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Die Rolle des Filmkameramanns bei der Produktion von Spielfilmen - Exemplarisch dargestellt anhand der Arbeit des Kameramanns Frank Griebe

Title: Die Rolle des Filmkameramanns bei der Produktion von Spielfilmen - Exemplarisch dargestellt anhand der Arbeit des Kameramanns Frank Griebe

Thesis (M.A.) , 2010 , 130 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Torben Asmussen (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Die Produktion von Spielfilmen ist ein hochgradig ausdifferenzierter und arbeitsteiliger Prozess, der von spezialisierten Experten ausgeführt wird. In der Vernetzung der einzelnen filmischen Gewerke fällt dem Kameramann1 eine - für die visuelle Konstruktion der filmischen Welt - zentrale Rolle zu. Neben dem Regisseur ist er der verantwortliche Bildproduzent, ein entscheidender Akteur also, durch dessen Wirken das filmische Bild entsteht. Durch den Apparat Kamera werden alle Elemente der filmischen Inszenierung zusammengefasst. Die Kamera ist also „[...] der Schmelztiegel der gemeinsamen Anstrengungen aller."2 Dass der Kameramann bei der technischen Produktion von Spielfilmen und bei der Ausdrucksproduktion der Filmbilder eine entscheidende Instanz ist, scheint offensichtlich. Obwohl Spielfilme mit ihren geschaffenen Bilderwelten in unserer Zeit ein allgegenwärtiges Konsumgut sind, ist jedoch nicht immer klar, welche konkrete Funktion der Kameramann bei der Umsetzung eines filmischen Stoffes spielt oder spielen kann. Wie geht die Bildproduktion konkret vor sich? Welche Rolle kommt dabei im Speziellen der Profession des Kameramanns zu? Wie genau funktioniert die Konstruktion von Filmbildern in ihrer spezifischen Ästhetik?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER KAMERAMANN

2.1. Das Berufsbild Kameramann

2.1.1. Historischer Rückblick

2.1.2. Das Berufsbild heute

2.1.3. Das Kamerateam

2.1.3.1. Erster Kameraassistent

2.1.3.2. Zweiter Kameraassistent

2.1.3.3. Schwenker

2.1.3.4. Steadicam-Operator

2.1.3.5. Video-Operator

2.1.3.6. Digital Image Technician

2.1.3.7. Colorist

2.2. Aufgaben des Kameramanns bei der Spielfilmproduktion

2.2.1. Vorbereitung

2.2.2. Drehzeit

2.2.3. Endfertigung (Postproduktion)

2.3. Ausbildung der Kameramänner in Deutschland

3. DIE ZUSAMMENARBEIT DES KAMERAMANNS MIT DEN ANDEREN GEWERKEN

3.1. Die arbeitsteilige Produktion von Kunstwerken

3.2. Der Kameramann und die anderen Gewerke

3.2.1. Kamera und Regie

3.2.2. Kamera und Kameraassistenz

3.2.3. Kamera und Licht

3.2.4. Kamera und Kamerabühne

3.2.5. Kamera und Szenenbild

3.2.6. Kamera und Kostümbild

3.2.7. Kamera und Maskenbild

3.2.8. Kamera und Schauspieler

3.2.9. Kamera und Schnitt

4. DER KAMERAMANN FRANK GRIEBE

4.1. Werdegang

4.2. Filmographie

4.3. Die Kooperation von Frank Griebe und Tom Tykwer

4.3.1. Der Regisseur Tom Tykwer

4.3.2. Die Zusammenarbeit von Griebe und Tykwer

4.3.3. Bedeutung der Produktionsfirma X-Filme

4.3.4. Bedeutung von Musik bei der Zusammenarbeit

4.3.5. Auswirkungen der Zusammenarbeit von Griebe und Tykwer auf die Bildgestaltung ihrer Filme

5. ANALYSE DER VISUELLEN GESTALTUNG GRIEBES

5.1. WINTERSCHLÄFER (1997, Regie: Tom Tykwer)

5.2. ABSOLUTE GIGANTEN (1999, Regie: Sebastian Schipper)

5.3. DAS PARFÜM (2006, Regie: Tom Tykwer)

6. DIE BILDGESTALTUNG VON FRANK GRIEBE

6.1. Verwendung der Produktionsmittel bei Griebe

6.1.1. Licht

6.1.2. Farbe

6.1.3. Bewegung

6.1.4. Perspektive und Kadrage

6.1.5. Filmmaterial und Kopierwerk

6.2. Merkmale von Griebes Kameraarbeit

6.2.1. Arbeitsweisen/Konzepte

6.2.2. Gibt es einen Griebe-Stil?

7. SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK

8. SEQUENZPROTOKOLLE

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, die komplexe Rolle des Filmkameramanns bei der Spielfilmproduktion zu definieren, indem sie die historische Entwicklung, technische Grundlagen und die kollaborative Natur der Filmarbeit – exemplarisch verdeutlicht an der Kooperation von Frank Griebe und Tom Tykwer – untersucht.

  • Das Berufsbild des Kameramanns und sein Teamgefüge.
  • Die arbeitsteilige Kooperation mit anderen Gewerken (Regie, Ausstattung, etc.).
  • Analyse der visuellen Gestaltung von Frank Griebe anhand ausgewählter Filmbeispiele.
  • Untersuchung der spezifischen Arbeitsweisen, wie der Einsatz von Licht, Farbe und Kamerabewegung.
  • Diskussion über die Existenz eines individuellen "Griebe-Stils".

Auszug aus dem Buch

3.1. Die arbeitsteilige Produktion von Kunstwerken

Bei jeder Filmproduktion gibt es eine Reihe von Personen, die durch ihr Mitwirken zur Realisierung des Werks in seiner spezifischen Ausprägung beitragen. Was BECKER generell für die Kunstwelt als Prämisse bei der Schaffung von Kunstwerken begreift, wird beim Spielfilm im Abspann öffentlich ausgestellt. Film ist ein Medium, das ganz offensichtlich seine Kunstwerke erst durch die Kooperation vieler Gewerke und Personen hervorbringt. Im Produktionsprozess wirken Personen und Funktionen zusammen und treffen Einzelentscheidungen, aus deren Konsequenz dann das eigentliche Kunstwerk hervorgeht. Kunst entsteht in einem arbeitsteiligen Prozess, aus den Aktivitäten vieler.

Was für die vorliegende Arbeit von besonderem Interesse ist, ist die Art der Arbeitsteilung und die Verknüpfung der einzelnen Positionen innerhalb des Filmproduktionsprozesses. Während die Autorentheorie im Film den Regisseur als wesentlichen schöpferischen Künstler versteht, der das Werk produziert, gibt es mittlerweile zahlreiche Gegenentwürfe zu der Theorie des künstlerischen Genius, die sich auf die gesamte Kunstwelt beziehen. BECKER entwirft zum Beispiel eine soziologische Sichtweise der künstlerischen Produktion, die Kunst nicht als Werk eines einzelnen Schöpfers begreift sondern als kollektiven sozialen Prozess.

Im Wesentlichen arbeitet BECKER dabei mit drei Begriffen. Die Art World - als erster Begriff - beschreibt das soziale Konstrukt, aus dem das Kunstwerk hervorgeht. Zur Art World gehören alle Personen, deren Aktivitäten zu der charakteristischen Entwicklung des Werks beitragen und all jene, die dieses Werk als Kunst definieren. Sie ist jedoch nicht klar begrenzbar, ihre Grenzen sind flexibel.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Kameramanns als zentralen Bildproduzenten und kritisiert die häufige Unterschätzung dieser Profession in der traditionellen Autorentheorie.

2. DER KAMERAMANN: Dieses Kapitel erläutert das historische und moderne Berufsbild, die Aufgabenfelder sowie die Struktur des Kamerateams.

3. DIE ZUSAMMENARBEIT DES KAMERAMANNS MIT DEN ANDEREN GEWERKEN: Hier wird die kooperative und arbeitsteilige Struktur einer Filmproduktion theoretisch analysiert, insbesondere die intensive Zusammenarbeit zwischen Kamera und anderen kreativen Abteilungen.

4. DER KAMERAMANN FRANK GRIEBE: Dieses Kapitel widmet sich dem Werdegang von Frank Griebe und fokussiert besonders auf seine einzigartige, langjährige Kooperation mit dem Regisseur Tom Tykwer.

5. ANALYSE DER VISUELLEN GESTALTUNG GRIEBES: Anhand ausgewählter Sequenzen aus drei Filmen wird Griebes visuelle Gestaltung formal analysiert.

6. DIE BILDGESTALTUNG VON FRANK GRIEBE: Hier werden die Erkenntnisse der Analyse synthetisiert, um Merkmale wie den Lichtgebrauch, die Farbgestaltung und die Kamerabewegung systematisch als Stilelemente herauszuarbeiten.

7. SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Herausforderungen, die sich durch die Digitalisierung für das Rollenverständnis des Kameramanns ergeben.

8. SEQUENZPROTOKOLLE: Detaillierte tabellarische Analyse der untersuchten Filmsequenzen.

Schlüsselwörter

Kameramann, Filmproduktion, Bildgestaltung, Frank Griebe, Tom Tykwer, Kameraarbeit, Kooperation, Lichtsetzung, Farbdramaturgie, Kamerabewegung, Filmästhetik, Bildkonstruktion, Regie, Filmkunst, Arbeitsteilung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die komplexe und zentrale Rolle des Kameramanns als Bildgestalter und Kooperationspartner bei der Produktion von Spielfilmen, wobei der Fokus auf der Arbeitsweise und dem Werk von Frank Griebe liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Berufsbild des Kameramanns, die arbeitsteilige Struktur des künstlerischen Prozesses "Film", die technische Bildgestaltung sowie die intensive kreative Kooperation zwischen Regie und Kamera.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit erforscht, welche Aufgaben der Kameramann konkret übernimmt, wie er diese umsetzt und in welcher Weise seine Arbeit die visuelle Ästhetik und die Bedeutungsproduktion eines Spielfilms maßgeblich beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen analytischen Ansatz, der auf der soziologischen Theorie künstlerischer Netzwerke (nach Howard S. Becker) sowie einer formalen Sequenzanalyse ausgewählter Filme basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erarbeitet das Berufsbild und die Kooperationsstrukturen, analysiert das Werk von Frank Griebe anhand konkreter Beispiele und untersucht die Verwendung filmischer Gestaltungsmittel sowie die Frage nach einem Griebe-Stil.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bildgestaltung, Kooperation, filmischer Text, Ausdrucksproduktion und künstlerische Netzwerke definieren.

Warum ist gerade die Kooperation zwischen Griebe und Tykwer so besonders?

Sie gilt als eines der erfolgreichsten und intensivsten Gespanne des deutschen Kinos, geprägt von einer über Jahrzehnte gewachsenen gemeinsamen Sprache, tiefem gegenseitigem Vertrauen und einem experimentellen Geist.

Welche Rolle spielt das Filmmaterial in der Arbeit?

Griebe wird als Kameramann charakterisiert, der bewusst auf Filmmaterial dreht, dessen chemische und mechanische Möglichkeiten (wie Forcieren oder Filterung) er gezielt zur gestalterischen Bedeutungsproduktion einsetzt.

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Details

Title
Die Rolle des Filmkameramanns bei der Produktion von Spielfilmen - Exemplarisch dargestellt anhand der Arbeit des Kameramanns Frank Griebe
College
Leuphana Universität Lüneburg
Grade
1,5
Author
Torben Asmussen (Author)
Publication Year
2010
Pages
130
Catalog Number
V159199
ISBN (eBook)
9783640722747
ISBN (Book)
9783640723089
Language
German
Tags
Rolle Filmkameramanns Produktion Spielfilmen Exemplarisch Arbeit Kameramanns Frank Griebe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torben Asmussen (Author), 2010, Die Rolle des Filmkameramanns bei der Produktion von Spielfilmen - Exemplarisch dargestellt anhand der Arbeit des Kameramanns Frank Griebe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159199
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