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Mehrsprachigkeit und ungleiche Bildungschancen von neu zugewanderten SchülerInnen. Inwiefern lassen sich Chancenungleichheiten reduzieren?

Titel: Mehrsprachigkeit und ungleiche Bildungschancen von neu zugewanderten SchülerInnen. Inwiefern lassen sich Chancenungleichheiten reduzieren?

Hausarbeit , 2023 , 19 Seiten

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Hausarbeit soll es primär darum gehen, das Themenfeld der Mehrsprachigkeit von Kindern an deutschen Schulen näher zu beleuchten und zudem zu untersuchen, inwiefern neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler ungleiche Bildungschancen haben im Vergleich zu deutschsprachigen Kindern.

Im zweiten Kapitel werden zunächst die Begriffe Mehrsprachigkeit/Mehrsprachigkeitsdidaktik und Soziale Bildungsungleichheit geklärt, um dem Leser näher an das Thema heranzubringen und ein Vorwissen zu generieren. Um anschließend den Ursachen für die ungleiche Chancenverteilung auf den Grund zu gehen, werden im dritten Kapitel sprachliche, familiäre und institutionelle Barrieren unter die Lupe genommen und dem Leser präsentiert.

Im Analyseteil dieser Arbeit, dem viertel Kapitel, werden in diesem Kontext relevante Quellen herangezogen und verschiedene Unterrichtsmodelle daraufhin untersucht, auf welche Art und Weise sie neu migrierten Kindern dabei helfen könnten, ihren Deutscherwerb zu beschleunigen und allgemein ihre Bildungschancen zu erhöhen.

In einem abschließenden Fazit wird die Erreichung der Zielsetzung behandelt sowie der Hauptteil kurz zusammengefasst. Ebenfalls wird darauf eingegangen, wie sich dieser Diskurs in Zukunft eventuell weiterentwickeln könnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Begriffsdefinitionen
    • 2.1 Mehrsprachigkeit/ Mehrsprachigkeitsdidaktik
    • 2.2 Soziale Bildungsungleichheit
  • 3. Ursachen für mangelnde Chancengleichheit neu zugewanderter SchülerInnen
    • 3.1 Sprachliche Barrieren
    • 3.2 Familiäre/Kulturelle Barrieren
    • 3.3 Strukturelle Barrieren der Institution Schule
  • 4. Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheiten
    • 4.1 Herkunftssprache als Ressource
    • 4.2 Bilingualer Unterricht
    • 4.3 Erst- und Anschlussförderung/DaZ
    • 4.4 Interkulturelles Lernen
  • 5. Fazit und Kritik
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit beleuchtet das Themenfeld der Mehrsprachigkeit von Kindern an deutschen Schulen und untersucht, inwiefern neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler im Vergleich zu deutschsprachigen Kindern ungleiche Bildungschancen haben. Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie diese Chancenungleichheiten reduziert werden können.

  • Mehrsprachigkeit und Mehrsprachigkeitsdidaktik
  • Soziale Bildungsungleichheit und ihre Ursachen
  • Sprachliche, familiäre/kulturelle und strukturelle Barrieren im Schulsystem
  • Rolle der Herkunftssprache als Ressource
  • Bilingualer Unterricht und Erst-/Anschlussförderung (DaZ)
  • Interkulturelle Bildung zur Förderung von Chancengleichheit

Auszug aus dem Buch

4.1 Herkunftssprache als Ressource

„Von erstrangiger Bedeutung ist dabei [...] die Forderung der nationalen Unterrichtssprache Deutsch, die für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund meist eine Zweitsprache (L2) ist“ (Allemann-Ghionda/Stanat/Göbel/Röhner, 2010, S.7). Die Beherrschung der Landessprache spielt demnach eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, am sozialen Leben teilzuhaben und sie ist der Schlüssel für die Verbesserung der Bildungschancen, somit auch für die der neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler. Die eigentliche Herausforderung ist die, dass die eigene Herkunftssprache beim Erlernen der deutschen Sprache nicht in Vergessenheit geraten sollte. Lange war umstritten, welche Rolle die Herkunftssprache in diesem Kontext spielen sollte.

Bei Kindern, die mehrere Sprachen beherrschen, werden oftmals positive Auswirkungen im Hinblick auf ihre kognitiven Leistungen beobachtet. Der kanadische Pädagoge und Forscher der Sprachentwicklung Jim Cummins schaute sich dieses Phänomen genauer an und entwickelte in diesem Kontext die Interdependenzhypothese. Diese untersucht, wie die Fähigkeiten in der Erstsprache (L1) eines Individuums den Erwerb und die Entwicklung der Zweitsprache (L2) beeinflussen können. Des Weiteren postuliert diese Theorie „einen Transfer von Fähigkeiten in der Familiensprache auf den Erwerb einer zusätzlichen Sprache (und umgekehrt) sowie auf andere kognitive Leistungen” (Cummins 1984). Demnach zog der Kanadier daraus das Fazit, dass die Fähigkeiten in der Erstsprache und der Zweitsprache nicht voneinander getrennt betrachtet werden können, sondern dass sie in einem wechselseitigen Verhältnis zueinander stehen. Die Hypothese wurde erstmals in den späten 1970er Jahren vorgestellt und hat seitdem einen bedeutenden Einfluss auf die Forschung im Bereich der Zweisprachigkeit.

Auch auf (inter)kultureller Ebene mag man vermuten, dass die Mehrsprachigkeit von neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern eine positive Wirkungsweise auf ihre kulturellen Kompetenzen und ihr interkulturelles Verständnis haben könnte. Ein möglicher Gedanke in diesem Kontext könnte sein, dass Kinder, die ihre eigene Herkunftssprache beherrschen und nicht in Deutschland aufgewachsen sind, ein tieferes Verständnis für die Heterogenität und kulturelle Diversität (Roche, 2018, S.72) anderer Klassenkameradinnen und Klassenkameraden haben. Des Weiteren wird durch die Pflege der Muttersprache ermöglicht, wichtige Werte und Überzeugungen innerhalb der Familie weiterzugeben und beizubehalten, somit die Familiensolidarität zu stärken und die sprachliche und ethnische Identität zu festigen. Doch was sagen die Studien zum positiven Effekt von Plurilingualität und ihren positiven Einfluss auf schulische Leistungen?

Die Hamburger Forschungsstudie beispielsweise beschäftigte sich mit der Frage, „ob sich mehrsprachiges Aufwachsen hemmend oder förderlich auf schulischen Erfolg auswirkt." ( https://www.mehrsprachigkeit.uni-hamburg.de/wissenschaft/forschungsprojekte/mez.html) Neben wichtigen sprachlichen Fähigkeiten wie dem Lesen und dem Schreiben von Texten wurden in dieser Studie auch einige Herkunftssprachen mitberücksichtigt, sowie Leistungen in weiteren gängigen Unterrichtsfächern wie Französisch und Englisch. Man kam unter anderem auf folgendes Ergebnis:
Die Befürchtung, dass der Ausbau von Fähigkeiten in der Herkunftssprache die Möglichkeiten zum Erwerb der schul-/unterrichtssprachlichen Fähigkeiten beeinträchtigt, lässt sich anhand unserer Daten nicht untermauern: Es zeigt sich, dass diejenigen deutsch-türkisch- und deutsch-russischsprachigen Jugendlichen, die das Schreiben in ihrer Herkunftssprache besser beherrschen, sowohl im Deutschen als auch im Englischen durchweg bessere Leistungen in unseren Tests erzielen als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler mit schlechteren Schreibfähigkeiten in der Herkunftssprache. (ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die durch Zuwanderung entstandene Mehrsprachigkeit in Deutschland, die Herausforderungen der Integration im Bildungssystem und stellt die Forschungsfrage nach ungleichen Bildungschancen und deren Reduzierung vor.

2. Begriffsdefinitionen: Erklärt zentrale Begriffe wie Mehrsprachigkeit/Mehrsprachigkeitsdidaktik (inkl. Translanguaging) und Soziale Bildungsungleichheit, um ein gemeinsames Verständnis für das Thema zu schaffen.

3. Ursachen für mangelnde Chancengleichheit neu zugewanderter SchülerInnen: Analysiert die Hauptursachen für ungleiche Bildungschancen, darunter sprachliche, familiäre/kulturelle und strukturelle Barrieren innerhalb der Institution Schule.

4. Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheiten: Untersucht verschiedene pädagogische Ansätze und Unterrichtsmodelle wie die Nutzung der Herkunftssprache als Ressource, bilingualen Unterricht, Erst- und Anschlussförderung (DaZ) sowie interkulturelle Bildung zur Reduzierung von Bildungsungleichheiten.

5. Fazit und Kritik: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, bewertet die Wirksamkeit der vorgestellten Maßnahmen zur Chancengleichheit und diskutiert Herausforderungen bei der Umsetzung sowie zukünftige Entwicklungen.

Literaturverzeichnis: Listet alle im Text verwendeten Quellen auf.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Bildungschancen, Chancengleichheit, neu zugewanderte SchülerInnen, Integration, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Herkunftssprache, bilingualer Unterricht, interkulturelle Bildung, Bildungsungleichheit, Sprachbarrieren, kulturelle Barrieren, Schulsystem, Lehrer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Bildungschancen neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler in Deutschland, insbesondere im Kontext ihrer Mehrsprachigkeit, und untersucht, wie Ungleichheiten im Bildungssystem reduziert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind Mehrsprachigkeit und Mehrsprachigkeitsdidaktik, soziale Bildungsungleichheit, Ursachen für mangelnde Chancengleichheit und Maßnahmen zur deren Herstellung im deutschen Schulsystem.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, das Themenfeld der Mehrsprachigkeit von Kindern an deutschen Schulen näher zu beleuchten und zu untersuchen, inwiefern neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler ungleiche Bildungschancen haben und wie sich diese Chancenungleichheiten reduzieren lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der relevante Quellen, Studien und Unterrichtsmodelle untersucht und diskutiert werden, um die Forschungsfrage zu beantworten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Begriffsdefinitionen geklärt, anschließend die Ursachen für mangelnde Chancengleichheit analysiert und schließlich verschiedene Maßnahmen und Unterrichtsmodelle zur Herstellung von Chancengleichheiten vorgestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Mehrsprachigkeit, Bildungschancen, Chancengleichheit, neu zugewanderte SchülerInnen, Integration, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Herkunftssprache, bilingualer Unterricht, interkulturelle Bildung und Bildungsungleichheit.

Welche Rolle spielt die Herkunftssprache beim Deutscherwerb laut der Arbeit?

Die Arbeit betont, dass die Herkunftssprache nicht in Vergessenheit geraten sollte, da Studien positive Auswirkungen auf kognitive Leistungen und den Erwerb der Zweitsprache zeigen können, auch wenn die empirische Datenlage teils gemischt ist.

Welche strukturellen Barrieren identifiziert die Arbeit innerhalb der Institution Schule?

Die Arbeit nennt eine ungleiche Verteilung von Ressourcen, fehlendes qualifiziertes Personal, unzureichende Sprachfördermaßnahmen sowie mangelnde Sensibilität für kulturelle Vielfalt in Lehrmaterialien und Schulpraktiken als strukturelle Barrieren.

Was versteht die Arbeit unter "Translanguaging" und warum ist es wichtig?

Translanguaging ist ein didaktisches Konzept, das darauf abzielt, die strikten Grenzen zwischen Sprachen im Schulunterricht aufzuheben, um Schülern zu ermöglichen, ihre Mehrsprachigkeit produktiv zu nutzen und so den Spracherwerb zu fördern.

Welche Herausforderungen bei der Umsetzung von Fördermaßnahmen werden im Fazit genannt?

Im Fazit wird kritisiert, dass trotz der potenziellen Vorteile der vorgestellten Unterrichtsmodelle die Umsetzung oft am Personalmangel und der Überforderung des deutschen Schulsystems aufgrund der hohen Anzahl neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler scheitert.

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Details

Titel
Mehrsprachigkeit und ungleiche Bildungschancen von neu zugewanderten SchülerInnen. Inwiefern lassen sich Chancenungleichheiten reduzieren?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
19
Katalognummer
V1553191
ISBN (PDF)
9783389102145
ISBN (Buch)
9783389102152
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mehrsprachigkeit Mehrsprachigkeitsdidaktik Soziale Bildungsungleichheit Chancengleichheit zugewanderte SchülerInnen sprachliche Barrieren familiäre/kulturelle Barrieren strukturelle Barrieren Herkunftssprache bilingualer Unterricht interkulturelles Lernen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Mehrsprachigkeit und ungleiche Bildungschancen von neu zugewanderten SchülerInnen. Inwiefern lassen sich Chancenungleichheiten reduzieren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1553191
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Leseprobe aus  19  Seiten
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