Söhne Constantin des Großen: Verwandtenmorde und Herrschaftsteilung


Seminararbeit, 2009

10 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Die Nachfolgeregelung Constantin des Großen

3. Die Söhne Constantin des Großen
3.1. Flavius Claudius Constantinus
3.2. Flavius Iulius Constantius
3.3. Flavius Iulius Constans

4. Fazit

5. Literatur

1. Einleitung

„ Dieses alles trug sich in der größten Festzeit, in der hochgefeierten, heiligen Pfingstzeit zu [...]; in ihr ist ja nach dem Berichte der göttlichen Schriften die Aufnahme des Erlösers der Welt in den Himmel und die Herabkunft des Heiligen Geistes zu den Menschen erfolgt.

Eben in dieser Festzeit empfing der Kaiser die erwähnten Gnaden und an ihrem letzten Tage, den man ohne fehlzugehen das Fest der Feste nennen darf, wurde er um die Mittagszeit zu seinem Gotte aufgenommen. Während er den Menschen ließ, was von ihm ihnen verwandt war, vereinigte er mit seinem Gott, was von seiner Seele mit Vernunft begabt und mit göttlicher Liebe erfüllt war.

So endete das Leben Konstantins. (22.5.337)“

( Eusebius 5, 64)

Als Constantin der Große nach schwerer Krankheit starb, dauerte es einige Zeit bis eine eindeutige Nachfolgeregelung getroffen wurde. Die Zeit nach dem Tod Constantins beschreibt Eusebius so, dass es eine unermessliche Trauer gab. Dem König wurde weiterhin so gehuldigt, als sei er gar nicht tot. Trotz tiefster Trauer musste es irgendwann weitergehen und klare Verhältnisse geschaffen werden.

Durch Constantins Ableben warfen sich viele Fragen auf. Wie sollte es mit der Regierung des Reiches weitergehen? Welcher seiner drei Söhne wird Augustus? Inwiefern wird sein Neffe Dalmatius, den er noch zu Lebzeiten zum Caesaren ernannt hatte, in die Herrschaftsordnung mit einbezogen? Wer dieser vier Thronfolger soll welche Gebiete regieren? Fragen über Fragen, die ich im zweiten Teil dieser Arbeit beantworten möchte.

Nicht nur die komplizierte Herrschaftsteilung wird diese Arbeit näher beleuchten, sondern auch mit welcher Brutalität, die zukünftigen Thronfolger gegeneinander vorgingen.

Um die Geschehnisse dieser Zeit besser nachvollziehen zu können, wird sich der letzte Teil meiner Arbeit mit einem kurzen Abriss des Lebens, der drei Söhne Constantins auseinandersetzen.

2. Die Nachfolgeregelung Constantin des Großen

Verwandtenmorde und Herrschaftsteilung

Constantin der Große starb am 22. Mai 337 in der Nähe von Nikomedia. Trotz schwerer Erkrankung hatte er bis zum Schluss keine wirkliche Nachfolgeregelung getroffen und somit auch kein Testament hinterlassen.[1] Diesen Sachverhalt versuchen die meisten Quellen zu vertuschen. Einige behaupten, er habe seinen Söhnen nur den Augustititel hinterlassen, andere wiederum, er sei keines natürlichen Todes gestorben, sondern von seinen Halbbrüdern ermordet worden. Er soll das Verbrechen jedoch vor seinem Tod bemerkt haben und die Bestrafung der Verbrecher dem Sohn angeordnet haben, der zuerst bei seinem Leichnam eintrifft.[2] Jede Quelle besagt also etwas anderes. Fest steht, es gab eine territoriale Gebietsaufteilung unter den vier Thronanwärtern.

Vier Nachfolger Constantins kamen in Frage. Zum einen waren da seine drei Söhne, die Caesaren Flavius Claudius Constantinus, Flavius Iulius Constantius und der jüngste Flavius Iulius Constans. Der vierte im Bunde war Constantins Neffe Flavius Dalmatius, den er zu Lebzeiten zum Caesaren ernannt hatte. Keiner dieser vier trat nach Constantins Tod gleich in die direkten Fußstapfen seines Vater bzw. Onkels und wagte sich den Augustustitel anzunehmen. Nicht einmal der rangälteste Caesar, dem eigentlich zuerst der Anspruch auf diesen Titel galt.[3]

Flavius Claudius Constantinus erhielt in territorialer Hinsicht Gallien, Spanien und Britannien. Flavius Iulius Constantius bekam als zukünftiges Herrschaftsgebiet den Orient mit Ägypten zugewiesen und der jüngste Falvius Iulius Constans erhielt Italien, Afrika, Pannonien und Dakien.[4]

Erst im Spätsommer 337 kam zur Ausrufung der drei Söhne zu Augusti. Kurz darauf wurde angeblich auf Befehl Flavius Claudius Constantius, die verwandtschaftliche Nebenlinie seines Vaters samt Hofanhang von seinen Soldaten ermordet.[5] Dem Gemetzel fielen selbstverständlich sämtliche Halbbrüder zum Opfer. Insgesamt fanden neun mögliche Thronanwärter den Tod.[6]

Auch Hannibalianus und Dalmatius, der die größte Konkurrenz der Nebenlinie in Bezug auf die Herrschaftsfrage darstellte, fielen der „Säuberungswelle“ zum Opfer. Zu den wenigen, die mit dem Leben davon kamen, zählten die Söhne Iulius Constantius, Gallus und Iulian.[7]

Der äußerst brutale Massenmord wurde schließlich den Soldaten in die Schuhe geschoben, mit dem Grund, diese wollten sich nur von den Söhnen Constantins regieren lassen.[8]

Am 09.09.337 kam es dann endlich zu Bestätigung Constantinus II, Constantius II und Constans zu rechtmäßigen Augusti.

Kurz darauf, Ende September 337, trafen sich alle drei Brüder um die zukünftige Herrschaftsordnung nach dem Tod Iulius Dalmatius zu klären.[9] Zum einem wurde der Beschluss gefällt, das alle drei Brüder als gleichrangige Augusti regieren sollten. Bei der territorialen Aufteilung kam es jedoch schon zu Unterschieden. Flavius Claudius Constantinus wurden Gallien, Britannien, Spanien und Mauretanien zugesprochen. Flavius Iulius Constantius bekam den Orient, Ägypten und zusätzlich Thrakien, das frühere Herrschaftsgebiet Iulius Dalmatius.

[...]


[1] Schmitt, Oliver: Constantin der Große (275-337), Stuttgart 2007, S. 265.

[2] Schmitt, Oliver: Constantin der Große (275-337), Stuttgart 2007, S. 266.

[3] Schmitt, Oliver: Constantin der Große (275-337), Stuttgart 2007, S. 266.

[4] Dermandt, Alexander: Die Spätantike: Römische Geschichten von Diocletian bis Justinian 284-565 n.Chr., Lindheim 2007, S. 104.

[5] Schmitt, Oliver: Constantin der Große (275-337), Stuttgart 2007, S. 267.

[6] Dermandt, Alexander: Die Spätantike: Römische Geschichten von Diocletian bis Justinian 284-565 n.Chr., Lindheim 2007, S. 104.

[7] Schmitt, Oliver: Constantin der Große (275-337), Stuttgart 2007, S. 268.

[8] Dermandt, Alexander: Die Spätantike: Römische Geschichten von Diocletian bis Justinian 284-565 n.Chr., Lindheim 2007, S. 104.

[9] Schmitt, Oliver: Constantin der Große (275-337), Stuttgart 2007, S. 268.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Söhne Constantin des Großen: Verwandtenmorde und Herrschaftsteilung
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V157851
ISBN (eBook)
9783640705634
ISBN (Buch)
9783640706099
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Söhne, Constantin, Großen, Verwandtenmorde, Herrschaftsteilung
Arbeit zitieren
Stefanie Köhler (Autor), 2009, Söhne Constantin des Großen: Verwandtenmorde und Herrschaftsteilung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157851

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