Die Folgen der Konvergenz für das Medienmanagement

Controlling in Medienunternehmen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
13 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Hintergründe zur Konvergenz und Medienbranche
2.1 Konvergenz – Begrifflichkeit und Triebkräfte
2.2 Auswirkungen der Konvergenz auf die Medienprodukte
2.3 Was sind die Charakteristika von Medienunternehmen
2.4 Abgrenzungen der bestehenden Medienmärkte

3. Handlungsfelder für das Medienmanagement
3.1 Generieren neuer Erlösstrukturen am Beispiel von TV-Unternehmen
3.2 Mehrfachverwertung der Produkte durch Digital Rights
3.3 Erweiterung des Produktportfolios – Cross-Media anstatt Divergenz
3.4 Implementierung von Kontroll- und Steuerungsmechanismen
3.5 Strategische Positionierung in der Zukunft

4. Die Zukunft der Medien

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einführung

Getrieben vom technologischen Fortschritt befindet sich die Medienbranche seit einigen Jahren in einem Spannungsfeld zwischen alten und neuen Medien. So ist es heutzutage möglich über mobile Endgeräte wie Handys traditionelle Medien wie Radiosender und TV zu empfangen. Diese Umstände führen zum einen zu einer nachhaltigen Beeinflussung des Konsumverhaltens, zum anderen lösen die technischen Möglichkeiten die Annäherung der zuvor klar getrennten Bereiche Medien, Telekommunikation und Informationstechnologie aus.[1]

Welche Bedeutung dies für die agierenden Medienunternehmen hat soll in der folgenden Arbeit veranschaulicht werden.

2. Hintergründe zur Konvergenz und Medienbranche

2.1 Konvergenz – Begrifflichkeit und Triebkräfte

Bei der Begrifflichkeit der Konvergenz scheiden sich in der einschlägigen Fachliteratur die Geister. Georg Ramme ist bspw. der Auffassung das überhaupt noch kein einheitliches Begriffsverständnis existiert und die Gefahr besteht, „dass der Begriff Konvergenz zu einer inhaltslosen Worthülse verkommt“.[2] Um in der Makro-Perspektive für unsere Zwecke den kleinsten gemeinsamen Nenner festzuhalten, soll die Konvergenz in den Medien als das Zusammenwachsen bzw. Verschmelzen der ursprünglich weitgehend klar getrennten Sektoren Informationstechnologie, Telekommunikation und Medien verstanden werden.[3]

Zentrale Triebfeder für dieses Zusammenwachsen war hierbei die Digitalisierung der Inhalte. Sie „ermöglicht die Speicherung, Verarbeitung und Übertragung unterschiedlicher medialer Formen auf einer einheitlichen Basis“.[4] Diese Grundlage ermöglicht es, verschiedene Inhalte ohne größere technische Barrieren zu verändern und ohne feste Bindung an eine Übertragungstechnik zu verwerten.[5]

Neben der Annäherung auf Technologie- und Produktenebene wird die Liberalisierung der Märkte als zweite Triebkraft in diesem Veränderungsprozess gesehen. Im Zuge von Deregulierungen wurden gezielt staatliche Vorgaben abgebaut und dadurch der Wettbewerb im Mediensektor belebt.[6] „Diese Veränderung der Marktgegebenheiten ermöglicht es den verschiedenen Marktteilnehmern in neue Märkte zu diffundieren und dort das angestammte Geschäft der bisherigen Marktteilnehmer streitig zu machen“.[7]

2.2 Auswirkungen der Konvergenz auf die Medienprodukte

Betrachtet man ein Medienprodukt als ökonomisches Gut, so besteht das Produkt gemeinhin aus zwei Elementen. Neben dem immateriellen kulturellen Produkt (Content) ist ebenfalls der materielle Informationsträger (Medium) wie bspw. Papier oder Rundfunkwellen ein Bestandteil. Durch die digitale Signalverarbeitung findet indes eine Vereinigung der Endgeräte und Übertragungswege statt, sodass der Konsum eines Medienproduktes weitgehend unabhängig von einem materiellen Informationsträger ist. So können heutzutage TV-Inhalte ohne Probleme auf dem heimischen Computer abgerufen werden.

Des Weiteren bietet die funktionale Produkt-Konvergenz Raum für die Erweiterung der bisherigen Produkte. Um beim Beispiel des Fernsehens zu bleiben, so ist es dem Konsument zunehmend möglich aktiv in die Programmgestaltung einzugreifen. Die Zeiten in denen sich der Konsument an die starren Programmschemas anpassen musste sind vorbei. Das Produkt wird um den Faktor Kommunikation erweitert, sodass sich der Konsument künftig zeitlich flexibel an den Inhalten bedienen kann.[8]

2.3 Was sind die Charakteristika von Medienunternehmen

Ein Medienunternehmen umfassend und adäquat zu definieren stellt sich nicht unproblematisch dar, denn „der Definition von Medienunternehmen wird in der kommunikations- und publizistikwisschenschaftlichen Literatur nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt“.[9]

Zur Erörterung einer geeigneten Definition kann man sich zunächst der betriebswirtschaftlichen Definition von Betrieben bedienen. Diese werden als planvoll organisierte Wirtschaftseinheiten definiert, in denen Sachgüter und/oder Dienstleistungen hergestellt und letztlich abgesetzt werden. Diese grundlegende Charakterisierung von Betrieben muss anschließend um die spezifischen Merkmale von Medienunternehmen erweitert werden. So dient neben der Bündelung von eigen- und fremderstellten redaktionellen Inhalten auch die anschließende Transformation der Inhalte auf ein geeignetes und speicherfähiges Trägermedium als Abgrenzungskriterium. Ebenfalls wird die direkte oder indirekte Distribution der Inhalte an den Konsumenten als spezifisches Merkmal gesehen. Sind in einem Unternehmen alle drei Wertschöpfungsaktivitäten konzentriert, kann von einem Medienunternehmen gesprochen werden.[10]

2.4 Abgrenzungen der bestehenden Medienmärkte

Es gilt nun festzustellen auf welchen Medien(teil)märkten die Unternehmen agieren. Im ersten Schritt kann der relevante Konsumentenmarkt (Rezipientenmarkt) hinsichtlich räumlicher, zeitlicher und sachlicher Kriterien unterschieden werden. Hierbei ergeben sich die klassischen Teilmärkte Zeitschriften, Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen. Diese Teilmärkte müssen fortan noch um den Sektor Entertainment (DVD, Musik) sowie die Informations- und Telekommunikationstechnologiemärkte erweitert werden, um den heutigen Rezipientenmarkt vollständig abzubilden.

Als weiterer Teilmarkt ist der Werbemarkt von großer Bedeutung. Er dient als Finanzierungsvehikel und stellt einen der wichtigsten Absatzmärkte für die Medienwirtschaft dar.[11] Um den Bedarf an verwertbaren Informationen zu decken bedienen sich die Medienunternehmen im Folgenden wiederum auf dem Inhaltebeschaffungsmarkt. Diese drei Teilmärkte sind von gegenseitigen Interdependenzen geprägt. So wirkt sich die Qualität der angebotenen Informationen entscheidend auf den Konsumentenzuspruch aus, welcher wiederum ein Gradmesser für die Höhe der Werbepreise darstellt.[12]

[...]


[1] Vgl. Sjurts [Strategien] 1 f.

[2] Ramme [Märkte] 27

[3] Vgl. Seelhofer [Wandel] 101

[4] Ramme [Märkte] 38

[5] Vgl. Fischer [Medienmärkte] 196

[6] Vgl. Ramme [Märkte] 41

[7] Werner/Schikora [Handbuch] 70

[8] Vgl. Ramme[Märkte] 30 ff.

[9] Sjurts [Markt]168

[10] Vgl. Wirtz [Internetmanagement] 11

[11] Vgl. Fischer [Medienmärkte] 4 ff.

[12] Vgl. Wirtz [Internetmanagement] 24

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Folgen der Konvergenz für das Medienmanagement
Untertitel
Controlling in Medienunternehmen
Hochschule
Universität Hohenheim
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V158743
ISBN (eBook)
9783640712533
ISBN (Buch)
9783640713356
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Medienmanagement, Zeitung, TV, Fernsehen, Radio, Verlag, Management, Controlling, Konvergenz, Folgen, neue Medien, Medienmarkt, Digitalisierung, IT, Hörfunk, Zeitschriften, Digital rights, Cross Media, Medienbranche, Wertschöpfungsketten, Conditional Access, Digital Rights Management, DRM, Pay TV, digitale Medien, IPTV, Divergenz, Fusion, Medienkonzern, Medienunternehmen, Medienbetrieb, on demand, Getekeeping, Rights, Nutzungsrechte, Semesterarbeit, Hohenheim, Bösherz, Troßmann, Gatekeeping
Arbeit zitieren
Andreas Bösherz (Autor), 2010, Die Folgen der Konvergenz für das Medienmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158743

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Folgen der Konvergenz für das Medienmanagement


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden