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Die Praxis der Sterbehilfe in den Niederlanden

Título: Die Praxis der Sterbehilfe in den Niederlanden

Trabajo , 2010 , 29 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Carola Tiedke (Autor)

Didáctica - Historia y geografía regional
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Seit 2002 ist in den Niederlanden ein Gesetz in Kraft, dass die aktive Sterbehilfe auf Verlangen unter Einhaltung bestimmter Kriterien unter Straffreiheit stellt. Dieses Gesetz ist das Ergebnis einer langjährigen Diskussion und zunehmender Liberalisierungspraxis. Es hat zu scharfen Kontroversen geführt, weniger allerdings in den Niederlanden selbst, sondern vielmehr im Nachbarland Deutschland, aber auch in der internationalen Diskussion finden sich sehr unterschiedliche, zum Teil widersprüchliche Aussagen über die niederländische Situation. Die Widersprüchlichkeit spiegelt vor allem den Stand der Diskussion wider und zeigt die Tendenz der Instrumentalisierung, die dem Verweis auf die Liberalisierungspraxis der Niederlande oftmals innewohnt. In der vorliegenden Arbeit habe ich mich um eine weitgehendst sachliche Darstellung der Situation bemüht. In letzter Konsequenz scheint dies allerdings kaum möglich zu sein, denn die Darstellung der Fakten verrät immer auch die eigene Haltung – ein Umstand der in diesem hoch emotionalisierten Thema noch einmal mehr gilt.
Um eine möglichst umfassende Darstellung zu gewährleisten, wird nach Klärung der für das Thema wichtigsten Begriffe zunächst ein kurzer Abriss der Vorgeschichte des Gesetzes gegeben. Danach stelle ich das Gesetz selbst und das dazugehörige Verfahren vor, im Anschluss findet sich ein kurzer Überblick über jüngste Entwicklungen. Im letzten Teil der Arbeit werden einige empirische Daten und ihre Diskussion vorgestellt, um zu guter Letzt die Hauptkritik des Dammbruches zu beleuchten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung

2.1 Euthanasie versus Sterbehilfe

2.2 Die Begriffe der Sterbehilfe im Detail

2.2.1 Aktive versus passive Sterbehilfe:

2.2.2 Direkte versus indirekte Sterbehilfe:

2.3 Das niederländische Begriffsverständnis

3 Vorgeschichte

4 Gesetzliche Grundlage und formales Verfahren

4.1 Die Sorgfaltskriterien

4.2 Die regionalen Kontrollkommissionen

4.3 Minderjährige

4.4 Patientenverfügungen

5 Jüngste Entwicklungen

5.1 Das Groningen Protokoll

5.2 Demenzkranke

5.3 Lebensmüdigkeit und psychisch Kranke

6 Empirische Daten

7 Kritik

7.1 Dammbruch

8 Résumé

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Praxis der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden weitgehend sachlich darzustellen und kritisch im Kontext der Debatte über einen möglichen Dammbruch zu beleuchten.

  • Historische Genese der Sterbehilfegesetzgebung in den Niederlanden
  • Analyse der Sorgfaltskriterien und des formalen Meldeverfahrens
  • Diskussion aktueller Entwicklungen wie dem Groningen Protokoll
  • Empirische Auswertung der Sterbehilfezahlen und Meldequoten
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Dammbruchargument

Auszug aus dem Buch

7.1 Dammbruch

Dammbruchargumente werden häufig von Liberalisierungsgegnern einer bestimmten Handlung gebracht, die vor den negativen Konsequenzen einer bestimmten Praxis warnen und damit versuchen, die Einführung dieser zu verhindern. Dementsprechend häufig tauchen sie im Zusammenhang mit Fragen der Bioethik und der medizinischen Ethik und auch insbesondere mit der Sterbehilfe auf, klassischerweise erfolgt dann immer der Verweis auf die niederländische Praxis.

Das Argument des Dammbruchs besagt, dass die Praxis einer bestimmten erwünschten Praxis A zwangsläufig (möglicherweise über eine Reihe von Zwischenschritten) zu der unerwünschten Praxis B führt. Thomas Zoglauer (S.1) stellt das Argument folgendermaßen dar:

„1. Aus A folgt B oder A führt über eine Kette von Zwischenschritten zu B.

2. B ist moralisch nicht wünschenswert.

3. Daher dürfen wir A nicht zulassen. „

Oftmals wird zwischen sogenannten logischen und empirischen Dammbruchargumenten unterschieden. Nach Zimmermann-Acklin (360) besagt „die logische Version ( ), dass eine bestimmte gesellschaftliche Praxis dann zur Toleranz gegenüber einer anderen, unter Umständen umstrittenen Praxis zwingt, wenn aufgrund logischer Überlegungen ein Selbstwiderspruch umgangen oder eine inkonsistente Argumentation vermieden werden soll“. Bei dem empirischen Dammbruchargument geht es um die Effektivität von gesetzten Grenzen, es beruht auf bereits vorliegenden Daten oder Erfahrungen (vgl. ebd. 363). Wenn wir A zulassen und vor allem wenn wir A praktizieren, wird es letztlich immer dazu führen, dass wir auch B akzeptieren. Im Falle der aktiven Sterbehilfe gibt es die diversesten Argumente, die in dieses Muster fallen, Zimmermann-Acklin (363) nennt als Beispiele die Abstumpfung von Ärzten, die regelmäßig Sterbehilfe leisten, der Anpassungsdruck in der Gesellschaft oder auch der Gewöhnungseffekt. Die niederländische Praxis der Sterbehilfe wird mit beiden Typen von Dammbruchargumenten kritisiert: Zum einen sind dabei die mangelnde Begriffsschärfe bzw. auch Unbestimmbarkeit zentraler Begriffe im Fokus, andererseits wird z. B. die nichtfreiwillige Sterbehilfe oder auch die Ausweitung der Sterbehilfe auf psychisch Kranke als Hinweise auf einen empirischen Dammbruch verstanden. Häufig vermischen sich aber beide Typen des Dammbrucharguments.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die langjährige Diskussion um das niederländische Sterbehilfegesetz und begründet das Ziel einer sachlichen Darstellung der Thematik.

2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Komplexität der Sterbehilfe und definiert das niederländische Verständnis gegenüber internationalen Differenzierungen.

3 Vorgeschichte: Der Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung vom Verbot zur rechtlichen Notstandslösung bis hin zur gesellschaftlichen Meinungsbildung.

4 Gesetzliche Grundlage und formales Verfahren: Hier werden die gesetzlichen Sorgfaltskriterien und die Rolle der Kontrollkommissionen im aktuellen Rechtsrahmen detailliert dargelegt.

5 Jüngste Entwicklungen: Dieses Kapitel diskutiert Erweiterungen und Grenzbereiche wie das Groningen Protokoll sowie Sterbehilfe bei Demenz oder psychischen Leiden.

6 Empirische Daten: Hier werden die quantitativen Entwicklungen der verschiedenen Formen von Sterbehilfe und die Meldebereitschaft der Ärzte analysiert.

7 Kritik: Dieser Abschnitt befasst sich mit der theoretischen und praktischen Debatte um das Dammbruchargument im Kontext der Liberalisierung.

8 Résumé: Das Resümee bilanziert die niederländische Praxis als Ergebnis einer langjährigen Debatte und betont die Bedeutung von Transparenz für die ethische Bewertung.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, Euthanasie, Niederlande, Sorgfaltskriterien, aktive Sterbehilfe, Beihilfe zum Suizid, Dammbruchargument, Patientenautonomie, Medizinalethik, Meldeverfahren, Groningen Protokoll, Sterbebegleitung, Lebensende, Kontrollkommissionen, Patientenverfügung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der gesetzlichen Regelung und der praktischen Anwendung der Sterbehilfe in den Niederlanden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Gesetzgebung, die definitorischen Unterscheidungen der Sterbehilfe sowie die kritische Analyse der aktuellen Praxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist eine weitgehend sachliche Darstellung der niederländischen Sterbehilfepraxis unter Berücksichtigung der kritischen internationalen Debatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse rechtlicher Grundlagen, empirischer Studien (wie dem Remmelink-Report) und bioethischer Diskursbeiträge.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Gesetze, die Erläuterung der Kontrollmechanismen, eine empirische Auswertung und die philosophische Erörterung von Dammbruchargumenten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe umfassen Sterbehilfe, Sorgfaltskriterien, Dammbruch, Patientenautonomie und das niederländische Modell.

Was besagt das Groningen Protokoll?

Es handelt sich um ein Protokoll, das unter strengen Bedingungen aktive Sterbehilfe bei schwerstkranken Neugeborenen ermöglicht.

Warum ist das Dammbruchargument für diese Arbeit relevant?

Das Dammbruchargument ist das häufigste kritische Argument gegen die niederländische Praxis und hinterfragt, ob eine Liberalisierung zwangsläufig zu missbräuchlichen Ausweitungen führt.

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Detalles

Título
Die Praxis der Sterbehilfe in den Niederlanden
Universidad
University of Potsdam  (Institut für Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde)
Calificación
1,0
Autor
Carola Tiedke (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
29
No. de catálogo
V157983
ISBN (Ebook)
9783640725595
ISBN (Libro)
9783640725878
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sterbehilfe Holland Euthanasie Mercy Killing
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Carola Tiedke (Autor), 2010, Die Praxis der Sterbehilfe in den Niederlanden, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157983
Leer eBook
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