Die Übertragung von Geschlechtskrankheiten durch DNA-Viren und deren Auswirkungen auf den Körper stellen ein großes Forschungsgebiet dar. Vor allem die Behandlung verschiedener durch DNA-Viren ausgelöster Symptome ist bis heute eine große Herausforderung.
Wie zuverlässig sind aktuelle molekulare Nachweisverfahren in der Routinediagnostik? Welche Rolle spielen Virusprävalenzen und Dysplasiegrade für die Risikoabschätzung? Können hormonelle oder pflanzliche Wirkstoffe – etwa Clomifencitrat oder Grüntee-Polyphenole – HPV-Infektionen wirksam und schonend beseitigen?
Diese und weitere Fragen beantwortet Hans Schön in seinem neuen Buch. Die Ergebnisse zeigen: Präzise molekulare Diagnostik, kombiniert mit gut verträglichen Therapieformen, eröffnet neue Perspektiven für eine patientenzentrierte Prävention und Behandlung zervikaler Virusinfektionen. Eine Publikation, die Brücken schlägt zwischen Labor, Klinik und moderner Präventionsmedizin.
Inhaltsverzeichnis
- Kumulative Dissertation
- Zusammenfassende Darstellung der Publikationsdissertation
- Zusammenfassung (deutsch, englisch, polnisch)
- Literaturverzeichnis
- Anhang
- Erklärung Eigenanteil
- Danksagung
- Curriculum vitae
- Publikationsverzeichnis
- Eidesstattliche Erklärung
Zielsetzung & Themen
Diese kumulative Dissertation befasst sich mit der molekularvirologischen Infektionsdiagnostik von DNA-Viren und deren zelltransformierender Aktivität in zervikalen intraepithelialen Neoplasien. Das primäre Ziel ist es, evidenzbasierte molekularanalytische Verfahren zur Diagnose sexuell übertragbarer DNA-Viren zu etablieren, innovative Behandlungsmöglichkeiten für Papillomavirus-assoziierte anogenitale Läsionen zu untersuchen und Präventionsstrategien zu diskutieren, um die Belastung durch Gebärmutterhalskrebs zu reduzieren.
- Entwicklung und Vergleich molekularvirologischer Diagnoseverfahren für DNA-Viren.
- Analyse der zelltransformierenden Aktivitäten von DNA-Viren in zervikalen Neoplasien.
- Erforschung neuer, nicht-invasiver Behandlungsmöglichkeiten für HPV-assoziierte anogenitale Läsionen.
- Epidemiologie und Prävention von HPV-Infektionen und assoziierten Krebserkrankungen.
- Rolle von Herpesviren (HSV, HCMV, EBV) in der zervikalen Pathologie.
Auszug aus dem Buch
Humanpathogene DNA-Viren und das Risiko für Gebärmutterhalskrebs
Der molekularvirologisch-diagnostische Teil der Arbeit untersucht mit evidenzbasierten, molekularanalytischen Verfahren sexuell übertragbare Infektionen (STI), im Besonderen des Gebärmutterhalses, durch doppelsträngige Desoxyribonukleinsäure (dsDNA)-Viren sowie ihre zelltransformierenden Aktivitäten in niedrig- und hochgradigen intraepithelialer Neoplasien (low-grade- und high-grade squamous intraepithelial lesion, SIL) und im Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).
Der klinisch-therapeutische Teil setzt sich mit wenig bekannten oder nicht evidenzbasierten, neuen und nichtinvasiven Behandlungsmöglichkeiten von humanen Papillomavirus (HPV)-Infektionen beider Geschlechter auseinander. Ergänzend dazu wird die vorsorgliche Impfung gegen HPV-Infektionen und HPV-assoziierten Neoplasien angesprochen und diskutiert.
Zahlreiche klinische und epidemiologische Studien belegen den Zusammenhang zwischen dem humanpathogenen Papillomavirus und Gebärmutterhalskrebs. Darüber hinaus ist das Virus für etwa 5% aller Krebserkrankungen weltweit verantwortlich. Die krebsverursachenden Genotypen werden als Hochrisiko-HPVs bezeichnet. HPV 16 ist der häufigste Hochrisiko-Genotyp, der mit 50% der Gebärmutterhalskrebsfälle in Verbindung gebracht wird (James et al. 2020).
Im Jahr 2008 gab es schätzungsweise 530.000 Fälle von Gebärmutterhalskrebs und 275.000 Todesfälle durch diese Krankheit. Es ist die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen nach Brustkrebs (1,38 Millionen Fälle) und Darmkrebs (0,57 Millionen Fälle) (Arbyn M et al. 2011). Gemessen am jeweiligen Anteil an der Gesamtinzidenz ist der Gebärmutterhalskrebs mit 3,8 % die sechsthäufigste Krebsart bei Frauen in der Europäischen Region (WHO Regionalbüro für Europa 2008: o.S., online).
Frauenarztbesuche zur Früherkennung von Krankheiten sollten ab dem 20. Lebensjahr jährlich durchgeführt werden. In Österreich kann als kostenloses Angebot der Sozialversicherung ab dem vollendeten 18. Lebensjahr eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen werden. Dennoch erkranken jährlich etwa 500 Fälle an einem invasiven Zervixkarzinom. Ungefähr 300 Frauen sterben jährlich an dieser Krankheit. Dies macht ungefähr 1.3% aller weiblichen Krebstoten aus (Medizinische Universität Wien 2020: o.S., online).
Vor allem die Krebsvorstufen, zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN), treten bereits ab dem 16. Lebensjahr auf (Schön H. 2015). Da der Häufigkeitsgipfel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr liegt (Schön et al. 1991), handelt es sich um eine Krebserkrankung, die eher jüngere Frauen betrifft.
Zusammenfassung der Kapitel
Kumulative Dissertation / Zusammenfassende Darstellung der Publikationsdissertation: Dieses Kapitel fasst die zugrunde liegenden Publikationen der Dissertation zusammen und behandelt die molekularvirologische Diagnostik von DNA-Viren, deren zelltransformierende Aktivitäten in zervikalen Neoplasien sowie innovative Behandlungs- und Präventionsstrategien. Es deckt detaillierte Methodiken und Studienergebnisse ab.
Zusammenfassung (deutsch, englisch, polnisch): Dieses Kapitel bietet eine umfassende Zusammenfassung der gesamten Arbeit in deutscher, englischer und polnischer Sprache, die die Kernbotschaften und wichtigsten Erkenntnisse der Dissertation wiedergibt.
Literaturverzeichnis: Das Literaturverzeichnis listet alle wissenschaftlichen Publikationen und Quellen auf, die in dieser Dissertation zitiert und als Grundlage für die Forschungsarbeit verwendet wurden.
Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Dokumente wie die Erklärung des Eigenanteils, Danksagungen, den Lebenslauf des Autors, das Publikationsverzeichnis und eine eidesstattliche Erklärung.
Schlüsselwörter
HPV, Zervixkarzinom, DNA-Viren, Molekulardiagnostik, In-situ-Hybridisierung, PCR, RFLP-Analyse, Clomifencitrat, Veregen®-Salbe, Anogenitale Läsionen, Prävention, Epstein-Barr-Virus, Humanes Cytomegalievirus, Zelltransformation, Dysplasie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der molekularvirologischen Diagnostik von DNA-Viren, insbesondere humanen Papillomviren (HPV), und deren Rolle bei zelltransformierenden Aktivitäten in zervikalen intraepithelialen Neoplasien sowie mit Behandlung und Prävention papillomavirus-assoziierter anogenitaler Läsionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Diagnostik sexuell übertragbarer DNA-Viren, die Untersuchung ihrer zelltransformierenden Potenziale, die Entwicklung und Erprobung neuer nicht-invasiver Therapiemöglichkeiten sowie die Prävention von HPV-Infektionen und assoziierten Krebserkrankungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, evidenzbasierte molekularanalytische Verfahren zur Diagnose von sexuell übertragbaren DNA-Viren zu etablieren und die Wirksamkeit neuer, nicht-invasiver Behandlungsmethoden für HPV-assoziierte Läsionen zu untersuchen, um die Prävention von Gebärmutterhalskrebs zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet primär molekularbiologische Methoden wie Southern Blot, DNA-Dot Blot, In-situ-Hybridisierung (CISH, FISH), Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus (RFLP)-Analyse zur Virusdetektion und -typisierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Methodik der molekularvirologischen Diagnostik, den Vergleich verschiedener Nachweisverfahren, die Ergebnisse von Studien zur Prävalenz von HPV- und Herpesvirus-Infektionen sowie die Outcomes klinischer Studien zu therapeutischen Ansätzen mit Clomifencitrat und Veregen®-Salbe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie HPV, Zervixkarzinom, DNA-Viren, Molekulardiagnostik, In-situ-Hybridisierung, PCR, RFLP-Analyse, Clomifencitrat, Veregen®-Salbe, Anogenitale Läsionen, Prävention, Epstein-Barr-Virus, Humanes Cytomegalievirus und Zelltransformation.
Welche Rolle spielen Clomifencitrat und Veregen®-Salbe in der Behandlung von HPV-assoziierten Läsionen?
Clomifencitrat, ein nichtsteroidales Östrogenanalogon, und Veregen®-Salbe, ein pflanzliches Dermatikum, werden als neue, nicht-invasive Behandlungsmöglichkeiten für HPV-assoziierte anogenitale Läsionen untersucht. Die Studien zeigten unterschiedliche Ansprechraten, wobei Veregen®-Salbe bei männlichen Patienten eine 100%ige Ansprechrate zeigte.
Wie unterscheidet sich die Diagnostik von HPV-Infektionen von der von Herpesviren (HSV, HCMV, EBV) in dieser Arbeit?
Während HPV-Infektionen oft spezifische morphologische Veränderungen verursachen und mit verschiedenen molekularen Hybridisierungs- und PCR-basierten Methoden genotypisiert werden, bleiben HCMV- und EBV-Infektionen in routinemäßigen Papanicolaou-Abstrichen oft unerkannt, was den Einsatz von In-situ-Hybridisierung für ihren Nachweis und die Bestimmung ihrer zelltransformierenden Aktivitäten erforderlich macht.
Welche Erkenntnisse wurden bezüglich des Zusammenhangs zwischen Östrogenrezeptor-Expression und HPV-Infektionsanfälligkeit gewonnen?
Die Arbeit hypothesiert, dass die Anfälligkeit für HPV-Infektionen vom Grad der Östrogenrezeptor-Expression in Zielzellen abhängt. Es wurde festgestellt, dass HPV-DNA in Östrogenrezeptor-negativen Zellen mit Hochrisiko-Typen (16, 18) verbunden ist, während Östrogenrezeptor-positive Zellen Niedrigrisiko-HPVs enthielten, was auf einen Zusammenhang zwischen Hormonstatus und Virustyp hindeutet.
Was ist die Bedeutung der HPV-Impfung aus Public-Health-Perspektive laut der Dissertation?
Die Dissertation betont die Relevanz der HPV-Impfung als präventive Maßnahme gegen uro- und anogenitale HPV-Erkrankungen, einschließlich Zervixkarzinome und andere Karzinome. Der in Österreich zugelassene nona-valente Impfstoff (Gardasil 9®) schützt vor den wichtigsten krebserregenden HPV-Typen und deren assoziierten Läsionen.
- Quote paper
- Hans Schön (Author), 2021, Molekularvirologische Infektionsdiagnostik von DNA-Viren und deren zelltransformierende Aktivität in zervikalen intraepithelialen Neoplasien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1619604