökonomischen Faktoren kommen Produktcharakteristika und Marktrahmenbedingungen zum Tragen. Es zeigen sich zudem Unterschiede zwischen den Ländern in der Bedeutung einzelner Faktoren. Beide zu Beginn aufgestellte Thesen können damit bestätigt werden. Übergreifend lässt sich feststellen, dass die beiden Produktmärkte in den Faktoren voneinander unterschiedlich sind, gleichzeitig aber auch innerhalb dieser Märkte zwischen den Ländern Unterschiede bestehen. Dies führt zu der Annahme eines Einflusses kultureller und verhaltenspsychologischer Aspekte für den Konsum. Mögliche Ansätze diese Gedanken in einer allgemeinen Konsumtheorie zu integrieren werden in der Schlussbetrachtung aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Konsumtheorie
2.1. Allgemeines
2.2. Makroökonomie und Konsumtheorie
2.3. Absatzforschung und Konsumprognose
3. Modellansatz
3.1. Grundlagen
3.2. Zeitreihenanalyse
3.2.1. Grundlagen
3.2.2. Wichtige Ansätze
4. Modellaufbau
4.1. Komponenten
4.1.1. Allgemein
4.1.2. Trendkomponente
4.2. Variablen
4.3. Formulierung des Modells
4.4. Modellevaluierung
5. Marktentwicklung
5.1. Großbritannien
5.1.1. Wirtschaft
5.1.2. Produkte
5.2. Frankreich
5.2.1. Wirtschaft
5.2.2. Produkte
5.3. Deutschland
5.3.1. Wirtschaft
5.3.2. Produkte
6. Empirische Untersuchung / Modellanwendung
6.1. Aufbau
6.2. Überkreuzkorrelationen
6.2.1. Großbritannien
6.2.2. Frankreich
6.2.3. Deutschland
6.2.4. Überblick und Vergleich
6.3. Modellanwendung
6.3.1. Großbritannien
6.3.2. Frankreich
6.3.3. Deutschland
7. Zusammenfassung der Ergebnisse
7.1. Allgemeine Daten
7.2. Überkreuzkorrelationen
7.3. Modellanalyse
8. Fazit
8.1. Bedeutung makroökonomischer Faktoren für den Konsum von Gebrauchsgütern
8.2. Kritische Würdigung
8.3. Weiterführende Gedanken
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss makroökonomischer Faktoren auf den privaten Konsum von langlebigen Gebrauchsgütern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zwischen 1983 und 2003, um Unterschiede und Zusammenhänge zwischen den Volkswirtschaften zu analysieren.
- Analyse der Konsumtheorien und Prognosemodelle
- Methodik der Zeitreihenanalyse und Überkreuzkorrelationen
- Vergleichende Darstellung der Marktentwicklung in drei Ländern
- Empirische Modellierung der Absatzfaktoren
- Interpretaion der Ergebnisse hinsichtlich ökonomischer Einflussgrößen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Ziel dieser Arbeit ist es den Einfluss makroökonomischer Größen auf die Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern zu untersuchen. Dabei werden diese Einflüsse in den drei größten europäischen Volkswirtschaften verglichen, Deutschland, Frankreich und England. Als Datenbasis für diese Arbeit gelten die Daten für Heizkörper und Sanitärkeramik, welche in dem Zeitraum von 1983 – 2005 vom Unternehmen CONSULT GB erhoben wurden. An dieser Stelle soll CONSULT GB für die Unterstützung und Bereitstellung der Daten gedankt werden.
Das Interesse an einer solchen Arbeit lässt sich an zwei Gebieten festmachen. Einerseits ist es auf einer volkswirtschaftlicher Ebene interessant festzustellen welche Größen einen hohen Einfluss auf den Konsum haben. Traditionell ist dies für das verfügbare Einkommen belegt, aber insbesondere im Bereich der langlebigen Güter sind noch andere Variablen von Bedeutung. Andererseits ist es auch von Unternehmen in der Praxis vorhanden, da sie anhand der Ergebnisse Prognosen erstellen können, welche unabhängig von internen Faktoren, einen Aufschluss über zukünftiges Marktpotential und Marktentwicklung geben. Die traditionelle Konsum- und Nachfragetheorie beschränkt sich auf die Untersuchung der aggregierten Nachfrage. In dieser sind die Verbrauchsgüter der größte Posten. Der Konsum von Gebrauchsgütern unterscheidet sich allerdings in einigen Aspekten von den Verbrauchsgütern, hierzu zählen unter anderem mögliche Sättigungserscheinungen sowie die hohe Volatilität der Nachfrage.
In einem ersten Schritt werden die Grundlagen der Nachfrage bzw. Konsumtheorie erläutert und um die Methoden der Zeitreihenanalyse erweitert. Gleichzeitig werden dort die theoretischen Grundlagen und Ausgangspunkte für die spätere Analyse gelegt. Darauf folgt die Modellformulierung. Der analytische Teil beginnt mit einer allgemeinen Analyse zu den wirtschaftlichen Zusammenhängen und der Entwicklung im Beobachtungszeitraum. Im Anschluss daran werden die ausgewählten makroökonomischen Faktoren untersucht, bevor eine Analyse im formulierten Modell folgt. Der letzte Abschnitt beinhaltet eine übergreifende Zusammenfassung der einzelnen Ergebnisse und vergleicht die Ergebnisse zwischen den Märkten und zwischen den Ländern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, den Einfluss makroökonomischer Faktoren auf langlebige Konsumgüter in drei europäischen Ländern zu untersuchen und führt in das methodische Vorgehen ein.
2. Konsumtheorie: Das Kapitel erläutert grundlegende Konsumtheorien und verschiedene ökonomische Denkweisen, die als theoretische Basis für die Analyse der Nachfrage dienen.
3. Modellansatz: Hier werden die Grundlagen der Zeitreihenanalyse und relevante quantitative Prognoseansätze vorgestellt, die zur Modellierung des Konsumverhaltens genutzt werden.
4. Modellaufbau: Dieses Kapitel beschreibt die Auswahl der Komponenten und Variablen für das Modell sowie die mathematische Formulierung und deren Evaluierung.
5. Marktentwicklung: Es erfolgt ein detaillierter Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung und die Marktsituation für Sanitärkeramik und Heizkörper in Großbritannien, Frankreich und Deutschland.
6. Empirische Untersuchung / Modellanwendung: Dieses Kernkapitel umfasst die praktische Anwendung der Zeitreihenanalyse, die Berechnung von Überkreuzkorrelationen und die eigentliche Modellanwendung auf die Marktdaten.
7. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Ergebnisse aus der empirischen Untersuchung werden hier gebündelt dargestellt, verglichen und im Kontext der makroökonomischen Faktoren interpretiert.
8. Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Faktoren, würdigt die gewählte Methodik kritisch und gibt Ausblicke auf weiterführende Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Makroökonomie, Konsumtheorie, langlebige Gebrauchsgüter, Zeitreihenanalyse, Sanitärkeramik, Heizkörper, Überkreuzkorrelation, Regressionsmodell, Wirtschaftsvergleich, Konsumprognose, Nachfragetheorie, Marktpotential, Konjunkturzyklus, Marktentwicklung, Wirtschaftsdaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie makroökonomische Faktoren, wie z.B. das verfügbare Einkommen oder die Arbeitslosigkeit, den privaten Konsum von langlebigen Gebrauchsgütern beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Konsums, die Anwendung quantitativer Prognosemodelle mittels Zeitreihenanalyse sowie ein Ländervergleich der Märkte für Sanitärkeramik und Heizkörper.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie makroökonomische Kennzahlen das Marktpotential und die Entwicklung von langlebigen Produkten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es werden methodisch die Zeitreihenanalyse, Überkreuzkorrelationen zur Identifikation zeitlicher Verzögerungen (Time Lags) sowie nicht-lineare Regressionsmodelle eingesetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Herleitung des theoretischen Modells, der detaillierten Beschreibung der Marktentwicklung in den drei Ländern und der empirischen Anwendung der statistischen Modelle auf die zur Verfügung stehenden Daten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Konsumtheorie, Zeitreihenanalyse, Überkreuzkorrelationen, langlebige Gebrauchsgüter und der Ländervergleich zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Welche spezifische Rolle spielt der "Time Lag" in dieser Analyse?
Die Time Lags sind entscheidend, da sie aufzeigen, mit welcher zeitlichen Verzögerung Veränderungen makroökonomischer Größen tatsächlich auf die Nachfrage nach den untersuchten Produkten durchschlagen.
Warum wird zwischen Sanitärkeramik und Heizkörpern unterschieden?
Die Arbeit untersucht diese beiden unterschiedlichen Produktgruppen, um zu prüfen, ob sich Einflüsse der makroökonomischen Variablen aufgrund unterschiedlicher Marktstrukturen (z.B. Ersatzbedarf vs. Neubau) unterschiedlich manifestieren.
- Arbeit zitieren
- Florian Bankoley (Autor:in), 2005, Einfluss makroökonomischer Grössen auf den Konsum privater Gebrauchsgüter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154781