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Die Liberalisierung der deutschen Trinkwasserversorgung im europäischen Vergleich

Título: Die Liberalisierung der deutschen Trinkwasserversorgung im europäischen Vergleich

Tesis , 2004 , 163 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Marc Moellers (Autor)

Economía - Casos de estudio
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Ziel dieser Arbeit soll die Darstellung und Diskussion einer möglichen Liberalisierung der deutschen Trinkwasserversorgung im europäischen Vergleich sein. Im ersten Abschnitt wird der Trinkwassermarkt gegenüber den Energie- und Gasmärkten abgegrenzt. Dabei werden auch die Besonderheiten des Gutes „Wasser“ dargestellt. Eine Aufgliederung des Trinkwassermarktes in einzelne Teilleistung rundet das erste Kapitel ab. Im zweiten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen von Infrastruktureinrichtungen untersucht. Das Hauptaugenmerk stellt dabei die Darstellung und Analyse der Theorien des natürlichen Monopols dar. Bei einem Vorliegen eines natürlichen Monopols lässt die Frage aufkommen, inwieweit es notwendig ist, dass der Staat in das Marktgeschehen eingreift oder nur die Rahmenbedingungen setzt. Im dritten Kapitel werden die zentralen Begriffe „Liberalisierung“ und „Privatisierung“ von einander abgegrenzt werden. Es wird ferner der Motivation von Privatisierung, sowie den Zielen einer Liberalisierung nachgegangen. Nach einer Beschreibung der verschiedenen Privatisierungsformen wird untersucht, ob Unternehmen in privater Rechtsform effizienter als Unternehmen in einer öffentlichen Rechtsform sind. In einem zweiten Schritt werden die verschiedenen Optionen einer Marktöffnung erörtert. Zuvor wird der Blick auf die Öffnung anderer Infrastruktursektoren gerichtet, um zu untersuchen, ob und wie sich der Wettbewerb intensiviert hat. Diese verschiedenen Wettbewerbsoptionen lassen sich dabei in zwei grobe Richtungen einteilen: Einmal „Wettbewerb um den Markt“ und zum zweiten „Wettbewerb im Markt“.

Das vierte Kapitel erweitert den Blick auf die praktische Umsetzung und die Organisation der Trinkwasserversorgung in den zu vergleichenden Ländern: Frankreich, England/Wales, den Niederlanden und Deutschland. Dabei soll auch auf die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung der unterschiedlichen Regulierungsmodelle eingegangen werden. Die gewonnenen Handlungsempfehlungen aus den untersuchten Ländern können dann Hinweise auf eine mögliche Organisation der Trinkwasserversorgung in Deutschland geben und verschiedene Strategieoptionen von Wasserversorgungsunternehmen aufzeigen. Das fünfte Kapitel geht der Frage nach, welche Bedeutung der Wettbewerb für die Erreichung anderer politischer Ziele, wie Umweltschutz, Versorgungssicherheit oder Wasserqualität hat. Im letzten Kapitel sollen die gewonnenen Erkenntnisse abschließend reflektiert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

1.3 Abgrenzung und Besonderheiten des Wassermarktes gegenüber Energie- und Gasmärkten

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Informationsmängel und Informationsasymmetrien

2.2 Anpassungsmängel

2.3 Externe Effekte

2.4 Natürliches Monopol als Form von Marktversagen aufgrund von Unteilbarkeiten

2.4.1 Subadditivität

2.4.1.1 Einproduktunternehmen

2.4.1.2 Mehrproduktunternehmen

2.4.1.3 Größenvorteile („economies of scale“)

2.4.1.4 Verbundvorteile und Kostenkomplementarität („economies of scope“)

2.4.2 Irreversibilität

2.5 Interne Subventionierung (Quersubventionierung)

2.6 Ebene der Regulierung

2.7 Modelle zur Regulierung natürlicher Monopole

2.7.1 Kostenregulierung („cost-plus-regulation“)

2.7.2 Preisregulierung

2.7.2.1 Preisobergrenze

2.7.2.2 Pareto-optimale Angebotsmenge und Defizitabdeckung durch Preisdifferenzierung

2.7.2.3 Ramsey Pricing

3 Privatisierung oder Liberalisierung

3.1 Definitionen

3.2 Privatisierungsmotive und Ziele der Liberalisierung

3.3 Privatisierungsformen

3.4 Wettbewerb

3.4.1 Wettbewerbsintensität

3.4.2 Wettbewerbsformen

3.4.2.1 Wettbewerb um den Markt (Ausschreibung)

3.4.2.2 Wettbewerb im Markt

3.4.2.2.1 Eigenversorgung

3.4.2.2.2 Freier Leitungsbau

3.4.2.2.3 Einschaltung von Zwischenhändlern

3.4.2.2.4 Gemeinsame Netznutzung und Durchleitung („common carriage“)

3.4.2.2.5 Aufspaltung der Wertschöpfungskette

3.4.3 Wettbewerb durch Regulierung: „Yardstick Competition“

4 Ländervergleich / Marktstrukturen

4.1 Einleitung

4.2 Europarechtliche Rahmenbedingungen

4.3 Frankreich

4.4 England und Wales

4.5 Niederlande

4.6 Deutschland

4.6.1 Rechtlicher Hintergrund

4.6.1.1 Gesetz gegen die Beschränkung des Wettbewerbs (GWB) § 103

4.6.1.2 Art 28 Abs. 2 GG

4.6.2 Organisationsformen der Wasserwirtschaft

4.6.2.1 Regiebetrieb

4.6.2.2 Eigenbetrieb

4.6.2.3 Eigengesellschaft

4.6.2.4 Betreibermodell

4.6.2.5 Kooperationsmodell

4.6.2.6 Privates Unternehmen (materielle Privatisierung)

4.6.3 Marktstruktur

4.7 Wettbewerber im internationalen Umfeld

4.7.1 SUEZ

4.7.2 Vivendi

4.7.3 RWE

4.7.4 Weitere Wasserversorgungsunternehmen

4.8 Alternative Strategien für Wasserversorger

4.9 Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen aus den einzelnen Ländern

5 Bedeutung des Wettbewerbs für die Erreichung anderer politischer Ziele

5.1 Wettbewerb und Wasserqualität

5.2 Wettbewerb und Versorgungssicherheit

5.3 Wettbewerb und Gesundheits-/Umweltschutz

5.4 Möglichkeiten einer Effizienzsteigerung ohne Privatisierung

5.4.1 Kooperationen

5.4.2 Benchmarking

5.4.3 Mitarbeiter als wertvolle Wissensressource

5.5 Soziale Ungerechtigkeit beim Wettbewerb durch „Rosinenpickerei“

5.6 Ausverkauf der deutschen Trinkwasserressourcen

5.7 Preisargument

6 Abschließende Betrachtung

6.1 Zusammenfassung und Fazit

6.2 Empfehlungen

6.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Konsequenzen einer Liberalisierung der deutschen Trinkwasserversorgung im Vergleich zu europäischen Modellen (Frankreich, England/Wales, Niederlande). Ziel ist es, die ökonomischen Rahmenbedingungen, insbesondere das natürliche Monopol, zu analysieren und zu prüfen, inwieweit Wettbewerbselemente die Effizienz steigern können, ohne politische Ziele wie Wasserqualität und Versorgungssicherheit zu gefährden.

  • Wirtschaftliche Analyse natürlicher Monopole in der Wasserwirtschaft.
  • Vergleichende Untersuchung internationaler Regulierungsmodelle.
  • Diskussion von Privatisierungsformen und Wettbewerbsoptionen im Trinkwassermarkt.
  • Evaluation der Auswirkungen auf Wasserqualität, Umweltstandards und soziale Gerechtigkeit.
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die deutsche Wasserwirtschaft.

Auszug aus dem Buch

1.3 Abgrenzung und Besonderheiten des Wassermarktes gegenüber Energie- und Gasmärkten

Wasser weist eine Reihe von Unterschieden im Vergleich zu Strom und Gas auf, die es schwerer machen die Wettbewerbsmodelle von diesen Infrastrukturbereichen auf den Bereich der Trinkwasserversorgung zu übertragen. Folgende Aspekte sollten hierbei beachtet werden:

 Hohe Masse des Wassers: Da Wasser eine hohe Masse hat, ist es nicht komprimierbar. Die Hebung und der Transport sind dadurch mit einem hohen Energieaufwand verbunden.

 Qualitätsbeeinträchtigungen bei Lagerung und Transport: Durch zu lange Lagerung kann die Wasserqualität leiden. Ebenso kann der Transport über längere Strecke kann zu einer Beeinträchtigung der Wasserhygiene führen.

 Gerichteter Transport: Die Fließrichtung des Wassers im Rohrnetz verläuft in der Regel in einer Fließrichtung. Es ist daher kaum möglich, eine Veränderung in der Strömungskonfiguration ohne Qualitätseinbußen zu erreichen.

 Begrenzte Mischbarkeit: Wasser ist kein homogenes, sondern ein heterogenes Gut. Dies bedeutet, dass seine Zusammensetzung variiert und die Beschaffenheit abhängig von ihrer jeweiligen Quelle ist. Die Mischung unterschiedlicher Wasservorkommen ist aus technischer und hygienischer Sicht aufgrund von Korrosion und Reinfektion problematisch. Zusätzlich ist die rechtliche Frage hinsichtlich des Verursachers schwerer zu verfolgen (Mehlhorn, 2001b, S. 105; Stuchtey 2002, S. 19f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die aktuelle Situation der Trinkwasserversorgung im Kontext der Liberalisierung anderer Netzsektoren und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel untersucht die ökonomischen Merkmale von Infrastruktureinrichtungen und analysiert die Theorie des natürlichen Monopols sowie die Ursachen für Marktversagen.

3 Privatisierung oder Liberalisierung: In diesem Teil werden die zentralen Begrifflichkeiten definiert und die verschiedenen Optionen einer Marktöffnung sowie Wettbewerbsformen in der Wasserwirtschaft erörtert.

4 Ländervergleich / Marktstrukturen: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Regulierungsmodelle und Marktstrukturen in Frankreich, England, den Niederlanden und Deutschland.

5 Bedeutung des Wettbewerbs für die Erreichung anderer politischer Ziele: Hier wird diskutiert, wie sich Wettbewerb auf Wasserqualität, Umweltschutz und Versorgungssicherheit auswirkt und welche Alternativen es zur Privatisierung gibt.

6 Abschließende Betrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, gibt Empfehlungen für die deutsche Wasserwirtschaft und liefert einen Ausblick auf mögliche Entwicklungsszenarien.

Schlüsselwörter

Trinkwasserversorgung, Liberalisierung, Privatisierung, natürliches Monopol, Wettbewerb, Wasserqualität, Versorgungssicherheit, Regulierungsmodelle, Infrastruktur, Benchmarking, Yardstick Competition, Wasserwirtschaft, Marktversagen, Netznutzung, Kommunale Wasserwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen einer Liberalisierung der deutschen Trinkwasserversorgung durch den Vergleich mit internationalen Modellen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Themen umfassen die ökonomischen Grundlagen (natürliches Monopol), Regulierungsstrategien, Privatisierungsformen und die Auswirkungen auf politische Ziele wie Versorgungssicherheit und Umweltstandards.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die deutsche Wasserwirtschaft abzuleiten, um diese effizienter und international wettbewerbsfähiger zu gestalten, ohne dabei die Qualität zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse ökonomischer Theorien (insb. Netzökonomie) in Verbindung mit einem Ländervergleich (Frankreich, England/Wales, Niederlande).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des natürlichen Monopols, eine Diskussion von Privatisierungs- und Liberalisierungskonzepten sowie eine vergleichende Untersuchung internationaler Marktstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Trinkwasserversorgung, natürliches Monopol, Liberalisierung, Wettbewerb, Regulierung und Benchmarking.

Wie bewertet der Autor die Übertragbarkeit des englischen Regulierungsmodells auf Deutschland?

Die Bewertung ist ambivalent: Während das Instrument der „Yardstick Competition“ als theoretisch sinnvoll erachtet wird, sehen andere Experten aufgrund der kleinteiligen deutschen Struktur hohe bürokratische Kosten bei einer Übertragung.

Warum ist Wasser als "natürliches Monopol" besonders schwer zu liberalisieren?

Aufgrund der hohen irreversiblen Kosten durch physische Leitungsnetze und der spezifischen Qualitätseigenschaften von Wasser (Heterogenität, begrenzte Mischbarkeit) ist eine Marktöffnung ohne Gefährdung der Versorgungssicherheit sehr anspruchsvoll.

Final del extracto de 163 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Liberalisierung der deutschen Trinkwasserversorgung im europäischen Vergleich
Universidad
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschafts- und Sozialpolitik)
Calificación
1,7
Autor
Marc Moellers (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
163
No. de catálogo
V161112
ISBN (Ebook)
9783668673670
ISBN (Libro)
9783668673687
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wasserwirtschaft natürliches Monopol Infrastruktur Liberalisierung Privatisierung Stadtwerke
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marc Moellers (Autor), 2004, Die Liberalisierung der deutschen Trinkwasserversorgung im europäischen Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161112
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