In dieser Arbeit soll es um die Erinnerung an das Massaker von Babyn Yar, einer Schlucht unweit der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw, gehen. Einem Ort, der ebenfalls in der deutschen Erinnerung keine große Rolle spielte. Der 2021 erschienene Dokumentarfilm Babi Yar. Context, des ukrainischen Filmemachers Sergei Loznitsa behandelt mit Hilfe von Archivaufnahmen die Geschehnisse, die zu dem Massaker führten, bei dem zwischen dem Ende September 1941 schätzungsweise 33.711 Jüdinnen*Juden vom Sonderkommando 4a der Einsatzgruppe C der deutschen Sicherheitspolizei und des SD ermordet wurden. Der Film soll als Quelle und Grundlage dieser Arbeit dienen, in der es um die Frage geht, wie der Filmemacher in seinem Dokumentarfilm Babi Yar. Context die Erinnerung an das Massaker von Babyn Jar rekonstruiert. Welche Narrative stehen dabei im Vordergrund? Darüber hinaus soll diese Arbeit klären, welche Rolle Archivaufnahmen aus NS-, sowjetischen und ukrainischen Quellen in der Konstruktion von Geschichte spielen. Es geht dabei um die Formen der Erinnerung an Babyn Jar und im weiteren Sinne auch um deren Instrumentalisierung in Erinnerungspolitik.
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- Tyll Röhrig (Autor), 2025, Babyn Jar im Kontext der Geschichte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1601966