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Neuzeit. Historische Semantik eines modernen Schlüsselbegriffs

Titre: Neuzeit. Historische Semantik eines modernen Schlüsselbegriffs

Dossier / Travail , 2013 , 25 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Benjamin Weraneck (Auteur)

Histoire - Europe
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Die Arbeit untersucht zentrale Begriffe der neuzeitlichen Semantik im Kontext historischer Periodisierung und begriffsgeschichtlicher Theorie. Ausgehend von der Frage, wie sich die „Neuzeit“ als Epoche sprachlich konstituiert und ab wann spezifische Begriffe ein neues historisches Zeitbewusstsein anzeigen, wird argumentiert, dass sich mit dem 18. Jahrhundert eine fundamentale Umstrukturierung des geschichtlichen Denkens vollzieht. Im Zentrum der Analyse stehen die Konzepte „offene Zukunft“, „Revolution“ und „Fortschritt“, die exemplarisch für die semantische Neubestimmung historischer Zeit stehen. Methodisch stützt sich die Arbeit auf Reinhart Kosellecks Theorie historischer Zeiten und die begriffsgeschichtliche Methode, ergänzt durch die Beiträge der Geschichtlichen Grundbegriffe. Die Untersuchung leistet einen Beitrag zum Verständnis der Neuzeit als epistemischer Zäsur und verdeutlicht, dass die Herausbildung eines neuzeitlichen Geschichtsbewusstseins untrennbar mit semantischen Verschiebungen verbunden ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Semantik neuzeitlicher Begriffe

2.1 Periodologische Vorüberlegungen

2.1.1 Klassische Dreiteilung

2.1.2 Renaissance und Reformation

2.1.3 Frühe Neuzeit und eigentliche Neuzeit

2.1.4 1800: Zäsur und Kontinuität

2.2 Die begriffsgeschichtliche Methode

2.2.1 Kosellecks Sattelzeitkonzept

2.2.2 Theorie der historischen Zeiten

2.3 Zeitliche Indikatoren moderner Bewegungsbegriffe

2.3.1 Offene Zukunft

2.3.2 Revolution

2.3.3 Fortschritt

3 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung und semantische Entwicklung des Begriffs „Neuzeit“ sowie dessen Bedeutung für ein modernes Geschichtsbewusstsein. Dabei wird analysiert, wie sich durch diesen Schlüsselbegriff neue, dynamische Bewegungsbegriffe ausformten und welch zentralen Stellenwert diese für das Verständnis historischer Epochen-Zäsuren einnehmen.

  • Begriffsgeschichtliche Analyse der Moderne
  • Kritische Auseinandersetzung mit Periodisierungskonzepten
  • Die Rolle von „Sattelzeit“ und „Zeitschichten“
  • Semantik zentraler Bewegungsbegriffe (Revolution, Fortschritt, Offene Zukunft)
  • Wandel des historischen Bewusstseins seit dem 18. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Revolution

Einer der wichtigsten semantischen Indikatoren für die Neuzeit ist der Begriff der Revolution. Der Revolutionsbegriff selbst ist neuzeitlich. Der Antike und dem Mittelalter war ein Revolutionsbewusstsein im modernen Sinn noch fremd. Der neuzeitliche Revolutionsbegriff bündelt die bereits diskutierten Zeiterfahrungen und geschichtsphilosophischen Überlegungen der Sattelzeit. Der Begriff in seiner heutigen Bedeutung ist also erst seit der Zeit der Französischen Revolution üblich. Um zu sehen, inwieweit dieser Schlüsselbegriff den Beginn der Neuzeit darstellen kann, lohnt sich ein Blick auf seine semantische Entwicklung.

Grundsätzlich enthält der Begriff zwei semantische Komponenten. Einerseits beschreibt er ein einmaliges Ereignis, das in Form eines Umsturzes oder Bürgerkriegs eine Zäsur herbeiführt, was auch in Gestalt einer Wiederherstellung der „alten“ Zustände geschehen kann. Andererseits bedeutet er aber darüber hinausgehend auch längerfristige politisch-soziale Strukturveränderungen. In seiner modernen Semantik sind beide Dimensionen nicht trennbar, sodass der Revolutionsbegriff ein metahistorischer ist, „der uns das Wechselspiel zwischen Einmaligkeit und Wiederholung erläutert“. Ursprünglich bezog er sich auf Wiederholungsstrukturen, was die Vorsilbe „re-“ markiert. So benutzte ihn Kopernikus, um den natürlichen Umlauf der Sterne zu beschreiben. Seit dem 17. Jahrhundert wurde der physikalische Begriff auf politische Ereignisse und Entwicklungen übertragen, wobei er diese Doppelbedeutung von Ereignis und Wiederholung auch im metaphorischen Sinne weiter trägt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Allgegenwärtigkeit des Begriffs „Neuzeit“ ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dessen Entstehung und semantischem Gehalt.

2 Historische Semantik neuzeitlicher Begriffe: Hier werden die theoretischen Grundlagen, insbesondere die Periodisierung der Geschichte und die begriffsgeschichtliche Methode nach Koselleck als Analyseinstrumente vorgestellt.

2.1 Periodologische Vorüberlegungen: Die verschiedenen Epochenkonzepte, von der klassischen Dreiteilung bis zum „langen 19. Jahrhundert“, werden kritisch auf ihre Eignung zur Bestimmung der Neuzeit geprüft.

2.1.1 Klassische Dreiteilung: Untersuchung des Epochenkonstrukts Antike-Mittelalter-Neuzeit und dessen begrenzte Aussagekraft für ein tatsächliches Neuzeitbewusstsein.

2.1.2 Renaissance und Reformation: Analyse dieser historischen Wandlungen als Indizien für einen frühen Wandel im Modernitätsbewusstsein.

2.1.3 Frühe Neuzeit und eigentliche Neuzeit: Diskussion der Abgrenzungsproblematik zwischen der sogenannten Frühen Neuzeit und der erst um 1800 einsetzenden eigentlichen Moderne.

2.1.4 1800: Zäsur und Kontinuität: Darstellung des Strukturwandels um 1800, der durch die Doppelrevolution politisch und gesellschaftlich maßgeblich geprägt wurde.

2.2 Die begriffsgeschichtliche Methode: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, Begriffe nicht linguistisch, sondern als Teil eines historischen semantischen Feldes zu untersuchen.

2.2.1 Kosellecks Sattelzeitkonzept: Vorstellung des zentralen Konzepts der „Sattelzeit“ (ca. 1750–1850) als Periode des fundamentalen semantischen Wandels grundlegender Begriffe.

2.2.2 Theorie der historischen Zeiten: Diskussion der Denaturalisierung und Säkularisierung der Zeitwahrnehmung, die den Boden für ein neues geschichtliches Bewusstsein bereitete.

2.3 Zeitliche Indikatoren moderner Bewegungsbegriffe: Untersuchung spezifischer Begriffe, die das neue Zeitempfinden der Neuzeit reflektieren und indizieren.

2.3.1 Offene Zukunft: Analyse des Konzepts der offenen, gestaltbaren Zukunft als notwendige Voraussetzung für das neuzeitliche Geschichtsverständnis.

2.3.2 Revolution: Aufarbeitung des Wandels des Revolutionsbegriffs von der Beschreibung physikalischer Wiederholung hin zum politischen Kollektivsingular.

2.3.3 Fortschritt: Betrachtung des Fortschrittsgebotes als zentrales, säkularisiertes Konstrukt der Aufklärung und dessen ambivalente Bedeutung für die moderne Welt.

3 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, die die „Sattelzeit“ und die Entwicklung dynamischer Bewegungsbegriffe als konstitutiv für den Beginn der Neuzeit bestätigen.

Schlüsselwörter

Neuzeit, Sattelzeit, Begriffsgeschichte, Reinhart Koselleck, Fortschritt, Revolution, Geschichtsbewusstsein, Moderne, Semantik, Periodisierung, Offene Zukunft, Zeitwahrnehmung, Doppelrevolution, Aufklärung, Historik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entstehung und semantischen Bedeutung des Begriffs „Neuzeit“ und analysiert, welche sprachlichen Indikatoren ein modernes, neuzeitliches Bewusstsein markieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Periodisierung der Geschichte, das Konzept der „Sattelzeit“, die Theorie historischer Zeiten sowie eine detaillierte Analyse der Bewegungsbegriffe „Revolution“, „Fortschritt“ und „Offene Zukunft“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der semantische Wandel politisch-sozialer Begriffe seit dem 18. Jahrhundert als ein konstitutives Merkmal des Beginns der eigentlichen Neuzeit nachweisen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die begriffsgeschichtliche Methode, maßgeblich geprägt durch das Werk von Reinhart Koselleck, um historische Strukturveränderungen anhand der sprachlichen Entwicklung politisch-sozialer Grundbegriffe freizulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Vorüberlegungen zur Zeitgeschichte, die methodische Erläuterung des Sattelzeitkonzepts und die exemplarische Analyse der drei zentralen Bewegungsbegriffe, die das neuzeitliche Zeitbewusstsein manifestieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind insbesondere Neuzeit, Sattelzeit, Begriffsgeschichte, Geschichtsbewusstsein, Fortschritt und Revolution.

Inwiefern beeinflusst das Konzept der „Sattelzeit“ die Argumentation?

Das Sattelzeitkonzept ist das methodische Rückgrat, da es den Zeitraum zwischen 1750 und 1850 als jene Phase definiert, in der sich klassische Begriffe inhaltlich so transformierten, dass sie unsere heutige moderne Semantik erst ermöglichten.

Warum wird die „Offene Zukunft“ als Voraussetzung für die Moderne betrachtet?

Ohne die Vorstellung einer gestaltbaren, offenen Zukunft wäre der moderne Fortschrittsgedanke oder der politische Revolutionsbegriff nicht denkbar, da diese Konzepte ein Handeln in der Gegenwart voraussetzen, das nicht mehr durch festgeschriebene, vormoderne Ordnungsmuster determiniert ist.

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Résumé des informations

Titre
Neuzeit. Historische Semantik eines modernen Schlüsselbegriffs
Note
1,7
Auteur
Benjamin Weraneck (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
25
N° de catalogue
V1583358
ISBN (ebook)
9783389126363
ISBN (Livre)
9783389126370
Langue
allemand
mots-clé
Neuzeit Semantik historische Semantik Begriffsgeschichte Sattelzeit europäische Geschichte neuere Geschichte Periodologisierung Koselleck geschichtliche Grundbegriffe Revolution Fortschritt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Benjamin Weraneck (Auteur), 2013, Neuzeit. Historische Semantik eines modernen Schlüsselbegriffs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1583358
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Extrait de  25  pages
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