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Die Repräsentation von Männlichkeit im Werk von Oskar Roehler

Titel: Die Repräsentation von Männlichkeit im Werk von Oskar Roehler

Magisterarbeit , 2010 , 95 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Melanie Bossen (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit stellt sich die Aufgabe, die männlichen Hauptprotagonisten in den Kinofilmen des deutschen Regisseurs Oskar Roehler zu analysieren. Dabei werden die vorgestellten Charaktere als Repräsentation eines bestimmten Konstrukts von Männlichkeit betrachtet und es stellen sich die Fragen, was für eine Männlichkeit durch die Filmfiguren repräsentiert wird und wie diese konstruiert ist.
Warum fiel die Wahl auf Roehlers Werk? Bei der Lektüre seiner Filme fällt auf, dass die männlichen Protagonisten scheinbare Gegenentwürfe zur „dominanten [heterosexuellen, d. V.] Hollywood-Männlichkeit“ darstellen: Sie erfüllen nicht das patriarchale Ideal, sondern repräsentieren krisenhafte Männlichkeiten. Spannend war deshalb die Frage nach der Funktion dieser gebrochenen Filmcharaktere, wenn man bedenkt, dass Filme als „soziale Produkte [...] an der Konstruktion von Geschlecht, im Sinne von ‚gender‘, beteiligt sind“ und Repräsentationen von Männlichkeit „eine Produktionsstätte von Geschlechterhierarchien“ darstellen. Einerseits kann man das Potential vermuten, die „komplexe Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit jedweder sexuellen Identität vor Augen zu führen.“ Andererseits lädt sowohl das existierende Paradox von der „Allgegenwart von Männlichkeit und ihrer sonderbaren Unsichtbarkeit“ als auch die Annahme des Kinos als Ort, „der zugleich zum Sehen und zum Übersehen verführt“, dazu ein, hinter der Repräsentation ‚krisenhafter‘ Männlichkeiten ambivalente Funktionen zu vermuten. Die zentrale Frage der Arbeit lautet deshalb: Dienen die Repräsentationen von Roehlers Antihelden der nachhaltigen Störung des Ideals patriarchaler Männlichkeit oder unterstützen sie es? Um diese Frage am Ende der Arbeit zu beantworten, bedarf es vor allen Dingen des „Sichtbarmachens von scheinbar Unsichtbarem“, was den Hauptteil meiner Arbeit ausmachen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Teil

2.1 Männlichkeitsentwürfe

2.2 Konstruktion durch Differenz – Ohne Weiblichkeit keine Männlichkeit

2.3 Kinematographische Repräsentationen von Männlichkeit und Geschlechterbeziehungen

2.4 Männlichkeit und Krise

3 Analytischer Teil

3.1 Der männliche Antiheld als Protagonist

3.2 Die Frau als Mittel zur Stärkung und Schwächung der männlichen Hauptcharaktere

3.3 Die Sehnsucht der Antihelden nach dem Ideal patriarchaler Männlichkeit

4 Fazit

5 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie männliche Hauptprotagonisten in den Filmen des Regisseurs Oskar Roehler als Repräsentationen eines spezifischen Männlichkeitskonstrukts dargestellt werden. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Figuren durch ihre krisenhafte Männlichkeit das patriarchale Ideal stören oder bestätigen und wie sie durch die Interaktion mit weiblichen Charakteren geformt werden.

  • Konstruktion von Männlichkeit im modernen Kino
  • Analyse der Männlichkeitskonzepte (Hegemonie, Doing Gender)
  • Die Rolle der Weiblichkeit in der männlichen Identitätsbildung
  • Krisenhafte Männlichkeitsbilder als soziale Produkte
  • Fallstudien ausgewählter Roehler-Filme (z.B. Gentleman, Gierig, Elementarteilchen)

Auszug aus dem Buch

Männlichkeitsentwürfe

Im Rahmen der Frage, was Männlichkeit eigentlich ist, entstanden in den Männerstudien verschiedene Konzeptionalisierungsansätze, wobei bis heute nicht als geklärt vorausgesetzt werden kann, was und wie Männlichkeit ist.

Eine sozialwissenschaftliche Definition lautet z. B.: „Männlich ist, wie Männer wirklich sind“ und basiert auf den männlich/weiblich (M/F) Skalen der Psychologie. Mit dieser Definition können verschiedene Modelle von Männlichkeiten unterschieden werden. Normative Definitionen vermitteln folgenden Standard: „Männlichkeit ist, wie Männer sein sollten.“ Interessant ist die Spannung, die zwischen diesen beiden Erklärungen liegt und auch einen Ansatzpunkt für die Auseinandersetzung mit Männlichkeit im Film darstellt. Laut Connell herrscht nämlich „in der Massenkultur […] die Ansicht vor, es gäbe hinter dem Auf und Ab des Alltags eine unveränderliche, wahre Männlichkeit.“ Diese natürliche Männlichkeit ist jedoch fast gänzlich eine Fiktion und mitnichten so stabil, wie sie im ersten Moment erscheint. Eigenschaften der Geschlechtsrolle, die Männern in der westlichen Gesellschaft zugeschrieben werden sind mit diesem Konstrukt der ‚natürlichen‘ Männlichkeit verbunden.

Das allgemein verbreitete Bild der männlichen Geschlechtsrolle ist in vielen Punkten widersprüchlich und konfus. Zum Beispiel sind physische Stärke und körperliche Fertigkeiten dominante Bilder bezüglich männlicher Leistungsfähigkeit, während demgegenüber für die Art von Leistung, die Männer in unserer Gesellschaft am meisten belohnt werden, intellektuelle und zwischenmenschliche Kompetenzen nötig sind. Von Männern wird erwartet, größere emotionale Kontrolle als Frauen zu zeigen, und sie werden oft stärker von ihren Gefühlen entfremdet beschrieben. Gleichzeitig scheinen Männer aber leichter wütend und gewalttätig zu werden als Frauen und werden dafür oft belohnt – wenn nicht offen, so doch verdeckt. […] Es heißt, Männer hätten eine größere soziale Bindung zu Personen des gleiche Geschlechts als Frauen (diese These wurde durch Tiger 1969 populär), aber gleichzeitig sagt man ihnen nach, sie mieden die emotionale Nähe zu gleichgeschlechtlichen Personen und hätten größere Ängste vor Homosexualität als Frauen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich der Repräsentation von Männlichkeit in Oskar Roehlers Filmen und Begründung der Filmauswahl.

2 Theoretischer Teil: Darlegung der theoretischen Grundlagen, insbesondere der Männlichkeitskonzepte nach Connell und Pleck, sowie die Bedeutung von Differenz und der Krisenrhetorik.

3 Analytischer Teil: Detaillierte Figurenanalyse der männlichen Antihelden bei Roehler und Untersuchung der Interaktionen mit weiblichen Charakteren sowie der patriarchalen Sehnsüchte.

4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, ob Roehlers Antihelden eine Subversion patriarchaler Ideale darstellen oder diese festigen.

5 Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur, Quellen und Abbildungen.

Schlüsselwörter

Männlichkeit, Filmwissenschaft, Oskar Roehler, Hegemoniale Männlichkeit, Doing Gender, Patriarchat, Gender Studies, Männlichkeitskrise, Geschlechterbeziehungen, Antiheld, Identitätskonstruktion, Kinematographie, Geschlechterrollen, Repräsentation, Film

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Darstellung von männlichen Hauptfiguren in den Filmen von Oskar Roehler und beleuchtet, wie diese Charaktere gesellschaftliche Konstruktionen von Männlichkeit reflektieren oder in Frage stellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf Männlichkeitsforschung, Filmtheorie, Geschlechterrollen, soziale Identitätskonstruktion und patriarchale Strukturen in der westlichen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob die von Roehler gezeigten Antihelden eine nachhaltige Störung patriarchaler Männlichkeitsideale bewirken oder diese durch ihre krisenhaften Darstellungen eher bestätigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Filmanalyse, gestützt auf soziologische und kulturwissenschaftliche Konzepte, wie sie etwa bei Raewyn Connell (hegemoniale Männlichkeit) und in den Gender Studies (Doing Gender) formuliert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Männlichkeitskonzepte und eine intensive, beispielorientierte Analyse der männlichen Hauptprotagonisten aus Filmen wie "Gentleman", "Gierig" oder "Elementarteilchen".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Männlichkeit, Gender, Identität, Krise, Patriarchat und Filmische Repräsentation.

Warum gelten die männlichen Figuren bei Roehler als "Antihelden"?

Sie verkörpern nicht das klassische, souveräne Ideal, sondern zeichnen sich durch psychische Instabilität, sexuelle Frustration, Verlierer-Status und eine krisenhafte Auseinandersetzung mit ihrer geschlechtsspezifischen Rolle aus.

Welche Rolle spielen weibliche Charaktere für die Analyse?

Die weiblichen Figuren fungieren als Spiegel, Kontrastfolie oder Projektionsfläche, an denen die männlichen Hauptcharaktere entweder ihre Männlichkeit zu bestätigen suchen oder an deren aktiverer Gestaltungsmacht sie scheitern.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Repräsentation von Männlichkeit im Werk von Oskar Roehler
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Autor
Melanie Bossen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
95
Katalognummer
V160280
ISBN (eBook)
9783640736546
ISBN (Buch)
9783640736607
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender Männlichkeit Film Figurenanalyse Repräsentation Konstruktion Geschlecht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melanie Bossen (Autor:in), 2010, Die Repräsentation von Männlichkeit im Werk von Oskar Roehler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160280
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Leseprobe aus  95  Seiten
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