[...] Die
wichtigsten zwei Organisationen der multilateralen Kooperation sind die Vereinten Nationen
und die Bretton Woods Institutionen (Weltbank, Internationaler Währungsfonds).
In dieser Arbeit beschränkt sich der Autor auf die Zusammenarbeit der Schweiz mit den
Regionalen Entwicklungsbanken. Jedoch ist auch diese Einschränkung auf Zusammenarbeit
der Schweiz mit der Interamerikanischen, Asiatischen und Afrikanischen Entwicklungsbank
noch ein sehr weitläufiges Gebiet und kann im Rahmen dieser Arbeit daher
nicht vollumfänglich diskutiert werden. Da die Schweiz als kleines Land mit einem geringen
Kapitalanteil beschränkte Einflussmöglichkeiten auf die einzelnen Regionalen Entwicklungsbanken
hat, hat sie durchaus ihre Gründe, an den multilateralen Entwicklungszusammenarbeit
der Regionalen Entwicklungsbank aktiv teilzunehmen. Sowohl die Dimensionen
der Entwicklungsprobleme als auch die komplizierten Zusammenhänge zwischen
Armut, Krankheiten, Umweltverschmutzung, politischer Instabilität und unfreiwilliger Migration
machen ein gemeinsames, sachlich koordiniertes Vorgehen der Geberstaaten unabdingbar.
Durch ihre Teilnahme an der multilateralen Zusammenarbeit kann die Schweiz
zur Lösung dieser entwicklungspolitischen Aufgaben und globalen Probleme, denen eine
blosse bilaterale Entwicklungszusammenarbeit nicht gerecht zu werden vermag, beitragen.
Will man die beschränkten Mittel der Schweiz optimal einsetzen, muss man die mögliche
Einflussnahme der Schweizer Vertreter auf die Entscheidungsprozesse der Regionalen
Entwicklungsbanken genaustens kennen. Mit diesem Ziel sollen in dieser Arbeit die Struktur,
die Instrumente und die Vorgehensweise der multilaterale Entwicklungszusammenarbeit
zwischen der Schweiz und den Regionalen Entwicklungsbanken dargestellt werden.
Die vorliegende Arbeit ist so strukturiert, dass der inhaltliche Zusammenhang in vier grosse
Teile gegliedert wird. Der erste enthält die Darstellung der Regionalen Entwicklungsbanken,
im zweiten Teil wird die multilaterale Entwicklungshilfe der Schweiz beschrieben.
Im dritten Teil werden die Resultate der Zusammenarbeit diskutiert und im vierten werden
Verbesserungsvorschläge vorgestellt. Diese Struktur ist insofern von Wichtigkeit, als die
Arbeit von den einzelnen Akteuren zuerst diskutiert werden musste, bevor die Resultate und Wirkungen der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit analysiert werden konnten
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A Die Schweiz und die Regionalen Entwicklungsbanken
A1 Aufbau und Funktionsweise der Regionalen Entwicklungsbanken
A1.1 Historische Zusammenhänge
A1.2 Ziele
A1.3 Struktur und Organisation der REB
A2 Schweizerische Zusammenarbeit mit den Regionalen Entwicklungsbanken
A2.1 Struktur der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit
A2.2 Prinzipien und Grundlagen der Entwicklungszusammenarbeit
A2.3 Ziele der Schweizer multilateralen Entwicklungszusammenarbeit
A2.4 Historische Facts: Die Schweiz in den REB
A3 Instrumente der Zusammenarbeit mit den Entwicklungsbanken
A3.1 Institutionelle Zusammenarbeit
A3.2 Operationelle Zusammenarbeit
B Analyse der Ziele und Massnahmen der REB und der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit mit den REB
B1 Assessments
B1.1 Zielübereinstimmung zwischen der Schweiz und den Regionalen Entwicklungsbanken
B1.2 Assessments und Massnahmen zur Zielerreichung der Regionalen Entwicklungsbanken
B1.3 Assessments und Massnahmen zur Zielerreichung der Schweiz durch die Kooperation mit REB
B2 Probleme der Zieldefinition und Schwierigkeiten bei der Umsetzung
B2.1 Regionale Entwicklungsbanken
B2.2 Analyse der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit mit den REB
B3 Evaluationsstrategien und -problematik der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit
C Empfehlungen
C1 Zieldefinition
C2 Evaluation
C3 Organisation der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit
C4 Personalmanagement
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die multilaterale Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz mit regionalen Entwicklungsbanken (REB). Das primäre Ziel ist es, die Strukturen, Instrumente und Vorgehensweisen dieser Kooperation darzustellen, kritisch zu analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um den Einfluss der Schweiz in diesen Institutionen optimal zu nutzen.
- Analyse der Zusammenarbeit mit der Asiatischen, Interamerikanischen und Afrikanischen Entwicklungsbank
- Untersuchung der Zielübereinstimmung zwischen der schweizerischen Entwicklungspolitik und den REB
- Evaluierung der operationellen Instrumente und der schweizerischen Interessenvertretung
- Beurteilung von Evaluationsstrategien und Herausforderungen bei der Zielumsetzung
- Formulierung von Empfehlungen für eine effizientere strategische und organisatorische Zusammenarbeit
Auszug aus dem Buch
A1.2 Ziele
Das wichtigste Ziele der drei Regionalen Entwicklungsbanken IDB, AsDB, AfDB ist die Bekämpfung der Armut. Ein zweites Hauptziel ist die Förderung der nachhaltige Entwicklung. In Projekten und Programmen zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung sollen die Bedürfnisse der Ärmsten berücksichtigt werden. Das dritte Hauptziel der REB ist die Förderung des wirtschaftlichen Wachstums. Der Aufbau einer funktionierenden Wirtschaft soll dazu beitragen, dass die Entwicklungsländer sich aus eigener Kraft entwickeln können. Besonders viel Gewicht innerhalb der Förderung des Wirtschaftswachstums erhält der private Sektor. Jedoch soll der ärmste Teil der betreffenden Bevölkerung am Nutzen des wirtschaftlichen Wachstums beteiligt werden. Investitionen in technische und soziale Infrastrukturen gehören seit jeher zu den Zielen der REB. Der Aufbau der Infrastruktur ist eine der Voraussetzungen, um eine nachhaltige Entwicklung und die Förderung der Wirtschaft eines Entwicklungslandes zu ermöglichen.
Neben einer funktionierenden Infrastruktur begünstigt ein stabiles soziales und politisches System die nachhaltige Entwicklung und das wirtschaftliches Wachstum. Um die politischen Institutionen der Entwicklungsländer zu demokratisieren soll durch die Programme der REB die Einführung von Good Governance (gute Regierungsführung) gefördert werden, welche die Demokratisierung des politischen Systems, die Reduktion der unverhältnismässigen Militärausgaben, ferner die Rechtsstaatlichkeit und die Rechenschaftspflicht beinhaltet. Dazu gehören der Schutz der Menschenrechte und die Teilnahme der Bevölkerung bei der Umsetzung der entwicklungspolitischen Ziele. Die Regionalen Entwicklungsbanken können dank ihren bedeutenden finanziellen Ressourcen wesentlich stärker auf die Politik ihrer Darlehensnehmer Einfluss nehmen und als kleinere Geberländer.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die bilaterale versus multilaterale Entwicklungszusammenarbeit und Darlegung der Zielsetzung, die Zusammenarbeit der Schweiz mit regionalen Entwicklungsbanken zu analysieren.
A Die Schweiz und die Regionalen Entwicklungsbanken: Überblick über Struktur, Historie und Ziele der REB sowie die schweizerische Einbindung und Kooperationsinstrumente.
B Analyse der Ziele und Massnahmen der REB und der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit mit den REB: Kritische Untersuchung der Zielerreichung, der Probleme bei der Zieldefinition sowie der Evaluationsstrategien.
C Empfehlungen: Konkrete Verbesserungsvorschläge zur Zieldefinition, Evaluation, Organisation und dem Personalmanagement der schweizerischen Zusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Schweiz, Entwicklungszusammenarbeit, Regionale Entwicklungsbanken, Asiatische Entwicklungsbank, Interamerikanische Entwicklungsbank, Afrikanische Entwicklungsbank, Armutsbekämpfung, Good Governance, Wirtschaftswachstum, Evaluation, Institutionelle Zusammenarbeit, Secondments, Entwicklungspolitik, Multilaterale Hilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die multilaterale Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz mit den drei regionalen Entwicklungsbanken (IDB, AsDB, AfDB).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Struktur der Zusammenarbeit, die Zielsetzungen der Banken, die schweizerische Interessenvertretung sowie die Wirksamkeit und Evaluation dieser Kooperationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die bestehenden Strukturen und Instrumente zu durchleuchten, um aufzuzeigen, wie die Schweiz ihre Einflussmöglichkeiten optimal nutzen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode unter Einbezug offizieller Botschaften, Strategiepapiere und Expertenbefragungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Zielübereinstimmungen, die Umsetzungsstrategien der REB sowie die Herausforderungen der schweizerischen Verwaltung bei der Koordination ihrer multilateralen Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Armutsbekämpfung, Good Governance, Institutionelle Zusammenarbeit und die Effizienz der schweizerischen Außenwirtschaftspolitik.
Warum ist die Mitgliedschaft in REB für die Schweiz bedeutsam?
Sie ermöglicht der Schweiz trotz begrenzter Ressourcen international einflussreich zu agieren, die Visibilität der eigenen Entwicklungspolitik zu erhöhen und wirtschaftliche Aufträge für Schweizer Firmen zu erschließen.
Was schlägt der Autor zur Verbesserung der Zusammenarbeit vor?
Unter anderem wird eine klarere sektorielle Priorisierung, ein systematischerer Informationsaustausch durch einen Wissens-Pool sowie eine verstärkte Präsenz durch gezielte Secondment-Programme gefordert.
- Quote paper
- Dominik Oggenfuss (Author), 2001, Schweizer Entwicklungszusammenarbeit mit den Regionalen Entwicklungsbanken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15768