Die vorliegende Arbeit geht davon aus, dass die Psychomotorik eine wirksame Methode zur Förderung des Selbstkonzepts ist. Die offene Ganztagsschule bietet einen idealen Rahmen für die Umsetzung psychomotorisch orientierter Projekte. Anhand des durchgeführten Projekts werden verschiedene Möglichkeiten der Förderung des Selbstkonzepts durch Psychomotorik diskutiert und ausgewertet. Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Verantwortung und Selbstwirksamkeit spielen, sowie eine multiprofessionelle Kooperation spielen eine entscheidende Rolle.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Warum Psychomotorik? Warum Ganztag?
2.1 Bewegungsmangel
2.2 COVID-19
2.3 Veränderte Lebenswelt
2.4 Lehrplanbezug
3 Das Selbstkonzept
3.1 Definition
3.2 Früher Ansatz nach Marcia
3.3 Aktueller Ansatz nach Shavelson, Hubner und Stanton
3.4 Das Selbst
3.5 Selbstschema und Self-Serving-Bias
3.6 Bezug zur Psychomotorik
4 Grundlagen und Konzepte der Psychomotorik
4.1 Definition und Abgrenzung der Psychomotorik
4.2 Das humanistische Menschenbild
4.3 Konzeptionelle Ansätze der Psychomotorik
4.3.1 Der verstehende Ansatz
4.3.2 Der kindzentrierte Ansatz
4.4 Bereiche der Psychomotorik
4.4.1 Materialerfahrung
4.4.2 Sozialerfahrung
4.4.3 Körpererfahrung und Selbsterfahrung
5 Die Ganztagsschule
5.1 Die Ganztagsschule – ein Erfolgsmodell?
5.2 Studie zur Entwicklung der Ganztagsschule [StEG]
6 Rahmenbedingungen der Förderung des Selbstkonzepts durch Psychomotorik in der OGS
6.1 Entwicklungspsychologische Betrachtung der Zielgruppe
6.1.1 Emotionale Entwicklung
6.1.2 Soziale Entwicklung
6.1.3 Moralische Entwicklung
7 Psychomotorisches Projekt in der OGS
7.1 Projektvorbereitung
7.2 Stundenbeschreibung
7.2.1 Geräteparcours – Piraten gegen Freibeuter
7.2.2 Geräteparcours – Ninja Warrior
7.2.3 Geräteparcours – offene Stunde
7.2.4 Psychomotorik und Fußball
7.2.5 Psychomotorische Spielestunde
7.3 Auswertung
7.3.1 Geräteparcours
7.3.2 Psychomotorik und Fußball
7.4 Handlungsempfehlungen
7.5 Multiprofessionalität als Schlüssel zum Erfolg
7.5.1 Kooperation mit Eltern und Jugendhilfeeinrichtungen
8 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Psychomotorik als Methode zur Förderung des Selbstkonzepts von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der offenen Ganztagsschule eingesetzt werden kann. Ziel ist es, durch die Kombination theoretischer Grundlagen und eines praktischen Projekts Handlungsempfehlungen für eine effektive Umsetzung zu entwickeln, die sowohl motorische Fähigkeiten als auch die Persönlichkeitsentwicklung stärkt.
- Förderung des positiven Selbstkonzepts durch psychomotorische Ansätze
- Strukturelle Potenziale und Herausforderungen der offenen Ganztagsschule
- Integration von Bewegungsangeboten in den schulischen Alltag
- Bedeutung der Multiprofessionalität und Kooperation im Bildungskontext
- Entwicklungspsychologische Aspekte der Zielgruppe (11-13 Jahre)
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition
„Ob ein Kind Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat […], ob es aktiv auf andere zugeht oder sich eher abwartend verhält, ob es bei Schwierigkeiten schnell aufgibt oder sich durch sie geradezu herausgefordert fühlt – all das ist abhängig von dem Bild, das das Kind von sich selbst hat“ (Zimmer, 2006, S. 51). In diesem Bild, welches das Kind von sich selbst hat, bilden sich die Erfahrungen, die es bisher mit seiner materiellen und sozialen Umwelt gemacht hat, ab. Aber auch die Erwartungen, die von der Umwelt an das Kind gerichtet werden, spiegeln sich darin.
Im Laufe des Lebens tragen diese Erfahrungen dazu bei, den zunächst ungeschliffenen Stein der Persönlichkeit bzw. des Selbstbildes fortschreitend zu formen (Zimmer, 2006). Bewegungshandlungen und Körpererfahrungen nehmen dabei einen wichtigen Stellenwert ein. Durch sie erhält das Kind Rückmeldung über Erfolg und Misserfolg, was andere ihnen zutrauen und wie sie von ihrer sozialen Umwelt eingeschätzt werden. „Diese Erfahrungen, Kenntnisse und Informationen münden in Einstellungen und Überzeugungen zur eigenen Person, die sich mit dem Begriff des Selbstkonzepts fassen lassen (Zimmer, 2006, S. 52).
Die Förderung eines positiven Selbstkonzepts ist ein zentrales Ziel der Psychomotorik. Fischer definiert es als „alle Einstellungen und Überzeugungen zur eigenen Person […], die das Individuum aus den bisherigen Lebenserfahrungen gezogen hat“ (Fischer, 2019, S.31). Lohaus und Vierhaus (2018, S. 204) ergänzen den Begriff: „Das Selbstkonzept besteht als kognitive Komponente des Selbst aus der Selbstwahrnehmung und dem Wissen um das, was die eigene Person ausmacht. Neben persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, die man besitzt, gehören zu diesem Wissen auch Neigungen, Interessen und typische Verhaltensweisen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Psychomotorik an Gymnasien ein und begründet die Verknüpfung mit dem Konzept der Ganztagsschule.
2 Warum Psychomotorik? Warum Ganztag?: Dieses Kapitel beleuchtet den Bewegungsmangel, die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und die veränderte Lebenswelt als Begründung für den Einsatz psychomotorischer Ansätze.
3 Das Selbstkonzept: Es werden theoretische Grundlagen des Selbstkonzepts, inklusive der Ansätze von Marcia und Shavelson et al., sowie der Bezug zur Psychomotorik dargelegt.
4 Grundlagen und Konzepte der Psychomotorik: Hier werden Definitionen, das humanistische Menschenbild sowie spezifische Ansätze und Bereiche der Psychomotorik detailliert beschrieben.
5 Die Ganztagsschule: Das Kapitel analysiert die Struktur der Ganztagsschule und beschreibt das Potenzial dieses Modells für die pädagogische Förderung.
6 Rahmenbedingungen der Förderung des Selbstkonzepts durch Psychomotorik in der OGS: Eine entwicklungspsychologische Betrachtung der Zielgruppe fokussiert auf emotionale, soziale und moralische Entwicklungsprozesse.
7 Psychomotorisches Projekt in der OGS: Dieser zentrale Teil dokumentiert die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des Projekts „Ich kann das! Wir können es besser!“ am Peutinger-Gymnasium.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für die zukünftige Praxis ab.
Schlüsselwörter
Psychomotorik, offene Ganztagsschule, Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit, Verantwortung, Sozialerfahrung, Materialerfahrung, Körpererfahrung, Identitätsfindung, Bewegungsförderung, Persönlichkeitsentwicklung, Kooperation, Schulpädagogik, Entwicklungspsychologie, Ganztagsangebot
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie psychomotorische Angebote in der offenen Ganztagsschule genutzt werden können, um das Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern am Gymnasium positiv zu beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Selbstkonzepts, die Konzepte der Psychomotorik sowie die organisatorischen und pädagogischen Rahmenbedingungen der offenen Ganztagsschule.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten der Selbstkonzeptförderung durch Psychomotorik aufzuzeigen und durch ein praktisches Projekt in einer Ganztagsschule zu validieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie ein in der Praxis durchgeführtes, teilnehmend beobachtetes psychomotorisches Projekt, dessen Ergebnisse durch Schülergespräche ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe von Psychomotorik und Selbstkonzept, die Rahmenbedingungen der Ganztagsschule, die Entwicklungspsychologie der Zielgruppe sowie die konkrete Durchführung und Reflexion eines Projektzyklus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Psychomotorik, Selbstkonzept, offene Ganztagsschule, Bewegungsförderung, Sozialkompetenz und Persönlichkeitsentwicklung sind die prägenden Begriffe.
Wie haben die Schüler auf das Projekt reagiert?
Die Schüler zeigten sich motiviert, insbesondere bei spielerischen Elementen wie „Piraten gegen Freibeuter“, wobei ältere Schüler zudem Verantwortungsaufgaben übernahmen, was ihre soziale Haltung verbesserte.
Welche Rolle spielt die Kooperation in der offenen Ganztagsschule?
Die Kooperation zwischen Lehrkräften, Eltern und Jugendhilfeeinrichtungen wird als entscheidender Schlüssel zum Erfolg identifiziert, um bei Verhaltensauffälligkeiten wirksam intervenieren zu können.
- Arbeit zitieren
- Peter Altmannsdorfer (Autor:in), 2023, Möglichkeiten der Förderung des Selbstkonzepts durch Psychomotorik am Gymnasium unter besonderer Berücksichtigung der offenen Ganztagsschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1597909