Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

Mediengeschichte, Bildungsgeschichte, Textsortenentwicklung im 15. Jahrhundert – am Beispiel von Paracelsus

Title: Mediengeschichte, Bildungsgeschichte, Textsortenentwicklung  im 15. Jahrhundert – am Beispiel von Paracelsus

Presentation (Elaboration) , 2007 , 12 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Franziska Dedow (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Grundlage dieser Arbeit ist ein Referat zu dem Thema „Mediengeschichte- Bildungsgeschichte- Textsortenentwicklung im 15. Jahrhundert“.
Durch die Einführung des Beschreibstoffes Papier, der zunehmenden Verwendung von Lesebrillen in der deutschen Bevölkerung und die Rationalisierung des Buchdruckes durch Johannes Gutenberg wurde im Europa der frühen Neuzeit eine mediengeschichtliche Umwälzung ausgelöst. Der ersten Medienrevolution, die zur Folge hatte, dass der Wandel von Mündlichkeit zur Schriftlichkeit abgeschlossen wurde, folgte nun die zweite, von den skriptographischen zu den typographischen Medien.
Die ersten Anfänge einer eigenständigen deutschen Wissenschaftssprache wurden feststellbar und die Abkehr vom herkömmlichen Gelehrtenlatein immer deutlicher. Theophrastus Bombastus von Hohenheim, der sich selber Paracelsus nannte, zählte zu den innovativen Personen, welche verantwortlich waren für die grundlegenden Veränderungen im 15. Jahrhundert. Er nimmt eine feste Position in der Entwicklung der deutschen wissenschaftlichen Fachsprachen ein und ist als Sprachschöpfer und Sprachvermittler an ihrer Herausbildung beteiligt.
Der revolutionäre Charakter seiner Person liegt daran, dass er seine Vorlesungen an der Universität in Straßburg, anstatt in Latein, in deutscher Sprache hielt. In seinen Schriften pendelte er zwischen volkssprachlichen Beschreibungen und lateinischen Fachausdrücken. Die bedeutungsvollsten Lebensabschnitte, welche ebenfalls zum Verständnis seiner Bedeutung für die Sprachgeschichte beitragen, werden im folgenden Kapitel vorgestellt. Zunächst wird die Frage beantwortet, inwieweit man bei Paracelsus von einer Sprachtheorie ausgehen kann.
Des Weiteren folgt eine Beschreibung der Besonderheiten und Neuerungen in seinen Werken bezogen auf die Fachsprache, den Fachwortschatz und dem fremdwörtlichen Fachwortschatz.
Abschließend wird das Wirken und Schaffen des Paracelsus dargelegt und bewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Paracelsus- ein kurzer biographischer Abriss

3. Sprachtheorie bei Paracelsus

4. Sprache des Paracelsus

4.1. Fachwortschatz

4.2. Fremdwörtlicher Fachwortschatz

5. Wirkung und Schaffen des Paracelsus- ein Fazit

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die mediengeschichtliche Rolle von Paracelsus im 15. Jahrhundert und analysiert, inwieweit er als Sprachschöpfer und Vermittler zur Herausbildung einer eigenständigen deutschen Wissenschaftssprache beigetragen hat.

  • Mediengeschichtliche Umwälzungen in der frühen Neuzeit
  • Biographische Einflüsse auf das Werk von Paracelsus
  • Entwicklung und Struktur der wissenschaftlichen Fachsprache
  • Verwendung von deutschem Fachwortschatz und lateinischen Fremdwörtern
  • Bewertung des Einflusses auf die medizinische Terminologie

Auszug aus dem Buch

3. Sprachtheorie bei Paracelsus

Die Frage, ob bei Paracelsus von einer eigenen Sprachtheorie gesprochen werden kann kam auf, weil er in einigen seiner Werke auf die neue fachwissenschaftliche Terminologie hingewiesen hat, die verwendet wurden, um die bestehende Terminologie zu optimieren sowie zu ergänzen. Paracelsus äußert sich in seiner Schrift „Septem Defensiones“ ausführlich über diese neuen fachlichen Ausdrücke und erklärt, warum deren Verwendung erforderlich ist.

„mich zu defendiren […], das ich […] fürhalt […] neue nomina ,vor nie gebraucht, sonder durch mich geben, warum solchs beschehe? […] diese krankheiten seient von der arznei noch nie beschrieben“

„Warumb ich nit bleib bei den alten nominibus? wie kann ich die alten nomina brauchen, dieweil sie nicht gehen aus dem grunt, aus dem die krankheit entspringt […]. Mich bekümert das alein, den ursprung einer krankheit und seine heilung zu erfaren und den namen in das selbig zu concordiren“

Eines der wichtigsten Anliegen des Paracelsus war, neu erforschten oder neu dargelegten Krankheiten die entsprechenden passenden Fachtermini zu geben, aus welchem die Krankheit und den Erkrankungsgrund deutlich zu erkennen sind: „sie sollen namen haben, die da anzeigen die materi der krankheit“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Es wird der mediengeschichtliche Kontext des 15. Jahrhunderts dargelegt und die zentrale Bedeutung von Paracelsus für die deutsche Wissenschaftssprache eingeführt.

2. Paracelsus- ein kurzer biographischer Abriss: Dieser Abschnitt beleuchtet den Lebensweg, das Studium und die prägenden Wanderjahre des Gelehrten bis hin zu seiner Tätigkeit in Basel.

3. Sprachtheorie bei Paracelsus: Hier wird untersucht, ob Paracelsus eine systematische Theorie verfolgte oder ob neue Fachbegriffe lediglich der terminologischen Genauigkeit dienten.

4. Sprache des Paracelsus: Analyse der frühneuzeitlichen Sprachmischung aus deutschen Fachwörtern, umgangssprachlichen Elementen und lateinischen Interferenzen.

4.1. Fachwortschatz: Untersuchung der Art und Weise, wie Paracelsus durch Neuschöpfungen, Ableitungen und Übersetzungen seinen medizinischen Wortschatz erweiterte.

4.2. Fremdwörtlicher Fachwortschatz: Fokus auf die Integration lateinischer, griechischer und arabischer Fremdwörter in die deutsche Wissenschaftssprache.

5. Wirkung und Schaffen des Paracelsus- ein Fazit: Eine abschließende Bewertung seines Einflusses auf die Medizin und Pharmazie sowie das Fortbestehen seiner Begriffe in der Fachsprache.

6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Paracelsus, Mediengeschichte, Bildungsgeschichte, Textsortenentwicklung, 15. Jahrhundert, Wissenschaftssprache, Fachwortschatz, Terminologie, Medizingeschichte, Renaissance, Sprachschöpfer, Neologismen, Alchemie, Pharmazie, Frühneuhochdeutsch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der deutschen Wissenschaftssprache im 15. Jahrhundert am Beispiel des Arztes und Reformators Paracelsus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Mediengeschichte der frühen Neuzeit, die Evolution medizinischer Fachsprachen und die biographische sowie wissenschaftliche Bedeutung des Wirkens von Paracelsus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Beitrag von Paracelsus zur Etablierung einer deutschsprachigen Wissenschaftssprache zu analysieren und zu bewerten, ob er eine spezifische Sprachtheorie verfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und sprachgeschichtliche Untersuchung, die auf der Analyse von Originalschriften des Paracelsus und relevanter Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung, eine kritische Untersuchung seiner Sprachtheorie sowie eine detaillierte Analyse seines Fachwortschatzes und seiner Verwendung von Fremdwörtern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Paracelsus, Mediengeschichte, Wissenschaftssprache, Fachwortschatz, Medizingeschichte und Renaissance.

Warum stand Paracelsus in seiner Zeit so stark in der Kritik?

Paracelsus lehnte das scholastische Wissenschaftsverständnis ab und provozierte durch seine Lehre in deutscher Sprache sowie durch seine Ablehnung antiker Autoritäten wie Galen und Avicenna.

Inwiefern hat Paracelsus den medizinischen Fachwortschatz nachhaltig geprägt?

Obwohl nur wenige seiner Neuschöpfungen dauerhaft überlebten, gilt er als Pionier, der die deutsche Sprache für die Medizin und Alchemie ausdrucksfähig machte und grundlegende Prozesse der Terminologiebildung einleitete.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Mediengeschichte, Bildungsgeschichte, Textsortenentwicklung im 15. Jahrhundert – am Beispiel von Paracelsus
College
University of Potsdam
Grade
2,7
Author
Franziska Dedow (Author)
Publication Year
2007
Pages
12
Catalog Number
V155941
ISBN (eBook)
9783640681037
ISBN (Book)
9783640680986
Language
German
Tags
Mediengeschichte Bildungsgeschichte Textsortenentwicklung Jahrhundert Beispiel Paracelsus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Dedow (Author), 2007, Mediengeschichte, Bildungsgeschichte, Textsortenentwicklung im 15. Jahrhundert – am Beispiel von Paracelsus , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155941
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint