Stundenziel
Die SuS wenden Körpertäuschungen als individualtaktisches Mittel an, um einen Durchbruch gegen die Verteidigung zu erzielen und erweitern dadurch ihre handballspezifische Spielfähigkeit.
5. Didaktische Entscheidungen
Das Mannschaftsspiel Handball wird durch das geltende Kerncurriculum Sport (Nds. Kultusministerium, 2007, S. 16) sowie durch die Grundsätze und Bestimmungen des Schulsports legitimiert (Nds. Kultusministerium, 2005, S. 14). Das Hauscurriculum des Gymnasiums sieht das Handballspiel für die neunte Klasse im ersten Halbjahr als verbindlich vor.
Der Sportunterricht in der Mittelstufe dient in weiten Teilen der Qualifikation für das Prüfungsfach Sport in der gymnasialen Oberstufe (Nds. Kultusministerium, 2010, S. 11). Diesbezüglich orientiert sich der Kompetenzerwerb der Lehrprobenstunde an den hier geforderten Qualifikationen „Problemanalyse, Erarbeitung von Lösungsstrategien, Auseinandersetzung mit der Problemstellung durch Erproben und Experimentieren, Ergebnisanalyse und Sicherung“ (ebd. S. 20)....
Inhaltsverzeichnis
1. Bemerkungen zur Lerngruppe
2. Curriculare Einordnung
3. Rahmenbedingungen
4. Relevantes Eingangsverhalten
5. Didaktische Entscheidungen
6. Stundenziel
7. Lernziele
8. Methodische Entscheidungen
9. Geplanter Stundenverlauf:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Unterrichtsplanung zielt darauf ab, die handballspezifische Spielfähigkeit der Schüler durch die gezielte Einführung und Anwendung von Körpertäuschungen als individualtaktisches Mittel zu erweitern und zu festigen. Die zentrale Forschungsfrage liegt darin, wie durch methodische Reduktion und kleingruppenbasierte Erarbeitung eine bewusste Handlungsentscheidung im Eins-gegen-Eins-Duell gefördert werden kann.
- Vertiefung technischer und taktischer Handball-Grundfertigkeiten
- Einführung individualtaktischer Körpertäuschungen zur Überwindung der Verteidigung
- Differenzierung der Unterrichtsangebote aufgrund heterogener Leistungsstände
- Reflexion von Spielprozessen zur Bewusstmachung von Handlungsentscheidungen
Auszug aus dem Buch
Methodische Entscheidungen
Da die Lehrprobenstunde den zweiten Teil einer Doppelstunde darstellt, kann zu Stundenbeginn auf eine Erwärmungsphase verzichtet werden. Somit wird die Stunde durch eine kognitive Phase eröffnet. In den vorhergehenden Stunden hat sich dafür die Errichtung einer „kognitiven Ecke“ als konzentrationsfördernd und leicht organisierbar herausgestellt. Hier soll ein zentrales Spielproblem herausgestellt werden, dass sich im Stundenthema äußert. Um dieses Spielproblem zu verdeutlichen, werde ich zwei Schüler dazu auffordern, eine typische Eins-gegen-Eins-Situation der zuvor gespielten Minihandballvariante nachzustellen.
Um die Einsicht in die Problematik zu steigern, werde ich dafür zwei Schüler auswählen, die sich im biologischen Alter stark voneinander unterscheiden. Der ballführende Offensivspieler, mit rückschrittigem biologischem Alter, erhält den Auftrag, dieses Spielproblem zu lösen. An dieser Stelle wird das fehlende Handlungsrepertoire zügig einsichtig. Da sich diese Klasse durch eine außerordentlich positive Klassengemeinschaft auszeichnet, antizipiere ich durch diesen Problemaufriss dabei keinerlei Bloßstellung, sondern die Schaffung von Motivation für das Stundenthema. Durch diese Form des Problemaufrisses wird den Schülern der konkrete Bezug zum Handballspiel sichtbar und die Erarbeitungsphase wird nicht durch ein isoliertes Techniktraining geprägt, das keine spielrelevanten Inhalte vermittelt (Bietz, 1994, S. 372ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bemerkungen zur Lerngruppe: Charakterisierung der Klasse 9b hinsichtlich Altersstruktur, biologischer Entwicklung, handballerischer Vorerfahrung und Motivation.
2. Curriculare Einordnung: Verankerung der Lehrprobenstunde in einer Unterrichtsreihe zur Spielfähigkeit und deren Evaluation.
3. Rahmenbedingungen: Darstellung der organisatorischen Voraussetzungen, wie Ort, Zeit und vorhandene Sportmaterialien.
4. Relevantes Eingangsverhalten: Zusammenfassung der technischen und sozialen Voraussetzungen der Schüler zu Beginn der Unterrichtseinheit.
5. Didaktische Entscheidungen: Begründung der Themenwahl auf Basis der Kerncurricula sowie der Einordnung in das Lernfeld „Spielen“.
6. Stundenziel: Definition des zentralen Lernziels, welches die Anwendung von Körpertäuschungen zur Verbesserung der Spielfähigkeit anstrebt.
7. Lernziele: Aufschlüsselung der Lernziele in psychomotorische, kognitive und sozial-affektive Kompetenzbereiche.
8. Methodische Entscheidungen: Erläuterung des induktiven Lernweges und der gewählten Sozialformen zur Bewältigung der Heterogenität.
9. Geplanter Stundenverlauf: Tabellarische Übersicht der Unterrichtsphasen mit zeitlicher Struktur, Inhalten und Sozialformen.
Schlüsselwörter
Handball, Körpertäuschung, Schulsport, Spielfähigkeit, Individualtaktik, Unterrichtsplanung, Sportunterricht, motorische Entwicklung, Eins-gegen-Eins-Situation, 3-Schrittregel, Methodik, Lehrprobe, Differenzierung, Techniktraining, Spielfeld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt eine detaillierte Unterrichtsplanung für eine Lehrprobenstunde im Fach Sport dar, wobei der Fokus auf dem Handballspiel in einer 9. Klasse liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Einführung von Körpertäuschungen als individualtaktisches Mittel, die Verbesserung der Spielfähigkeit und die methodische Gestaltung von Lernprozessen im Sportunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch gezielte Aufgabenstellungen zu ermöglichen, Körpertäuschungen erfolgreich anzuwenden, um sich gegen Verteidiger durchzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein induktiver Lernweg gewählt, der die Schüler dazu anregen soll, selbst Lösungen für taktische Probleme zu finden, anstatt diese lediglich nachzuahmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die didaktische Analyse, die Lernzieldefinition, die methodischen Entscheidungen sowie eine präzise tabellarische Verlaufsplanung für die Lehrprobenstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Handball, Körpertäuschung, Spielfähigkeit, Individualtaktik und methodische Unterrichtsplanung.
Wie geht die Lehrkraft mit den unterschiedlichen Leistungsstärken der Schüler um?
Die Heterogenität wird durch die Wahl von Vierergruppen, in denen leistungsstärkere Schüler als Mentoren fungieren können, sowie durch differenzierte Arbeitsblätter adressiert.
Warum spielt die 3-Schrittregel eine so zentrale Rolle in dieser Planung?
Die 3-Schrittregel bildet die Grundlage für die technische Ausführung der Körpertäuschung; ihre bewusste Anwendung ist für den Erfolg und die regelgerechte Umsetzung des Täuschungsmanövers essenziell.
- Citar trabajo
- Marco Franke (Autor), 2010, Die selbstständige Erarbeitung von Körpertäuschungen im Handball in der Klassenstufe 9, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160365