Warum musste Wallenstein sterben? – Ereignisse von 1633 bis zum Tag seiner Ermordung


Seminararbeit, 2004

17 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1 Einführung

2 Wallensteins zweites Generalat
2.1 Die Verhandlungen mit dem Kaiser
2.2 Kritik an Wallenstein
2.3 Das Erste und das Zweite Pilsener Revers

3 Der Tod Wallensteins
3.1 Die Flucht nach Eger
3.2 Das Attentat
3.3 Die Wertung des Mordes

4 Zusammenfassung

5 Bibliographie

1 Einführung

Albrecht von Wallenstein ist eine faszinierende Persönlichkeit in der Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Die Quellenlage zu seiner Person und seinem Wirken ist sehr spärlich und teilweiße widersprüchlich. Deshalb erscheint es schwer eine eindeutige Aussage über die Gründe seiner Ermordung zu finden. Man kann nur Schlussfolgerungen aus seinen Taten und den Reaktionen seiner Offiziere und des Kaisers ziehen. Im Folgenden wird versucht, anhand der Verwendung verschiedener Quellen die möglichen Ursachen für seinen Tod darzustellen.

2 Wallensteins zweites Generalat

2.1 Die Verhandlungen mit dem Kaiser

Nach der ersten Entlassung Wallensteins im Jahre 1630 stand das Reich schlecht da. Die Schweden, mit ihrem König Gustav Adolf, sind ins Land eingefallen, erheben Gebietsansprüche auf Polen und versuchen die Nord- und Ostseeküste für sich einzunehmen. Sie treten als Verbündete des protestantischen Dänemark und Frankreich in den 30-jährigen Krieg ein. Der deutsche Kaiser Ferdinand II. besitzt, nach der Entlassung Wallensteins, nur noch die Armee des bayrischen Kurfürsten Maximilian, geführt von General Tilly. Diese Armee, mit einer Mannstärke von 14.000, ist allein nicht in der Lage die Schweden wieder zurück zu treiben. Der Kaiser bittet die Spanier um Hilfe, die aber sind selbst im Krieg mit den Niederlanden und Italien.

Somit sieht der Kaiser nur noch einen Weg, Wallenstein, seinen eigentlich besten und treuesten Feldherrn, wieder auf das Schlachtfeld zu rufen. Doch dieser ist nach seiner Entlassung stark gekränkt und lässt sich mehr als nur bitten. Er wurde entlassen, weil die Berater des Kaisers und der Kaiser selbst seine Eigenmächtigkeit in den Friedensverhandlungen mit Dänemark, als Überschreitung seiner Kompetenzen ansah. Zudem wurde Wallenstein zum Sündenbock für alles erklärt, was in den Kriegshandlungen bis 1629 schief gegangen ist. Man unterstellte ihm, er wolle des Haus Habsburg entmachten und sich selbst an die Spitze zu stellen. Der Kaiser konnte die Anschuldigungen gegen Wallenstein, auf dem Kurfürstentag in Regensburg 1630, nicht mehr zurückweißen. Daraufhin nahm man dem Herzog von Friedland seine Ländereien in Mecklenburg und Norddeutschland und auch seine Ehre.

Jetzt, da der Kaiser stark unter Druck steht, vergisst er diese Sache und besinnt sich, dass Wallenstein der beste und einzige ist, der Gustav Adolf aufhalten kann. Wallenstein lehnt die ersten beiden Bitten des Kaisers kategorisch ab. Er geht nicht einfach so wieder zurück in den Dienst des Habsburger Kaisers. Wallenstein stellt hohe Forderungen bei einem Treffen mit dem Gesandten Eggenberg des Wiener Hofes. Der Herzog von Friedland will nur drei Monate „Generalcapo“ werden, nur Organisator und nicht Führer des Heers sein, will das Heer nicht bezahlen aber dafür auch nicht selbst bezahlt werden. Er betont nochmals auch nach den drei Monaten nicht die Führung des Heeres zu übernehmen. Er will außerdem eine unbeschränkte militärische Vollmacht, Bestimmung über Art und Ort der Kriegsführung, Stärke des Heeres und Einsatz der Regimenter, neben ihn keinen anderen unabhängigen Heerführer, keine äußere Einmischung, kaiserliche Befehle an die Armee nur wenn er zustimmt, Kontributionen nach seinem Ermessen in Friedland und Böhmen und das wichtigste, freie Hand bei den Friedensverhandlungen. Der Kaiser geht auf alles ein und bietet ihm zusätzlich Groß-Glogau oder die Lausitz als Herzogtum an. Wallenstein nimmt dankend Groß-Glogau und wird wieder General der kaiserlichen Armee am 13. April 1632. Diese Verhandlung geht später als Göllersdorfer Vertrag in die Geschichte ein, welche aber nicht mehr aufzufinden ist. Er wurde wahrscheinlich nach dem Tod Wallensteins vernichtet.[1]

Wallensteins eigene Gründe für die Zusage werden unterschiedlich beschrieben. Einer der Hauptgründe, soll die Sehnsucht nach einem schnellen Reichsfrieden sein. Er will den Frieden, weil der Kaiser der Einzige sei, der das Reich in Religion und Adel befrieden kann, wenn erst einmal der äußere Friede erreicht worden ist.[2] Wallenstein sah sich wohl als Friedenstifter Europas und wollte die protestantischen und katholischen Heere vereinen, zum politischen-konfessionellen Status von 1618 zurückkehren und Krieg gegen alle, die den Frieden in Deutschland nicht wollten.[3] Somit beginnt der Herzog so schnell wie möglich mit dem Aufbau eines Heeres. Dies lässt sich leicht aufstellen, da alle ihm zugelaufen kommen und somit wächst die Armee sehr schnell auf fast 100.000 Mann an. Er hat 49 Offiziere, die seine Regimenter führen, darunter sind General-Feldmarschall Mathias von Gallas, General Octavio Piccolomini, General Johann von Aldringen, General- Feldmarschall Rudolph von Coloredo, General Hans Ulrich von Schafgotsch, Obristenführer Christian von Illow, Feldmarschall- Leutnant Adam Trčka und Feldmarschall Wilhelm Kinsky. Ihnen vertraut Wallenstein blindlings, besonders Piccolomini, da er auch im selben Sternbild geboren ist und er außerdem äußerst ehrgeizig und intelligent ist. Doch sind einige unter ihnen die ihn später hintergehen und töten wollen.

Während des Kriegsverlaufes versucht der Generalcapo ständig mit Gustav Adolf zu verhandeln. Gleichzeitig schafft es Wallenstein die Schweden innerhalb weniger Monate aus Süddeutschland zu vertreiben mit äußerst geringen Verlusten. Hinzu kommt dass jetzt auch Tillys Heer mit Wallensteins vereint wird. Somit kann man die Schweden bis Sachsen zurücktreiben, wo sich Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar und Johann Georg Kurfürst von Sachsen den Schweden angeschlossen haben. Wallenstein zieht nach Lützen bei Leipzig, wo Gustav Adolf angreift. Die Schlacht endet mit dem Tod Gustav Adolfs und einem knappen Sieg für Wallenstein. Diese Schlacht im November 1632 und die darauf folgende Bestrafung von Deserteuren im Februar 1633, das so genannte Prager Blutgericht, sollen ihm jetzt zum Verhängnis werden.

[...]


[1] Diwald, Helmut, Wallenstein – Eine Biografie, Frankfurt a.M. 1985, S. 476-545.

[2] Diwald, Helmut, Wallenstein – Eine Biografie, Frankfurt a.M. 1985 S. 478f.

[3] Miek, Ilja, Wallenstein 1634 – Mord oder Hinrichtung?, in: Alexander Demandt (Hg.), Das Attentat in der Geschichte, Köln/Weimar/Wien 1996, S. 146, S. 476-545.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Warum musste Wallenstein sterben? – Ereignisse von 1633 bis zum Tag seiner Ermordung
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Der 30jährige Krieg
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V156408
ISBN (eBook)
9783640692187
ISBN (Buch)
9783640692583
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Warum, Wallenstein, Ereignisse, Ermordung
Arbeit zitieren
Doreen Bärwolf (Autor), 2004, Warum musste Wallenstein sterben? – Ereignisse von 1633 bis zum Tag seiner Ermordung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156408

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