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Mentales Muskeltraining - Evidenz und Anwendungsbereiche dieser Methode in der Physiotherapie

Titre: Mentales Muskeltraining - Evidenz und Anwendungsbereiche dieser Methode in der Physiotherapie

Thèse de Bachelor , 2010 , 42 Pages , Note: 2

Autor:in: Günter Bauernhofer (Auteur)

Santé - Physiothérapie, Ergothérapie
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Hintergrund: Mentales Training ist vor allem aus dem Bereich der Sportpsychologie bekannt. Dies betrifft die Vorstellung komplexer Bewegungsabläufe sowie die Vorstellung von einzelnen Muskelkontraktionen. Ziel des mentalen Muskeltrainings ist eine Kraftsteigerung von Muskeln und Muskelgruppen bzw. eine Krafterhaltung solcher in bestimmten Situationen (z.B. Immobilisation einer Extremität).
Ziel: Diese Arbeit behandelt das Thema „Mentales Muskeltraining“ und beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Wirkungsweise dieser Methode wissenschaftlich erklären lässt und in welche Bereiche diese mentale Technik in der physiotherapeutischen Praxis eingesetzt werden kann.
Ergebnisse: Es gibt verschiedene Erklärungsmodelle, welche die kraftsteigernde bzw. krafterhaltende Wirkung von mentalem Muskeltraining möglicherweise erklären. Durch Untersuchungen mit verschiedenen bildgebenden Verfahren konnte bereits festgestellt werden, dass während der Imagination von Muskelkontraktionen ähnliche Aktivitäten im Zentralnervensystem (z.B. Motorkortex) stattfinden, wie bei einer tatsächlich ausgeführten Bewegung. Diese imaginäre Trainingsform kann auf verschiedene Arten bzw. aus unterschiedlichen Perspektiven (z.B. Erste-Person-Perspektive und Dritte-Person-Perspektive) erfolgen. Die Wahl einer bestimmten Perspektive kann zusammen mit anderen Einflussfaktoren (Alter, Intensität der Vorstellung, etc.) den Trainingserfolg beeinflussen. In dieser Arbeit werden zusätzlich verschiedene Studien beschrieben, welche eine kraftsteigernde Wirkung von mentalem Muskeltraining bei verschiedenen Muskeln bzw. Muskelgruppen bestätigen. Die Ergebnisse sprechen auch für den Einsatz von mentalem Muskeltraining als mögliche Ergänzung für ein klassisches Krafttrainingsprogramm vor allem zu Beginn des Trainings. Geht man bei traumatisch-orthopädischen PatientInnen davon aus, dass das neuromuskuläre System intakt ist, kann die Technik hier ebenfalls eingesetzt werden, wenn beispielsweise physisches Training nicht möglich ist. Mentales Training in der neurologischen Rehabilitation bezieht sich in der verschiedenen Literatur hauptsächlich auf die Vorstellung von komplexen Bewegungsabläufen, mit dem Ziel, Alltagsbewegungen zu optimieren.
Mentales Muskeltraining stellt somit eine kostengünstige und effektive Zusatzintervention dar und kann in die physiotherapeutische Praxis integriert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Physiologie Motorik

1.1 Das Motorische System

1.2 Die Entstehung einer Bewegung

1.3 Der motorische Kortex

1.3.1 Der primär-motorische Kortex

1.3.2 Der sekundär-motorische Kortex

1.3.3 Die Aktivität des Motorkortex im Elektroenzephalogramm

1.4 Kleinhirn und Basalganglien

1.5. Spiegelneurone

2. Neuronale Plastizität und motorisches Lernen

3. Anfänge des mentales Trainings

4. Hypothesen zu den Wirkungsmechanismen

4.1 Psychoneuromuskuläre Theorie („Bottom-Up-Mechanism“)

4.2 Zentrale Theorie („Top-Down-Mechanism“)

4.3 Weitere Hypothesen

4.3.1 Kognitive Hypothese

4.3.2 Programmierungshypothese

5. Neurophysiologische Ansätze des mentalen Muskeltrainings

5.1 Neuronale Einflüsse auf die Muskelkraft

6. Bewegungsvorstellungstraining („Motor Imagery Training“)

6.1 Definitionen

6.2 Arten des Vorstellungstrainings

6.2.1 Das mental-sprachliche Training

6.2.2 Mentales Training aus der Beobachterperspektive

6.2.3 Mentales Training aus der Innenperspektive

6.2.4 Wahl der Vorstellungsart

6.3 Voraussetzungen und Einflussfaktoren

6.4 Erfassung der Vorstellungsfähigkeit

7. Studien über die Effekte von mentalem Muskeltraining

7.1 Studie von Ranganathan, Siemionow, Liu, Sahgal und Yue (2004)

7.2 Studie von Reiser (2005)

7.3 Studie von Reiser, Büsch und Munzert (2007)

7.4 Studie von Shackell und Standing (2007)

7.5. Studie von Sidaway und Trzaska (2005)

7.6 Studie von Zijdewind, Toering, Bessem, Van der Laan und Diercks (2003)

8. Mentales Muskeltraining in der Praxis

8.1 IMC-Training

8.2 Instruktion

8.3 Trainingsplanung

9. Anwendungsbereiche

9.1 Mentales Muskeltraining in der Orthopädie und Traumatologie

9.2 Mentales Muskeltraining in der neurologischen Rehabilitation

10. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die wissenschaftliche Wirkungsweise von mentalem Muskeltraining und evaluiert dessen Einsatzmöglichkeiten in der physiotherapeutischen Praxis, insbesondere wenn physisches Training temporär eingeschränkt ist.

  • Neurophysiologische Erklärungsmodelle für Kraftzuwächse durch Imagination
  • Vergleich verschiedener Vorstellungsarten (Interne vs. Externe Perspektive)
  • Analyse klinischer Studien zur Wirksamkeit bei verschiedenen Patientengruppen
  • Integration von mentalem Muskeltraining in orthopädische und neurologische Behandlungskonzepte
  • Praktische Implementierung mittels standardisierter Trainingsplanung und Instruktionen

Auszug aus dem Buch

1.3.1 Der primär-motorische Kortex

Der primär-motorische Kortex liegt im Bereich des Gyrus praecentralis (Area 4) und ist somatotop gegliedert. Das heißt jeder Stelle des Motorkortex können bestimmte Muskelgruppen zugeordnet werden. Die Muskelgebiete sind hierbei nach funktioneller Bedeutung und Feinmotorik repräsentiert und nicht entsprechend ihrer anatomischen Größenverteilung. Beispielsweise ist die Handmuskulatur im Verhältnis sehr stark repräsentiert, da diese einer starken Feinmotorik bedarf. Die Aufgabe des primär motorischen Kortex ist die Umsetzung des Bewegungsprogrammes in Impulse für die Motoneurone des Rückenmarks (Huppelsberg & Walter, 2003).

Laut Mayer und Hermann (2010) entspricht die somatoptope Gliederung nicht einer für immer festgelegten und unveränderbaren Karte, sondern unterliegt einer ständigen kortikalen Reorganisation (siehe Kapitel 2). Den Autoren zufolge zeigen verschiedene Studien, dass der Nichtgebrauch einer Extremität eine reduzierte bzw. ausfallende Stimulation und somit auch eine Rückbildung von kortikalen Repräsentationen zur Folge hat. Die entsprechenden Kortexareale übernehmen folglich andere Aufgaben. Mulder und Hochstenbach (2001) weisen ebenfalls darauf hin, dass der Nichtgebrauch einer Extremität während einer Immobilisation aus verschiedenen Gründen (posttraumatisch, neurologisch, etc.) zu Veränderungen der zentralen motorischen Repräsentation führt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema, Motivation der Arbeit und Definition des Fokus auf mentales Muskeltraining in der Physiotherapie.

1. Physiologie Motorik: Überblick über die neurologischen Strukturen wie Motorkortex, Kleinhirn und Spiegelneurone, die für die Planung und Ausführung von Bewegungen essenziell sind.

2. Neuronale Plastizität und motorisches Lernen: Erläuterung der lebenslangen Anpassungsfähigkeit des Gehirns als Grundlage für Lernprozesse und motorische Reorganisation.

3. Anfänge des mentales Trainings: Historischer Rückblick auf die ersten wissenschaftlichen Belege, dass Bewegungsvorstellungen muskuläre Aktivität auslösen.

4. Hypothesen zu den Wirkungsmechanismen: Darstellung theoretischer Modelle wie der peripheren und zentralen Theorie, die erklären sollen, warum Mentaltraining die Leistung verbessert.

5. Neurophysiologische Ansätze des mentalen Muskeltrainings: Vertiefung der neuronalen Einflüsse auf die Muskelkraft und die Bedeutung der kortikalen Optimierung.

6. Bewegungsvorstellungstraining („Motor Imagery Training“): Definition und Differenzierung verschiedener Vorstellungsformen sowie Voraussetzungen und Einflussfaktoren.

7. Studien über die Effekte von mentalem Muskeltraining: Zusammenfassung relevanter wissenschaftlicher Untersuchungen, die Kraftzuwächse durch Mentaltraining belegen.

8. Mentales Muskeltraining in der Praxis: Konkrete praktische Anwendungshinweise, inklusive IMC-Training, Instruktionstechniken und Trainingsplanung.

9. Anwendungsbereiche: Diskussion der Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Orthopädie, Traumatologie und neurologischen Rehabilitation.

10. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Einordnung in bestehende Theorien und Fazit zur Bedeutung für die physiotherapeutische Praxis.

Schlüsselwörter

Physiotherapie, mentales Muskeltraining, Kraftsteigerung, Anwendungsbereiche, Motor Imagery, neuronale Plastizität, Motorkortex, Rehabilitation, mentale Repräsentation, IMC-Training, Bewegungsvorstellung, sportpsychologische Methoden, motorisches Lernen, isometrische Kontraktion, therapeutische Zusatzintervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial von mentalem Muskeltraining als ergänzende Therapiemethode in der Physiotherapie zur Steigerung oder Erhaltung von Muskelkraft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die neurophysiologischen Grundlagen, verschiedene psychologische Hypothesen zur Wirkungsweise, die Bedeutung der Vorstellungsfähigkeit und die klinische Anwendung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu erklären, wie Mentaltraining wirkt, und aufzuzeigen, wie Physiotherapeuten diese Technik praktisch einsetzen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Auswertung zahlreicher wissenschaftlicher Studien zu neurophysiologischen Prozessen und klinischen Anwendungsbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die neurologischen Voraussetzungen, vergleicht Theorien zum „Bottom-Up“ und „Top-Down“ Mechanismus und wertet Studienergebnisse zu Kraftzuwächsen durch mentales Training aus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mentales Muskeltraining (MMT), Physiotherapie, Kraftsteigerung, neuronale Plastizität und Motor Imagery.

Ist Mentaltraining ein Ersatz für physisches Training?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Mentaltraining kein konventionelles Training ersetzt, sondern eine wertvolle, kostengünstige Zusatzintervention darstellt, besonders bei eingeschränkter physischer Belastbarkeit.

Wie unterscheidet sich die Beobachterperspektive von der Innenperspektive?

Bei der Beobachterperspektive betrachtet man sich von außen (Dritte-Person), während bei der Innenperspektive die Bewegung aus der eigenen Sicht (Erste-Person) mit allen Sinnen kinästhetisch nachempfunden wird.

Warum ist die Vorstellungsfähigkeit wichtig?

Studien zeigen, dass der Trainingserfolg maßgeblich von der Lebhaftigkeit und Qualität der Vorstellung abhängt, weshalb die Evaluation der Vorstellungsfähigkeit (z.B. mittels MIQ-RS) zentral ist.

Gibt es spezielle Übungen für Patienten?

Ja, die Arbeit beschreibt das IMC-Training (Imagined Maximum Contraction) und verweist auf Anhang B für Beispielinstruktionen, die Physiotherapeuten direkt in der Praxis verwenden können.

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Résumé des informations

Titre
Mentales Muskeltraining - Evidenz und Anwendungsbereiche dieser Methode in der Physiotherapie
Université
University of Applied Sciences Graz  (Pyhsiotherapie)
Note
2
Auteur
Günter Bauernhofer (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
42
N° de catalogue
V158191
ISBN (ebook)
9783640712236
ISBN (Livre)
9783640713158
Langue
allemand
mots-clé
Mentales Muskeltraining Evidenz Anwendungsbereiche Methode Physiotherapie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Günter Bauernhofer (Auteur), 2010, Mentales Muskeltraining - Evidenz und Anwendungsbereiche dieser Methode in der Physiotherapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158191
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Extrait de  42  pages
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