Der Unterricht mit Kindern mit Migrationshintergrund

Lernchancen und -hindernisse in interkultureller Erziehung


Hausarbeit, 2009

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Schulische Situation ausländischer Kinder
1.1 Migrationshintergrund der Bevölkerung
1.2 Der bildungspolitische Anspruch und die bildungspolitische Realität
1.3 Sind Migrantenkinder wirklich sonderschulbedürftig?- Benachteilung und Ausgrenzung im Bildungsbereich

2. Überwindung von Nachteilen, Vorurteilen und Diskriminierung- Ziele, Aufgaben und Grenzen der Grundschule
2.1 Grundlagen und Ziele
2.1.1 Theoretische Überlegungen
2.1.2 Anforderungen an die Lehrkräfte
2.1.3 Lehrervorstellungen von einer integrationsfähigen Grundschule
2.1.4 Die Rolle des Spracherwerbs.
2.1.5 Innere Differenzierung als Möglichkeit der Förderung
2.2 Interkulturelle Erziehung und Kommunikation
2.2.1 Einleitung und Definition
2.2.2 Unterrichtsbeispiele und Kommentare zur interkulturellen Erziehung

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Schulische Situation ausländischer Kinder

1.1 Migrationshintergrund der Bevölkerung

Die folgenden Zahlen beruhen auf der am 31. Dezember 2008 vom Statistischen Bundesamt durchgeführten Auswertung des Ausländerzentralregisters (AZR). Unter anderem werden hier die am Ende des Berichtsjahres ansässigen AusländerInnen nach Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsdauer, Alter und Familienstand erfasst.

Als Ausländer werden hier alle Personen bezeichnet, die nicht deutsch im Sinne des Art.116 Abs. 1GG sind, d.h. nicht die deutsche Staatbürgerschaft besitzen. Hierzu zählen auch die Staatenlosen sowie Personen mit ungeklärter Staatsbürgerschaft. Personen, die die deutsche sowie eine fremde Staatsbürgerschaft besitzen, werden hier nicht erfasst.

Die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland umfasst 2008 ca. 82 Millionen Menschen. Davon sind ca. 7,2 Millionen ausländische Mitbürger. Das bedeutet, dass knapp 9% der Gesamtbevölkerung aus Ausländern besteht. Und hierbei ist noch nicht die Zahl der Bürger miteinberechnet, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, aber dennoch einen Migrationshintergrund haben.[1]

Die folgende Grafik[2] von 2007 zeigt, wie viele Kinder in Deutschland mit Migrationshintergrund im Vergleich zu denen ohne Migrationshintergrund leben.

Wie die Grafik zeigt, hatte im Jahr 2007 in Deutschland von den insgesamt knapp 8,6 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern im Haushalt mehr als jede vierte Familie (27%) einen Migrationshintergrund. Dieser Anteil war im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) mit 30% mehr als doppelt so hoch wie in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) mit 14%.

Familien mit Migrationshintergrund sind in diesem Falle Eltern-Kind-Gemeinschaften, bei denen mindestens ein Elternteil eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt oder die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung oder durch einbürgerungsgleiche Maßnahmen erhalten hat.

2007 wuchsen in Deutschland bei den rund 2,3 Millionen Familien mit Migrationshintergrund 4,0 Millionen minderjährige Kinder auf, bei den ca. 6,2 Millionen Familien ohne Migrationshintergrund 9,8 Millionen minderjährige Kinder. Dies bedeutet, dass eine Familie mit Migrationshintergrund durchschnittlich 1,74 Minderjährige betreute, während eine Familie ohne Migrationshintergrund im Durchschnitt 1,56 Minderjährige erzog. Im Verhältnis gesehen haben die Familien mit Migrationshintergrund also mehr Kinder zu versorgen als die Familien ohne Migrationshintergrund. Dies sieht man auch an den folgenden Zahlen:

16 Prozent der Familien mit Migrationshintergrund versorgen mindestens drei minderjährige Kinder im Haushalt, aber lediglich 9 Prozent der Familien ohne Migrationshintergrund.

Auch die Gruppe der Familien mit Migrationshintergrund ist in sich völlig heterogen, wie die Bundeszentrale für politische Bildung beweist. Die untere Grafik verdeutlicht dies.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wichtig bei der Auseinandersetzung mit dem Migrationshintergrund der Bevölkerung ist die Tatsache, dass in Deutschland Ballungsgebiete existieren. Der Bildungsbericht der KMK (Kultusministerkonferenz) sagt aus, dass im Jahr 2006 etwa 18% der Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund aufweisen. Hierbei ist aber ganz klar zwischen Ost- und Westdeutschland zu unterscheiden, da die Zahlen hier sehr differieren: Etwa 21% der Bevölkerung hat im Westen einen Migrationshintergrund, in Ostdeutschland sind es nur 8%.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.bpb.de/cache/images/XTNF9T_420x582.jpg

„ In Ballungszentren wie dem Rhein- Main- Gebiet, dem Raum Düsseldorf- Wuppertal, Teilen des Ruhrgebiets, aber auch Großstädten wie Berlin, München, Hamburg, Stuttgart, augsburg oder Erlangen/Nürnberg steigt dieser Anteil auf bis zu 50% [- allein bei den unter 25-jährigen.], teilweise geht er sogar darüber hinaus.“ (Bildungsbericht, S. 19)

1.2 Der bildungspolitische Anspruch und die bildungspolitische Realität

Viele europäische Länder haben den bildungspolitischen Anspruch, das Bildungswesen besser auf die Bedürfnisse der Immigrantenkinder abzustimmen und so die Integration weiter voran zu treiben. Es ist die Aufgabe so genannter bildungspolitischen Kommissionen, hierzu Programme zu erarbeiten. In Deutschland übernimmt diese Aufgabe die Kultusministerkonferenz (KMK) seit etwa Mitte der 1960er Jahre. Sie gibt regelmäßig Empfehlungen zum Unterricht für ausländische Kinder und Jugendliche heraus.[3]

Im Jahre 2002 hat sie den Bericht "Zuwanderung" zur Situation von Migranten in den Ländern und zu Desiderata bei der Integration und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund vorgelegt. Im Jahre 2006 ist der Bericht „Zuwanderung“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 24.05.2002 i.d.F. vom 16.11.2006) fortgeschrieben worden. Hier liegt der Schwerpunkt in der Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund. Die KMK formulierte auch neue Ziele, die in der Bildungspolitik erreicht werden sollen.

Die Vermittlung von deutscher Sprachkompetenz sieht die KMK als zentrales Hauptanliegen an: „Altersgemäße Sprachkompetenz ist und bleibt entscheidend für Wissenserwerb und Kommunikationsfähigkeit, und diese beiden Fähigkeiten sind unabdingbare Voraussetzungen für erfolgreiche Integration in Schule, Beruf und Gesellschaft.“ (Zuwanderungsbericht, S. 4)

Der Zuwanderungsbericht sagt deutlich aus, dass die nationalen und internationalen Vergleichsstudien wie beispielsweise PISA dem deutschen Bildungssystem gezeigt haben, dass es die Kompetenzen der ausländischen SuS nicht weitreichend genug entwickelte. Der Bildungsbericht plädiert für erweiterte Ganztagsangebote im Primar- und Sekundarbereich, sei es im Bildungs- oder Freizeitbereich. So erhoffe man, dass der Schulerfolg und die sozialen Kompetenzen vor allem bei Migrationskindern und sozial schwachen Kindern gesteigert werden.

Auch ein politischer Umschwung macht sich laut des Zuwanderungsberichtes in dem Bereich Religion bemerkbar. Viele Bundesländer zeigen den Willen, die Gleichbehandlung unterschiedlicher Religionen zu fordern. Hier sind insbesondere die versuche zu benennen, in Zusammenarbeit mit Religionsgemeinschaften islamischen Religionsunterricht als ordentliches Unterrichtsfach einzuführen. „ Im Sinne der angestrebten Gleichbehandlung besteht Konsens- auch mit den christlichen Kirchen- dass islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache auf der Grundlage der länderspezifischen Regelungen zum Religionsunterricht erfolgen soll.“( Zuwanderungsbericht, S.5)

Als zentrale Arbeitsbereiche sieht die KMK nach dem unterdurchschnittlich schlechten Abschneiden der SuS mit Migrationshintergrund bei PISA 2003 folgende Handlungsfelder an:

1. Verbesserung des Unterrichts zur gezielten Förderung in allen Kompetenzbereichen, insbesondere in den Bereichen Lesen, Geometrie und Stochastik

[...]


[1] Statistisches Bundesamt (2009): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Ausländische Bevölkerung. Ergebnisse des Ausländerzentralregisters 2008. Wiesbaden:

[2] http://bildungsklick.de/bild-archiv/52270/basis/tabelle_migration.jpg

[3] Czock, H. (1993): Der Fall Ausländerpädagogik. Erziehungswissenschaftliche und bildungspolitsche Codierungen der Arbeitsmigration. Frankfurt a. M.: Cooperative

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Unterricht mit Kindern mit Migrationshintergrund
Untertitel
Lernchancen und -hindernisse in interkultureller Erziehung
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V156283
ISBN (eBook)
9783640685349
ISBN (Buch)
9783640685561
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sachunterricht, Interkulturelle Erziehung, Lernchancen, interkulturelles Lernen, Migrationshintergrund, Interkulturell, Migranten, Migrantenkinder
Arbeit zitieren
Sarah Weihrauch (Autor), 2009, Der Unterricht mit Kindern mit Migrationshintergrund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156283

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