Die Budgetierung als Instrument zur Steuerung mittelständischer Unternehmen


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2010

17 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Begriffliche und inhaltliche Grundlagen
2.1. Der Begriff des Mittelstands
2.1.1. Quantitative Abgrenzung von KMU
2.1.2. Qualitative Abgrenzung von KMU
2.2. Grundlagen der Unternehmenssteuerung
2.2.1. Der Begriff der Unternehmensteuerung
2.2.2. Die Budgetierung als Instrument der Unternehmensteuerung
2.2.3. Der Prozess der Budgetierung

3. Budgetierung als Steuerungsinstrument für mittelständische Unternehmen
3.1. Die Besonderheiten der Steuerung mittelständischer Unternehmen
3.2. Vor- und Nachteile der Budgetierung als Steuerungsinstrument im Mittelstand

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Der Budgetierungsprozess

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: KMU-Definition der EU-Kommission

Tabelle 2: KMU-Definition des Instituts für Mittelstandsforschung

1. Einführung in die Thematik

Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise hat im Mittelstand gravierende Spuren hinterlassen. Zur Sicherung des langfristigen Erfolges ist es von hoher Bedeutung, eine nachhaltige strategische Ausrichtung zu entwickeln und diese auch konsequent umzusetzen. Bei der Formulierung und Realisierung von Unternehmensstrategien handeln mittelständische Unternehmen nicht immer effizient. Oft werden gar keine Strategien entwickelt, und wenn Strategien überhaupt existieren, werden diese nicht an die Mitarbeiter weitergegeben. Das Defizit in der Umsetzung von Strategien lässt sich aber auch durch den Mangel an geeigneten Steuerungsinstrumenten erklären, die in der Regel für Großunternehmen entwickelt worden sind. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll daher hinterfragt werden, inwieweit die klassische Budgetierung ein effektives Steuerungsinstrument für den Mittelstand darstellt.[1]

2. Begriffliche und inhaltliche Grundlagen

2.1. Der Begriff des Mittelstands

Der Begriff des Mittelstands wird in der betriebswirtschaftlichen Fachliteratur nicht immer einheitlich definiert. Im Allgemeinen werden unter dem Begriff Mittelstand kleine und mittlere Unternehmen (KMU) subsumiert, die nach unterschiedlichen quantitativen und qualitativen Kriterien abgegrenzt werden.[2]

2.1.1. Quantitative Abgrenzung von KMU

In der Literatur existieren mehrere Merkmalskataloge zur quantitativen Abgrenzung von kleinen und mittleren Unternehmen. Die wichtigsten sollen hier kurz aufgeführt werden:

Kriterien der EU-Kommission

In der Klassifizierung der EU-Kommission[3] werden KMU anhand von drei Merkmalen abgegrenzt

- Mitarbeiterzahl,
- Jahresumsatz,
- Jahresbilanzsumme

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: KMU-Definition der EU-Kommission[5]

Die Anzahl der Mitarbeiter stellt das bedeutsamste KMU-Kriterium dar, die Schwellenwerte für Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme gelten immer „alternativ“, d. h. entweder der Jahresumsatz ODER die Jahresbilanzsumme (oder beide Werte) müssen unterhalb des Schwellenwertes liegen.

Gemäß der oben aufgeführten Tabelle lassen sich die folgenden Größenklassen unterscheiden:

- Kleinstunternehmen beschäftigen nicht mehr als 9 Mitarbeiter, haben entweder einen Jahresumsatz von bis zu 2 Mio. EUR oder eine Bilanzsumme von maximal 2 Mio. EUR.
- Kleinunternehmen haben mind. 10 jedoch nicht mehr als 50 Beschäftigte, realisieren entweder einen Umsatz von höchstens 10 Mio. EUR oder haben eine Bilanzsumme von höchstens 10 Mio. EUR.
- Mittlere Unternehmen beschäftigen mind. 50 jedoch nicht mehr als 250 Mitarbeiter, erwirtschaften entweder einen Jahresumsatz von maximal 50 Mio. EUR oder haben bilanzielle Vermögenswerte von höchstens 43 Mio. EUR.

Ein weiteres bedeutsames Kriterium der Europäischen Union ist die rechtliche Unabhängigkeit. Bei KMU darf es sich nicht um Tochter- bzw. Beteiligungsgesellschaften handeln. Die Beteiligungsschwelle, d.h. die Kapitalanteile im Fremdbesitz dürfen nicht mehr als 25% betragen.

Kriterien des Instituts für Mittelstandsforschung

Eine weitere gängige quantitative Definition von KMU ist die des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn.[6]

Das IfM definiert Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von unter 1 Million Euro als kleine und Unternehmen mit 10 bis 499 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 1 bis 50 Millionen Euro als mittlere Unternehmen. Die Gesamtheit der KMU setzt sich somit laut IfM aus allen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz unter 50 Millionen Euro zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: KMU-Definition des Instituts für Mittelstandsforschung[7]

2.1.2. Qualitative Abgrenzung von KMU

Neben den oben beschriebenen quantitativen Aspekten unterscheidet sich KMU auch in qualitativen Aspekten von den großen Unternehmen bzw. Konzernunternehmen.

Laut Mugler können zur qualitativen Klassifizierung von kleinen und mittleren Unternehmen folgende Kriterien herangezogen werden:[8]

- Einheit von Eigentum und Leitung
- inhabergeführte Unternehmen / Übernahme von Haftung und Risiko
- rechtliche und wirtschaftliche Selbständigkeit
- flache Organisationsstruktur / geringer Formalisierungsgrad
- hohe Prägung der Wertschöpfung durch die Person des Unternehmers
- individuelle und differenzierte Produkte und / oder Dienstleistungen
- kleine bzw. regionale Märkte
- begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen

2.2. Grundlagen der Unternehmenssteuerung

2.2.1. Der Begriff der Unternehmensteuerung

Der Begriff der Unternehmenssteuerung wird in der betriebswirtschaftlichen Literatur nicht einheitlich definiert. Im Allgemeinen kann die Unternehmenssteuerung als wichtige Funktion des Controllings verstanden werden.

Das Controlling stellt einen bedeutsamen Teilbereich des unternehmerischen Führungssystems dar, dessen Hauptaufgaben in der Planung, Steuerung, Kontrolle und informatorischen Versorgung aller Unternehmensbereiche besteht. Die Unternehmenssteuerung als Funktion des Controllings befasst sich mit der Durchsetzung von Plänen in einem Unternehmen. Sie soll sicherstellen, dass die Handlungen aller Akteure und Abteilungen in einem Unternehmen mit den Zielsetzungen auf strategischer und operativer Ebene übereinstimmen.

Die Notwendigkeit der Unternehmensteuerung ist offenkundig. Die gedankliche Vorwegnahme von zukünftigen Aktivitäten sowie die Definition von strategischen und operativen Zielsetzungen verbleiben ohne Sinn, wenn diese nicht durch entsprechende Instrumente umgesetzt werden. Die Unternehmenssteuerung ist dabei nicht als einmalige Funktion, sondern als permanente Aufgabe zu verstehen, da bei der Umsetzung strategischer Zielsetzung immer wieder Kursabweichungen möglich sind, denen gegengesteuert werden muss. Die Unternehmenssteuerung muss daher das Verhalten von Personen und / oder den Ablauf von Prozessen derart vorrauschauend lenken, dass die geplanten Zielsetzungen trotz möglicher Abweichungen dennoch erreicht werden.[9]

[...]


[1] Vgl. Biel, A. (2007): S. 11-12.

[2] Vgl. Meyering, S. (2007): S. 76.

[3] Vgl. hierzu EU-Kommission (2005).

[4] Die Mitarbeiterzahl wird in Jahreseinheiten gemessen. Jede Vollzeitarbeitskraft, die während des gesamten Berichtsjahres im Unternehmen tätig war, zählt als eine Einheit. Für Teilzeit- oder Saisonarbeitskräfte sowie für Personen, die nicht das gesamte Jahr gearbeitet haben, ist jeweils der entsprechende Bruchteil einer Einheit zu zählen.

[5] Eigene Darstellung in Anlehnung an EU-Kommission (2005): S. 14.

[6] Vgl. hierzu http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=89.

[7] Eigene Darstellung in Anlehnung an http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=89.

[8] Vgl. Mugler, J. (1998) S. 19-23.

[9] Vgl. Schroeter, B: (2002): S. 81.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Budgetierung als Instrument zur Steuerung mittelständischer Unternehmen
Hochschule
Fachhochschule Kufstein Tirol  (Studiengang Unternehmensführung)
Autoren
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V162156
ISBN (eBook)
9783640766666
ISBN (Buch)
9783640767076
Dateigröße
604 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Controlling
Arbeit zitieren
Stefan Razik (Autor)B.A. Matthias Stengel (Autor), 2010, Die Budgetierung als Instrument zur Steuerung mittelständischer Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162156

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