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Kann der handlungstheoretische Professionalisierungsansatz von Ulrich Oevermann zur Professionalisierung in der Pflege verhelfen?

Title: Kann der handlungstheoretische Professionalisierungsansatz von Ulrich Oevermann zur Professionalisierung in der Pflege verhelfen?

Term Paper , 2010 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Kuebler (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Die Pflege in der Bundesrepublik Deutschland strebt schon länger an, eine eigenständige Profession zu sein. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass es seit etwa 20 Jahren vermehrt Studienangebote an den Hochschulen gibt und auch der Gesetzgeber z.B. in den Krankenpflegeschulen vorschreibt, dass die dort Lehrenden ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorweisen müssen. Doch in der pflegerischen Praxis ist es nach wie vor so, dass die Pflege eher als Hilfsdienst der Ärzte anzusehen ist. Hinzu kommt, dass durch veränderte Gesetzgebung die Zugangsvoraussetzungen zum Krankenpflegeberuf herabgesetzt wurden. Pflege tut sich schwer, das eigene Tätigkeitsfeld abzugrenzen und ihr Können und Wissen als eigenständige Aufgabe umzusetzen. Daran hat sich auch seit Etablierung der Pflege-Studiengänge nur wenig geändert, da die studierten Kräfte in aller Regel ohnehin nicht mehr auf den Stationen anzutreffen sind, sondern andere bettferne Tätigkeiten wahrnehmen. Ulrich Oevermann hat mit seinem handlungstheoretischen Professionalisierungsansatz erstmals eine Möglichkeit geschaffen, gerade die praktische Tätigkeit in den Vordergrund zu rücken und auf diese Weise Professionalisierung zu ermöglichen. Allerdings bezieht sich Oevermanns Ansatz nicht auf Pflegeberufe. Ob dieser Ansatz daher auch in der Pflege zur Professionalisierung verhelfen kann, soll in dieser Arbeit näher untersucht werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Ausgewählte Aspekte des handlungstheoretischen Professionalisierungsansatzes von Ulrich Oevermann

2.1. Autonomie der Lebenspraxis

2.2. Das Arbeitsbündnis

2.3. Die zwei Sphären der erfahrbaren Welt

2.4. Der Lebensweltbezug

2.5. Individuelle Betroffenheit – Analytische Distanz

2.6. Universelles Wissen und individuelles Fallverstehen

2.7. Wesentliche Voraussetzungen für Professionalisierung nach Ulrich Oevermann

3. Professionalisierung in der Pflege

3.1. Inwieweit findet sich der handlungstheoretische Ansatz von Ulrich Oevermann bei den Vertretern aus der Pflegewissenschaft wieder?

3.2. Bisherige Entwicklungen und Gefahren der Professionalisierung in der Pflege unter diesem Aspekt

4. Diskussion und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der handlungstheoretische Professionalisierungsansatz von Ulrich Oevermann einen Beitrag zur Professionalisierung der Pflege leisten kann. Angesichts der anhaltenden Herausforderungen bei der Abgrenzung der Pflege als eigenständige Profession gegenüber ärztlichen Tätigkeiten wird analysiert, inwieweit zentrale Konzepte Oevermanns in pflegewissenschaftlichen Ansätzen bereits reflektiert werden und wie diese zur Entwicklung der Pflegepraxis beitragen können.

  • Grundlagen des handlungstheoretischen Professionalisierungsansatzes von Ulrich Oevermann
  • Anwendung zentraler Konzepte wie Arbeitsbündnis und Autonomie auf die Pflegepraxis
  • Vergleich der Professionalisierungsansätze von Oevermann mit Vertretern der Pflegewissenschaft
  • Diskussion von Entwicklungen, Hürden und Gefahren für die Professionalisierung in der Pflege
  • Bedeutung von Forschung und wissenschaftlicher Fundierung für die Professionalisierung

Auszug aus dem Buch

2.1. Autonomie der Lebenspraxis

Professionen werden zunächst nur im Auftrag eines Klienten tätig, wenn sie also ein Mandat erhalten. Auch durch Erfahrungen anderer Professionen oder aus den eigenen Reihen, werden keine Behandlungen abgeleitet und dem Patienten oder Klienten vorgeschrieben. Der Patient hat die alleinige Entscheidungsgewalt, was eine rechtsstaatliche Selbstverständlichkeit darstellt (Vgl. Behrens 2005, S. 54). Professionalisiertes Handeln besteht einerseits aus der Vermittlung von Theorie und Praxis, andererseits aus der Beachtung bzw. der Wiederherstellung einer beschädigten Autonomie. Diese Autonomie darf nicht durch Bevormundung gefährdet werden, weil damit der Professionalisierung die Basis entzogen wird (Vgl. Oevermann 1996, S. 79 f.).

Autonomie bedeutet hierbei, dass jeder Mensch selbst in der Lage ist, seine Entscheidungen zu treffen, unabhängig davon, ob sie richtig oder falsch sein mögen oder ob sie auf Rationalität oder Irrationalität beruhen. (Vgl. Pilz 2007, S. 115 f.). Anders ausgedrückt handelt es sich bei der Autonomie der Lebenspraxis um die Bewältigung von Entscheidungskrisen, wobei die Entscheidungen nach Vernunft getroffen werden, auch wenn sich die Vernünftigkeit erst später herausstellt (Vgl. Bauer 2001, S. 59 f.). Erst mit dem Tod eines Menschen erlischt diese Autonomie (Vgl. Oevermann 2000, S. 28 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel skizziert den aktuellen Stand der Professionalisierungsbemühungen in der deutschen Pflege und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich der Anwendbarkeit des Ansatzes von Oevermann ab.

2. Ausgewählte Aspekte des handlungstheoretischen Professionalisierungsansatzes von Ulrich Oevermann: Hier werden die theoretischen Grundlagen Oevermanns, wie das Arbeitsbündnis, der Lebensweltbezug und die analytische Distanz, detailliert erläutert.

3. Professionalisierung in der Pflege: Dieses Kapitel prüft, wie Oevermanns Konzepte in der Pflegewissenschaft rezipiert werden und thematisiert aktuelle Entwicklungen sowie Gefahren im Professionalisierungsprozess.

4. Diskussion und Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und bewertet, wobei strukturelle Veränderungen und die Bedeutung der Forschung für die Zukunft der Pflege professionell reflektiert werden.

Schlüsselwörter

Professionalisierung, Pflege, Ulrich Oevermann, Handlungstheorie, Arbeitsbündnis, Lebensweltbezug, Autonomie, Pflegeforschung, Pflegewissenschaft, Profession, Hermeneutik, Fallverstehen, Patientenorientierung, Adherence, Akademisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz des handlungstheoretischen Professionalisierungsansatzes von Ulrich Oevermann für die Entwicklung der Pflege zu einer eigenständigen Profession.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die professionstheoretischen Grundlagen nach Oevermann, die Bedeutung des Arbeitsbündnisses, die Rolle des Lebensweltbezugs sowie die wissenschaftliche Fundierung der Pflegepraxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie der theoretische Ansatz Oevermanns, der ursprünglich nicht für die Pflege konzipiert wurde, dennoch als wegweisend für die Professionalisierung der Pflege dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die Konzepte der handlungstheoretischen Professionalisierungsforschung mit pflegewissenschaftlichen Diskursen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Aspekte Oevermanns und deren Gegenüberstellung mit Positionen führender Pflegewissenschaftler sowie einer Diskussion über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Pflegealltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Professionalisierung, Pflege, Handlungstheorie, Arbeitsbündnis, Pflegewissenschaft und wissenschaftliche Fundierung.

Warum ist laut Autor die Abgrenzung zur Medizin so schwierig?

Die Pflege ist in vielen Bereichen nach wie vor medizindominiert, wobei medizinische Ausbildungsinhalte und ein starker Fokus auf ärztliche Weisungen die Entwicklung einer eigenen, wissenschaftlich fundierten professionellen Identität erschweren.

Welche strukturellen Änderungen schlägt der Autor für die Klinik vor?

Der Autor regt an, über eine gleichberechtigte Klinikleitung bestehend aus Pflegekräften und Ärzten nachzudenken, um die professionelle Ebene der Pflege auch nach außen hin sichtbar zu stärken.

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Details

Title
Kann der handlungstheoretische Professionalisierungsansatz von Ulrich Oevermann zur Professionalisierung in der Pflege verhelfen?
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen
Grade
1,0
Author
Andreas Kuebler (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V159453
ISBN (eBook)
9783640725663
ISBN (Book)
9783640725908
Language
German
Tags
Kann Professionalisierungsansatz Ulrich Oevermann Professionalisierung Pflege
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Kuebler (Author), 2010, Kann der handlungstheoretische Professionalisierungsansatz von Ulrich Oevermann zur Professionalisierung in der Pflege verhelfen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159453
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