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Verstärkt der Aufstieg der Dienstleistungsarbeit die soziale Ungleichheit in Deutschland?

Title: Verstärkt der Aufstieg der Dienstleistungsarbeit die soziale Ungleichheit in Deutschland?

Term Paper , 2023 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Economy and Industry
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Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit untersucht, ob der Aufstieg der Dienstleistungsarbeit in der Bundesrepublik die soziale Ungleichheit verstärkt. Mit fundierten Analysen und aktuellen Daten bietet sie tiefgehende Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Arbeitsmarkt, Gesellschaft und sozialer Gerechtigkeit. Ein Muss für Studierende der Soziologie, Wirtschaft und Politik sowie alle, die sich für gesellschaftliche Entwicklungen interessieren.

Wir leben in einer Welt, die durch wissenschaftlich-technologische Umstände massiv geprägt wurde. Für die meisten Menschen sind Computer und Internet gar nicht mehr wegzudenken. Neben der Steigung der Produktion veränderte sich die Arbeitswelt und vor allem kam es zu einem Wachstum der Dienstleistungsbranche. Dieser Strukturwandel der Arbeitswelt, so wurde erhofft, sollte zu besseren Arbeits- und Lebensbedingungen und gleichmäßigeren Einkommen führen. Die entstandene Dienstleistungsgesellschaft in der Bundesrepublik habe jedoch diese Hoffnungen teils zerschlagen. Der Zusammenhang zwischen Dienstleistungsarbeit und der sozialen Ungleichheit wird in der politischen Debatte und in wissenschaftlichen Untersuchungen immer wieder thematisiert. Denn mit dem Beginn des Strukturwandels der Arbeit in den 80er Jahren, nahm im Hinblick auf die Einkommensverteilung, die soziale Ungleichheit zu. Zum einen führt die Globalisierung zu einer wachsenden Nachfrage nach hochqualifizierten Dienstleister/innen. Zum anderen ist diese Entwicklung für eine Polarisierung der Berufsstruktur innerhalb von OECD-Staaten verantwortlich, woraus sich Gewinner- und Verlierergruppen bilden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff Dienstleistungsgesellschaft und Dienstleistungsarbeit

2.1.Von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft

2.2.Ursachen für das Wachstum des Dienstleistungssektors

2.3.Folgen der Tertiärisierung

3. Zum Begriff der sozialen Ungleichheit

3.1.Unterscheide im Klassen- und Schichtkonzept

3.2.Entwicklung der sozialen Ungleichheit im Dienstleistungssektor

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den theoretischen Zusammenhang zwischen dem Strukturwandel zur Dienstleistungsgesellschaft und der Entwicklung sozialer Ungleichheit in der Bundesrepublik Deutschland, um zu klären, ob der Aufstieg des Dienstleistungssektors bestehende Disparitäten verstärkt.

  • Begriffliche Klärung der Dienstleistungsgesellschaft und Dienstleistungsarbeit
  • Ursachen und wirtschaftliche Folgen der Tertiärisierung
  • Theoretische Grundlagen zum Klassen- und Schichtkonzept
  • Analyse der Einkommensungleichheit und Branchenpolarisierung
  • Wechselwirkungen zwischen Arbeitsweltwandel und sozialer Struktur

Auszug aus dem Buch

3.2. Entwicklung der sozialen Ungleichheit im Dienstleistungssektor

In den vorherigen Kapiteln wurden bereits einige Folgen der Tertiarisierung verdeutlicht. In diesem Abschnitt wird der Fokus auf die Entwicklung der sozialen Ungleichheit im Dienstleistungssektor gelegt.

Dass die Entwicklung zu einer Dienstleistungsgesellschaft mit einer großen Hoffnung der Reduktion sozialer Ungleichheit verbunden war, wurde in dieser Arbeit an mehreren Stellen erwähnt. Diese Hoffnung wurde jedoch zerschlagen und die Enttäuschung vieler Menschen scheint plausibel. Grund hierfür ist die steigende Einkommensungleichheit. Besonders in den unteren Bereichen der Berufsstruktur lassen sich Verfestigungs- und Reproduktionsprozesse beobachten, die sich in einer Vielzahl von einfachen Dienstleistungsberufen wiederfinden (vgl. Staab, 2016: 195). Durch diesen Wandel entwickelte sich ein Serviceproletariat, wobei Mindestlöhne und andere politischen Maßnahmen ein subsistenzsicherndes Einkommen ermöglichen. Die zunehmende Einkommensungleichheit zeigt, dass eine Polarisierung der Berufsstruktur innerhalb der OECD-Staaten festzustellen ist (vgl. Staab, 2016: 196).

Außerdem lässt sich eine ,,Aufwertung von Berufen mit höheren Prestige und Einkommen bei gleichzeitiger Abwertung ,,einfacher‘‘ Tätigkeiten‘‘ (Staab, 2016: 196) beobachten. So haben sich vielmehr Gewinner- und Verlierergruppen aus den Tertiarisierungsprozessen entwickelt (vgl. Staab, 2016: 203). Vor allem Beschäftigungsgruppen, wie beispielsweise Ingenieure, Personen, die indirekt oder direkt im öffentlichen Dienst tätig sind und Beschäftigte in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, profitieren aus den Tertiarisierungsprozessen, durch ,,gefestigte tarifpartnerschaftliche Lohnfindungsmechanismen und etablierte Mitbestimmungsstrukturen“ (Staab, 2016: 204). Anders ist es jedoch bei den einfachen Diensten, da die Beschäftigten keine hohen Qualifikationen aufweisen und somit deutlich geringe Löhne verdienen (vgl. Staab, 2016: 204). Folglich entstehen systematische Probleme bei der Stabilisierung von Erwerbsarbeit und der ungleichen Verteilung der gesamtgesellschaftlichen Wertschöpfung auf verschiedensten Dienstleistungsbereichen (vgl. Staab, 2016: 205f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den technologischen und strukturellen Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und definiert das Ziel der Arbeit, den Einfluss dieses Wandels auf die soziale Ungleichheit zu untersuchen.

2. Zum Begriff Dienstleistungsgesellschaft und Dienstleistungsarbeit: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Dienstleistungsgesellschaft aus deskriptiven, analytischen und normativen Perspektiven und stellt den Übergang zur modernen Arbeitswelt dar.

2.1.Von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft: Hier wird die Drei-Sektoren-Hypothese nach Fisher und Clark angewandt, um den historischen Rückgang des industriellen Sektors zugunsten des Dienstleistungssektors in der Bundesrepublik zu analysieren.

2.2.Ursachen für das Wachstum des Dienstleistungssektors: Das Kapitel beleuchtet ökonomische Wachstumsursachen wie den Produktivitäts- und Nachfragebias sowie demografische und technologische Einflussfaktoren.

2.3.Folgen der Tertiärisierung: Es werden kritische Theorien wie Baumols Kostenkrankheit und Gershunys Selbstbedienungsgesellschaft vorgestellt, um die flexibleren aber instabilen Beschäftigungsverhältnisse zu diskutieren.

3. Zum Begriff der sozialen Ungleichheit: Dieses Kapitel liefert eine soziologische Definition sozialer Ungleichheit als Phänomen der Sozialstruktur und erläutert die Bedeutung sozialer Positionen und deren Ressourcenverteilung.

3.1.Unterscheide im Klassen- und Schichtkonzept: Es erfolgt eine theoretische Abgrenzung zwischen dem marxistischen Klassenbegriff und dem Schichtkonzept nach Theodor Geiger zur Analyse moderner Disparitäten.

3.2.Entwicklung der sozialen Ungleichheit im Dienstleistungssektor: Dieses Kapitel verknüpft die Tertiärisierung mit der beobachtbaren Polarisierung der Berufsstruktur und der Entstehung von Gewinner- und Verlierergruppen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Tertiärisierung als symptomatisch für eine verstärkte soziale Ungleichheit angesehen werden kann, auch wenn andere Faktoren mitwirken.

Schlüsselwörter

Dienstleistungsgesellschaft, soziale Ungleichheit, Tertiärisierung, Strukturwandel, Klassenkonzept, Schichtkonzept, Einkommensungleichheit, Polarisierung, Serviceproletariat, Wirtschaftsstruktur, Erwerbsarbeit, Beschäftigungsverhältnisse, tertiärer Sektor, Arbeitswelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen dem Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und der Zunahme von sozialer Ungleichheit innerhalb der Bundesrepublik Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen den Strukturwandel der Arbeitswelt, die Ursachen der Tertiärisierung sowie soziologische Konzepte von Klasse und Schichtung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, theoretisch zu untersuchen, ob der Aufstieg des Dienstleistungssektors dazu beiträgt, soziale Ungleichheiten in der deutschen Gesellschaft zu verschärfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziologischer und wirtschaftswissenschaftlicher Theorien, um aktuelle Wandlungsprozesse zu interpretieren.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition der Dienstleistungsgesellschaft, die Darstellung der Sektorenverschiebung, eine theoretische Unterfütterung durch Klassen- und Schichtmodelle sowie die Analyse der Polarisierung im tertiären Sektor.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Tertiärisierung, Dienstleistungssektor, soziale Ungleichheit, Polarisierung und der strukturelle Wandel der Erwerbsarbeit.

Was besagt die Theorie von Baumol im Kontext dieser Arbeit?

Baumols sogenannte Kostenkrankheit beschreibt, dass im Dienstleistungssektor Produktivitätszuwächse geringer ausfallen als in der Industrie, was bei steigenden Löhnen zu finanziellen Problemen führen kann.

Was genau versteht man unter dem Begriff Serviceproletariat?

Dieser Begriff beschreibt eine Gruppe von Beschäftigten in einfachen Dienstleistungsberufen, die oft durch niedrige Löhne und instabile Arbeitsverhältnisse geprägt sind.

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Details

Title
Verstärkt der Aufstieg der Dienstleistungsarbeit die soziale Ungleichheit in Deutschland?
College
University of Hamburg  (Universität)
Course
Seminar
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2023
Pages
18
Catalog Number
V1555064
ISBN (PDF)
9783389109106
ISBN (Book)
9783389109113
Language
German
Tags
soziale Ungleichheit Dienstleitungsarbeit Dienstleistungsgesellschaft Arbeiter Deutschland Tertiärisierung Wachstum Sektor Klassen- und Schichtkonzept Gesellschaft Arbeitsmarkt Soziologie
Product Safety
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Anonym (Author), 2023, Verstärkt der Aufstieg der Dienstleistungsarbeit die soziale Ungleichheit in Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1555064
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