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Die Macht der Ohnmächtigen. Warum Terroristen bei Anschlägen ihr Leben opfern. Ein Erklärungsversuch am Beispiel der Attentate vom 11. September 2001.

Title: Die Macht der Ohnmächtigen. Warum Terroristen bei Anschlägen ihr Leben opfern. Ein Erklärungsversuch am Beispiel der Attentate vom 11. September 2001.

Term Paper , 2003 , 35 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Journ. Michael Schulte (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington haben immer wieder eine Frage aufgeworfen: Warum? Auf der Suche nach den Hintergründen der Selbstmordattentate von Mohammed Atta und seinen Komplizen stoßen wir selbst nach fast zwei Jahren auf Ungereimtheiten bei den Erklärungs-ansätzen.1 Es gibt keine klaren Beweise für eine Beteiligung der 19 mutmaßlichen Terroristen, zahlreiche Indizien deuten aber darauf hin. Die Beschäftigung mit den möglichen Ursachen, wie Atta und Co. zu solch einer grausamen Tat überhaupt befähigt sein konnten, findet in den aktuellen Debatten nur selten Beachtung, obwohl der Terrorismus-Begriff wie kaum ein anderer tief in unser Bewusstsein vorgedrungen ist.2 Die großformatigen Portraits Attas, in den Boulevardblättern Express und Bild unmittelbar nach den Anschlägen als „kalte Fratze des Terrorismus“3 und „Terror-Bestie“4 betitelt, haben dem Grauen zwar ein Gesicht gegeben, aber sie beschränken sich auf eine personalisierte Erklärung und lassen die Motivation des Attentäters unbeleuchtet. Der Historiker Arnulf Baring wurde in der Berliner Morgenpost zitiert, die Anschläge seien die „Rückkehr des absolut Bösen“ und „ökonomisch“5 nicht zu erklären. Die auch heute noch weit verbreitete Meinung, es handele sich um Geisteskranke oder Irre, verkennt die Komplexität des Problems. Denn so lange wir die Frage nach dem „Warum“ nicht klären wollen oder können, bleibt uns eine effektive Beseitigung des Phänomens Terrorismus verwehrt. Amerikas Kriege gegen Afghanistan und Irak, ob mit oder ohne einer Allianz der Willigen, als Folge des 11. September führen in eine Sackgasse, weil die rationalen Ursachen des Terrorismus ausgeklammert werden. Die Einteilung der Welt in Gut und Böse nach dem fragwürdigen Schema von US-Präsident George W. Bush verführt dazu, die „anderen schlichtweg einer motivlosen Bösartigkeit“6 zu bezichtigen. Dass diese eingeengte Sicht der Dinge nicht zu halten ist, hat eine Gruppe wissenschaftlicher Autoren in interdisziplinären Aufsätzen, für diese Arbeit wichtigste Grundlage, gezeigt...

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Terrorismus?

2.1 Ursprünge und Wurzeln

2.2 Probleme einer allgemein gültigen Definition

3. Die Anschläge vom 11. September 2001

3.1 Terrorismus einer neuen Dimension

3.2 Struktur und Ideologie des transnationalen Terrorismus

4. Ursachen für Selbst- und Massenmord

4.1 Ungleichgewichte in Weltwirtschaft und -politik

4.2 Kontraktive Binnenstruktur in arabisch-islamischer Welt

4.3 Islamische Opposition gegen autoritäre Regime

4.4 Sonderrolle der USA im Nahen und Mittleren Osten

4.5 Märtyrer-Kult als Folge übersteigerter Re-Islamisierung

4.6 Psychosoziale Erfahrungen und „Mind-Set“

5. Zusammenfassung und Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Motive der Terroranschläge vom 11. September 2001, wobei insbesondere die sozioökonomischen und psychologischen Faktoren beleuchtet werden, die Menschen zu Selbstmordattentaten bewegen. Ziel ist es, den Terrorismus über eine rein oberflächliche Betrachtung hinaus als Ausdruck komplexer politischer und gesellschaftlicher Krisen zu verstehen.

  • Analyse der Definition und Struktur von Terrorismus
  • Untersuchung der ökonomischen und politischen Ursachen im Nahen und Mittleren Osten
  • Kritische Beleuchtung der Rolle der USA in der Region
  • Psychologische Untersuchung der Radikalisierung und des Märtyrerkults

Auszug aus dem Buch

Die Anschläge vom 11. September 2001

In der Chronik des Terrorismus sind Anschläge auf US-amerikanische Personen und Einrichtungen kein grundsätzlich neues Phänomen. In den letzten 30 Jahren waren Amerikaner immer wieder Zielscheibe terroristischer Angriffe. Dass die USA zum ersten Mal in ihrer Geschichte auf eigenem Staatsterritorium Opfer eines Großangriffs wurden, schreibt der Terrorismusexperte Bruce Hoffmann den besonderen operativen Fähigkeiten der Attentäter zu. Die jahrelange Planung sowie die minutiöse und parallele Durchführung der Flugzeugentführungen zeugen von einem hohen Maß an Professionalität und perfekter Koordination. In ihrer logistischen und organisatorischen Leistung übertreffen die Anschläge vom 11. September 2001 alle bis dahin aufgetretenen Dimensionen des Terrorismus. Selbst Anti-Terror-Fachleute hatten ein solch verheerendes Szenario in ihren kühnsten Vorstellungen nicht erwartet.

Wie im vorangegangenen Kapitel bereits angedeutet, spielten die Medien, insbesondere das Fernsehen, eine verstärkende Rolle. Die TV-Stationen waren beim Crash der zweiten entführten Passagiermaschine in den Süd-Turm des World Trade Centers live dabei und mit ihnen Millionen Zuschauer. Die Welt verfolgte die Attacke gegen Amerika als „Echtzeit-Katastrophe“. Durch die Ausstrahlung als Endlosschleifen erreichten die Bilder eine noch nie gekannte Symbol- und Ausdruckskraft. Eine „reflektierte Berichterstattung über die Tragödie“ fand nicht statt. Unbewusst verhalfen die Medien auf diese Weise den Attentätern zur Verwirklichung eines Teils ihrer Strategie: Der Verschreckung der Massen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, warum die Terroranschläge vom 11. September 2001 trotz ihrer Grausamkeit nicht auf bloßen Wahnsinn reduziert werden dürfen, sondern tieferliegende Ursachen haben.

2. Was ist Terrorismus?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Herkunft des Terrorismusbegriffs und diskutiert die Schwierigkeiten, eine universelle Definition für die verschiedenen Ausprägungsformen terroristischer Gewalt zu finden.

3. Die Anschläge vom 11. September 2001: Hier wird die beispiellose Professionalität und logistische Koordination der Anschläge analysiert sowie die Rolle der Medien bei der weltweiten Schreckensverbreitung hervorgehoben.

4. Ursachen für Selbst- und Massenmord: Dieses Hauptkapitel analysiert umfassend die ökonomischen Missstände, die Rolle der USA, die religiöse Radikalisierung und die psychologischen Faktoren, die den Nährboden für terroristische Gewalt bilden.

5. Zusammenfassung und Schlusswort: Das Fazit stellt fest, dass Terrorismus eine komplexe Herausforderung ist, die nur durch einen konstruktiven Dialog und die Überwindung globaler Disparitäten nachhaltig bewältigt werden kann.

Schlüsselwörter

Terrorismus, 11. September, Al-Qaida, Naher Osten, Selbstmordattentate, Islamismus, Weltwirtschaft, USA, Radikalisierung, Fundamentalismus, Märtyrer, Psychologie, Krisenregion, Geopolitik, Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Hintergründe des islamistisch motivierten Terrorismus am Beispiel der Anschläge vom 11. September 2001.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die sozioökonomischen Bedingungen im Nahen Osten, die Rolle der USA, die Ideologie transnationaler Terrornetzwerke und die psychologischen Aspekte der Täter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum Terroristen bei Anschlägen ihr Leben opfern, und die rationalen sowie ideologischen Gründe hinter dieser Gewalt aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine interdisziplinäre Auswertung bestehender wissenschaftlicher Aufsätze, Analysen von Experten und politischer Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt neben den historischen Wurzeln des Terrorismus vor allem die ökonomischen Defizite der MNA-Staaten, die oppositionelle islamische Strömungen und die gezielte Indoktrination von Selbstmordattentätern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Terrorismus, Fundamentalismus, Islam, USA-Außenpolitik, Selbstmordattentate, globale Disparitäten.

Warum wird der Begriff „Macht der Ohnmächtigen“ verwendet?

Der Begriff beschreibt den psychologischen Zustand von Tätern, die aus einer gefühlten existentiellen Ohnmacht heraus durch den Terrorakt eine radikale Form der Überlegenheit und vermeintlichen Unsterblichkeit suchen.

Welche Rolle spielen die Medien laut dieser Arbeit?

Die Medien fungieren als „Multiplikator des Schreckens“, indem sie durch die Live-Übertragung und ständige Wiederholung der Bilder die Symbolkraft der Tat massiv steigern.

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Details

Title
Die Macht der Ohnmächtigen. Warum Terroristen bei Anschlägen ihr Leben opfern. Ein Erklärungsversuch am Beispiel der Attentate vom 11. September 2001.
College
University of Dortmund  (Institut für Journalistik)
Grade
2,0
Author
Dipl.-Journ. Michael Schulte (Author)
Publication Year
2003
Pages
35
Catalog Number
V15565
ISBN (eBook)
9783638206341
Language
German
Tags
Macht Ohnmächtigen Warum Terroristen Anschlägen Leben Erklärungsversuch Beispiel Attentate September
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Journ. Michael Schulte (Author), 2003, Die Macht der Ohnmächtigen. Warum Terroristen bei Anschlägen ihr Leben opfern. Ein Erklärungsversuch am Beispiel der Attentate vom 11. September 2001., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15565
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