Führungsstil: Sind Männer und Frauen anders?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Führung - Was ist das?

3. Führungsstile

4. Gibt es einen geschlechtsspezifischen Führungsstil?
4.1. Die Gleichheitstheorie
4.2. Die Differenztheorie
4.3. Das Androgyniekonzept
4.4. Die Dekonstruktion

5. Führungsstil in Deutschland - Eine Bestandsaufnahme

6. Frauen in der Minderheit - Wege zu einer Chancengleichheit?

7. Resümee

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Seit Beginn der neunziger Jahre wurde immer wieder versucht, die Existenz eines typisch weiblichen Führungsstils nachzuweisen, der in sozialer und ökonomischer Hinsicht der effizientere sein sollte. Dabei wurde vor allem in populärwissenschaftlicher Literatur und Managementpresse behauptet, dass weibliche Führungskräfte sozialer wären, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Mitsprache- und Mitentscheidungsrechte einräumten sowie mehr mit ihnen kommunizieren und sie persönlich unterstützen würden [vgl. z.B. Wunderer (2001, S. 248)]. Aktuelle Untersuchungen belegen jedoch das Gegenteil, „wenn ich unsere Forschungsergebnisse anschaue, muss ich sagen: Wir können keinen wesentlichen Unterschied im Führungsverhalten von Männern und Frauen feststellen. [...] Menschen in Führungspositionen weisen keine bedeutenden Geschlechtsrollen-Stereotypen auf, Menschen dagegen, die nicht in Führungspositionen sind sehr wohl. [...] Was nicht heißt, dass es nicht unterschiedlich wahrgenommen wird.“ [Sauerlach (06/2001, S. 24)]

Der Titel der Arbeit „Führungsstil: Sind Männer und Frauen anders?“ bedarf zunächst einer genaueren Untersuchung. Kann die Frage, ob Frauen anders als Männer führen bejaht werden, impliziert das einen anderen Führungsstil von Frauen. Ihre Art der zielbezogenen Einflussnahme müsste also eine andere sein als die bei männlichen Führungspersonen. Die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Verhaltensweisen in bestimmten Managementsituationen wären ein messbarer Beweis für einen anderen Führungsstil. Außerdem müsste ein überwiegender Teil der weiblichen Führungspersonen diese Abweichung betreffen.

Außerdem stellt sich die Frage, ob die in der Literatur vielfach aufgelisteten Eigenschaften einer Führungsperson bei männlichen und weiblichen Führungskräften tatsächlich unterschiedlich sind oder ob sie bei den verschiedenen Geschlechtern nur unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Diese Arbeit befasst sich mit den oben genannten Fragen, gibt Aufschluss über die Realität in Form einer objektiven Betrachtung des Managementverhaltens beider Geschlechter anhand mehrer aktuellen Studien. Darüber hinaus wird als erstes die grundlegende Frage geklärt was überhaupt Führung ausmacht und was es für Führungsstile gibt.

2. Führung - Was ist das?

Führung ist wie Feuer. Beide werden durch die drei Elemente Aktivation, Direktion und Integration definiert. Feuer ist ein zentrales Element, das Menschen dazu aktiviert, sich zu versammeln und das ihnen eine Richtung weist. Führung ist „eine unmittelbare, absichtliche zielbezogene Einflussnahme von Personen auf andere.“ [Rosenstiel, Molt & Rüttinger (1995, S. 258)] Oder „im weiteren Sinne jede Art von Einflussnahme auf das Denken und Verhalten anderer durch personale Kommunikation oder apersonale Faktoren“. [Fröhlich (1968, S. 177)] Führung ist also nicht nur aktivierend und richtungweisend, sondern auch ein soziales Phänomen, in dem Führer und Geführte in einer sozial-interaktiven Beziehung stehen und der eine den anderen konstituiert.

Um die in der Einleitung gemachten Überlegungen zu untersuchen werden im Folgenden die wichtigsten Führungsstile behandelt. Diese Einteilung kann dabei nur eine tendenzielle Beschreibung eines Führungsverhaltens sein. In der Praxis können sich verschiedene Aspekte der einzelnen Stile je nach Situation vermischen.

3. Führungsstile

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Führungsstile nach [Wunderer (2001, S. 203 ff.)]

4. Gibt es einen geschlechtsspezifischen Führungsstil?

4.1 Die Gleichheitstheorie

Der Grundgedanke der Gleichheitstheorie besagt, Frauen und Männer seien gleich und zwar nicht nur formal gleichberechtigt, sondern in allen Aspekten ihrer Existenz. Dadurch gelangen Anhänger dieser Theorie auch zu dem Schluss, Frauen und Männer führten gleich.

Geschlechtsspezifische Unterschiede entstünden nur durch die Unterdrückung der Frauen durch die Männer in der Gesellschaft. Kann diese Theorie durch die Empirie gehalten bzw. bestätigt werden?

Eine Vertret]erin die sich mit dem Thema beschäftigt ist Frau Dr. Sonja Bischoff, Professorin für Wirtschaftswissenschaften in Hamburg. Sie führte zwischen 1986 und 2004 mehrere große Studien die unter dem Namen „Männern und Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft in Deutschland“ bekannt sein dürften durch und ihr Ergebnis war: „Der in der Vergangenheit propagierte, teils beschworene große Unterschied im Führungsverhalten von Männern und Frauen konnte bisher nicht durch empirische Untersuchungen nachgewiesen werden. Grundsätzlich führen Männer und Frauen kooperativ und verhalten sich - wenn es denn sein muss - auch autoritär.“ [Bischoff (1999, S. 131 - 132)] Bei anderen Merkmalen hingegen, beispielsweise der Entlohnung, fand Bischoff geschlechtsspezifische Unterschiede, die allerdings nicht mit dem Führungsstil zusammenhängen. „Frauen verdienen [...] weniger als Männer in gleicher hierarchischer Ebene.“ [Bischoff (1999, S. 92)]

Eine weitere Studie von Rolf Wunderer und Petra Dick mit dem Titel „Führen Frauen anders?“ die in Deutschland und der Schweiz durchgeführt wurde unter 700 Befragten, hat herausgefunden, dass es „in Disposition und Verhalten [...] nur wenig geschlechtsspezifische Unterschiede“ gibt. [Wunderer & Dick (1997, S. 132)] Die Aussagen der Mitarbeiter die an dieser Studie teilgenommen haben bestätigen, dass ihre Vorgesetzten, egal ob Mann oder Frau, ähnliche Verhaltensweisen haben. Die Einschätzung des Führungsstils des Vorgesetzten war unabhängig vom Geschlecht des Mitarbeiters. Eine männliche Führungskraft wurde folglich von ihren weiblichen wie auch von ihren männlichen Angestellten gleich eingeschätzt. Der am meisten gewählte Führungsstil von weiblichen also auch von männlichen Führungskräften, aus Sicht der Mitarbeiter, war der sogenannte „konsultative“ bzw. „kooperative“ d.h. ein Mitarbeiter wird über beabsichtigte Entscheidungen informiert und kann dazu Stellung nehmen [vgl. Wunderer & Dick (1997, S. 12 & S. 69 - 70)]. Das bedeutet also, es gibt keinen geschlechtsspezifischen Führungsstil. Je nach Situation, Aufgabe und Ziel wird der Führungsstil von männlichen und weiblichen Führungskräften gleich ausgewählt, manche Führungsstile sind eher bevorzugt andere weniger. Beide Studien, von Wunderer und Bischoff, bestätigen somit die oben aufgeführte Gleichheitstheorie in ihrem Kerngedanken.

Die Vertreter der Differenztheorie behaupten, im Gegensatz zu dem gerade erzielten Ergebnis, dass es einen unterschiedlichen Führungsstil zwischen den Geschlechtern gibt. Im Folgenden wird dieser Gedanke näher erörtert und ausgeführt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Führungsstil: Sind Männer und Frauen anders?
Hochschule
Universität Hohenheim  (Lehrstuhl für Haushalts- und Konsumökonomik sowie Genderökonomik)
Veranstaltung
Referat im Rahmen des Seminars „Sozialökonomischer Hauptseminar“
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V156914
ISBN (eBook)
9783640703418
ISBN (Buch)
9783640703982
Dateigröße
625 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Führungsstil, Gleichheitstheorie, Differenztheorie, 4.3. Das Androgyniekonzept, Die Dekonstruktion
Arbeit zitieren
Matthias Müller (Autor), 2009, Führungsstil: Sind Männer und Frauen anders?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156914

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