Die Bachelorarbeit widmet sich der Analyse der medialen Darstellung Chinas in den Duisburger Lokalmedien der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung während des Ukraine Konflikts. In diesem Forschungsprojekt wird analysiert, welchen Einfluss globale Krisen auf bestehende Narrative und Interpretationsmuster über internationale Akteure wie China haben und welche Rolle lokale Medien bei der Vermittlung solche Erzählungen spielen. Die Untersuchung soll Aufschluss geben, wie sich die Berichterstattung in den Duisburger Lokalmedien der WAZ über Chinas Bedeutung vor, während und nach dem Höhepunkt des Ukraine Konflikts auswirken.
Die Forschungsfrage wurde unter Verwendung eines Mixed Methods Ansatzes beantwortet der qualitative und quantitative Inhaltsanalysemethoden miteinander verknüpft. Drei Kategorien wurden in der qualitativen Inhaltsanalyse gebildet, welche zugleich die Hauptframes darstellen, die die Narrative widerspiegeln: geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Verflechtungen und andere. Diese Frames beeinflussten die Berichterstattung maßgeblich. Die quantitative Analyse ergab, dass während des Höhepunkts des Konflikts in der Ukraine ein deutlicher Anstieg der Medienaufmerksamkeit auf China zu verzeichnen war. Vor dem Ereignis lag der Fokus auf wirtschaftliche Themen. Dabei hatten geopolitische Themen einen starken Einfluss auf die Berichterstattung in der Hochphase. Nach dem Höhepunkt traten vermindert wirtschaftliche Themen auf, die aber einer kritischeren Auslegung unterworfen waren und immer noch weniger vertreten wurden wie die geopolitischen Themen. Die Resultate der Untersuchung zeigen, dass der Konflikt als Wendepunkt in der medialen Darstellung Chinas klar erkennbar wurde. In der Krise erfuhren bestehende ökonomische Narrative eine Destabilisierung, wobei geopolitische Frames und dessen Perspektiven vermehrt an dessen Stelle traten. Dadurch wurde eine kritischere Berichterstattung über Chinas wirtschaftliche Bedeutung und dessen wirtschaftliche Verflechtung geschaffen. Die Critical Juncture Theorie und die Framing Theorie, die als theoretische Rahmen dienen erläutern dieses. Die vorliegende Arbeit kann zur Kommunikationswissenschaft beitragen, indem sie die Bedeutung von Frames und dessen Bildung von Narrativen in Krisenzeiten aufzeigt und die Interaktionen zwischen globalen Ereignissen und lokalen Medien interpretierbar macht.
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1: Einleitung
1.1 Bedeutung Chinas für die Lokale Wirtschaft
1.2 Problematik und Veränderung der Wirtschaftsstruktur
1.3 Wissenschaftliche Fragestellung und Erkenntnis der Arbeit
1.4 Ziel der Arbeit und aktueller Forschungsstand
Kapitel 2: Theoretischer Rahmen
2.1 Einleitung in die Critical Juncture Theory
2.2 Einleitung in die Framing Theorie
2.3 Bedeutung der Theorie für die Forschung der Arbeit
Kapitel 3: Methodik
3.1 Forschungsdesign: Mixed Methods Ansatz
3.1.1 Stärken und Schwächen bei der Methodikanwendung
3.1.2 Datenbasis
3.2 Methodisches Vorgehen
3.2.1 Anwendung der qualitativen Analyse
3.2.2 Framedefinition und Kodierprozess: Methodischer Leitfaden
3.2.3 Anwendung quantitative Analyse
3.2.4 Verknüpfung der Methoden
Kapitel 4: Analyse und Ergebnis
4.1 Kontext der Frames in der Berichterstattung über China
4.1.1 Analyse und Framing der Kategorie geopolitische Spannung
4.1.2 Analyse und Framing der Kategorie wirtschaftliche Verflechtung
4.1.3 Analyse der Schlüsselwörter
4.1.4 Wirkung eines Frames
4.2 Qualitative und quantitative Analyse
4.2.1. Dynamik der Kategorien
4.2.2 Tonalität der Kategorien
4.2.3 Verteilung der Berichterstattung
4.2.4 Verknüpfung der qualitativen und quantitativen Ergebnisse
Kapitel 5: Diskussion und Fazit
5.1 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
5.2 Diskussion der Ergebnisse im theoretischen Kontext
5.3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht systematisch, wie globale Krisen, insbesondere der Ukraine-Konflikt, die mediale Darstellung Chinas in der Duisburger Lokalpresse (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) beeinflussen und welche Rolle lokale Medien bei der Vermittlung globaler Narrative im regionalen Kontext einnehmen.
- Analyse der medialen Berichterstattung während des Ukraine-Konflikts
- Anwendung der Critical Juncture Theory zur Identifikation von Wendepunkten
- Einsatz der Framing-Theorie zur Erschließung von Interpretationsmustern
- Kombination qualitativer und quantitativer Inhaltsanalysesmethoden (Mixed Methods)
- Erforschung des Wandels von ökonomischen zu geopolitischen Narrativen
Auszug aus dem Buch
4.1.4 Wirkung eines Frames
Ein Frame beginnt mit der Selektion spezifischer Informationen die hervorgehoben und interpretiert werden. Die Öffentlichkeit nimmt diese Darstellung als Orientierung für die Bewertung eines Themas auf.
Die Abbildung 4 zeigt die Struktur und Funktionsweise des Frames geopolitische Spannungen in der medialen Berichterstattung über China. Im Mittelpunkt steht der zentrale Frame, der die Spannungen zwischen China und anderen globalen Akteuren thematisiert. Dieser wird durch das Narrativ China als strategischer Partner Russlands konkretisiert, der Chinas enge geopolitische Ausrichtung und Kooperation mit Russland beleuchtet. Drei zentrale Schlüsselideen prägen diesen Frame: Erstens wird die positive Zusammenarbeit mit Russland hervorgehoben, zweitens betont die Berichterstattung Chinas wachsende Machtposition und drittens wird darauf hingewiesen wie diese Zusammenarbeit die westlichen Werte und Allianzen unter Druck setzt.
Ein typisches Medienbeispiel aus den Artikeln für diesen Frame könnte ein Textauszug wie „Xi Jinping und Wladimir Putin — einig gegen den Westen Allianz zwischen China und Russland“ sein. Diese Darstellung verdeutlicht Chinas strategische Rolle und schärft sein geopolitisches Profil. Die Wirkung dieses Frames liegt in der Verstärkung der Spannungen zwischen China und westlichen Akteuren, da er China als herausfordernden und dominanten Teilnehmer in der internationalen Politik positioniert. Die Abbildung visualisiert, wie die Schlüsselideen den Frame prägen und wie dieser systematisch in den Medien dargestellt und interpretiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung Chinas für Duisburg ein, benennt die Problemstellung im Kontext des Ukraine-Konflikts und definiert das Ziel sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
Kapitel 2: Theoretischer Rahmen: Hier werden die Critical Juncture Theory sowie die Framing-Theorie als wissenschaftliches Fundament detailliert vorgestellt, um die Dynamik und Konstruktion medialer Berichterstattung zu erfassen.
Kapitel 3: Methodik: Dieses Kapitel erläutert den Mixed-Methods-Ansatz, die Datenbasis aus der WAZ zwischen Januar und Juli 2022 sowie den Prozess der qualitativen und quantitativen Inhaltsanalyse.
Kapitel 4: Analyse und Ergebnis: In diesem Kapitel werden die gesammelten Daten ausgewertet, die zentralen Frames sowie deren Tonalität und zeitliche Entwicklung im Untersuchungszeitraum dargestellt.
Kapitel 5: Diskussion und Fazit: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, diskutiert diese im theoretischen Kontext und schließt mit einer Bilanz zur Bedeutung lokaler Medien als Vermittler globaler Krisen.
Schlüsselwörter
China, Ukraine-Konflikt, Framing-Theorie, Critical Juncture Theory, Duisburg, Lokalmedien, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Verflechtung, Medienanalyse, Mixed-Methods, Narrative, internationale Politik, globale Krise, Wirtschaftsstandort.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich die mediale Wahrnehmung und Darstellung Chinas in der lokalen Presse von Duisburg vor, während und nach dem Höhepunkt des Ukraine-Konflikts verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Verflechtungen sowie deren interaktiver Darstellung in den Medien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss globaler Krisen auf lokale Narrative systematisch zu untersuchen und zu verstehen, wie Medien globale Ereignisse für ein regionales Publikum interpretieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet einen Mixed-Methods-Ansatz, der eine quantitative statistische Auswertung mit einer qualitativen, theoriegeleiteten Frame-Analyse kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Einbettung, der methodischen Durchführung (Kodierung der WAZ-Beiträge) und der detaillierten Analyse der Ergebnisse, unterteilt in geopolitische und wirtschaftliche Kategorien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die zentralen Schlagworte sind Framing, Critical Juncture, China-Berichterstattung, lokale Medien und geopolitischer Wandel.
Welche Rolle spielt Duisburg in dieser Analyse?
Duisburg dient als Fallbeispiel, da der dortige Hafen als Knotenpunkt der "Neuen Seidenstraße" eine besondere wirtschaftliche Verbindung zu China darstellt, die in Krisenzeiten wie dem Ukraine-Krieg medial verstärkt hinterfragt wurde.
Zu welchen Schlussfolgerungen kommt der Autor hinsichtlich der Krisenberichterstattung?
Die Arbeit zeigt, dass globale Krisen als Wendepunkte wirken, die etablierte wirtschaftliche Narrative destabilisieren und durch kritischere, geopolitisch konnotierte Frames ersetzen, wobei diese Veränderung auch nach Ende der Krisenintensität bestehen bleibt.
- Citar trabajo
- Giuliano Yildirim (Autor), 2025, Wie beeinflussen globale Krisen und politische Ereignisse die Darstellung Chinas in den Duisburger Lokalmedien?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1569342