Sportangebote auf Kreuzfahrtschiffen

Vom Zeitvertreib zum Marketinginstrument und Revenue center


Studienarbeit, 2008
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Kreuzfahrt
2.2 Destination
2.3 Kreuzfahrtschiff

3 Sport im Kreuzfahrt Urlaub

4 Sportangebot als Marketinginstrument

5 On Board Revenue (OBR) mit Sport

6 Weitere Entwicklung

7 Quellenverzeichnis
7.1. Tabellenverzeichnis
7.2. Diagramverzeichnis
7.3. Literaturverzeichnis
7. 4 Online Resourcen

1 Einleitung

Das Schiff war und ist traditionell ein vor allem dem Transport und der Versorgung, also dem Fischfang, dienendes Medium. Eine Seereise nicht mit dem Zweck, irgendwo anzukommen und damit eine hinderliche Distanz zu überwinden, sondern als Vergnügen begriffen, ist keine Erfindung unserer Zeit. Sie war jedoch in der Vergangenheit ein Privileg der Reichen und Potentaten.” (Schäfer, 1998, S.25)

Unter dieser kleinen, überschaubaren Oberschicht, die sich Vergnügungsfahrten in See leisten konnten, war jede Art von körperlicher Anstrengung verpöhnt und wurde als nicht standesgemäßes Verhalten bewertet. Das Leben an Bord drehte sich um Formalitäten wie den angemessenen Dresscode, oppulente Mahlzeiten, stilvolle Konversation und einen leichten Zeitvertreib dazwischen. Die Zeit zwischen den Mahlen vertrieb man sich mit promenieren an Deck, die Herren maßen sich in ihren Jagdkünsten beim Tontaubenschießen und die Damen bei einer Partie Shuffleboard. Das alles ist mindestens 50 Jahre her und hat sich seit dem grundlegend verändert. Es gibt einige wenige Schiffen, die diesen urkonservativen Markt noch bedienen, aber deren Zielgruppe ist heut zutage als Randgruppe wenig lukrativ.

Die Schiffe haben sich seit dieser Zeit grundlegend geändert, vom reinen Transportmittel hin zur eigentlichen, schwimmenden Destionationen. Selbst die angelaufenen Häfen sind zur Nebensache geworden.

Es gibt immer noch auf jedem der zurzeit 279 Kreuzfahrtschiffe auf dieser Welt ein Shuffleboardfeld, aber Shuffleboard ist mittlerweile eine der wenigen Möglichkeiten auf einem Schiff sich die Zeit zu vertreiben, ohne das dem Passagier etwas extra berechnet wird. Kurz gesagt: es ist kostenlos, aber auch unspektakulär und entspricht so gar nicht der heutigen Vorstellung von Freizeitvergnügen.

Diese Arbeit soll aufzeigen, wie Reedereien es geschafft haben über zusätzliche, sportliche Angebote neue Zielgruppen zu erreichen, und wie Reedereien den Wandel des Kreuzfahrt- Tourismus zu einem Massenprodukt genuzt haben, um aus den Sportangeboten einer Kreuzfahrt ein gewinnträchtiges Zusatzeinkommen zu erwirtschaften.

Das Erlebnis steht im Mittelpunkt solcher Kreuzfahrten. Das Motto heißt: Möglichst schnell, möglichst viel, möglichst intensiv erleben.“ (Schäfer, 1998, S.192)

2 Definitionen

2.1 Kreuzfahrt

In einem sind sich die Fachleute -wie Schäfer, Gibson, Quartermaine, Peter, Mancini- einig: Kreuzfahrten sind eine Form des Seeseitigem Tourismus. Speziell wird auf die Möglichkeit der Ortsveränderung hingewiesen. Kreuzfahrten sind klassische Pauschalreisen, Pakete aus Transport, Unterkunft, Verpflegung und Unterhaltung. Schäfer geht weiter ins Detail: „Kreuzfahrten sind Rundreisen, auf denen nach einer vornherein festgelegten Fahrtroute verschiedene Häfen angelaufen werden,…Von einer Kreuzfahrt kann man allerdings erst dann sprechen, wenn mindestens eine Übernachtung auf See stattfindet und neben dem Ein- und Ausstiegshafen mindestens noch ein weitere Hafen angelaufen wird.“ (Schäfer, 1998, S.7)

Mit dieser Definition wird eine Kreuzfahrt von einer Fährverbindung klarer abgegrenzt.

2.2 Destination

Bieger definiert eine Destination als:“Geographischer Raum (Ort, Region, Weiler), den der jeweilige Gast (oder ein Gästesegment) als Reiseziel auswählt. Sie enthält sämtliche für einen Aufenthalt notwendigen Einrichtungen für Beherbergung, Verpflegung, Unterhaltung/Beschäftigung. Sie ist damit das eigentliche Produkt und die Wettbewerbseinheit im Tourismus, die als strategische Geschäftseinheit geführt werden muss.“ (Bieger, 1997, S. 74)

2.3 Kreuzfahrtschiff

Ein Kreuzfahrtschiff ist in der heutigen Zeit direkt und nur für den Einsatz als solches gebaut. Nach Giora Israel (1999, S. 51) sind folgende Merkmale bei allen Schiffen zu finden:

- standardisierte Unterkünfte, mit einigen Premium- Class Ausnahmen
- geringer Tiefgang (8m und weniger)
- ausgelegt für Warmwasser- Kreuzfahrten (der Sonne und dem schönen Wetter hinterher)
- großzügige Decksflächen (Sonnendecks)
- Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, die landseitige Resorts bei weitem übertreffen in ihrer Vielfalt

Ein Kreuzfahrtschiff ist also eine künstlich erschaffene Erlebniswelt, das zusätzlich zu den Voraussetzungen einer klassischen Destination den Vorteil der möglichen Ortsveränderung besitzt.

Ein Kreuzfahrtschiff ist also eine mobile, multioptionale, touristische Wettbewerbseinheit.

3 Sport im Kreuzfahrt- Urlaub

3.1. Sport, Image und Community

Leisure is more than the time that you can spend as you like, it has become an omnipresent culture of fun with enormous importance. Our social identity is determined by the way we spend our leisure at least as much as by the work we do or the possessions we own.” (Quartermaine and Peter, 2006, S.9)

Wie das vorangestellte Zitat zeigt definieren sich Menschen heute über das was sie tun, es ist wesentlicher Bestandteil der heutigen Kultur. Nicht nur Konsumgüter, sonder auch die Art der Freizeitgestaltung wird zum Statussymbol. „Das Motto heißt: Möglichst schnell, möglichst viel, möglichst intensiv erleben.“ (Schäfer, 1998, S.192)

Diesen Trend haben die Reedereien erkannt und ihre Angebote entsprechend ausgerichtet.

Der moderne Konsument lässt sich kaum noch in ein bestimmtes Zielgruppenschema mit festgelegten Verhaltensweisen einfügen. Er wechselt seine Präferenzen je nach Situation und möchte sich möglichst viele Handlungs- und Konsumoptionen offen halten. Der Trend geht nach wie vor zur Multioptionsgesellschaft, zur Individualisierung von Verhaltensweisen und zu zeitlich schnell wechselnden Wertemustern und Konsumpräferenzen. Bei einem Großteil der Konsumenten wird diese zunehmende Handlungsfreiheit und Selbstbestimmtheit als positives Gut empfunden,…

(www.dienstleister-Info.ihk.de/branchen/Freizeitwirtschaft/Merkblaetter/DSSW_Freizeitmarkt.pdf, S25, 26.05.2008)

Das ist im Trend der Zeit ein schlagkräftiges Verkaufsargument für Kreuzfahrten. Das Kreuzfahrtschiff als multioptionale Destination in der alles kann und nichts muss. Der Passagier erlebt im Rahmen einer -von der Definition her gesehen- klassischen Pauschalreise ein Höchstmaß an Individualität und Selbstbestimmung. Allerdings lassen sich die Reedreien diese Handlungsfreiheit extra und auch gut bezahlen.

Dr. Michael Vogel schreibt zum Thema lebenslanges lernen folgendes:

Da Kreuzfahrten inzwischen von Menschen jeden Alters unternommen werden, sind Kreuzfahrtschiffe auch als Lernräume für Menschen jeden Alters denkbar. Sie bieten zudem einige Vorteile gegenüber Lernräumen an Land. Ein Schiff erlaubt den Lernenden besser zu „entschleunigen“, sich von dem hohen Tempo des Alltags zu befreien und die innere Ruhe zu erlangen, die konzentriertes Lernen erfordert. Der Blick über das Meer wirkt auf die meisten Menschen entspannend und hilft so, neue Gedanken zuzulassen. Ein Schiff wirkt als Kokon und schirmt gegen störende äußere Einflüsse ab, was der Lernatmosphäre an Bord sehr förderlich ist. Und schließlich bietet ein Schiff eine besondere Lernumgebung, die den Lernprozess emotional stützen kann.“

(„an Bord - Das Magazin für Schiffsreisen und Seewesen“, 6/2004, S. 41-43)

Vogel beschreibt damit das potential und die damit verbundenen Umsatzmöglichkeiten auf Schiffen. Zwischen Lernen und Sport soll an dieser Stelle nicht unterschieden werden, da Sport ja auch das Erlernen und Weiterentwickeln physischer und psychischer Fähigkeiten umfasst.

Neben dem Kokon aus Stahl und Sicherheitspersonal scheint in der Tat auch ein zweiter, aber unsichtbarer, nur gefühlter Kokon eine wichtige Rolle zu spielen. Es handelt sich dabei um den emotionalen Schutzschild, den eine Gruppe mit gemeinsamer Identität und geteilten Normen und Werten ihren einzelnen Gruppenmitgliedern bietet. Auf Kreuzfahrtschiffen finden sich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung verhältnismäßig homogene Gemeinschaften von Individuen zusammen. Die Passagiere ähneln sich vielfach in Alter, soziokultureller Prägung, materieller Situation, Interessen und Reisemotiven. Da Ähnlichkeit verbindet, fällt es der Gemeinschaft der Passagiere relativ leicht, bestimmte Normen und Werte zu teilen und ein starkes Wir-Gefühl zu entwickeln.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Sportangebote auf Kreuzfahrtschiffen
Untertitel
Vom Zeitvertreib zum Marketinginstrument und Revenue center
Hochschule
Fachhochschule Stralsund
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V161013
ISBN (eBook)
9783640740192
ISBN (Buch)
9783640740895
Dateigröße
639 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kreuzfahrt, sport auf kreuzfahrtschiffen, shuffle board, seereisen, hochseeurlaub, on board revenue, sport, urlaub
Arbeit zitieren
Maik Roemer (Autor), 2008, Sportangebote auf Kreuzfahrtschiffen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161013

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