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Schimpfwörter. Konstruktion von Wirklichkeit am Beispiel von Pejorisierungen in zweisprachigen Wörterbüchern (Deutsch – Schwedisch)

Titre: Schimpfwörter. Konstruktion von Wirklichkeit am Beispiel von Pejorisierungen in zweisprachigen Wörterbüchern (Deutsch – Schwedisch)

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 26 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Magister Artium Philipp Zöllner (Auteur)

Langues scandinaves
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In universitären Kontexten sowie im öffentlichen Leben gehören Wörterbücher zu unverzichtbaren Kommunikationshilfsmitteln. Ihr Status wird dabei nur selten hinterfragt. Wer schreibt ein Wörterbuch? Welche Wörter werden aufgenommen? Was bedeutet ein Wort? Dies sind zentrale Fragen, die aus pragmatischer Sicht kritisch diskutiert werden sollen.
Textgrundlage der Untersuchung sind fünf Deutsch-Schwedische Wörterbücher zwischen 1893 und 2001, in denen am Beispiel von Schimpfwörtern1 aufgezeigt werden soll, wie und welche Wirklichkeit hergestellt wird. Es wurden substantivische Bezeichnungen ausgesucht, welche abwertend gebraucht wurden und werden. Die Auswahl erfolgte durch Introspektion, Gruppendiskussion und Studium vorhandener Fachliteratur. Wie jede Studie, kann sie keine absolut verbindlichen Ergebnisse liefern, sondern muss in Relation zu ihrer Entstehung, ihrem Urheber und dem zugrundeliegenden Erkenntnisinteresse betrachtet werden.2 Ziel ist es, mittels einer diachronen Skizze Veränderungen zu analysieren und in einem konstruktivistischen Verständnis zu interpretieren. Die vorliegende Arbeit möchte eine kritische Perspektive auf Wörterbücher eröffnen und eine Sensibilisierung im Umgang mit Sprache ermöglichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Diskussion und Definition zentraler Termini

1.1 Wortbedeutung

1.2 Konnotation

1.3 Pejorativum / pejorative Lexik

1.4 Schimpfwort

1.5 Pejorisierung

2. Zum Selbstverständnis von Wörterbüchern

3. Metasprachliche Kategorien

4. Analyse und Interpretation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, wie zweisprachige Wörterbücher (Deutsch – Schwedisch) durch die Auswahl und metasprachliche Markierung von Schimpfwörtern Wirklichkeit konstruieren und dabei oft unhinterfragte Autorität beanspruchen. Im Fokus steht die Frage, inwieweit Wörterbuchredaktionen soziale Normen reproduzieren und wie diese Prozesse aus einer konstruktivistischen und pragmatischen Perspektive zu bewerten sind.

  • Konstruktion von Wirklichkeit durch Lexikographie
  • Kritische Analyse metasprachlicher Markierungen
  • Die Rolle von Pejorisierungen in Wörterbüchern
  • Vergleich von fünf Deutsch-Schwedischen Wörterbüchern
  • Pragmatische Untersuchung der Wortbedeutung und Konnotation

Auszug aus dem Buch

1.1 Wortbedeutung

Karl Otto Erdmann (1925) unterscheidet die Wortbedeutung in einen begrifflichen Inhalt (Hauptbedeutung) und einen Nebensinn + Gefühlswert (Nebenbedeutung). (vgl. Havryliv 2003, S. 26) Die Nebenbedeutung hängt demnach teilweise von der emotiven Verwendung des Sprechers ab. Inwieweit dies die Hauptbedeutung beeinflussen kann und in welchem Verhältnis Nebensinn und Gefühlswert stehen bleibt ungeklärt.

Oksana Havryliv definiert Wortbedeutung folgendermaßen: „Der signifikative Aspekt bildet den Kern lexikalischer Wortbedeutung. [...] Der signifikative Bedeutungsaspekt ist im Vergleich zum konnotativen Aspekt relativ gut erforscht. Als konnotativen Aspekt bezeichne ich den Teil einer lexikalischen Wortbedeutung, mit dessen Hilfe der psychische Zustand des Sprechers, seine Stellungnahme zum Adressaten, Gegenstand, Sachverhalt oder zur Situation geäußert wird.“ (Havryliv 2003, S. 27) Wie schon Erdmann, geht auch Havryliv von der Kernbedeutung eines Lexems aus. Sie definiert den Terminus Bedeutung jedoch mit sich selbst, wodurch signifikanter, also bedeutungstragender Aspekt und Kernbedeutung zusammenfallen. Demgegenüber stellt sie den konnotativen Aspekt, welcher sich dem Vernehmen nach außerhalb der Kernbedeutung befindet.

Dass der signifikative Aspekt „relativ“ gut erforscht ist, setzt natürlich die Annahme seiner Existenz voraus, was aus konstruktivistischer Perspektive negiert wird; daher spielt es eine untergeordnete Rolle, ob dem tatsächlich so ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Es wird die Relevanz von Wörterbüchern als unverzichtbare Kommunikationshilfsmittel beleuchtet und die Forschungsfrage nach der Wirklichkeitskonstruktion durch Schimpfwörter aufgeworfen.

1. Diskussion und Definition zentraler Termini: Theoretische Auseinandersetzung mit Begriffen wie Wortbedeutung, Konnotation, Pejorativum, Schimpfwort und dem Prozess der Pejorisierung.

2. Zum Selbstverständnis von Wörterbüchern: Analyse der Vorwörter und Legitimationsstrategien der untersuchten Wörterbuchredaktionen.

3. Metasprachliche Kategorien: Untersuchung der Art und Weise, wie Abkürzungen und metasprachliche Markierungen in den Wörterbüchern verwendet werden, um Begriffe zu klassifizieren.

4. Analyse und Interpretation: Praktische Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf exemplarische Wörterbucheinträge, um die tatsächliche Pejorisierung und die Konstruktion von Wirklichkeit aufzuzeigen.

Schlüsselwörter

Wörterbücher, Schimpfwörter, Pejorisierung, Lexikographie, Konnotation, Wirklichkeitskonstruktion, Metasprache, Deutsch-Schwedisch, pragmatische Linguistik, Sprachnormen, Pejorativum, Konstruktivismus, Semantik, Wortbedeutung, Diskursanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch, wie zweisprachige Deutsch-Schwedische Wörterbücher Schimpfwörter erfassen und durch metasprachliche Markierungen bewerten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die theoretische Definition von Schimpfwörtern, die Rolle von Wörterbüchern als soziale Autorität und die Analyse ihrer sprachlichen Klassifizierungsmechanismen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Art und Weise zu analysieren, wie Wörterbuchredaktionen durch die Markierung von Begriffen Wirklichkeit konstruieren und bestimmte Normen reproduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine konstruktivistische und pragmatische Perspektive, ergänzt durch Introspektion, Gruppendiskussion und die Analyse von Vorwörtern sowie konkreten Lexikoneinträgen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil widmet sich der Definition der Begrifflichkeiten, der Analyse des Wörterbuch-Selbstverständnisses und der konkreten Untersuchung ausgewählter Begriffe wie „Arschloch“, „Hure“ oder „Neger“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wörterbücher, Pejorisierung, Wirklichkeitskonstruktion, Schimpfwörter, Metasprache und pragmatische Linguistik sind zentrale Begriffe.

Warum hinterfragt der Autor die Objektivität von Wörterbüchern?

Der Autor argumentiert, dass Wörterbücher keine neutralen Instanzen sind, sondern durch die implizite Setzung von Sprachnormen aktiv zur Konstruktion von Bedeutung und Machtverhältnissen beitragen.

Was ist das Problem bei der Markierung „umgangssprachlich“?

Die Markierung ist laut Autor oft unscharf und asymmetrisch; sie bleibt subjektiv und entzieht sich einer präzisen linguistischen Definition, was die Verantwortung auf den unkritischen Benutzer abwälzt.

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Résumé des informations

Titre
Schimpfwörter. Konstruktion von Wirklichkeit am Beispiel von Pejorisierungen in zweisprachigen Wörterbüchern (Deutsch – Schwedisch)
Université
Humboldt-University of Berlin  (Nordeuropainstitut)
Cours
Schimpfen im Norden
Note
1,3
Auteur
Magister Artium Philipp Zöllner (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
26
N° de catalogue
V160650
ISBN (ebook)
9783640738854
ISBN (Livre)
9783640738960
Langue
allemand
mots-clé
Schimpfwörter Konstruktion Wirklichkeit Beispiel Pejorisierungen Schwedisch Konstruktivismus Diskursanalyse Wörterbücher
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Magister Artium Philipp Zöllner (Auteur), 2007, Schimpfwörter. Konstruktion von Wirklichkeit am Beispiel von Pejorisierungen in zweisprachigen Wörterbüchern (Deutsch – Schwedisch), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160650
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Extrait de  26  pages
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