Individuelles Fördern von Schülern in der privaten Einzelnachhilfe

Bericht über das außerschulische Praktikum


Praktikumsbericht / -arbeit, 2007

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einzelnachhilfe
2.1. Begriffliche Eingrenzung der Einzelnachhilfe
2.2. Einzelnachhilfe mit seinen Aufgaben und Ziele als erweiterter Bestandteil des laufenden Unterrichts
2.3. Persönliche Reflexion über die Einzelnachhilfe im Fach Englisch

3. Einzel- und Gruppennachhilfe- ein kritischer Vergleich

4. Fazit

5. Literatur

1. Einleitung

Private oder institutionelle Nachhilfe findet in den letzten Jahren immer mehr Resonanz. Der Druck auf die Schülerinnen und Schüler, bestmöglichste Leistungen zu erreichen und mit hervorragenden Zeugnisses abzuschließen, führt oftmals dazu, dass die Schülerinnen und Schüler am Nachmittag nicht mehr nur ihren Freizeitbeschäftigungen nachgehen, sondern bei speziellen Nachhilfeinstituten oder privaten Nachhilfelehrern Unterstützung sowie Förderung suchen.

Die Stadt Potsdam kann allein schon mindestens über zwanzig kommerzielle Nachhilfeinstitute[1] aufweisen und die Zahl privater Nachhilfelehrer ist nicht überschaubar. 1988 beliefen sich die Investitionen der Eltern in die Nachhilfe ihrer Kinder im gesamten Bundesgebiet noch auf 2,5 Milliarden DM.[2] Bis heute hat die Branche einen enormen Aufstieg erfahren, Eltern lassen sich mittlerweile die Förderung ihrer Kinder 2 Milliarden Euro im Jahr kosten.[3]

Diese Arbeit wird sich speziell mit der privaten Einzelnachhilfe auseinandersetzen. Zunächst wird der Begriff der Einzelnachhilfe definiert. Im Anschluss werden die verschiedenen Funktionen vorgestellt sowie die Aufgaben und Ziele erklärt, welche anhand der eigenen Tätigkeit in diesem Bereich herausgestellt werden. Einbezogen in diesen Kontext werden auch die Ansichten und Äußerungen der Nachhilfelehrerin, wie auch der zwei betrachteten Schüler Laura und Johannes.[4] Daneben werden außerdem die Ansichten der Eltern in die Betrachtung mit einbezogen.

Im nächsten Abschnitt soll die eigene Tätigkeit als private Nachhilfelehrerin vorgestellt werden. Die inzwischen einjährige Arbeit mit einem Nachhilfeschüler, Johannes, wird dabei im Vordergrund stehen.

Johannes nimmt seit über einem Jahr Nachhilfe in den Fächern Englisch und Deutsch. Er geht in die neunte Klasse auf das Evangelische Gymnasium in Hermannswerder. Laura beansprucht die Nachhilfe seit ca. einem Jahr. Sie besucht die sechste Klasse der Karl-Förster Grundschule in Potsdam. Laura ist eine ruhige und schüchterne Schülerin, die in den sprachlichen Fächern sehr leistungsstark ist aber in Mathe große Probleme hat. Beide Schüler gehören zu den lernmotivierten und leistungsorientierten Schülern.

Im Laufe der Arbeit wird es zu einer detaillierten Charakterisierung der beiden Nachhilfeschüler kommen. Die Erfahrungen bei der Nachhilfe mit Johannes werden jedoch öfter als Exempel herangezogen, da er zweimal wöchentlich die private Nachhilfe bezieht. Bei Laura hingegen wurde im letzten halben Jahr die Nachhilfe von drei- auf einmal wöchentlich reduziert.

Des Weiteren wird ein Vergleich zwischen der Einzelnachhilfe und der Gruppenachhilfe in kommerziellen Instituten erfolgen. Grundlegend für dieses Kapitel ist der Aufsatz von Margitta Rudolph: „Die Schule fordern, die Schüler fordern. Kommerzielle Nachhilfeinstitute als Herausforderung für die Schule“[5].

Abschließend kommt es zu einem Fazit.

2. Einzelnachhilfe

2.1. Begriffliche Eingrenzung der Einzelnachhilfe

Margitta Rudolph erklärt den Begriff Nachhilfe wie folgt: „Nachhilfe stellt eine den Schulunterricht ergänzende Form des Übens und Wiederholens dar, die inzwischen in allen Alterstufen und Schulformen vorzufinden ist.“[6]

Konkreter ist die Definition, die im Wörterbuch Schulpädagogik zu finden ist:

„Unter N. ist die privat organisierte und bezahlte Unterweisung eines Schülers oder einer Kleingruppe durch eine Lehrperson zu verstehen, mit dem Ziel, schulische Leistungs-schwächen so weit wie möglich auszugleichen.“[7]

Die private Einzelnachhilfe betreut vorwiegend einen einzigen Schüler über einen entsprechenden Zeitraum, der individuell mit den Eltern verhandelt wird. Die Nachhilfe in Gruppen findet häufig in kommerziellen Instituten statt, die heutzutage in jeder Stadt vorzufinden sind.

Laut einer Studie des Institutes für Jugendforschung ist Mathematik, nachfolgend von Deutsch und Englisch das meistgebuchte Fach. Andere Fremdsprachen wie Latein, Französisch und Spanisch oder auch mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer wie Physik, Chemie und Biologie werden hingegen nur selten gebucht.[8]

Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler sollte durch eine fachkompetente Lehrkraft erfolgen, welche die Unterrichtsnachbereitung sowie –vorbereitung oder auch das Üben für Klassenarbeiten oder Tests mit den Schülern gründlich und tiefgreifend bewältigt. Die fachkundige Anwendung von geeigneten Lernstrategien und vielseitigen Arbeitstechniken sollte dabei ebenfalls vermittelt werden.

Nachhilfelehrerinnen bzw. Nachhilfelehrer stammen auch aus einer Vielzahl von Berufsgruppen. Oftmals wird der Beruf als Übergangslösung von arbeitslosen oder pensionierten Lehrern sowie Referendaren ausgeübt. Aber auch als Nebenverdienst für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II und Studenten, insbesondere Lehramtstudenten, ist der Beruf sehr gefragt.

Durch Annoncen in der örtlichen Presse, durch öffentliche Aushänge in Schulen, Jugendclubs etc. oder durch Mundpropaganda bieten private Nachhilfelehrer ihre Unterstützung und Förderung an. Ebenfalls erteilen Verwandte oder Freunde der betroffenen Schüler – zumeist kostenlos- Nachhilfestunde.

Die Gründe für die Inanspruchnahme von Nachhilfe, egal ob kommerzieller Institute oder privat, sind vielseitig. Zumeist sind schlechte Noten, aber auch die Gefährdung der Versetzung, Nachholbedarf nach einem Auslandsaufenthalt oder einer Krankheit, ein Schul- bzw. Lehrerwechsel oder das Ziel einen höheren Schulabschluss zu erreichen, die Ursache für die Inanspruchnahme. In den letzten beiden Jahren ist ein guter Abschnitt bei den Vergleichsarbeiten in der zehnten Klasse als weiterer Grund hinzugekommen. Klaus Hurrelmann spricht bei vielen Fällen sogar von einem „Dauerabonnement [...] um möglichen Leistungsabfällen rechtzeitig vorzubeugen“[9]. Grund dafür ist, dass viele Eltern von ihren Kinder die optimalsten Zensuren erwarten, so dass sie das Abitur bewältigen und somit einen besseren Eintritt in den Ausbildungsmarkt haben oder an Eliteuniversitäten angenommen werden.

Bei den in dieser Arbeit herangezogenen Beispielfällen handelt es sich um leistungsstarke Schüler, die jedoch entweder im sprachlichen oder mathematischen Bereich mit Problemen zu kämpfen haben. Die Verbesserung der Noten und die Festigung spezifischer Grundlagen im jeweiligen Fach stehen bei beiden Schülern im Vordergrund.

Auch der finanzielle Aspekt ist oft wichtig für oder gegen die Entscheidung zur Nachhilfe. In den entsprechenden kommerziellen Nachhilfeinstituten, die Nachhilfe in Kleingruppen oder Einzelnachhilfe zu Hause anbieten, stehen die Kosten für die entsprechenden Angebote größtenteils fest. Die anfallenden Kosten der Einzelnachhilfe durch Privatpersonen werden zwischen der Lehrkraft und den Eltern ausgehandelt. Der Umfang einer Nachhilfestunde beträgt generell 1,5 Stunden, da in einer dreiviertel Stunde oder einen Zeitstunde die entsprechenden Hilfeleistungen nicht genügend umgesetzt werden können.

[...]


[1] U.a.: Studienkreis, Abacus, Lernstudio Barbarossa, Pinus Förderinstitut, Schülerhilfe, Lernwerk etc.

[2] Vgl. Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Nr. 50, 10.12.1998.

[3] Vgl. Pott, Wolfgang: Bildungslücken bringen gute Umsätze, in: Welt am Sonntag, Nr. 51, 18.12.2005.

[4] Die Namen wurden aufgrund der Anonymität wegen verändert.

[5] Rudolph, Margitta: Die Schule fordern, die Schüler fördern. Kommerzielle Nachhilfeinstitute als Herausforderung für die Schule, in: Üben und Wiederholen. Friedrich Jahresheft 2000. S. 34-36.

[6] Rudolph, S. 34.

[7] Keck, Rudolph W./Sandfuchs, Uwe (Hrsg.): Wörterbuch Schulpädagogik: ein Nachschlagwerk für Studium und Schulpraxis. Bad Heilbrunn 1994, S. 231.

[8] Vgl. Pott.

[9] Hurrelmann, Klaus: Das deutsche Schulsystem privatisiert sich, in: Pädagogik 9/1996, S. 38.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Individuelles Fördern von Schülern in der privaten Einzelnachhilfe
Untertitel
Bericht über das außerschulische Praktikum
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V155940
ISBN (eBook)
9783640699704
ISBN (Buch)
9783640699469
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Individuelles, Fördern, Schülern, Einzelnachhilfe, Bericht, Praktikum
Arbeit zitieren
Franziska Dedow (Autor), 2007, Individuelles Fördern von Schülern in der privaten Einzelnachhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155940

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