At the end of long and often complicated negotiations Turkey and the European Union succeeded in concluding a customs union in March 1995. This treaty came into force on December 31st, 1995. The EU-Turkey Customs Union is widely seen as an essential step towards full membership of the European Union itself. Today, goods can travel between the two entities without any customs restrictions. However, the customs union does not cover essential economic areas, for instance agriculture, services and public procurement. The main provisions of the Union also include the application of the Union’s tariffication structure on the exchange of industrial goods and services of Turkey vis-à-vis third countries.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Weg zur Zollunion
3. Die Zollunion zwischen der Türkei und der EU
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der seit 1996 bestehenden Zollunion zwischen der Türkei und der Europäischen Union sowie deren Bedeutung für den angestrebten EU-Beitritt der Türkei.
- Historischer Kontext des Ankara-Abkommens und der Assoziierung
- Rechtlicher Status und Funktionsweise der EU-Türkei-Zollunion
- Harmonisierung der Handels- und Wettbewerbspolitik
- Wirtschaftliche Folgen für die türkische Industrie und den Binnenmarkt
- Politischer Stellenwert der Zollunion im Hinblick auf den EU-Beitrittsprozess
Auszug aus dem Buch
Die Zollunion zwischen der Türkei und der EU
Der derzeitige Status der Türkei beruht wie gesehen grundsätzlich auf dem Zollunionsvertrag vom 22. Dezember 1995, der die Herstellung der Zollunion für gewerbliche Güter vorsieht. Die am 1. Januar 1996 eingeführte Zollunion ist die erste Zollunion zwischen der EU und einem Nichtmitglied der EU. Ein regelmäßig zusammentretender gemischter Zoll-Unions Ausschuss ist das verantwortliche Organ für den reibungslosen Ablauf des Handels. Er befasst sich mit Fragen der Durchführung und allen Streitigkeiten.
Die Türkei bekommt durch die Zollunion einen besseren Zugang zum Gemeinsamen Markt der EU-Staaten, die Zollunion garantiert einen freien Austausch von Industriegütern und verarbeiteten Agrarerzeugnissen, die entweder vollständig in der Türkei oder EU hergestellt oder dort nach der Ausfuhr aus einem Drittland in den freien Verkehr übergeführt wurden. Alle Zölle und äquivalenten Gebühren wurden aufgehoben, mengenmäßige Beschränkungen wie Quoten sind nicht zugelassen. Zwar besteht ein Verbot der Nichterhebung oder Rückvergütung von Zöllen, doch aufgrund einer Sondervorschrift darf die Türkei diesbezüglich den Gemeinschaftszollsatz auf die Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft anwenden, wenn dieser unter dem türkischen Zollsatz liegt.
Der Agrarsektor bleibt von der Zollunion ausgeschlossen, soll aber grundsätzlich miteinbezogen werden. Für die Produkte, die in die Zuständigkeit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl fallen, gilt seit August 1996 ein Freihandelsabkommen. Kohle- und Stahlerzeugnisse können damit nur aufgrund ihrer Ursprungseigenschaft in den Genuss einer Präferenzbehandlung kommen. Gewerbliche Waren mit Ursprung in der Türkei sind darüber hinaus in das System der Paneuropäischen Ursprungskumulierung eingebunden, allerdings zählen hierzu keine landwirtschaftlichen Erzeugnisse, jedoch auch landwirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Beitrittswunsch der Türkei zur Europäischen Union und ordnet die 1996 eingeführte Zollunion als ein zentrales ökonomisches Etappenziel ein.
2. Der Weg zur Zollunion: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung vom Ankara-Abkommen 1963 bis zur tatsächlichen Implementierung der Zollunion durch den Assoziationsrat 1995 nach.
3. Die Zollunion zwischen der Türkei und der EU: Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Bestimmungen, den freien Warenverkehr, die Harmonisierung der Wettbewerbspolitik und die damit verbundenen wirtschaftlichen Herausforderungen für die Türkei.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel bewertet die Zollunion als ein zweischneidiges Schwert, das einerseits ökonomische Integration schafft, andererseits aber die Debatte über einen zukünftigen EU-Vollbeitritt der Türkei maßgeblich beeinflusst.
Schlüsselwörter
Türkei, Europäische Union, Zollunion, Ankara-Abkommen, Binnenmarkt, Freihandel, Handelsdefizit, Industriegüter, Wirtschaftspolitik, Agrarsektor, Zollaußentarif, Wettbewerbspolitik, Europäisches Wirtschaftsrecht, EU-Beitritt, Assoziierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Zollunion zwischen der Türkei und der EU, die als ein bedeutendes wirtschaftliches Bindeglied zwischen beiden Seiten etabliert wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Genese der Abkommen, die rechtlichen Rahmenbedingungen des Warenverkehrs sowie die ökonomischen Auswirkungen auf die türkische Wirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den historischen Weg zur Zollunion sowie deren aktuellen rechtlichen und wirtschaftlichen Status im Kontext des türkischen EU-Beitrittsprozesses darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine politik- und wirtschaftswissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Verträgen, offiziellen EU-Dokumenten und einschlägiger Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Regelungen des Zollunionsvertrages von 1995, die Ausnahmen (wie den Agrarsektor) und die Harmonisierung der Wettbewerbs- und Handelspolitik.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zollunion, EU-Beitritt, Ankara-Abkommen, Handelspolitik, Europäische Integration und Wirtschaftsentwicklung charakterisieren.
Welche Rolle spielt der Agrarsektor innerhalb der Zollunion?
Der Agrarsektor ist von der Zollunion ausgenommen, was bedeutet, dass für diese Waren keine zollfreie Regelung gilt, wenngleich eine zukünftige Einbeziehung grundsätzlich angestrebt wird.
Warum wird die Zollunion als ein zweischneidiges Schwert bezeichnet?
Einerseits fördert sie den wirtschaftlichen Austausch und die Modernisierung, andererseits führt sie zu einem Handelsdefizit für die Türkei und könnte laut Autor das Argument für einen vollwertigen EU-Beitritt schwächen.
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- Carsten Penzlin (Author), 2008, Die Zollunion zwischen der Türkei und der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154923