Wie gehen Kinder und Jugendliche beziehungsweise SuS mit dem immensen Medienangebot um und welche Gefahren, aber auch Chancen, birgt der Medienkonsum?
Diese Hausarbeit untersucht lediglich die Auswirkungen von digitalen Medien auf die Schulleistung. Für diesen Zweck werden zunächst einige theoretische Grundlagen gebildet. Diesbezüglich werden die Begriffe Medien und Schulleistung definiert, da diese für das Verständnis dieser Arbeit elementar sind. Des Weiteren wird die Mediennutzung Jugendlicher in Deutschland erörtert um eine Grundvorstellung der Mediensituation in Deutschland zu bekommen. Einen Schwerpunkt dieser Ausarbeitung bilden externe Studien, die für die Untersuchung der Auswirkungen von digitalen Medien auf die Schulleistungen herangezogen werden. Mithilfe dieser Studien sollen sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Schulleistung hervorgehoben werden. Mit dem Hintergrund, dass digitale Medien eine Auswirkung auf SuS haben, sollen die Begriffe Medienerziehung und Medienkompetenz kurz erklärt werden. Abschließend werden im Fazit die Resultate zusammengefasst und kritisch reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Theoretische Grundlagen
- 2.1 Begriffsbestimmung Medien
- 2.2 Mediennutzung in Deutschland
- 2.3 Schulleistungen
- 3. Auswirkungen von Medien auf die Schulleistung
- 3.1 Negative Auswirkungen
- 3.2 Positive Auswirkungen
- 4. Medienpädagogik
- 4.1 Medienkompetenz
- 4.2 Medienerziehung
- 5. Fazit
- 6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der Untersuchung der Auswirkungen digitaler Medien auf die Schulleistung von Schülerinnen und Schülern. Das primäre Ziel ist es, sowohl die positiven als auch die negativen Effekte des Medienkonsums auf schulische Leistungen zu analysieren und theoretische Grundlagen sowie pädagogische Konzepte in diesem Kontext zu beleuchten.
- Definition der Begriffe "Medien" und "Schulleistung" als theoretische Basis.
- Analyse der Mediennutzung Jugendlicher in Deutschland anhand aktueller Studien.
- Darstellung negativer Auswirkungen von digitalen Medien auf die Schulleistung, inklusive Zeitverdrängung und Suchtgefahren.
- Erörterung positiver Einflüsse digitaler Medien auf Lernprozesse und schulische Erfolge.
- Erläuterung der Konzepte Medienkompetenz und Medienerziehung im Kontext der digitalen Transformation.
Auszug aus dem Buch
3.1 Negative Auswirkungen
Um den beobachteten negativen Zusammenhang zwischen digitalen Medien und schulischer Leistung theoretisch zu erklären, werden meist verschiedene Ansätze der sogenannten Minderungshypothesen herangezogen.
Dabei gilt die Zeitverdrängungshypothese als eine der populärsten und am besten untersuchtesten Minderungshypothese (vgl. Nazar, S.114). Die Zeitverdrängungshypothese besagt in Bezug auf das Leseverhalten, „dass sich das Fernsehen langfristig gesehen ungünstig auf den Erwerb von Lesekompetenzen auswirkt, da dadurch der Lesekonsum abnimmt. Geringe Leseaktivitäten wiederum wirken sich negativ auf die Lesefähigkeit aus“ (ebd.). Diese Annahme scheint logisch, da durch das Fernsehen andere Aktivitäten verdrängt werden. Für Kinder, die einen hohen Fernsehkonsum aufweisen, spielt das Lesen daher meist eine untergeordnete Rolle. Das ist auf den Umstand zurückzuführen, dass Fernsehen eine zeitaufwendige Tätigkeit darstellt. So wird die Zeit, die zum Lesen genutzt werden könnte, anderweitig genutzt.
Gadberrys Experiment bestätigt dabei, dass Kinder, deren Fernsehkonsum einge-schränkt wird, mehr Zeit dem Lesen widmen, während jene Kinder, die über einen uneingeschränkten Zugang zum Fernsehmedium verfügen, deutlich weniger lesen (vgl. Gadberry 1980, S. 45ff). Ein weiteres Forschungsprojekt aus dem Jahre 1997 zwischen der UNESCO und der Universität Utrecht, das in mehr als 20 Ländern abge-halten wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Fernsehkonsum unter anderem zur Sprach-verarmung, einem Rückgang der Lesekompetenz, der Zunahme des Analphabetis-mus, sowie zur Leseunlust von Kindern führe (vgl. Groebel 1998, S. 51ff). Des Weite-ren stellen Marshall et. al. einen geringen Zusammenhang zwischen digitalen Medien-konsum und Fettleibigkeit fest. (vgl. Marshall et. al. 2004, S. 1238ff). Demnach fehlt die körperliche Bewegung. Diese trägt allerdings „maßgeblich zur geistigen Gesund-heit und zur kognitiven Leistungsfähigkeit bei“ (Kubesch 2014, S. 121f), die wiederrum für die schulische Leistung relevant sind. Als eine weitere negative Auswirkung der digitalen Medien auf die Schulleistung können die Folgen einer Suchterkrankung sein. Im Rahmen einer Studie des KFN (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersach-sen) wurde festgestellt, dass Videospielsucht mit einem erhöhten Maß an psychologi-schem und sozialem Stress in Form von schlechteren schulischen Leistungen, ver-mehrtem Schulschwänzen, reduzierte Schlafdauer, eingeschränkte Freizeitaktivitäten und vermehrten Selbstmordgedanken einhergeht (vgl. Rehbein et. al. 2010, S. 279ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Allgegenwart digitaler Medien im Alltag von Schülern fest und fokussiert die Arbeit auf deren Auswirkungen auf die Schulleistung, sowohl positive als auch negative.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Medien und Schulleistung und erörtert die Mediennutzung Jugendlicher in Deutschland, um eine Basis für die nachfolgende Analyse zu schaffen.
3. Auswirkungen von Medien auf die Schulleistung: Hier werden sowohl negative Aspekte, wie Zeitverdrängung und Suchtrisiken, als auch positive Effekte, wie verbesserte Lernprozesse und Testergebnisse, basierend auf verschiedenen Studien beleuchtet.
4. Medienpädagogik: Dieses Kapitel widmet sich der Medienpädagogik und erklärt die Konzepte der Medienkompetenz und Medienerziehung als wichtige Werkzeuge im Umgang mit digitalen Medien.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, dass digitale Medien sowohl Chancen als auch Gefahren für die Schulleistung bergen, und betont die Notwendigkeit einer verstärkten Medienerziehung und Förderung der Medienmündigkeit.
Schlüsselwörter
Digitale Medien, Schulleistung, Mediennutzung, Jugendliche, Medienkompetenz, Medienerziehung, Negative Auswirkungen, Positive Auswirkungen, Zeitverdrängungshypothese, Lernprozesse, Bildung, Schule, Studien, Cybermobbing, Videospielsucht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht grundsätzlich, wie digitale Medien die schulischen Leistungen von Schülerinnen und Schülern beeinflussen, indem sie sowohl positive als auch negative Effekte beleuchtet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Begriffsbestimmung von Medien und Schulleistung, die Analyse der Mediennutzung Jugendlicher, die Darstellung von Auswirkungen digitaler Medien auf die Schulleistung sowie die Bedeutung der Medienpädagogik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen von digitalen Medien auf die Schulleistung zu untersuchen und dabei sowohl Chancen als auch Risiken herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse externer Studien und theoretischer Grundlagen, um die Auswirkungen digitaler Medien auf die Schulleistung zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen wie Medienbegriffe und Schulleistungen definiert, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der negativen und positiven Auswirkungen digitaler Medien auf die Schulleistung, gestützt durch Forschungsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Digitale Medien, Schulleistung, Mediennutzung, Jugendliche, Medienkompetenz, Medienerziehung, Negative Auswirkungen, Positive Auswirkungen, Zeitverdrängungshypothese und Lernprozesse charakterisieren die Arbeit.
Wie wird Medienkompetenz in der Arbeit definiert und welche Dimensionen umfasst sie?
Medienkompetenz wird nach Baacke als die Fähigkeit definiert, alle Arten von Medien aktiv aneignend für das Kommunikations- und Handlungsrepertoire einzusetzen und umfasst die Dimensionen Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.
Welche konkreten negativen Auswirkungen digitaler Medien auf die Schulleistung werden anhand von Studien identifiziert?
Als negative Auswirkungen werden die Zeitverdrängungshypothese, die zu Sprachverarmung und Rückgang der Lesekompetenz führen kann, ein Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Fettleibigkeit sowie das Risiko von Suchterkrankungen genannt.
Welche positiven Effekte digitaler Medien auf die Schulleistung werden in der Arbeit hervorgehoben?
Positive Effekte umfassen verbesserte Testergebnisse in Mathematik bei Computerbesitz, die Steigerung von Gruppenarbeit, schnelleres Lernen und eine höhere Motivation durch Medieneinsatz sowie die Verbesserung der Schreibfertigkeiten.
Inwiefern bestätigen Studien wie die JIM-Studie die weite Verbreitung digitaler Medien bei Jugendlichen in Deutschland?
Die JIM-Studie 2021 zeigt, dass digitale Medien einen festen Bestandteil im Alltag Jugendlicher sind, mit 94% Besitz eines Handys, 76% eines Computers und 88% täglicher Internetnutzung, wobei das Smartphone mit 92% am häufigsten genutzt wird.
- Citation du texte
- Nick Hendle (Auteur), 2022, Auswirkungen von digitalen Medien auf die Schulleistung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1609368