Mediengeschichte, Bildungsgeschichte, Textsortenentwicklung im 15. Jahrhundert – am Beispiel von Paracelsus


Referat (Ausarbeitung), 2007

12 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Paracelsus- ein kurzer biographischer Abriss

3. Sprachtheorie bei Paracelsus

4. Sprache des Paracelsus
4.1. Fachwortschatz
4.2. Fremdwörtlicher Fachwortschatz

5. Wirkung und Schaffen des Paracelsus- ein Fazit

6. Literatur

1. Einleitung

Grundlage dieser Arbeit ist ein Referat zu dem Thema „Mediengeschichte- Bildungsgeschichte- Textsortenentwicklung im 15. Jahrhundert“.

Durch die Einführung des Beschreibstoffes Papier, der zunehmenden Verwendung von Lesebrillen in der deutschen Bevölkerung und die Rationalisierung des Buchdruckes durch Johannes Gutenberg wurde im Europa der frühen Neuzeit eine mediengeschichtliche Umwälzung ausgelöst. Der ersten Medienrevolution, die zur Folge hatte, dass der Wandel von Mündlichkeit zur Schriftlichkeit abgeschlossen wurde, folgte nun die zweite, von den skriptographischen zu den typographischen Medien.

Die ersten Anfänge einer eigenständigen deutschen Wissenschaftssprache wurden feststellbar und die Abkehr vom herkömmlichen Gelehrtenlatein immer deutlicher. Theophrastus Bombastus von Hohenheim, der sich selber Paracelsus nannte, zählte zu den innovativen Personen, welche verantwortlich waren für die grundlegenden Veränderungen im 15. Jahrhundert. Er nimmt eine feste Position in der Entwicklung der deutschen wissenschaftlichen Fachsprachen ein und ist als Sprachschöpfer und Sprachvermittler an ihrer Herausbildung beteiligt.

Der revolutionäre Charakter seiner Person liegt daran, dass er seine Vorlesungen an der Universität in Straßburg, anstatt in Latein, in deutscher Sprache hielt. In seinen Schriften pendelte er zwischen volkssprachlichen Beschreibungen und lateinischen Fachausdrücken. Die bedeutungsvollsten Lebensabschnitte, welche ebenfalls zum Verständnis seiner Bedeutung für die Sprachgeschichte beitragen, werden im folgenden Kapitel vorgestellt. Zunächst wird die Frage beantwortet, inwieweit man bei Paracelsus von einer Sprachtheorie ausgehen kann.

Des Weiteren folgt eine Beschreibung der Besonderheiten und Neuerungen in seinen Werken bezogen auf die Fachsprache, den Fachwortschatz und dem fremdwörtlichen Fachwortschatz.

Abschließend wird das Wirken und Schaffen des Paracelsus dargelegt und bewertet.

2. Paracelsus- ein kurzer biographischer Abriss

Paracelsus wurde mit aller Wahrscheinlichkeit 1493 oder 1494 in der Schweiz geboren. Seine Familie gehörte einem urkundlich nachweisbaren Adelsgeschlecht an.

In insgesamt zwölf Jahren studierte er als fahrender Scholar an französischen, italienischen und deutschen Universitäten. Nach seiner Promotion 1516 zeigte er sich jedoch unbefriedigt über die erlernten Schulweisheiten. Es folgten weitere Wanderjahre, in denen er u.a. bei Alchemisten, Badern, Kräuterweiblein, Scharfrichtern, Hermetikern nach Erfahrungsberichten und Erkenntnissen suchte. Er nahm als Wundarzt an Kriegen teil und schrieb seine Gedanken nieder und so entstand 1520 sein erstes Werk: Volumen Paramirum, welches er in deutscher Sprache verfasste.[1]

1527 gelangte Paracelsus nach Basel. Dort wurde er als Stadtarzt und Professor an die Universität berufen. Seine Vorlesungen, die er in deutscher Sprache hielt, beruhten auf eigenen Erfahrungen statt auf Schriften von Klassikern wie Hippokrates, Galen und Avicenna, dessen weitverbreitetes Handbuch er sogar öffentlich verbrannte.[2] Damit verstieß er nicht nur gegen die Tradition, Vorlesungen in Latein zu halten, sondern opponierte auch gegen das scholastische Wissenschaftsverständnis. Dieses Verständnis besagt, dass die Schriften der Autoritäten kopiert, bewahrt, ausgelegt, kommentiert, aber nicht prinzipiell in Frage gestellt und vor allem nicht vernichtet werden können.

Inhaltlich bedeutende Erkenntnisse trug er in seinen Vorlesungen in eigensinniger Form sowie unter der Verwendung einer neuen Ausdrucksweise vor, welche sich in einer angedeuteten Neubildung inhaltsreicher, aber schwer verständlicher Fachausdrücke wiederspiegelte. Die scholastisch gelehrten Professoren warfen ihm Sprachhemmung und mangelnde Kenntnis der medizinischen Terminologie vor und somit musste er Anfang 1528 seine Tätigkeit unehrenhaft beenden.[3]

In den folgenden dreizehn Wanderjahren entstanden zahlreiche seiner medizinisch -naturwissenschaftlichen sowie theologischen Werke, von denen die meisten erst nach seinem Ableben veröffentlich und gedruckt wurden.

1529 verweilte Paracelsus in Nürnberg. Der Druck seiner Schriften wurde dort vom Nürnberger Rat verboten. Der Grund liegt darin, dass Paracelsus Schriften verfasste, welche sich mit der zu dieser Zeit weitverbreiteten Krankheit Syphilis und deren angeblich falsche Behandlungsweise mit importiertem Guajakholz als Heilmittel durch Ärzte und Apotheker beschäftigten.[4]

[...]


[1] Vgl. Deutschen Bombastus Gesellschaft (Hrsg.): Manuskripte, Thesen, Informationen. Heft 1., S. 3.

[2] Vgl. ebenda S. 3 ff.

[3] Vgl. Goldhammer, Kurt (Hrsg.): Paracelsus. Vom Licht der Natur und des Geistes, S. 12 ff.

[4] Vgl. ebenda S. 15.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Mediengeschichte, Bildungsgeschichte, Textsortenentwicklung im 15. Jahrhundert – am Beispiel von Paracelsus
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V155941
ISBN (eBook)
9783640681037
ISBN (Buch)
9783640680986
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediengeschichte, Bildungsgeschichte, Textsortenentwicklung, Jahrhundert, Beispiel, Paracelsus
Arbeit zitieren
Franziska Dedow (Autor), 2007, Mediengeschichte, Bildungsgeschichte, Textsortenentwicklung im 15. Jahrhundert – am Beispiel von Paracelsus , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155941

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