Themenhotels werden immer attraktiver und die Anzahl der thematisierten Hotels in Deutschland nimmt ständig zu. Dieser Trend versucht sich in Zeiten gesättigter Reisemärkte und einer stetig wachsenden Anzahl der Hotels zu einer zukunftsweisenden Strategie zu etablieren. Unternehmen konzentrieren sich zunehmend im Rahmen einer Differenzierung auf Alleinstellungsmerkmale und befriedigen mit Themenhotels die einem starken Wandel unterliegenden Bedürfnisse der Reisenden. Sowohl im Angebot der Hotellerie, als auch bei der Typologie der Gäste vollzieht sich in der jüngsten Vergangenheit und in der Gegenwart ein tiefgreifender Wandel. Deshalb kommt der Spezialisierung auf Themen als wertschaffende Strategie besondere Bedeutung zu. Eine solche Strategie wird in der vorliegenden Arbeit wissenschaftlich fundiert und praktisch am Beispiel der Lindner Hotels AG mit dem ersten Tierpark-Themenhotel, dem Lindner Park-Hotel Hagenbeck, untersucht. Eine thematische Ausrichtung der Hotels, so die Grundthese dieser Arbeit, führt nicht nur zu einem besseren Arbeitgeberimage, sondern ermöglicht daneben auch eine nachhaltige Kundenbindung und kann somit als ein unbestreitbar wertschaffender Faktor betrachtet werden. Der Dynamik und den Trends, die für die Käufergruppen konstatiert werden müssen, kann und sollte durch die Entwicklung innovativer Hotelkonzepte nachhaltig begegnet werden, um eine mittel- bis langfristige Existenzsicherung eines Unternehmens zu gewährleisten. Bei einem Produkt, das auf dem Markt platziert werden soll, ist es unerlässlich, den „Produktlebenszyklus“ im Auge zu behalten, um angemessen auf kurz- bis mittelfristige Veränderungen im Käuferverhalten reagieren zu können. In der vorliegenden Arbeit werden die wichtigsten Gesichtspunkte der aktuellen Tourismusforschung und der betriebswirtschaftlichen Erkenntnisse in Bezug zu möglichen Strategien, die als dauerhaft wertschätzend angesehen werden können, gesetzt und am Beispiel des Lindner Park-Hotels Hagenbeck in Hamburg dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Der Trend zu Themenhotels
1.2 Grundlagen und Einführung der Begriffe
1.3 Abgrenzung Themenhotel
1.4 Das Lindner Park-Hotel Hagenbeck
2 Themenhotels als strategische Geschäftseinheit
3 Grundlagen für die Entwicklung innovativer Hotelkonzepte
3.1 Wettbewerbsumfeld und Akzeptanzkriterien
3.2 Produkt- und Markenpositionierung
3.3 Produktlebenszyklus eines Themenhotels
3.4 Gästeinteresse und Nachfragesteuerung
4 Marktsegmentierung
4.1 Hotelmarkt im Reiseland Deutschland
4.2 Marktsegmente
4.3 Käufergruppen
4.4 Dynamik und Trends in den Käufergruppen
5 Applikationen, Fazit und Ausblick
5.1 Zukunft der Themenhotels – Themenhotels der Zukunft
5.2 Limitationen
5.3 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Master Thesis analysiert und bewertet die Strategie der Lindner Hotels AG bei der Entwicklung und dem Betrieb thematisch spezialisierter Hotels. Ziel ist es, die strategischen Beweggründe für diese Ausrichtung wissenschaftlich fundiert zu untersuchen und am Beispiel des Lindner Park-Hotel Hagenbeck praxisnah zu verifizieren.
- Thematisierung als wertschaffende Differenzierungsstrategie
- Analyse der Grundlagen innovativer Hotelkonzepte
- Marktsegmentierung und Zielgruppenorientierung in der Hotellerie
- Bedeutung des Humankapitals und des Mitarbeiter-Arbeitgeber-Verhältnisses
- Vergleich von Produktlebenszyklen bei Themenhotels gegenüber klassischen Hotelbetrieben
Auszug aus dem Buch
1.1 Der Trend zu Themenhotels
Es bedarf intelligenter Marketingkonzepte und Ideen, um in Zeiten gesättigter Reisemärkte und zunehmender Konkurrenz kommerzielle Freizeit- und Tourismuseinrichtungen erfolgreich am Markt zu etablieren. Als eine Möglichkeit einer solchen zukunftsweisenden Etablierung am Markt scheint die Thematisierung von Hotels zur Schaffung einer „Differenzierungs- und Profilierungsstrategie“. Geburtsstätte der so genannten Themenhotels ist Las Vegas. Als Kasino(-hotel)s nicht mehr ausreichten, um Menschen in eine Stadt mitten in der Wüste zu locken, begann man in Hotels künstliche Themenwelten zu schaffen. 1966 wurde mit dem Caesars Palace das erste Themenhotel in Las Vegas eröffnet. Das Hotel wurde erbaut im Stil römischer Architektur mit einer Außenfassade mit Säulen und antikisierenden Portalen. Auch bei der Inneneinrichtung wurde auf den Gesamteindruck antiker Gebäude geachtet. So nutzte man Baumaterialien wie Marmor und hellen Sandstein, und versah das Ensemble mit Statuen, Springbrunnen und Repliken.
Die in Toga gekleideten Mitarbeiter sorgen sich in einer der berühmtesten Destination im internationalen Tourismus um das Wohl der Gäste. Mit diesem Hotel begann in Las Vegas eine Entwicklung, die bis heute anhält. Diese wird durch eine „exzessive Thematisierung der Hotellerie“, dem Wandel von einfachen Kasinohotels zu multifunktionalen Vergnügungskomplexen und einer für Hotels bis dato unüblichen architektonischen Formensprache geprägt. Nach dem Vorbild des Caesars Palace wurden in den folgenden Jahren z.B. das Circus Circus (1968) als Zirkuswelt mit stündlichen Vorstellungen und einem Indoor-Freizeitpark gestaltet. Das Imperial Palace (1979) ist im Stil eines asiatischen Kaiserpalastes errichtet worden. In den späten 1980er Jahren gelang es den Hoteliers in Las Vegas, sich mittels der Themenhotels als Tourismusdestination für die ganze Familie zu positionieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Themenhotels ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit unter Berücksichtigung theoretischer Grundlagen.
2 Themenhotels als strategische Geschäftseinheit: Dieses Kapitel beleuchtet, wie thematisierte Hotels als integraler Bestandteil der Differenzierungsstrategie der Lindner Hotels AG zur nachhaltigen Existenzsicherung beitragen.
3 Grundlagen für die Entwicklung innovativer Hotelkonzepte: Hier werden die theoretischen Rahmenbedingungen wie Wettbewerbsanalyse, Markenpositionierung und der Produktlebenszyklus für Themenhotels erörtert.
4 Marktsegmentierung: Dieses Kapitel befasst sich mit der Analyse des Hotelmarktes in Deutschland, der Segmentierung von Gästen und den daraus resultierenden Anforderungen an eine zielgruppenspezifische Ausrichtung.
5 Applikationen, Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel führt die theoretischen Erkenntnisse zusammen, bewertet die Rolle von Themenhotels als zukunftsweisende Strategie und diskutiert Limitationen sowie das Erfordernis für strategisches Management.
Schlüsselwörter
Themenhotels, Strategisches Management, Differenzierungsstrategie, Marktsegmentierung, Produktlebenszyklus, Lindner Hotels AG, Erlebnisorientierung, Kundenbindung, Wettbewerbsvorteil, Tourismusforschung, Zielgruppen, Markenbildung, Humankapital, Wertschöpfung, Innovation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master Thesis grundlegend?
Die Arbeit untersucht Themenhotels als wertschaffende Strategie für Hotelunternehmen, um sich in einem gesättigten Markt durch Differenzierung nachhaltig zu behaupten.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Sie deckt strategisches Management, Marktsegmentierung, moderne Konsum- und Erlebnistrends sowie die spezifische Positionierung von Hotels durch Themenwelten ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse und Bewertung der Strategie der Lindner Hotels AG bei der Entwicklung thematischer Hotels, exemplarisch dargestellt am Lindner Park-Hotel Hagenbeck.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die Integration von Umfrageergebnissen sowie ein Experteninterview mit dem Vorstand der Lindner Hotels AG.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Im Zentrum stehen die strategische Einordnung von Themenhotels, die Analyse von Marktsegmenten und Kundenbedürfnissen sowie die operative Umsetzung der Strategie.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?
Wesentliche Begriffe sind Themenhotels, strategisches Management, Differenzierung, Marktsegmentierung und Kundenbindung.
Welche Rolle spielt das Lindner Park-Hotel Hagenbeck in der Studie?
Es dient als praktisches Fallbeispiel, an dem die wissenschaftlichen Thesen zur strategischen Bedeutung von Themenhotels und dem "Storytelling" verifiziert werden.
Was bedeutet "Blaue Ozean" Strategie in diesem Kontext?
Es beschreibt den Ansatz, sich nicht nur im bestehenden Markt gegen Konkurrenten zu behaupten, sondern durch die Ansprache bisheriger Nichtkunden neue Nachfragepotenziale zu erschließen.
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- Fabian Engels (Author), 2010, Die Spezialisierung auf Themen als wertschaffende Strategie der Lindner Hotels AG , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158368