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Vielfalt anerkennen und Diskriminierung vermeiden

Queere und interkulturelle Sensibilität und Handlungsmöglichkeiten aus Sicht der Praxisanleitung

Title: Vielfalt anerkennen und Diskriminierung vermeiden

Pre-University Paper , 2025 , 20 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - Ethics
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Summary Excerpt Details

Diese Facharbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von queerer und interkultureller Sensibilität in der professionellen Pflege – insbesondere aus der Perspektive der Praxisanleitung. In einer zunehmend diversen Gesellschaft begegnen Pflegefachpersonen und Auszubildende Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen, Geschlechtsidentitäten, kulturellen Prägungen und Wertvorstellungen. Die Arbeit analysiert, welche fachlichen, ethischen und kommunikativen Kompetenzen notwendig sind, um diskriminierungsfrei, respektvoll und professionell zu handeln.

Im Fokus stehen die Herausforderungen und Chancen für Praxisanleitende, die Auszubildende der Generation Z begleiten und in ihrer Haltung gegenüber Vielfalt stärken. Anhand aktueller Literatur, rechtlicher Grundlagen, pflegeethischer Konzepte sowie konkreter Praxisbeispiele werden Handlungsmöglichkeiten zur Förderung von Diversitätskompetenz und Inklusion im Pflegealltag aufgezeigt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle von Anstand als verbindendem Prinzip, das hilft, Identität und Professionalität in Balance zu halten.

Die Arbeit versteht sich als praxisnaher Beitrag zur Weiterentwicklung einer wertschätzenden, vielfaltsensiblen Pflegekultur und zur Qualifizierung von Praxisanleitung im Umgang mit queeren und kulturell diversen Menschen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • Abkürzungsverzeichnis
  • 1 Einleitung
  • 2 Begriffsdefinitionen & theoretische Grundlagen
    • 2.1 Queer, LGBTQIA+ und geschlechtliche Vielfalt
    • 2.2 Multikulturalität, kulturelle Vielfalt und kultursensible Pflege
    • 2.3 Intersektionalität – die Verschränkung von Diskriminierung
  • 3 Rechtlicher & ethischer Rahmen
    • 3.1 Diskriminierungsschutz in der Pflege
    • 3.2 Menschenwürde und Diversitätsprinzipien im Pflegeethos
    • 3.3 Bedeutung von religiösen Vorstellungen zu Sexualität
  • 4 Pflegealltag & Praxisbeispiele
    • 4.1 Umgang mit queeren Pflegebedürftigen
    • 4.2 Herausforderungen im interkulturellen Team
    • 4.3 Kommunikation, Biografiearbeit, Angehörigenarbeit
  • 5 Rolle der Pflegefachperson / Praxisanleitung
    • 5.1 Haltung, Vorbildfunktion und Schulung
    • 5.2 Reflexion eigener Werte und möglicher Vorurteile
    • 5.3 Privatheit vs. Professionalität
  • 6 Fazit & Ausblick
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Facharbeit zielt darauf ab, die Relevanz von Queerness und kultureller Vielfalt in der professionellen Pflege herauszuarbeiten. Sie beleuchtet praxisorientierte Handlungsmöglichkeiten für Pflegefachpersonen und Praxisanleitende, um psychosoziale Herausforderungen zu bewältigen, denen queere und/oder migrantisch geprägte Pflegebedürftige und Auszubildende im Pflegealltag begegnen.

  • Queere und interkulturelle Sensibilität in der Pflege
  • Handlungsmöglichkeiten für Pflegefachpersonen und Praxisanleitende
  • Psychosoziale Herausforderungen für diverse Patientengruppen
  • Begriffsdefinitionen und theoretische Grundlagen von Vielfalt und Diskriminierung
  • Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen der Pflege
  • Die Rolle der Praxisanleitung als Multiplikator für eine inklusive Pflegekultur

Auszug aus dem Buch

2 Begriffsdefinitionen & theoretische Grundlagen

Für das Verständnis der Themen Queerness und kulturelle Vielfalt in der Pflegepraxis ist eine präzise Begriffsdefinition und theoretische Verankerung unerlässlich. Nur auf dieser Basis können diskriminierungssensible und kulturbewusste Handlungsansätze entwickelt werden, die Pflegefachpersonen im Alltag Orientierung geben.

Der Begriff „queer“ wird heute häufig als Selbstbezeichnung für Personen verwendet, die sich nicht heterosexuell und/oder nicht cis-geschlechtlich (d. h. nicht identisch mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht) identifizieren. Ursprünglich als Schimpfwort verwendet, wurde der Begriff in den 1990er-Jahren von der queeren Bewegung positiv umgedeutet und steht heute für eine offene, vielfältige und nicht-normative Haltung zu Geschlecht und Sexualität (Jagose, 1996).

Die Abkürzung LGBTQIA+ steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer/Questioning, Intersex, Asexual und weitere Identitäten. Das Pluszeichen („+“) verweist darauf, dass sich geschlechtliche und sexuelle Identitäten nicht auf feste Kategorien reduzieren lassen, sondern als kontinuierliches Spektrum verstanden werden müssen (Richter-Appelt & Scherbaum, 2013).

Für die Pflegepraxis bedeutet dies, dass Fachpersonen mit einer Vielzahl individueller Lebensentwürfe konfrontiert sind, die nicht immer sichtbar oder auf den ersten Blick verständlich sind. Eine offene, fragende und nicht wertende Haltung ist daher essenziell – z. B. durch die bewusste Verwendung inklusiver Sprache oder das respektvolle Erfragen von bevorzugten Pronomen.

Multikulturalität bezeichnet das Nebeneinander verschiedener kultureller Identitäten innerhalb einer Gesellschaft. In der Pflegepraxis wird dieser Begriff häufig erweitert durch kulturelle Vielfalt, die nicht nur nationale Herkunft, sondern auch Sprache, Religion, soziale Prägung und individuelle Wertvorstellungen umfasst (Meier-Braun & Weber, 2017).

Die kultursensible Pflege ist ein pflegewissenschaftliches Konzept, das auf der Idee basiert, dass Pflegefachpersonen die kulturellen Hintergründe von Pflegeempfangenden in ihre pflegerische Handlung einbeziehen, ohne zu stereotypisieren. Ziel ist es, kulturelle Unterschiede zu erkennen, zu respektieren und bedarfsgerecht in die Versorgung zu integrieren (Papadopoulos, 2006).

Ein konkretes Beispiel ist die Gestaltung von Pflegeplänen, die religiöse Speisevorschriften oder geschlechterbezogene Intimitätsgrenzen berücksichtigen. Ebenso wichtig ist das Vermeiden von kulturellen Zuschreibungen, wie etwa die Annahme, dass alle muslimischen Menschen gleich praktizieren oder alle Menschen mit Migrationsgeschichte automatisch dolmetscherpflichtig seien.

Der Begriff Intersektionalität wurde von der Juristin Kimberlé Crenshaw (1989) geprägt und beschreibt die Wechselwirkungen verschiedener sozialer Kategorien, wie Geschlecht, Herkunft, sexuelle Identität, soziale Schicht oder Behinderung. Menschen, die mehreren Diskriminierungsrisiken gleichzeitig ausgesetzt sind – z. B. eine schwarze, trans* Pflegebedürftige mit Behinderung – erleben häufig nicht nur „mehrfache", sondern verstärkte oder andersartige Benachteiligungen, die mit isolierten Kategorien nicht erfasst werden können.

Für die Pflegepraxis bedeutet das, dass eindimensionale Diversity-Konzepte nicht ausreichen. Pflegefachpersonen müssen lernen, komplexe Lebensrealitäten zu erkennen und ernst zu nehmen, um professionell und menschenwürdig handeln zu können. Besonders Praxisanleitende tragen hier Verantwortung, dieses Wissen an Auszubildende weiterzugeben und diskriminierungssensible Reflexionsräume zu schaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt die psychische Belastung von LGBTQIA+-Jugendlichen und ethnische Ungleichheiten in der Pflege dar und formuliert die Ziele der Facharbeit, praxisorientierte Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

2 Begriffsdefinitionen & theoretische Grundlagen: Erläutert zentrale Begriffe wie „queer“, LGBTQIA+, Multikulturalität und Intersektionalität, um ein fundiertes Verständnis für diskriminierungssensible Pflege zu schaffen.

3 Rechtlicher & ethischer Rahmen: Beleuchtet die gesetzlichen Grundlagen des Diskriminierungsschutzes (AGG) und ethische Prinzipien wie Menschenwürde und Diversität im Pflegekontext, einschließlich religiöser Vorstellungen zu Sexualität.

4 Pflegealltag & Praxisbeispiele: Beschreibt konkrete Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit queeren Pflegebedürftigen sowie in interkulturellen Pflegeteams, ergänzt durch Praxisbeispiele zur Kommunikation und Biografiearbeit.

5 Rolle der Pflegefachperson / Praxisanleitung: Fokussiert auf die zentrale Rolle von Pflegefachpersonen und Praxisanleitenden als Vorbilder und Wissensvermittler bei der Gestaltung einer diskriminierungsfreien und diversitätssensiblen Pflegepraxis.

6 Fazit & Ausblick: Fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die Notwendigkeit einer diversitätssensiblen Haltung und benennt Handlungsempfehlungen für die Praxis, wie inklusive Kommunikation und Schulungen.

Schlüsselwörter

Queerness, LGBTQIA+, interkulturelle Sensibilität, Diskriminierung, Pflegepraxis, Praxisanleitung, Diversität, Ethik, Inklusion, psychosoziale Herausforderungen, kultursensible Pflege, Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung, Menschenwürde, Anti-Diskriminierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anerkennung von Vielfalt und der Vermeidung von Diskriminierung in der Pflege, insbesondere in Bezug auf queere und interkulturelle Sensibilität, und leitet Handlungsempfehlungen für Praxisanleitende ab.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die psychische und soziale Belastung von LGBTQIA+-Jugendlichen und migrantisch geprägten Pflegebedürftigen, Begriffsdefinitionen zu Queerness und Multikulturalität, rechtliche und ethische Rahmenbedingungen sowie die Rolle von Praxisanleitenden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung von Queerness und kultureller Vielfalt in der professionellen Pflege herauszuarbeiten und praxisorientierte Handlungsmöglichkeiten für Pflegefachpersonen und Praxisanleitende aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist eine Facharbeit, die auf einer theoretischen Analyse und der Synthese relevanter Literatur und Konzepte basiert, um praxisrelevante Perspektiven und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt Begriffsdefinitionen, den rechtlichen und ethischen Rahmen, praxisnahe Fallbeispiele aus dem Pflegealltag sowie die spezifische Rolle der Pflegefachperson und Praxisanleitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind Queerness, LGBTQIA+, interkulturelle Sensibilität, Diskriminierung, Pflegepraxis, Praxisanleitung, Diversität, Ethik, Inklusion, kultursensible Pflege.

Warum ist eine offene Gesprächshaltung in der Pflege so wichtig?

Eine offene, nicht wertende Gesprächshaltung ermöglicht es queeren und kulturell vielfältigen Pflegebedürftigen, ihre Identität und Bedürfnisse frei zu äußern, ohne Angst vor Abwertung oder Diskriminierung.

Welche Rolle spielen Praxisanleitende bei der Förderung einer diskriminierungsfreien Pflege?

Praxisanleitende haben eine zentrale Vorbildfunktion, vermitteln Wissen über Diversity-Kompetenz und schaffen Reflexionsräume, in denen Auszubildende lernen, eine diskriminierungssensible Haltung zu entwickeln.

Was versteht man unter Intersektionalität im Kontext der Pflege?

Intersektionalität beschreibt, wie verschiedene soziale Kategorien (z. B. Geschlecht, Herkunft, sexuelle Identität) sich überschneiden und zu mehrfachen oder verstärkten Diskriminierungserfahrungen führen können, die in der Pflegepraxis berücksichtigt werden müssen.

Warum ist „Anstand“ ein verbindendes Prinzip für eine diversitätssensible Pflege?

Anstand ermöglicht es Pflegefachpersonen, ihre eigene Haltung zu reflektieren, Wertschätzung zu zeigen und gleichzeitig professionell zu handeln, ohne persönliche Meinungen aufzudrängen oder Diskriminierung zu tolerieren, und schafft Raum für Vielfalt ohne Störungen.

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Details

Title
Vielfalt anerkennen und Diskriminierung vermeiden
Subtitle
Queere und interkulturelle Sensibilität und Handlungsmöglichkeiten aus Sicht der Praxisanleitung
Course
Verfasst im Rahmen des Projekts "Pflegefachkraft der Zukunft"– Forschungsfacharbeiten für Auszubildende und Praxisanleitende
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2025
Pages
20
Catalog Number
V1591864
ISBN (PDF)
9783389165195
Language
German
Tags
pflege ethick queer diskriminierung praxisanleiter azubi didactic
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2025, Vielfalt anerkennen und Diskriminierung vermeiden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1591864
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