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Körper als Geschlechtsnachweis?

Intersexualität als Chance zur Dekonstruktion des binären Geschlechtersystems

Titre: Körper als Geschlechtsnachweis?

Dossier / Travail , 2010 , 14 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin, B.A. Angela Wolter (Auteur)

Etudes de Genre
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Résumé Extrait Résumé des informations

In seinem sich mit Transsexualität auseinander setzendem Werk „Geschlechtswechsel“ schreibt Volkmar Sigusch:
„Wir leben in einer Welt, in der es allem Anschein nach nur weibliche und männliche Wesen, nur Frauen und Männer gibt. Begegnen wir einem Menschen, ordnen wir ihn in eines der beiden Kästchen ein, im Allgemeinen (sic!) ohne zu überlegen. Gelingt uns das nicht automatisch, sind wir verwirrt. Denn das Grundgesetz der Geschlechtlichkeit heißt in unserer Kultur nun einmal: entweder weiblich oder männlich, entweder Frau oder Mann. Gewaltig ist deshalb der allgemeine Druck, ebenso sichtbar wie unsichtbar, sich selbst einem der beiden Geschlechter zuzuordnen. Und wehe denen, die das nicht können“ (Sigusch 1995, S. 7f.) - oder wollen.
Was für transsexuelle Menschen gilt, gilt in diesem Fall für intersexuelle Menschen umso verstärkter. Intersexuellen Menschen, Menschen die sich nicht eindeutig dem einen oder anderen Geschlecht zuordnen lassen, wird mit Unverständnis, Vorurteilen und Diskriminierung begegnet. Beinahe verzweifelt versucht man sie in eine der beiden vorgegebenen Kategorien "männlich" oder "weiblich" zu pressen.
Im Zuge dieser Hausarbeit versuche ich auf jenen und andere Missstände aufmerksam zu machen und die Lebenswelt intersexueller Menschen darzustellen, sowie darüber hinaus zu verdeutlichen, dass auch das biologische "sex" des Menschen einer gewissen Konstruktion unterliegt - wie das binäre Geschlechtssystem im Allgemeinen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorbemerkungen

2.1 Definition: Intersexualität

2.2 Medizinische Rahmenbedingungen

2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

3 Bedeutung für die Gender Studies

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die gesellschaftliche und rechtliche Konstruktion des binären Geschlechtersystems am Beispiel der Intersexualität. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Intersexualität als Chance genutzt werden kann, um das herrschende Verständnis von biologischem Geschlecht und Geschlechtsidentität zu dekonstruieren, Stigmatisierungen abzubauen und eine geschlechtergerechte Perspektive zu fördern.

  • Analyse des binären Geschlechtersystems und seiner gesellschaftlichen Verhaftung.
  • Medizinische Einordnung von Intersexualität und der damit verbundenen Pathologisierung.
  • Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der daraus resultierenden Diskriminierung.
  • Bedeutung der Intersexualität für die Dekonstruktion hegemonialer Geschlechternormen.
  • Reflexion über die Notwendigkeit transdisziplinärer Ansätze zwischen Gender Studies und Naturwissenschaften.

Auszug aus dem Buch

2 Vorbemerkungen

Was ist Intersexualität? Intersexualität, ehemals als Zwittrigkeit oder Hermaphroditismus bezeichnet, meint ein Bündel „vielfältiger geschlechtlicher Varianten, die den Geschlechtsvarianten ‚männlich’ und ‚weiblich’ gleichwertig sind“ (de Silva 2008, 51). Mit anderen Worten: Davon ausgehend, es existierten nur zwei, sich einander ausschließend definierte Geschlechter – Mann und Frau – bezeichnet Intersexualität als medizinischer Oberbegriff ein „Dazwischen“ bzw. eine nicht eindeutig treffbare Zuordnung zu einem der beiden Geschlechter.

Hertha Richter-Appelt (2007), Psychoanalytikerin in der Abteilung für Sexualforschung des Universitätsklinikums in Hamburg Eppendorf, erläutert hierzu: „Entsprechen die geschlechtsdeterminierenden und -differenzierenden Merkmale des Körpers (Chromosomen, Gene, Hormone, Keimdrüsen, äußere Geschlechtsorgane) nicht alle demselben Geschlecht, spricht man von Intersexualität“ (236).

Beachtenswert ist, obgleich Richter-Appelt des Weiteren darauf hinweist, dass eben deshalb die Bezeichnung „Intersexualität“ verwendet werde, da er nicht den Begriff „Störung“ enthalte, die „Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)“ doch noch 2002 definierte: „Störungen [werden] als intersexuell bezeichnet, wenn sich die äußeren und/oder inneren Geschlechtsorgane in unterschiedlich starker Ausprägung entgegen dem chromosomalen Geschlecht entwickeln“ (zit. nach de Silva 2008, 56; Hervorhebung A.W.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht anhand aktueller medialer Diskurse die tiefe Verankerung der Zweigeschlechtlichkeit in der Gesellschaft und benennt das Ziel der Arbeit, Intersexualität als Dekonstruktionspunkt des binären Systems zu nutzen.

2 Vorbemerkungen: Dieses Kapitel liefert eine medizinische sowie rechtliche Einordnung von Intersexualität und beleuchtet die problematische Praxis der pathologisierenden Zuordnung sowie die mangelnde rechtliche Anerkennung jenseits des binären Systems.

3 Bedeutung für die Gender Studies: Das Kapitel diskutiert das Potential von Intersexualität innerhalb der Gender Studies, um bestehende Zweigeschlechtlichkeitsnormen zu hinterfragen, die Trennung zu den Naturwissenschaften zu verringern und ein gerechteres Verständnis von Geschlecht zu etablieren.

Schlüsselwörter

Intersexualität, Geschlechterforschung, Gender Studies, Binarität, Dekonstruktion, Heteronormativität, Pathologisierung, Medizinisches Management, Rechtssystem, Geschlechtergerechtigkeit, Queer Studies, Soziale Konstruktion, Identität, Körperkonzept, Biologisches Geschlecht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen und rechtlichen Stellung von intersexuellen Menschen und untersucht, wie dieses Phänomen genutzt werden kann, um das als starr wahrgenommene binäre Geschlechtersystem zu hinterfragen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themenfelder sind die medizinische Definition und Behandlung von Intersexualität, die rechtlichen Probleme der Geschlechtszuordnung sowie die theoretische Relevanz für die Gender Studies.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Intersexualität als Chance zur Dekonstruktion der gesellschaftlich verankerten Zweigeschlechtlichkeit verstanden werden muss, statt als medizinische Störung kategorisiert zu werden.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden genutzt?

Die Arbeit nutzt Ansätze aus den Gender Studies, der Rechtstheorie sowie der medizinischen Soziologie, um die Konstruktion von Geschlecht zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die medizinischen Rahmenbedingungen verschiedener Diagnosegruppen, die rechtlichen Hürden im Personenstandsrecht sowie die theoretische Auseinandersetzung mit der Kategorie "Geschlecht" im Kontext der Gender Studies.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Intersexualität, Dekonstruktion, Heteronormativität, Pathologisierung und Geschlechtergerechtigkeit charakterisiert.

Warum wird im Dokument auf den Fall "Lady Gaga" eingegangen?

Das Beispiel verdeutlicht, wie tief der gesellschaftliche Druck zur eindeutigen Geschlechtszuordnung ist und wie die Öffentlichkeit bei Abweichungen vom binären Schema reagiert.

Welches Grunddilemma sieht die Autorin im deutschen Rechtssystem?

Das Recht setzt zwar zwei Geschlechter als gegeben voraus, bietet aber keine fundierte Definition, wie sich diese jeweils definieren, was bei intersexuellen Menschen zu rechtlichen Schwierigkeiten führt.

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Résumé des informations

Titre
Körper als Geschlechtsnachweis?
Sous-titre
Intersexualität als Chance zur Dekonstruktion des binären Geschlechtersystems
Université
Bielefeld University
Cours
Geschlechterforschung: Theorien, Methodologie, Empirie
Note
1,3
Auteur
Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin, B.A. Angela Wolter (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
14
N° de catalogue
V155497
ISBN (ebook)
9783640676705
ISBN (Livre)
9783640676507
Langue
allemand
mots-clé
Sexualität Gender Studies Intersexualität Transsexualität Sexualpädagogik Sexualwissenschaft Geschlechterforschung Frauen- und Geschlechterforschung Hermaphroditismus Körper
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin, B.A. Angela Wolter (Auteur), 2010, Körper als Geschlechtsnachweis?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155497
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Extrait de  14  pages
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